Was macht eigentlich … Batman?

Heute um 10 Uhr zum letzten Mal auf und um 18 Uhr wieder zu, für immer.

Bis zum Januar vor sechs Jahren hatte Muharrem Batman sein 2001 gegründetes Geschäft für Elektronikartikel und PC-Reparaturen in der Hermannstraße 47 betrieben, dann folgte der Umzug auf die gegenüberliegende Straßenseite in das Haus mit der Nummer 211. Aber auch dort wird es den Laden, der zugleich eine Galerie für Kunst aus Elektroschrott war, ab morgen nicht mehr geben, wie Batman am vergangenen Montag auch via Facebook öffentlich machte.

=Gast=

Alles musste raus

Es war ein Ende mit Ansage. Schon vor vielen Wochen hatte Angelika Schilling angefangen, auf die Schließung ihrer Neuköllner Trödel Oase hinzuweisen. Am vergangenen Freitag war der letzte Tag gekommen – und mit ihm eine besondere Form des Ausver-kaufs: Wer 20 Euro Eintritt zahlte, konnte mitnehmen, was er tragen konnte.

Auf dem Areal der seit 2004 in der Richardstraße, vis-à-vis der Passage, bestehenden Institution für Trödel-Jäger und -Sammler sollen jetzt Wohnungen gebaut werden. Deshalb muss die Trödel Oase weichen. Aber es ist nur ein vorübergehendes Ende: Am 15. August eröffnet sie in der Donaustraße 84 neu.

Nachschlag

Wenn die Commodus Investmentgesellschaft in Neukölln shoppen geht, darf es gerne ein bisschen mehr sein. Im vergangenen Herbst kaufte sie die Alte Post an der Karl-Marx-Straße, für die aktuell Mieter gesucht werden, die nach der Komplettsanierung des Gebäudes im ersten Quartal 2019 „exklusive Büroflächen in 1 a-Lage“ beziehen möchten, und kürzlich kam noch das ehemalige Finanzamt vis-à-vis des Estrel-Hotels am Neuköllner Schiffahrtskanal dazu, dessen momentaner Leerstand mit 15 Prozent angegeben wird.

Was beide Immobilien eint, ist der direkte Baustellenanschluss: Weiterlesen

Knisterndes für besondere Anlässe und den Alltag

berliner-miedermanufaktur_neukoellnMit Mode und Design brachte noch niemand Neukölln in Verbindung, als Britt Sobotta vor 10 Jahren in der 1_berliner-miedermanufaktur_neukoellnSchillerpromenade die Berliner Miedermanufaktur eröffnete.

Für sie war es vor allem praktisch: Kurze Wege zwischen Wohnung und Ladenatelier erleichterten das Zusammen-spiel von Familie und Beruf enorm. Ihre Kreationen seien ohnehin Nischenprodukte, da sollten auch Produktion und Verkauf fernab des Mainstreams funktionieren, mutmaßte das Umfeld von Sobotta, die das Faible für Mieder während ihres Kunststudiums entdeckte und anschließend bei einer Ausbildung Weiterlesen

Da weg ist das Ziel

Mancher schließt einfach die Ladentür ab und lässt die Rollläden vor den Schau-fenstern herunter – auf Nimmerwiedersehen. Andere leiten das Ende ihres Kapitels bierbach-tv neukoellnals Selbstständige mit eigenem Geschäft in Neukölln mit einem Räumungsverkauf ein. Von Mieterhöhungen, die – wie bei Wohnungen – durch eine Kappungsgrenze in die Schranken gewiesen werden, können Gewerbetreibende im Bezirk nur träumen.
Stattdessen ist in diesem Marktsegment Frei-stil angesagt: Andreas Bierbach, der fast drei Jahrzehnte lang seinen HiFi-TV-Dienst in der Böhmischen Straße betrieb, kapitu-lierte kürzlich, als die Miete auf das Doppelte angehoben wurde. Auch Weiterlesen

Kønigliches für Neukölln

Bis das Klappern von Blechen und der Duft frischer Backwaren aus den Fenstern in koenigliche backstube neukoellnder Zwiestädter Straße dringt, ist nach wie vor Geduld geboten. Noch gibt Baulärm in der Køniglichen Backstube den Ton an, und wenn die Fenster geöffnet sind, kann man nicht bei der Herstellung dänischer Köstlichkeiten, sondern beim Handwerken zusehen. Der Umbau in den Räumen würde doch länger als geplant dauern, daher werde es, wie zu erfahren war, mit der Eröffnung der Køniglichen Backstube wohl doch erst nach Pfingsten klappen.

Neuer Recycling-Trend?

secondhand-nagelstudio_neukoellnIn Neuköllns Fashion-Szene ist die Wiederverwertung gebrauchter Klei-dung längst schwer angesagt. Durch phantasievolles Upcycling werden bei Labels wie TingDing alte Klamot-ten zu origineller Mode aufgemotzt. In Britz geht man auf den ersten Blick mit der Attitude, bloß nichts wegzu-schmeißen, noch einen Schritt wei-ter. Auf den zweiten erweist sich aber, dass die Leuchtreklame das Angebot bei Angelique extrem ver-kürzt wiedergibt und die Wiederverwertung künstlicher Fingernägel nicht dazu gehört.

Unter einem Dach

fahrschule kubis_perlenparadies_neuköllnFreie Läden in Neuköllns begehrten Kiezen sind Mangelware. Und mit der gestiegenen Nachfrage sowie stetig steigenden Mieten wächst das Be-dürfnis, näher zusammen zu rücken: Shop-in-Shop heißt vielerorts das Zauberwort. In der Selchower Str. 32 wird die Koexistenz verschiedener Gewerbe schon länger praktiziert. Neben der Fahrschule Kubi ist hier das Perlenparadies untergekommen. Was sonst noch zu verkaufen ist, wird im Schaufenster annonciert, die Katze ist jedoch unverkäuflich.

Neuer Inhaber, neuer Name und neue Pläne: Frischer Wind für einen alten Neuköllner Familienbetrieb

berliner blechschild manufaktur_neuköllnZu einer Führung durch die Berliner Blechschild Manufaktur hatte der Eigentümer der Firma die Mitglieder des Unternehmensnetzwerk Neukölln Südring in der vergangenen Woche eingeladen. Rund 60 Interessierte konnte Hamid Djadda dazu lager_berliner blechschild-manufaktur_neuköllnempfangen.

2014 hat der gebür-tige Iraner, der in Hamburg aufwuchs, die Firma, die zuletzt unter dem missver-ständlichen Namen Plakat-Industrie als Familienbe-trieb in vierter Generation geführt wurde, gekauft. Gleich bei der Begrüßung erklärte er, dass er den Firmennamen in Berliner Blechschild Manufaktur Weiterlesen

Um die Ecke gebracht …

blumen rosi_hermannstr 63_neukölln… hat die Inhaberin von „Blumen Rosi“ kürzlich die Ausstattung ihres Ladens. Das bisherige Geschäft in der Hermannstraße 63 steht nun leer – und mancher potenzielle Kunde frustriert davor. Die Befürchtung, dass in Neukölln wieder ein renommiertes Einzelhandelsunternehmen unter dem Druck steigender Gewerbemieten nachgeben musste und aufgegeben hat, liegt nahe: Die neue Adresse von „Blumen Rosi“ ebenfalls – sie ist in der  Kienitzer Straße.

Prost Mahlzeit!

Manchmal müssen in Neukölln die reißerischen Titelblätter von Massenmedien Platz für individuelle Verlautbarungen machen. Dass hinter dieser das Team von Berliner Berg steckt, ist unwahrscheinlich, wäre aber schlüssig. Denn es sammelt seit einer Woche  per Crowdfunding  für den Bau einer  eigenen  5 Hektoliter-Brauanlage, in der

frühstücksgetränk bier_neukölln

dann hinter dem Schankraum in der Kopfstraße 59 im Rollbergviertel u. a. wieder eine Berliner Weiße nach traditioneller Brauart gebraut werden soll.

Schrauber mit Herz und einer Aversion gegen die Wegwerfgesellschaft

fahrradladen_fahrradwerkstatt bike mike neuköllnMaik Tubis zählt noch in Wochen. Fünf sind es, seit er sein Geschäft zwischen Hermannstraße und Tempelhofer Feld eröffnet hat. Ein Newcomer unter Neuköllns Fahrradschraubern ist er aber trotzdem nicht. „Vorher hatte ich 10 Jahre lang eine Keller-werkstatt, neu ist nur der Laden“, erzählt er.

Schon die Geschichte, wie Tubis an den kam, gleicht angesichts der Situation auf dem Immobi-lienmarkt einem Märchen. Schon seit geraumer Zeit war der Fahrradmechaniker auf der Suche gewe-sen, doch irgendwie hatten die drei entscheiden-den Komponenten Lage, Größe und Miete nie so recht zusammen gepasst. Dann aber ging mit dem Objekt schräg gegenüber des Hauses, in dem Maik Tubis mit seiner Frau und den vier Kindern Weiterlesen

Hüben wie drüben

Nicht nur durch das Neuköllner Rathaus wird demnächst ein frischer Wind wehen. Auch schräg gegenüber in der Deichmann-Filiale arbeitet man an Veränderungen. „Solange wir für Sie bauen – können Sie  im  Internet schauen!“, schlagen Plakate in

deichmann_karl-marx-straße neukölln

den Schaufenstern vor. „Davon kriech ick jetz ooch nix anne Füße!“, stellt eine Frau pragmatisch fest, die hier ihr Sammelsurium gefüllter Einkaufstüten wohl gerne noch durch eine mit dem großen D ergänzt hätte. Damit wird sie noch bis zum 19. Februar warten müssen; im Rathaus treten die Neuerungen erst am 1. April in Kraft.

„Der Bezirk hat für die Karl-Marx-Straße alles getan, was ein Bezirk kommunalpolitisch tun kann“

16.Aktion KMS-Treffen_Marcel Weber_SchwuZ Berlin-Neukölln„Wir sind ein Teil des ganzen Gentrifizie- rungsprozesses, den wir nicht verteufeln wollen, weil er ein natürlicher Entwicklungs- prozess der Stadt ist. Wir wollen aber die Leute von Anfang an mit ins Boot holen und sensibel mit dem Thema umgehen. Wir müssen nicht Experimente wie in Prenzlauer Berg wiederholen“, mit diesen Worten for- mulierte Marcel Weber, Geschäftsführer des SchwuZ, seine Erwartung an das 16. Tref- fen der [Aktion! Karl-Marx-Straße], das vorgestern Abend in den Räumen seines Veranstaltungszentrums für homosexuelle Männer und Tunten in der Neuköllner Rollbergstraße stattfand. Auch wenn die überwältigende Mehrheit der Anwesenden den Wunsch von Marcel Weber vermutlich teilte, das Wort Gentrifizierung fiel im Lauf des Abends nicht ein einziges Mal mehr. Bezirksstadtrat Thomas Blesing und die Lenkungsgruppe der [Aktion! Karl-Marx-Straße] hatten vielmehr Weiterlesen

Klappe für Klapp

Vierzig Jahre lang stand er Tag für Tag zwischen Tabakwaren, Lottoscheinen, Eis, Süßigkeiten, Zeitungen und Zeitschriften hinter dem Tresen seines Ladens an der Hermannstraße. Das reicht, findet  er, und auch seine Frau ist  der Meinung, dass  ih-

presse klapp_hermannstraße neukölln

nen ein wenig mehr Zeit für Zweisamkeit gut täte. Seit Montag haben sie die, denn Samstag öffnete Herr Klapp sein Geschäft zum letzten Mal. Er freue sich auf den neuen Lebensabschnitt, mochte aber auch den vorherigen sehr, sagte er: „Zu den Verdrängten gehöre ich jedenfalls nicht.“

In Sichtweite – und darüber hinaus

waffelkaffel-umzug_neuköllnEnttäuschung dürfte sich auf die Mienen derer legen, die nur ab und zu ins Waffelkaffel kamen. Und nun: In der Schillerpromenade, zwischen Hermann-straße und Tempelhofer Feld, wo bisher das kleine Café war, ist das Schaufenster abgeklebt. Selbst der Wegweiser zum neuen Domizil wurde inzwischen entfernt. Wobei der auch nur bedingt hilfreich war: Wer es mit detektivischem Spürsinn nach dem Tag des Sommeranfangs geschafft hat, die Herrfurthstraße 9 als Ziel zu entlarven, konnte dort, wo sich ein Gastro- nomiebetrieb an den anderen reiht, zwar auf ein offenbar neu eröffnetes Café stoßen, aber weit und breit kein Waffelkaffel sehen. Aus gutem Grund, denn Weiterlesen

Neuköllner Schüler in Neuköllner Unternehmen (Teil 2)

Über 700 Jugendliche von fünf Neuköllner Schulen sahen sich letzten Don- nerstag beim Tag des offenen Unternehmens in 25 Neuköllner Firmen um. Wir haben zwei Schülergruppen begleitet: Der letzte Teil unseres Beitrags führt heute durch das Mercure Hotel an der Hermannstraße; vom Besuch rix-bar_mercure hotel bln tempelhof airport_neuköllnder Tischlerei Thieß berichteten wir vorges- tern.

Damit sie die Hände frei haben, waren die Mäd- chen und Jungen gebeten worden, ihre Taschen und Handys für die Zeit des Rundgangs im Kof- ferraum des Hotels barkeeper_mercure hotel bln tempelhof airport_neuköllnzu deponieren. Schon in der Rix- Bar – erste Station der einen, letzte der anderen Grup- pe und Refugium von Seko Bahsi (l.) – erschließt sich den Jugendlichen, weshalb das Abgeben des Hand- gepäcks durchaus sinnvoll gewesen ist. Beim Mixen alkoholfreier Cocktails hätte das nur gestört. Die Auswahl verschiedenster Säfte und Sirups hinter der Theke verunsichert zunächst alle. „Probierts einfach aus!“, ermuntert der Barkeeper. „Cocktails mixen ist wie kochen. Wenn was nicht schmeckt, kippt man’s Weiterlesen

Neuköllner Schüler in Neuköllner Unternehmen (Teil 1)

Erkundungsbogen_tischlerei thieß neuköllnFür über 700 Jugendliche von fünf Neuköllner Schulen fiel der Unterricht am letzten Donnerstag aus. Statt Deutsch, Englisch oder Mathe zu büffeln, waren sie im Bezirk unterwegs, um sich in Neuköll- ner Betrieben umzusehen. Bereits zum dritten Mal hatte das Unternehmensnetzwerk Neukölln-Süd- ring e. V. einen Tag des offenen Unternehmens organisiert, an dem diesmal 25 Firmen verschie- denster Branchen teilnahmen.

Wir haben zwei Schülergruppen begleitet: Eine von ihnen besuchte die Tischlerei Thieß, die 1950 als Familienbetrieb gegründet wurde und es bis heute ist; die andere bekam die Gelegenheit, hinter die Kulissen des Mercure Hotels Berlin Tempelhof Air- port zu gucken.

In der Niemetzstraße ist in einem typischen Gewer- behof dieses Industriegebiets auch die Tischlerei Thieß angesiedelt. Drei Mädchen und zwei Jungen einer 9. Klasse der Alfred-Nobel-Schule haben sich überpünktlich vor der Werkstatt eingefunden und werden von Michael Thieß, dem Weiterlesen

Leuchtendes Beispiel für Beständigkeit

Seit fast 60 Jahren werden im abgerundeten Eckhaus an der Kreuzung Donau-/ Anzengruberstraße Lebensmittel verkauft: Im März 1954 startete Günter Rose die Ära als Mieter der Gewerbefläche im Erdgeschoss mit seinem Lebensmittel-Laden, den er – inzwischen Eigentümer des Hauses – erst 1983 wieder aufgab. Wenig später bezog der Discounter Aldi die Räumlichkeiten im Rose-Haus und blieb dort ein Vierteljahrhundert lang, bis 2009. Ein kurzes Intermezzo künstlerischer Nutzung unter-

rose-haus_neukölln

brach die Gepflogenheit, die schließlich in der zweiten Jahreshälfte 2010 Weiterlesen

Geschlossen um zu bleiben

Der jetzt etwa auch noch? An der Ecke Karl-Marx-/Saltykowstraße, einst ein Nadelöhr für Fußgänger, ist es ruhig geworden. Die Schriftzüge und Markisen des Birlik Markets birlik-market_karl-marx-straße neuköllnsind abmontiert, die Rollläden herun- tergelassen. Alles deutet darauf hin, dass sich nach anderen alteingeses- senen Einzelhändlern auch diese  In- stitution von Neuköllns Magistrale ver- abschiedet hat und demnächst mit grellen Plakaten nach einem neuen Mieter für die Gewerbe-Immobilie ge- sucht wird, die seit einer gefühlten Ewigkeit den türkischen Supermarkt Weiterlesen