Neuköllner Demenz-Initiative stellte sich im Campus Efeuweg vor

„Was Sie mit ihrer Arbeit leisten, ist mit Worten kaum zu beschreiben“, dieses große und sicherlich nicht übertriebene Lob machte Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (r.) den vielen pflegenden Angehörigen, die am vergangenen Dienstag zum Informationsabend „Ver-gesslichkeit oder Demenz? Erkennen, behandeln, betreuen“ in den Campus Efeuweg in die Gropiusstadt gekommen waren. „Demenz betrifft in Neukölln rund 4.800 Männer und Frauen ab 65 Jahren“, erinnerte Liecke. „Die Diagnose ist ein Wendepunkt im Leben der Erkrankten – auch für Familien und Freunde.“

Liecke und seine Gesundheitsverwaltung beriefen deshalb ein Treffen der Demenz-Initiative des Vivantes Klinikum Weiterlesen

„Werfen Sie Schamgefühle und Stolz über Bord!“

bvv-saal_rathaus neuköllnEs kann jeden treffen, von jetzt auf gleich! Ginge es nur um die gesellschaftliche Relevanz, hätte der frisch renovierte BVV- Saal im Neuköllner Rathaus also am letz- ten September-Samstag an die Grenze sei- nes Fassungsvermögens stoßen müssen. Doch davon war er weit entfernt. Gerade mal 20, vielleicht 25 Leute waren gekom- men, um sich den Vortrag „Die Pflegever- sicherung – (k)ein Buch mit sieben Sie- geln“ anzuhören. Zöge man von den Anwe- senden noch die Berufsbetroffenen ab, die ob ihrer Tätigkeit in Sozialstationen, Hei- men oder Beratungsstellen ohnehin in der Materie stecken, bliebe Weiterlesen

Tabubruch im Neuköllner Rathaus

Dass man im Rathaus Neukölln überraschende Dinge erfährt, ist nicht selten. Meist sind es Statements von Bezirkspolitikern, die abseits des Offiziellen geäußert werden und deshalb auch privat bleiben statt hier veröffentlicht zu werden. Dass im Neuköllner Rathaus Veranstaltungen stattfinden, die wenig bis gar nichts mit Politik zu tun haben, ist dagegen recht selten. Umso größer ist ihr Überraschungspotenzial. Jüngstes Beispiel: ein  Infotag  zum  Krankheitsbild  „Inkontinenz“, das  in Deutsch- land  weit mehr als  6 Millionen  Menschen  betrifft und zu den großen Tabu-Themen

gehört – selbst in Pflegeheimen, wo die  Quote Blasenschwacher  mit rund 80 Pro- zent  eher Regel als Ausnahme  ist.

In etlichen kirchlichen Heimen seien sogar noch Inkontinenzunterlagen aus Baumwolle im Gebrauch, kritisiert Hans Günter Weiß (r.), dessen Firma Moda Textilagentur eine Inkontinenzunterlage entwickeln ließ, die dünner als ein Bierdeckel ist und eine Flüssigkeitsmenge aufnehmen kann, die fünfmal über ihrem Eigen- gewicht liegt. Dass der Wasser- und Waschmittelverbrauch für die Reinigung des Hightech-Produkts erheblich unter den Mengen für konventionelle Materialien liege, komme hinzu. „Aber viele“, so Weiß, „die als Heim- oder Pflegedienstleiter in der Verantwortung stehen, kümmern sich einfach nicht um eine optimale Versorgung der Patienten.“

Bessere Nachrichten, zumindest hinsichtlich des Themas Inkontinenz, hatte Dr. Reinhold-Alexander Laun (l.) parat, der in seinem Vortrag insbesondere auf die Blasenschwäche bei Frauen einging. Das Gerücht, dass das häufige Tragen von Highheels einen Einfluss auf die Inkontinenz-Quote habe, halte sich zwar hartnäckig, aber wissenschaftlich sei es definitiv nicht belegbar, beruhigte der  Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie im Vivantes Klinikum Neukölln. Fakt seien dagegen die Auswirkungen halsbrecherischer Absatzhöhen auf die Anatomie.

=ensa=