Erinnerung an das Leben mit der Mauer in Neukölln

ausstellung neukölln im schatten der mauer_ekz neukoellner torAm 3. Oktober jährt sich der Tag, an dem die politische Teilung Deutschlands in West und Ost Geschichte wurde, zum 25. Mal. Anlässlich dieses Jubiläums zeigt das Mobile Museum Neukölln ausstellung neukölln im schatten der mauer_ekz neuköllner torerneut die Ausstellung „Neukölln im Schatten der Mauer“, die erst-mals 2009 bei 48 Stunden Neukölln auf der Lohmühlenbrücke und anschließend in den Neukölln Arcaden präsentiert wurde.

Nun gastieren die 14 Bild-Text-Tafeln, die mit einem lokalen Schwerpunkt Mauer-geschichte dokumentieren, wieder in einem Einkaufszentrum im Neuköllner Norden. „Aus für Grenzgänger“, „Frontstadt“, „Flüchtlinge“ sowie Weiterlesen

Für manche neu, für andere ein alter Hut

Die Ausstellung, die seit 13 Tagen und noch bis zum 4. Mai im Einkaufszentrum Neuköllner Tor  gezeigt  wird, heißt  zwar „Neues Wohnen Neukölln“, doch neu ist sie selber  nicht. Bereits  vor  über  zwei Jahren begann im Rathaus Neukölln die Wande-

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rung der Schautafeln, die von Studenten vom Center for Metropolitan Studies der TU Berlin und dem Mobilen Museum Neukölln erstellt wurden, um Wohnquartiere von 1900 bis heute zu portraitieren. So ist die Ausstellung wenigstens für alle neu, die ihren Start verpasst haben.

Postkarten, Fotos, Briefe und Tagebücher: ein Kapitel Weltgeschichte in Neukölln

erinnerung-installation_tacheles-künstler_lilienkulturgarten neuköllnUm mit jemandem zu sprechen, der alles miterlebt hat, ist es zu spät. „Der letzte Teilnehmer des 1. Weltkriegs ist vor einigen Jahren in Frankreich gestorben“, hat Henning Holsten, Kurator der Aus- stellung 1914/18 – Neukölln im 1. Welt- krieg, recherchiert. Und die heute 100- Jährigen waren noch Kleinkinder, als am 11. November 1918 ein Waffenstillstands-Abkommen unterzeichnet wurde, das den Krieg beendete, der weltweit fast 18 Millionen Opfer forderte. Jeder dritte erwachsene Neuköllner, d. h. rund 45.000 Män- ner, erhielt eine Einberufung zum Kriegsdienst: Etwa 6.600 von ihnen fielen auf den Schlachtfeldern; dazu kamen tausende zivile Opfer der katastrophalen Weiterlesen

1914/18: Ausstellung erinnert an Neukölln im 1. Weltkrieg

straßenschild lilienthalstraße neuköllnDie vom Südstern abgehende Lilienthalstraße werden viele Kreuzberg zuschreiben. Doch die östliche Straßenseite befindet sich noch in den Bezirksgrenzen von Neukölln – und so auch der friedhof lilienthalstraße_neuköllndort gelegene Friedhof. In der Ehrenhalle auf dem Friedhofsge- lände wurde vorgestern eine eindrucksvolle Aus- stellung des mobilen Museums Neukölln zum Thema „1914/18 – Neukölln im Ersten Weltkrieg“ eröffnet. Unter den etwa Weiterlesen

Wie würden Sie entscheiden?

Nachdem sie zuerst in der Stadtbibliothek Neukölln Station gemacht hat, ist die Ausstellung „Ausgestoßen und verfolgt“ nun im Einkaufszentrum Neuköllner Tor zu sehen. Auf Schautafeln vor der VHS-Filiale im 1. Obergeschoss gibt sie Einblicke in das  Leben der jüdischen Bevölkerung  während der Nazi-Zeit in  Neukölln. Die Aus-

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lung kann bis zum 24. Mai während der Center-Öffnungszeiten (tgl. außer an Sonn- und Feiertagen von 7 bis 23.30 Uhr) besichtigt werden. An Werktagen Weiterlesen

„Ausgestoßen und verfolgt“ verknüpft individuelle Schicksale auf lokaler Ebene mit politisch-rechtlichen Rahmenbedingungen

titel arbeitsheft_mobiles museum neuköllnFür Sportler ist es wohl eines der schönsten Erlebnisse, den eigenen Namen als Sieger bei der Stadiondurchsage zu hören. Ganz anders war das bei Rudolf Lewy, der als 17-Jähriger zwar am 1. August 1936 in Berlin die olympische Flamme ein Stück weit tragen durfte, doch der sich – seit- dem die Nazis 1933 an der Macht gekommen waren – immer unbehaglicher fühlte, sobald er beim Weitsprung als Sieger genannt wurde. Der Jude Rudolf Levy emigrierte schließlich 1939 nach New York. Ein Jahr zuvor war bereits sein Vater, Sozialdemokrat und von 1925 bis 1933 Lehrer an der Käthe-Kollwitz-Schule am Richard- platz, nach England gezogen.

Diese und viele andere Erlebnisse aus der Zeit des Nationalsozialismus werden in der Ausstellung „Ausgestoßen und verfolgt – Die jüdische Bevölkerung während des Nationalsozialismus in Neukölln“ präsentiert, die gestern in der Helene-Nathan-Bibliothek eröffnet wurde. Die Weiterlesen

Was nicht passt, wird passend gemacht

Die älteste, noch bestehende Partei Deutschlands ist die SPD unbestritten. Damit, dass sie in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen feiert, dürften aber Pedanten ihre ausstellungsplakat spd rixdorf-neuköllnProbleme haben. Denn die Partei konsti- tuierte sich erst 1875 durch den Zusam- menschluss des 1863 gegründeten Allge- meinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV) und der 1869 ins Leben gerufenen Sozial- demokratischen Arbeiterpartei (SDAP) als Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD). SPD, also Sozialdemokratische Par- tei Deutschlands, heißt sie sogar erst seit dem Herbst 1890. Aber wer will es schon so genau nehmen, wenn das Jubiläumsjahr passgenau in das Jahr einer Bundestags- wahl fällt, die gewonnen werden will?

Auch die Neuköllner Sozialdemokraten fei- ern kräftig mit: Vorgestern wurde im Kultur- stall auf dem Gutshof Britz die Ausstellung „Der Kampf um Einheit und Freiheit. Ge- schichte der Sozialdemokratie in Rixdorf und Neukölln“ eröffnet. Auf 16 Text-/Bild-tafeln wird hier die lokalhistorische Bedeutung der SPD skizziert, die im Februar 1874,

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zur Zeit von Kaiser Wilhelm I., mit der Gründung des ersten sozialdemokratischen Agitationsvereins begann. 40 Jahre später hatte der fast 18.000 Mitglieder. Imposante Wahlerfolge und Massenversammlungen verbanden Rixdorf jahrzehntelang mit der Farbe rot.  Nach dem Ende der NS-Zeit, in der die SPD verboten war, konnte Neukölln seinen Ruf als Hochburg der Sozialdemokratie schnell zurück erobern. 1981 war es damit vorbei: Der CDU-Mann Arnulf Kriedner wurde für acht Jahre Bezirks- bürgermeister; von 1992 bis 2001 waren es mit Hans-Dieter Mey und Bodo Manegold ebenfalls CDU-Politiker, die im Rathaus den Ton angaben. Erst 2001 war die SPD wieder am Zug, den Posten des Bezirksbürgermeister besetzen zu können. Am Anhängerschwund konnte aber auch das nichts ändern: 2007, informiert die Aus- stellung, war die Zahl der Mitglieder der SPD Neukölln von knapp 5.000 in 1980 auf 1.240 geschrumpft.

Viele von ihnen feierten gestern auf dem Karl-Marx-Platz den Abschluss der Woche der Neuköllner SPD, sich selber und ihren Genossen  Fritz Felgentreu (2. v. r.), der  für

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5_jubiläumsfest spd neuköllndie Partei nach der Wahl am 22. Septem- ber in den Bundestag einziehen soll. Falls das nicht gelingen sollte und das Buhlen um Wählerkreuze durch Kinder- bespaßung, ein Bühnenprogramm, Ge- grilltes und Informationsstände nicht greift, dann ja vielleicht 2025: Dann kann die SPD wieder ihr 150-jähriges Jubi- läum feiern und wird wieder Bundestags- wahl sein. Fritz Felgentreu wäre mit 57 Jahren immer noch im besten Politikeralter.

Die Ausstellung „Der Kampf um Einheit und Freiheit. Geschichte der Sozialdemokratie in Rixdorf und Neukölln“ ist noch bis zum 7. Juli im Kulturstall Gutshof Britz  zu sehen; Öffnungszeiten: Di. – So. 10 – 18 Uhr.

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