Tausend neue Fahrradbügel allein in diesem Jahr in Neukölln

Damit Neukölln ein fahrradfreundlicher Bezirk wird, müssen nicht nur Straßen umgebaut und Fahrrad-straßen eingerichtet werden: Auch Fahrradbügel, an denen die Zweiräder sicher angeschlossen werden können, gehören dazu. Den 1.000sten Fahrradbügel, der allein in diesem Jahr in Neukölln aufgestellt wurde, verbaute Bezirksbürgermeister Martin Hikel am vergangenen Mittwoch in der Jonasstraße unmittelbar neben der Peter-Petersen-Grundschule.

Zum Ortstermin im Körnerkiez waren u. a. Schulleiterin Hildegard Greif-Groß, Saskia Ellenbeck vom Netzwerk Fahrradfreundliches Neukölln und die bezirkliche Radverkehrsplanerin Denise Schröter gekommen. Ein Mitarbeiter Weiterlesen

Mal schon nah, mal noch fern: Welche Veränderungen stehen dem Neuköllner Schillerkiez bevor?

plakat_zukunftswerkstatt-schillerkiez_neukoellnDas Interesse an der Zukunft des Schillerkiezes, die am vergangenen Sonnabend auf Einladung des Quartiers-managements in den Räumen der Kinderwelt am Feld erörtert wurde, war eher dürftig. Die Gegenwart in Form eines milden, sonnigen Septembertages verschaffte dafür dem Tempelhofer Feld umso mehr Andrang.

Wie wird es im Kiez zwischen Columbiadamm und Silbersteinstraße, Tempelhofer Feld und Hermann-straße in fünf oder 10 Jahren aussehen? Was wird geplant, um den Engpass auf dem Wohnungsmarkt zu entzerren und die Kapazitäten der Schulen zu erweitern? „Die wichtigsten Veränderungen wird es auf den Friedhöfen an der Hermannstraße geben“, kündigte Rolf Groth. Nur noch ein kleiner Teil werde Weiterlesen

Bunte Haufen: Attacke gegen Hundekacke im Neuköllner Körnerkiez

hundekacke besprühen_pps-aktionswoche_neuköllnPfffffffffffffffffffffffffffft! Suzanne, Murat und Leonie müssen nicht lange warten, bis sie auf den Knopf der Spraydose drücken können, um den ersten Hundehaufen des Tages zu markieren.  Weitere liegen gleich daneben oder nur wenige Schritte entfernt, direkt gegenüber vom Eingang zur Peter-Petersen-Schule, die in dieser Woche erneut zur  Attacke gegen Hundekacke  bläst. Bereits seit 16 Jahren wird die Aktionswoche markierspray_pps-aktionswoche neuköllnorganisiert und rund um die Schule im Neuköllner Körnerkiez durchgeführt. Unter- stützt wird sie durch Soziale Stadt-Mittel des Quartiers- managements (QM) Körnerpark und den Multikulturellen NachbarschaftsGarten Neukölln e. V., der sich im Quartier mit dem aus verschiedenen Modulen bestehenden Projekt hildegard greif-groß+schüler__pps-aktionswoche_neukölln„Putzaktion im Körnerkiez“ für eine Verbesserung des Wohnumfelds einsetzt.

Sechs Teams, die aus jeweils drei Schülern bestehen, sind seit gestern in den Straßen im Quartier unterwegs. Jede Gruppe hat ihr Revier. Hildegard Greif-Groß (r.), die Rektorin der Peter-Petersen-Schule, bekommt beeindru-ckende Zahlen zu hören, als sie die Ergebnisse des Vortags abfragt: Rund 2.000 Hundehaufen wurden entdeckt, mit umweltfreundlicher grüner und blauer Farbe besprüht und statistisch erfasst. „Wie man Strichlisten führt, lernen die Kinder bei der Gelegenheit auch gleich“, bemerkt sie schmunzelnd und erinnert noch einmal daran, dass sich Fünfer-Päckchen wesentlich hundekacke-statistik_pps-aktionswoche neuköllnleichter auszählen lassen.

Beeindrucken können ebenfalls die Reaktionen von Passanten, die den Kindern bei ihren ersten Touren widerfuhren.  Viel Lob habe es gege- ben, versichern sie. Aber eben nicht nur das: Auch Begegnungen mit Er- wachsenen, die fragten „Was macht ihr denn da für ’nen Scheiß?“ und sie anblafften, dass das doch alles völlig sinnlos sei, blieben ihnen nicht er- spart. Dass sich überwiegend Hundehalter über die Aufmerksamkeit der Schüler in Sachen Sauberkeit echauffieren, vermag kaum zu überraschen.

Die Spraydose von Suzanne, Murat und Leonie wird fast mit jedem Schritt leerer. Eingetütete Haufen sind in der Jonasstraße Raritäten. „Obwohl es seit 2008 neun Aufsteller mit Hundekotbeuteln im Kiez gibt, die regelmäßig von fünf Ehrenamtlichen

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bestückt werden“, sagt Christian Hoffmann vom Multikulturellen Nachbarschafts-Garten Neukölln. Er kennt sogar die Standorte, was bei vielen Hundehaltern nicht der Fall zu sein scheint. Auch die Tatsache, dass jeder Hundehaufen parasitär belastet und so eine Gefahrenquelle für andere Vierbeiner  sein kann, entzieht sich offenbar hundekacke vor schultor_pps-aktionswoche_neuköllnihrer Aufmerksamkeit.

207 neue Striche sind es, die nach einer knappen Stunde auf der Liste für die Jonasstraße stehen. Die Farbdose von Suzanne, Murat und Leonie gibt keinen Mucks mehr von sich; Hoffmann muss ihnen für morgen und übermorgen Nachschub besorgen. „Aber eigentlich“, findet er, „ist der Kiez in den letzten Jahren schon sauberer geworden.“ Die hohe Hundehaufen-Zahl, vermutet er, hänge vor allem damit zusammen, dass noch viele unter dem bsr-kehrfahrzeug_jonasstraße neuköllnSchnee lagen, der nun endlich weggetaut ist. Deshalb habe die BSR eben die Bürgersteige lange nicht reinigen können. Dass sie dazu nun wieder in der Lage ist, beweist sie wenig später.

Zum Ende der Aktionswoche „Attacke gegen Hundekacke“ ruft die Peter-Petersen-Schule am 12. April zur Demo auf. Start ist um 12 Uhr in der Jonasstraße 16. Die Abschlusskundgebung findet auf dem Schieker Platz statt.

=ensa=

Vorreiter: Die Neuköllner Peter-Petersen-Schule macht Schule auf dem Tempelhofer Feld

MINTgrünes klassenzimmer, tempelhofer feld berlin, peter-petersen-grundschule neuköllnDas hatten sie sich alles entschieden anders vorgestellt: Ein Frühlingsfest mit Musik, Tanz und bunten Drachen am Himmel sollte es vorgestern zur Saisoneröffnung des M.I.N.T.grünen Klassenzimmers auf dem Tempel- hofer Feld geben. So war es von den Lehrern und Schülern der Peter-Petersen-Schule schon vor einem Vierteljahr geplant worden. Aber dann kam das Hoch Jill, das – im Gegensatz zu Neu- köllns Schulstadträtin Franziska Giffey (l.), Dietz Valentin vom Lions Club Berlin-bezirksstadträtin giffey, dietz valentien, schulleiterin greif-groß, MINTgrünes klassenzimmer, tempelhofer feld berlin, peter-petersen-grundschule neuköllnSans- souci (2. v. r.) und vielen anderen – nicht eingeladen war und lausige Käl- te mitbrachte. Statt auf grünem Rasen stand man folglich bei dem Fest rings um die beiden Überseecontainer, das, so Schulleiterin Hildegard Greif- Groß (r.) „eigentlich den Frühling ein- läuten sollte“, knöcheltief im Schnee.

Seit dem letzten Sommer gibt es auf dem Tempelhofer Feld das wohl ungewöhnlichste Neuköllner Klas- senzimmer. Von 12 Klassen der Peter-Petersen-Schule (PPS) wird es genutzt, jede ist einmal pro Monat dort. Um zu erleben, was in normalen Klassenräumen oder auf dem engen MINTgrünes klassenzimmer, tempelhofer feld berlin, peter-petersen-grundschule neuköllnSchulhof nicht möglich ist. „Natürlich“, sagt Henning Stirner, der für den Förderverein der PPS die Nutzung des M.I.N.T.grünen Klassen-zimmers koordiniert, „geht es auch darum, dass sich die Kinder hier richtig austoben können.“ Im Vorder- grund steht aber die Idee, „reguläre Unterrichtsinhalte in lebensnaher Umgebung“ zu vermitteln. Denn auch wenn beim Wort Mint jeder sofort an Pfefferminze denkt – bei diesem Projekt auf dem Pionierfeld Oderstraße steht es für Mathematik,  Informatik,  Naturwissenschaft  und  Technik, was  auch  die  Kinder der

MINTgrünes klassenzimmer, tempelhofer feld berlin, peter-petersen-grundschule neuköllnMINTgrünes klassenzimmer, tempelhofer feld berlin, peter-petersen-grundschule neuköllnMINTgrünes klassenzimmer, tempelhofer feld berlin, peter-petersen-grundschule neukölln

Klasse 1.1 mit ihrer kleinen Darbietung verdeutlichten. Bevor Bewegung in den Kreis der rund 300 Schüler, Lehrer und Eltern kam und mit Tanz, Gesang und einem Auftritt

MINTgrünes klassenzimmer, tempelhofer feld berlin, peter-petersen-grundschule neuköllnMINTgrünes klassenzimmer, tempelhofer feld berlin, peter-petersen-grundschule neuköllnMINTgrünes klassenzimmer, tempelhofer feld berlin, peter-petersen-grundschule neukölln

MINTgrünes klassenzimmer, tempelhofer feld berlin, peter-petersen-grundschule neuköllnder von Rocco Rossbach angeleiteten Trommel-gruppe versucht wurde, Schnee und Frost – wenn schon nicht zu vertreiben – doch wenigstens für einen Moment vergessen zu machen.

Wer noch nie zuvor im M.I.N.T.grünen Klasssenzimmer war, brauchte schon viel Phantasie, um sich aus-insektenhotel, MINTgrünes klassenzimmer, tempelhofer feld berlin, peter-petersen-grundschule neuköllnmalen zu können, was hier nicht nur durch das Engagement von Sponsoren wie dem Lions Club Berlin-Sanssouci, sondern auch durch die tatkräftige Mithilfe vieler Eltern entstanden ist. Der Schulgarten, Spiel- und Experimentier-flächen, die Hochbeete – dem Frühling zum Trotz lag (und liegt) alles, abgesehen vom verwaisten MINTgrünes klassenzimmer, tempelhofer feld berlin, peter-petersen-grundschule neuköllnInsek- tenhotel, unter ei- ner dichten Schnee-decke.

Phantasie ist zwei- fellos auch erforder- lich, um eine Vorstellung von dem zu bekommen, was Franziska Giffey in Aussicht stellte: „Der Bezirk Neukölln will, dass hier mehr als nur ein Klassenzimmer entsteht.“ Langfristige Ziele seien der Bau einer Kita und eines ganzen Schulgebäudes auf dem Neuköllner Bereich des Tempelhofer Feldes. „Optimal wäre es, wenn man dabei nicht nur an eine Grundschule denken, sondern gleich eine Kombination aus Grund- und Oberschule planen würde“, meint die Stadträtin. Dafür müsse aber – trotz erkennbarer Bedarfe – noch Überzeugungsarbeit geleistet werden.

=ensa=

Der Umgang mit der Endlichkeit

das leben lassen,galerie im körnerpark,neuköllnSie sehen aus wie überdimensionale Teebeutel, die mit Laub und Zweigen gefüllten Kleidersäcke, die zurzeit an der Decke der Galerie im Körnerpark in Neukölln hängen. Vor knapp zwei Wochen hat dort die Ausstellung „das Leben lassen“ Einzug gehalten, die Ergebnisse einer künstlerischen Aus- einandersetzung mit Vergänglich- keit, Sterben, Tod und Abschied zeigt.

Zwölf Künstler haben sich daran beteiligt: Thomas Kleinschmidt mit der Installation „Das Spielzeuggrab“ und Rico Federle mit der Mausefallen-Collage „Gillette: das leben lassen,galerie im körnerpark,neukölln,spielzeuggrab,thomas kleinschmidt das leben lassen,galerie im körnerpark,neukölln,gillette: laborversuche, rico federleLaborversuche“; andere sind mit Grafiken, Malerei und Fotos dabei, die einen Bogen vom Skurrilen bis zum Unverständlichen schlagen.

Durchweg konkret sind dagegen die im Vorfeld der Ausstellung in das leben lassen,galerie im körnerpark,neukölln,peter-petersen-grundschule,was tröstetWorkshops mit Schülern entstandenen Werke. Mit Filzstiften haben Kinder der Peter-Petersen-Grundschule auf Leinwand geschrieben und gemalt, welche Dinge und das leben lassen,galerie im körnerpark,neuköllnGedanken trösten kön- nen. Von Kindern er- lebte Be- gegnungen mit dem Tod sind zentrales Thema beim augenfälligsten Objekt in der Galerie: Auf den Segeln kleiner Holzboote bringen sie auf berührende Art und Weise die Traurigkeit über den Abschied von Verwandten oder das leben lassen,galerie im körnerpark,neukölln,unvergessen-installationverunfallten Haustieren zum Ausdruck.

Das können auch die Besucher der perfekt zur trüben Jahreszeit passenden Ausstellung tun – und sie machen es reichlich: „Unvergessen“ steht auf den Vorderseiten der Klappkarten, die bereitliegen, um Verstorbene posthum zu würdigen oder ihnen persönliche Botschaften zu hinterlassen. Langsam wird der Platz an den Fenstern knapp.

=ensa=