Die Angst macht’s: Mehr Interesse an der Wohnungsnot in New York als am Berliner Mietspiegel

mietermesse-reuterkiez_neukoellnWeitgehend unter sich blieben die Teilnehmer der Mieter-Messe im Reuterkiez, die am Mittwochabend in der Manege Rütlistraße stattfand. „An der Werbung kann esser_mietermesse-reuterkiez_neukoellnes nicht gelegen haben“, sagte Organisator Wilhelm Eßer (l.), der das Zusammentreffen im Auftrag des Quartiersmana-gements Reuterplatz aus-gerichtet hatte, weil das zum Jahresende seine Arbeit beenden wird. Angesprochen wurden Multiplikatoren aus Schule, Kita und vielen anderen Einrichtungen, so Eßer. „Wen oder was können Sie empfehlen, wenn Sie von Mieterproblemen in Ihrem Umfeld erfahren, z. B. von den Eltern eines Schülers? Dazu soll die Weiterlesen

Wenn die gewohnte Umgebung fremd geworden ist

the bread station neuköllnWie lebt es sich in einem Kiez, dessen Bewohner-struktur sich binnen weniger Jahre rapide verjüngt hat, während man selber stetig älter wurde? Der Heimat ist, sich aber nicht mehr so anfühlt. In dem Bäckereien hope-seniorenzentrum neukoellneröffnen, die The Bread Station heißen, hippe Läden und Cafés in ehemalige Eckkneipen ziehen, und viel englisch, spanisch und italienisch gesprochen statt ber-linert wird.

Sie habe nie woanders als im Reuterkiez gelebt, erzählt eine Rentnerin. Nun wohnt sie am Maybachufer, vorher in anderen Straßen, die zwar noch heißen, wie sie immer hießen, ansonsten aber ihre Gesichter verändert haben: „Durch die Entwicklung der letzten Jahre hab ich den Eindruck, in einen anderen Kiez umgezogen zu sein.“ Für das seit Oktober 2012 laufende Weiterlesen

Exkursionen zur Gegenwart und Zukunft des Reuterkiezes

punktekleben_1. kiezspaziergang_verstetigung qm reuterplatz_neuköllnSeit Januar bereitet sich das Quartiers-management (QM) Reuterplatz als erstes der 11 Neuköllner QM-Gebiete auf die Verste- tigung vor, sprich: das Ende der Gebietsför- derung durch Soziale Stadt-Mittel. Doch was bedeutet es tatsächlich, wenn die Tür des Vorortbüros in der Hobrechtstraße am 31. Dezember 2016 endgültig geschlossen wird und es dann nach 14 Jahren kein Quar- tiersmanagement mehr im Kiez zwischen Kottbusser Damm, Wildenbruchstraße und Sonnenallee gibt? Vergangenen Sonnabend lud das QM Weiterlesen

Wie Teile eines Puzzles: Ältere bringen Jüngeren die Geschichte des Neuköllner Reuterkiezes näher

senioren-erzählwerkstatt reuterkiez_neukölln„Donnerwetter, die ist ja sehr schön geworden! Und was für eine wunderbare Qualität.“ Auch im Neuköllner Reuterkiez war erst vorgestern Heiligabend, doch für die Teilnehmer des inter- kulturellen Senioren-Kiezprojekts gab es schon in der letzten Woche mit dem Erscheinen der broschüren-präsentation_galerie r31 neuköllnBroschüre ihrer Erzählwerkstatt eine vorgezoge- ne Bescherung: In der Galerie R31 konnten die 55- bis 84-Jährigen erstmals in dem Buch „Stimmen aus dem Reuterkiez – Seniorinnen und Senioren berichten von früher und heute“ mit ihren eigenen Weiterlesen

Schwarz auf Weiß

Elf Quartiersmanagement-Gebiete  gibt es in Neukölln, mehr als in jedem anderen Berliner Bezirk. Was die einzelnen QMs für ihre Kieze planen und welche Schwer- punkte die Quartiersmanager für ihre eigene Arbeit sehen, wird periodisch in einem Strategiepapier mit dem sperrigen Titel  „Integriertes Hand- lungs- und Entwicklungskonzept“  festgeschrieben.

Fünf der elf Neuköllner Quartiersmanagements  haben ihre Handlungskonzepte für 2012 bereits als pdf-Dateien ver- öffentlicht: Richardkiez, Rollbergkiez, Schillerkiez, Ganghofer- straße und High-Deck-Siedlung. Bewohner des Körner-, Reuter- und Flughafenkiezes sowie der QM-Gebiete Gropius- stadt, Weiße Siedlung-Dammweg und Donaustraße-Nord müssen noch warten, bis sie nachlesen können, was in ihren Vierteln mit Soziale Stadt-Mitteln angepackt wird – oder werden soll.

.

Viel geredet, wenig gesagt

„Präsentation der Verkehrsanalyse Reuterquartier“ hatte auf der Einladung gestanden, der letzten Mittwoch etwa 50 Leute gefolgt und in die Mensa der Gemeinschaftsschule am Campus Rütli gekommen waren. Mit unterschiedlichsten verkehrsanalyse reuterkiez,neuköllnAmbitionen und vor allem oft hohen Erwartungen, obwohl im Vorfeld lediglich von der Vorstellung erster Ergebnisse die Rede gewesen war.

Der Auftrag zu einer Verkehrsanalyse sei das Machbarste gewesen, was angesichts knap- per finanzieller Mittel getan werden konnte, sagte Daniel Roos, der Sprecher der AG Wohnumfeld Reuterkiez, die vor zwei Jahren den Anschub für die Beschäftigung mit der problematischen Verkehrssituation vor Ort gegeben hatte. Das Büro Spath + Nagel bekam daraufhin den Zuschlag, eine Be- standsaufnahme der Bedingungen für Fußgänger, Radfahrer und motorisierte Verkehrsteilnehmer im Kiez zu erstellen.

„Die lebendigen Quartiersstraßen verfügen über beachtliche Qualitäten und es gibt schöne traditionelle Straßen im Kiez“, hob Christian Spath hervor. Zudem seien durch bisherige Aufwertungsmaßnahmen wie dem Umbau des Maybachufers, der Einrichtung von Mittelinseln als Querungshilfe, neu installierte Fahrradständer und der Umgestaltung des Reuterplatzes als Identifikationskern bereits einige Verbesserungen erreicht worden.  Damit hatte es sich dann aber schon fast mit dem, verkehrsanalyse reuterkiez,neuköllnwas als positiv bezeichnet werden kann.

Schadhafte, unebene Fahrbahnen, lädierte oder gar nicht vorhandene Radwege, fehlende Gehwegabsen- kungen und Unannehmlichkeiten durch verkehrswidrige Kurzzeit- parker – das gehört zum Alltag derer, die sich durch den Reuterkiez be- wegen. Da Leute, die dort wohnen es besonders häufig tun, leiden sie auch in besonderem Maße darunter. Mehr aber noch unter einem Fakt, der in der Verkehrsanalyse nur marginal Berücksichtigung findet: die Lärmbelästigung. Angesprochen von einer Anwohnerin der Reuterstraße, die „lärmtechnisch unzumutbar“ sei, erklärte Spath zur allgemeinen Verwunderung, dass Lärmdaten nicht gemessen worden seien, weil das nicht in den Kompetenzbereich gehört habe.

Die Verwunderung schlug daraufhin erwartungsgemäß in Verärgerung um. Denn dass akustischer Müll eines der Hauptprobleme im Kiez ist, ist wahrlich nichts Neues: Das Kopfsteinpflaster und Ignorieren der Tempo 30-Regelung, die fast für den gesamten Bereich gilt, bringen die Anwohner vieler Straße seit langem um den Schlaf. Die Entwicklung des Reuterquartiers zum Szene-Kiez, die mehr motorisierte Verkehrsteilnehmer zur Folge hat, machte das noch schlimmer. Mit ihrer empörten Bemerkung, dass sie sich verkehrsanalyse reuterkiez,neuköllnüberhaupt nicht ernst genommen fühle, drückte die Anwohnerin der Reuterstraße aus, was viele dachten und erntete dafür reichlich Applaus.

Ein Mann aus der Friedelstraße schloss sich ihr an. „Bei uns herrscht auch ein ungeheurer Verkehrslärm. Was ist dagegen vorgesehen?“, fragte er Christian Spath und die anwesenden Vertreter des Neuköllner Bezirksamts: Baustadtrat Thomas Blesing und Wieland Voskamp, den Leiter des Tiefbauamts. „Kann mir außerdem jemand von Ihnen bitte erklären, weshalb der Bereich vor Aldi und Lidl am Maybachufer verkehrsberuhigt ist, die Wohnbereiche aber nicht?“ Ob man nicht mehr Tempo 30-Schilder aufstellen, Straßen asphaltieren und zumindest für den LKW-Verkehr sperren könne?

Antworten, die Anlass zur Hoffnung gaben, dass die Probleme erkannt und angegangen werden, erhielt er nicht. Und so ging es den meisten genervten Anwohnern. Entweder, weil die Realisierung ihrer Vorschläge das übersteigen würde, was aus dem laufenden Haushalt finanziert werden könne. Oder, weil andere Fakten dagegen sprächen. Das gilt allerdings auch für eine demnächst anlaufende Maßnahme: Die Weserstraße, der die Verkehrsanalyse attestierte, dass sie von erheblich mehr Fahrrad- als Autofahrern benutzt wird, erhält noch in diesem Jahr aus Mitteln des Konjunkturpakets II eine Aufpflasterung zwischen Kottbusser Damm und Reuterstraße. Nichts gemacht werde indes mit den beidseitig desaströsen Radwegen. „Die Radfahrer“, so Spaths Idee, „können dann ja auf die Straße ausweichen, wo sie bessere Verhältnisse vorfinden werden.“

Konstruktive Vorschläge, wie die Wohn- und Schlafqualität der Reuterkiezler künftig verbessert werden könnte, wären willkommener gewesen. Doch die blieben weitgehend aus.

_ensa_