Neue Bibliothek für das älteste Gymnasium Neuköllns

raemer_eroeffnung-abbethek_ernst-abbe-gymnasium-neukoellnFür Literarium und Lesekeller reichte es nicht. Die beiden Vorschläge des schulweiten Namenswett-bewerbs am Ernst-Abbe-Gymnasium hatten – wie fast 100 andere – keine Chance. Bei der Abstimmung aller Schülerinnen und Schüler wurde mit großem Vorsprung entschieden, dass Abbethek auf dem Namensschild stehen soll, das Schulstadtrat Jan-Christopher Rämer (r.) letzten Donnerstag zur feier-lichen Eröffnung der Schulbibliothek enthüllte.

Auf eine über 100-jährige Geschichte kann die Ernst-Abbe-Oberschule in der Sonnenallee mittlerweile zurückblicken, und auch einige Prominente gingen im ältesten Gymnasium Neuköllns schon ein Weiterlesen

Irgendwas ist immer

sommerfest sehitlik-moschee berlin-neukölln„Erst die schwierige Parkplatzsuche und dann die Enge hier.“ Die Rentnerin, die extra aus Potsdam mit ihrem Mann, ihrem Sohn und dessen Tochter nach Neukölln gekommen ist, um zum ersten Mal die Sehitlik-Moschee am Columbia- damm zu besuchen, ist sommerfest sehitlik-moschee berlin-neuköllnetwas genervt. Aber eigentlich finde sie alles ganz wunder- bar und faszi- nierend, sagt sie. Eine Moscheeführung habe die Familie schon mitgemacht, bei der Ebru– und Henna-Malerei zuge- sehen und bestens gegessen, während der Comedian Murat Topal nur wenige Meter entfernt auf der kleinen Bühne für kurzweilige Unterhaltung sorgte, anmoderierte, Kindern  Quizfragen  stellte und als  Auktionator  Kunst ans

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Publikum brachte. „Bisher kannten wir den jungen Mann, genauso wie die Moschee, nur aus dem Fernsehen“, sagt die Potsdamerin. Auch mit Muslimen habe sie im Alltag nur selten zu tun. Hier ist sie ihnen ganz nah – und verwundert, dass anscheinend recht wenige Nicht-Muslime sommerfest sehitlik-moschee berlin-neuköllndas Sommerfest zur Kontaktaufnahme nutzen. Das habe sie sich doch anders vorgestellt.

Auch Ender Cetin, Vorstandsvorsitzender der Sehitlik-Moschee, kann mit dem Fest nicht rundum zufrieden sein, das außer einer Feier- lichkeit zugleich eine Reaktion auf Drohbriefe und Anschläge auf die Gemeinde war. Mit  „über 5.000 Gästen“  und vielen Besuchern, die nicht der Gemeinde angehören und Interesse und Solidarität beweisen, hatte er im Vorfeld gerechnet. Klar war ihm auch, dass der Samstag der stärkere Tag werden würde: „Durch das Radrennen am Sonntag über den Columbiadamm wurden nicht nur wir zu Kompromissen gezwungen, sondern auch unsere Besucher müsssen Unannehmlichkeiten hinnehmen.“ Dass das Neuköllner Ordnungsamt keine Sondergenehmigung erteilte, auf dem Bürgersteig vor der Moschee Stände auf- zubauen, um das Platzproblem auf dem Grundstück ein wenig zu entspannen, sei skoda-velothon berlin, sperrung columbiadamm, sommerfest sehitlik-moschee berlin-neuköllneine Sache. Dass der Straßenab- schnitt am Sonntag komplett für den Autoverkehr und somit auch das Parken gesperrt sei, werde nicht ohne Auswirkungen auf die Gästezahl blei- ben, ahnte Ender Cetin. Insgesamt waren es letztendlich nur rund 3.000 Besucher, teilte das Büro der Sehitlik-Moschee heute mit.

Wegen des Radrennens hätten auch sie sich für den Sonnabend entschieden, sagt die Potsdamerin und fragt: „Warum hat die Moschee ihr Sommerfest denn dann nicht aufs nächste Wochenende gelegt?“ An dem ist das Kulturfestival 48 Stunden Neukölln, das zwar keine Straßensperrungen, dafür aber 600 Konkurrenz-Veran- staltungen bedeutet.

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Eingespart und ausgetauscht

„Bei uns in Neukölln bekommst Du eben alles! Selbst Elektrünische Waren-Maschinen …“, stellte der Comedian Murat Topal jüngst via Facebook fest und lieferte das  Beweisfoto  gleich  mit.  Dass in  Neukölln  auch  in  anderen  Branchen  bei  der

Außenwerbung hemmungslos  Buchstaben substituiert oder gleich suspendiert  wer- den, belegt dieses Bild.

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Treffen sich zwei Neuköllner …

Wäre Murat Topal so nassforsch wie sein Comedy-Kollege Kurt Krömer, hätte er wohl einfach ein paar Buletten eingepackt und wäre – vorbei an Heinz Buschkowskys Sekretärin – in das bezirksbürgermeisterliche Amtszimmer im Neuköllner Rathaus marschiert, um endlich den Mann persönlich kennen zu lernen, der Neukölln seit fast 10 Jahren regiert.

Aber so ist Topal nicht. Seine Be- gegnung mit Buschkowsky organi- sierte jetzt der be.bra verlag, bei dem im Frühjahr mit „Neukölln – endlich die Wahrheit von A – Z“ das dritte und jüngste Buch des Comedians er- schien. Entstanden sei ein mit leich- ter Feder geschriebenes Neukölln-Lexikon, betonte Verlagschef Ulrich Hopp (l.). Von ihm stammte auch die Idee,  den Neuköllner Murat Topal, der bisher ausschließlich Komisches mit autobiografischen Zügen veröffentlicht hatte, auf eine Expedition in publizistisches Neuland zu schicken. Eine andere Annäherung an den Bezirk ging damit einher.

Hier, in der Sanderstraße, wuchs der Ex-Polizist auf, der 2005 endgültig seinen Dienst quittierte, um sich ganz auf die Karriere als Spaßmacher konzentrieren zu können. „Mittlerweile wohne ich im Ortsteil Britz“, erzählte Topal dem Rudower Buschkowsky und fügte grinsend hinzu:  „Also im Zehlendorf Neuköllns.“ Schon im Vorwort seines Buches ver- spricht der 36-Jährige, dass er sich auf den nächsten 240 Sei- ten immer wieder an dem schie- fen Medienbild Neuköllns abar- beiten werde.

Er sei vom Buch enttäuscht, hat- te der Gastgeber den Autor gleich zu Beginn des Gesprächs im Rixdorf-Salon wissen lassen: „Im Fernsehen“, so Buschkows- kys Vorwurf, „begeistern Sie mich hin und wieder und bringen mich zum Lachen, das schafft das Buch aber nicht!“ Dafür sei es jedoch ausgesprochen mutig, weil es viele Zahlen bringe, die eben schnell veraltern könnten. Lob fand der Neuköllner Bezirksbürgermeister vor allem für das, was Murat Topal zwischen „Gemüsehändler“ und „Gropiuspassagen“ unter dem Stichwort „Gentrifizierung“ zu Papier brachte. Starke Worte seien das, die untermauern, dass die aktuelle Entwicklung in Neukölln im Vergleich zu Friedrichs- hain oder Prenzlauer Berg mit Gentrifizierung so viel bzw. wenig zu tun habe wie ein Elefant mit Pulloverstricken. Bei Topal endet das Kapitel mit dem Satz: „Kann man also den Reuterkiez mit ein wenig Phantasie als Gentrification im Wartestand bezeichnen, liegt Neukölln als Ganzes immer noch in der beschaulichen Ruhe vor dem womöglich niemals auftretenden Sturm.“ Wie sich das so genannte Kreuzkölln entwickeln werde, wisse er nicht, gab Heinz Buschkowsky zu. Kein abgeschlossenes Studium brauche man jedoch, um zu ahnen, dass sich der Schillerkiez wegen des angrenzenden Tempelhofer Feldes in den nächsten 10 bis 20 Jahren dramatisch verändern werde. Aber große Veränderungen habe es in Neukölln schon immer gegeben: „Der Norden Neuköllns von heute“, resümierte Buschkowsky nach einem ausgiebigen Schwenk in seine Jugendzeit, „hat mit meinen Erinnerungen an das Nord-Neu- kölln von früher absolut nichts mehr zu tun.“

„Doch“, bescheinigte  der ein- deutige Sieger in puncto Rede- zeit seinem Gast zum Schluss, „Sie haben mit Ihrem Buch einen wirklich guten Job für Neukölln gemacht.“ Buschkowsky erhielt daraufhin ein Exemplar mit persönlicher Widmung, Murat Topal im Gegenzug von ihm einen Buddy-Bären sowie die Einladung, sich ins Gästebuch des Rathauses einzutragen.

Wer Murat Topals Werk „Neukölln – die ganze Wahrheit von A – Z“ ge- winnen möchte, hat dazu jetzt die Gelegenheit. Der be.bra verlag stellt für eine Verlosung unter den Leserinnen und Lesern des FACETTEN-Magazins drei Bücher  zur Verfügung. Und diese Frage ist zu beantworten:

Zu welchem Kiez gehört die Sanderstraße, in der Murat Topal aufwuchs?

  • A) Körnerkiez
  • B) Schillerkiez
  • C) Reuterkiez
  • D) Richardkiez

Den richtigen Lösungsbuchstaben bitte hinter das Wort „Verlosung“ in die Betreffzeile einer E-Mail setzen und diese (mit Vor- und Zuname +  Postanschrift) an schicken. Einsendeschluss ist der 7. Sep- tember 2011 (23.59 Uhr); der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Gehen mehr als drei richtige Anworten ein, entscheidet das Los. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt.

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„Jetzt reißt euch mal zusammen“

Murat Topal, Foto: Matze SchmidbauerWenn Kids – und damit sind gewiss nicht nur die in Neukölln gemeint – über die Stränge schlagen, sollte jeder die Traute haben, ihnen Grenzen zu setzen,  findet der Neuköllner Comedian Murat Topal. Es könne nicht sein, dass man vor einem 14-jährigen Pimpf Angst hat, sagt er im heute erschienenen auf- schlussreichen sonntaz-Gespräch mit taz-Autor Martin Reichert.

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