Eine Kuh macht Muh, viele Kühe machen Mühe

milchhof mendler rudow_neukoellnEs riecht nicht wie Neukölln, es klingt anders und fühlt sich auch anders an, aber es ist Neukölln – gerade noch so jedenfalls. Wer auf dem Milchhof Mendler ist, hofschild_milchhof mendler rudow_neukoellnist der Berliner Stadtgrenze und somit Brandenburg erheblich näher als der Endstation der U7 in Rudow.

Ein Potpourri aus warmem Kuhstallduft und frischem Heu kriecht in die Nase, die Sounds klappernder Hufe und eines knatternden Treckers vermischen sich: Indizien für die Ankunft im Landleben. Drei Kälber, geboren im Februar und März, die in einem Verschlag außerhalb des Kuhstalls leben, bilden das Weiterlesen

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Recycling total: Neues aus Autositzen, Socken und Anzughosen

Öko-Mode – das klingt für viele immer noch nach Frischkornbrei und „Atomkraft? Nein danke“-Buttons, nach grauem Recycling-Papier, entenfußähnlichen Lederschuhen, in der Badewanne gefärbten Latzhosen und groben Stoffen in Naturtönen.

Dass sich ökologisch korrekt hergestellte Klei- dung und Accessoires längst nicht mehr von Designtem unterscheiden müssen und wollen, das ohne diesen Anspruch hergestellt wurde, zeigt derzeit die theKEY.to-Messe in der Colum- biahalle. Heute ist dort – nach zwei  Tagen für Fachbesucher und Presse – Pub- likumstag (10 – 18 Uhr; Eintritt: 5 €).

Es war eine Limousine der Marke Lincoln, die ausgeschlachtet wurde, damit diese Tasche entstehen konnte. Sie gehört zur Limited Edi- tion des kanadischen Labels Mari Cla Ro, das in Toronto beheimatet ist. Vor allem auf Schrottplätzen wird das Designer-Team fündig, wenn es um die Produktion neuer Teile für die aus Taschen, Porte- monnaies und Jacken be- stehende Kollektion geht: „Sicherheitsgurte, Beschichtungen von Armaturenbrettern und Innenraumver- kleidungen, Sitzbezüge – es gibt eigentlich nichts, was wir nicht recyclen können“, sagt einer von ihnen. Sogar Fragmente explodierter Airbags finden sich als Details an Business- und Freizeit-Taschen wieder oder werden zu sportiven Jacken.

Auch bei der Wienerin Anita Steinwidder kommt vermeintlich der Mülltonne oder dem Alt- kleidercontainer Geweihtes zu neuen Ehren. Die ausgebildete Architektin zerreißt oder zer- schneidet alte T-, Sweatshirts und Pullover und setzt sie zu schicken, alltagstauglichen Remade-Unikaten zusammen. Ausschließlich aus ausgemusterten Socken und Strümpfen entstanden ist ihre Kollektionsreihe „Shape“, die mit den Struktu- ren und deut- lichen Ge- brauchsspuren wie Fersenab- drücken der verwendeten Materialien spielt.

Ausgediente Männerhosen aus dem Fundus der Wiener Volkshilfe Box sind es dagegen, die vom Label MILCH verarbeitet werden: zu originellen Klei- dern, Röcken, Jacken und Kappen, die nur selten ein Geheimnis daraus machen, was für sie zweck- entfremdet und recycelt wurde.

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