Die junge Frau und das Meer

nordseeNeukölln am Meer, das war mal. Schon vor zwei Jahren endete das Theaterprojekt mit dem Sehn-suchtsort im Titel, der sich durch viel Wasser und Himmel auszeichnet. Seitdem müssen sich alle, die den Horizont gerne weit entfernt sehen, mit Berlins Wiesenmeer, dem Tempelhofer Feld, begnügen.

Es fast vor ihrer Haustür zu haben, reichte Melanie Heitkämper irgendwann nicht mehr. Der Prozess sei schleichend gewesen, rekapi-tuliert die gebürtige Bremerin, die nach ihrem Lebensmitteltechnologie-Studium in Bremerhaven nach Berlin kam, erst in Prenzlauer Berg wohnte und Weiterlesen

Mit kleinen Anfängen zu großen Zielen

simon_lets clean up europe_neukoellner stoff-markt maybachuferDie Konstellation war günstig, alles passte zusammen, und deshalb hatte gestern beim Neuköllner Stoff-Markt am Maybachufer ein neuartiger Neuköllner Stoff Premieregottschau_pech_lets clean up europe_neukoellner stoff-markt maybachufer.

Nahe am Kottbusser Damm hatte Cordula Simon (r.), bezirkliche Europabeauftrag-te, einen Stand aufgebaut, um über die neue „Schön wie wir“-Kampagne zu informie-ren und Mitmacher für ihre Aktion „Let’s Clean Up Europe“ zu gewinnen. Am anderen Ende des Marktes, in Höhe der Schinkestraße, standen Clemens Pech und Ulrike Gott-schau neben einer Kaffeebude, um ihre innovativen Kaffeebecher Weiterlesen

Nix wie weg hier

Nicht nur auf Neuköllns Bürgersteigen und Straßen, auf touristisch attraktiven Märkten wie dem Neuköllner Stoff am Maybachufer oder dem Schillermarkt und in Straßen- cafés war es gestern voll. Auch auf den Wasserwegen wurde es zuweilen eng für die, die dort ihren natürlichen Lebensraum haben. Heute sind es vor allem die Autofahrer

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und Besucher des Tempelhofer Felds, die sich auf Einschränkungen gefasst machen müssen: Wegen des Garmin Velothon Berlin haben Radrennfahrer Vorfahrt.

Zoff um Neuköllner Stoff vor dem Berliner Verwaltungsgericht

neuköllner stoff-markt, maybachufer neuköllnneuköllner stoff-markt, maybachufer neuköllnDen Bewohnern des Maybachufers wird’s recht sein, dass er ziemlich geschrumpft ist: der „Neuköllner Stoff“-Markt. Reichten die Stände bei der Premiere im Oktober 2010 noch von der Kottbusser Brücke bis zur Hobrecht- straße, so ist es jetzt schon auf halber Strecke vorbei mit dem samstäglichen Markttreiben am Landwehr- kanal. Das hat aber nichts mit per se gesunkenem neuköllner stoff-markt, maybachufer neukölln, anwohner-protestInteresse potenzieller Händler oder den Anwoh- nerprotesten zu tun, die nun am kommenden Freitag vor dem Verwaltungsgericht Berlin be- handelt werden, sondern ist nach Einschätzung der Marktverwaltung Perske jahreszeitlich be- dingt: „Wie auf jedem Markt üblich sind Januar und Februar die für Händler schwierigste Ver- kaufszeit. Fast alle Berliner Wochenmärkte sind in diesen Monaten besonders schwach frequentiert gewesen, da macht auch der Neuköllner Stoff-Markt keine Ausnahme. Seit zwei Wochen vermerken wir wieder ein deutlich verstärktes Interesse der Händler. Somit reiht sich der Markt in den normalen Jahres-Zyklus ein.“  Auch die  Umsätze würden dank verbesserter  Wetterverhältnisse

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von den Händler, die die Kunden mit einer breiten Angebotspalette von Kurzwaren, Stoffen, modischen Accessoires und Blumen bis hin zu Obstschalen aus Schall- platten erfreuen, wieder als zufriedenstellend bezeichnet werden.

Dass es beim Neuköllner Stoff-Markt derzeit ohne das beim Türkenmarkt übliche Drängeln zugeht, wissen die Besucher dabei durchaus zu schätzen. Ob das Maybachufer samstags wieder zum Tummelplatz wird, hängt einerseits vom Wetter ab, andererseits aber auch vom Ausgang des Rechtsstreits und dem, was bereits jetzt daraus resultiert. „Wegen der juristisch unklaren Situation“, so Frank Zindel von der Marktverwaltung Perske, „haben wir alle Marketingmaßnahmen zeitweilig ein- gestellt.“ Die würden erst nach der Klärung des rechtlichen Rahmenbedingungen wieder anlaufen. So sie dann noch nötig sind.

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mein markt-broschüre der marktverwaltung perske, ausgabe frühjahr 2012, neuköllner stoffUpdate (31.3.2012): „Neuköllner Stoff geht weiter – Positives Urtel bei Gerichtsver- handlung“ titelt die Marktverwaltung Perske in der jüngst erschienenen Frühjahrs-Ausgabe ihrer Promo-Broschüre „Mein Markt“.

Alles wegen Quentin: Heute kein Markt am Maybachufer!

An den Protesten vieler Anwohner liegt es nicht, dass sich heute ihr Wunsch nach einem markt- freien Sonnabend erfüllt. Das von ih- nen angestreng- te juristische Ver- fahren gegen den Neuköllner Stoff– Markt am Maybachufer läuft noch. Wesentlich rigo- roser ging da das aktuell über Berlin wabernde Tiefdruckgebiet Quentin vor: Aufgrund der Wetter- lage werde der Markt an diesem letzten Juli- Samstag nicht stattfinden, erfuhren Händler wie die Cremetörtchen-Manufaktur „Ben und Bellchen“ ges- tern Abend von der Marktverwaltung Perske.  Was sie mit den frisch und eigens für den heutigen Neuköllner Markt angefertigten Leckereien machen sollen, erfuhren sie nicht.

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Bis zum Anschlag genervt

neuköllner stoff, maybachufer neuköllnAm Anfang waren es nur einige Anwohner des May- bachufers, die im Oktober letzten Jahres die Geburts- stunde des Neuköllner Stoff-Marktes mit großer Skepsis beäugten und um ihre samstägliche Ruhe fürchteten.

Doch im Laufe der Zeit wuchs die Zahl der Gegner des jüngsten Kindes aus der Schmiede der Markt- verwaltung Perske mehr und mehr. Inzwischen sind es über 100 Anwohner, die die Händler in die Wüste wünschen und nicht bereit sind, den Markttrubel vor der Haustür auch noch an einem dritten Wochentag (dienstags und freitags findet dort bereits der Türkenmarkt statt) hinzunehmen. „Wenn’s nicht anders geht, dann eben auf dem juristischen Weg“, kündigt eine Anwohnerin an und spricht damit für viele.

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Riechen, gucken, anfassen, schmecken: Stoffe für alle Sinne

Schillermarkt, Wochenmarkt am Karl-Marx-Platz, dazu noch der Wutzkyallee-Markt im Süden des Bezirks: Wer samstags in Neukölln gerne unter freiem Himmel Frisches kauft, kann sich über Auswahl nicht beklagen. Nun ist mit Neuköllner Stoff noch ein weiterer Markt dazu gekommen. Ein Wochenmarkt sei das aber nicht, sagt Jeanette Bacha von der Marktverwaltung Perske, die sämtliche Neuköllner Märkte unter ihrer Obhut hat: „Das typische Wochenmarkt-Angebot mit Obst und Gemüse wird es hier nicht geben.“ Wöchentlich wird der neue Markt am Maybachufer dennoch stattfinden. Für ein Jahr, so Bacha, seien die Verträge mit dem Bezirk zunächst gemacht. Die mit den Händlern sind variabler.

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neuköllner stoff, maybachufer neukölln, kurzwarenÜber 130 waren es, die Samstag zwischen Kottbusser Brücke und Hobrechtstraße bei der Neuköllner Stoff-Premie-

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re ihre Waren anboten, und auf den ersten Metern machte der neue Markt seinem Namen wahrlich alle Ehre: Ein Stoffparadies tat sich auf. Stände mit Stoffballen unterschiedlichster Qualitäten, Farben und Muster reihten sich aneinander. Andere Händler präsentierten Kurzwaren in einer Vielfalt, die Hobby-Schneiderinnen wie auch Profi-Designer begeisterte. Reißverschlüsse in allen erdenklichen Farben und Längen, dazu Knöpfe, Borten, Bänder und Spitzen. „Phantastisch, diese Auswahl“, fand sogar eine, für die bereits die Ankündigung des Marktes ein Ärgernis gewesen war. Früher, erinnert sich die Anwohnerin, sei nur an Dienstagen und Freitagen wegen des Türkenmarkts alles dicht und das Parken vor der Haustür unmöglich gewesen. Nun müsse man also auch noch sonnabends unter den Unannehmlichkeiten leiden. „Das Ausschlafen“, sagt sie, „werden wir dann wohl auf die Sonntage verschieben müssen.“

neuköllner stoff, maybachufer neuköllnWer das Paradies der laufenden Meter vom Ballen hinter sich gelassen hat, landet im Designer-Abschnitt des Markts. Zwar sind nicht alle aus Neukölln, die Stücke ihrer Kollektio-

neuköllner stoff, maybachufer neuköllnneuköllner stoff, maybachufer neukölln

nen, Mütze, Hüte und Taschen an die Frau oder den Mann bringen wollen, doch das Motto Stoff ist allgegenwärtig. Unterschiedlich fällt der Zuspruch aus, den die Händler erleben: Am Stand von Thora Wietrek, die gefilzte Mappen, Buchhüllen, Taschen und Etuis verkauft, herrscht dichtes Gedränge. Ein paar Schritte weiter, am Stand einer Berliner Designerin, die originelle Mode für Frauen jenseits des Twen-Alters macht, ist es ruhiger. „Kleine Sachen wie Stulpen, Mützen und Schals gehen ganz gut“, bilanziert sie mittags, „Jacken und Mäntel aber bisher gar nicht.“ Wenn Interessentinnen fragen, ob sie nächsten Samstag  neuköllner stoff, maybachufer neukölln, berliner senf-manufakturwieder da sei, sagt sie „Mal sehen“. Lohnen müsse sich das Rum- stehen schließlich auch.

Bei   den  Händler,  die  Stoffe  kulinarischer  Natur  anbieten,

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scheint sich das schon früh abzuzeichnen. Oblaten liegen bereit, um die exotischen Senfsorten der Berliner Senf-Manufaktur zu probieren, die gegenüber am Kreuz- berger Ufer des Landwehrkanals hergestellt werden. Wer es  süßer mag, kann nebenan Milchcremes und Fruchtaufstriche kosten. Schräg gegenüber am Dhani Masala-Stand darf vor dem Kauf oder auch nur aus purer Neugier an hochwertigen indischen Gewürzen geschnuppert neuköllner stoff, maybachufer neukölln, parfümölewerden, die in dekorativen Dosen stecken. Ein anderes olfaktorisches Erlebnis liefern Par- fümöle, die ein Schmuckhändler in großen Flacons präsentiert.

neuköllner stoff, maybachufer neuköllnEinzig die vermut- lich noch vom Türkenmarkt am Vortag stark fre- quentierten und schon bald überquellenden Mülleimer passten so gar nicht zur ansonsten gelungenen Premiere von Neuköllns neuem Markt.

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