Ist die Neuköllner Kreativwirtschaft mehr als eine zu vernachlässigende Größe?

(v. l.: Clemens Mücke, Mareike Ulman, Tobias Losekandt, Anja Kofbinger, Notker Schweikhardt)

(v. l.: Clemens Mücke, Mareike Ulman, Tobias Losekandt, Anja Kofbinger, Notker Schweikhardt)

„Das große Geld wird in der Kreativ-wirtschaft noch nicht gemacht“, schickte Dr. Susanna Kahlefeld, Mitglied der Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, gleich zu Beginn des Kiezgespräches „Bunt, kleinteilig und international – Krea-tivwirtschaft in Neukölln“ voraus. Zu diesem hatte sie vorgestern zusammen mit ihrer Parteikollegin Anja Kofbinger ins Café DOTS in der Weserstraße ein-geladen. Besonders in den letzten fünf Jahren hätten sich aber laut einer im Okto-ber 2014 vorgestellten Studie immer mehr Unternehmen der Bereiche Designwirtschaft, Software/Games/IT, Kunstmarkt, Film-wirtschaft oder Mode im Norden Neuköllns niedergelassen. Und: „Mehr als 50 Prozent sagen, dass sie von ihrem Unternehmen leben können“, gab Weiterlesen

Paris – Mailand – Neukölln

huxleys neukölln„Neue Welt“ steht über dem Huxley’s, und momentan ist auch in die Kon- zert-Location an Neuköllns Hasen- heide eine neue Welt eingezogen: die der Mode. Noch bis übermorgen bringt dort der Showfloor Berlin, seit Jahren feste Größe des Eco Fashion-Segments der Berlin Fashion Week, Designer-Mode und den Catwalk auch für die ganz nah, die weder VIPs noch Medienvertreter sind oder zum Umfeld der Textil-Industrie und Sponsoren gehören.

Gestern Abend bei der Auftaktshow, die mit der Premiere des Kurzfilms „Fashion fashion goes neukölln_showfloor berlin_huxleysgoes Neukölln“ eingeläutet wurde, stand Design aus dem Gastgeberbezirk im Mittel- buschkowsky_showfloor berlin_huxleys neuköllnpunkt. Vorher kam je- doch Bezirksbürger- meister Heinz Busch- kowsky, der auch im Film in einer kleinen Nebenrolle sich selber gespielt hatte, zu Wort: Paris – Mailand – Neukölln. In einer Reihe mit anderen Mode- metropolen müsse man den Bezirk nennen, stellte er in launigem Tonfall fest. Wer es bis dato noch nicht wusste, erfuhr alsdann, dass die Zukunft der Mode in Neukölln liege. „Unsere Neuköllner Labels inspirieren alles, was Sie auf den Schauen der Berlin Fashion Week sehen“, schwadronierte Buschkowsky in Alleinunterhalter-2_format_showfloor berlin_huxleys neuköllnManier weiter, bevor er sein Loblied auf Neukölln beendete und die Eröffnung des Showfloors durch Mareike Ulmans Label  format  ankündigte.

Die Designerin, die in Klein-Serien aus biozertifizierten Materialien alltagstaugliche Mode für Frauen und format_showfloor berlin_huxleys neuköllnMänner herstellt, gehörte zu den Gewinnern eines De- signercastings, bei dem es um die Möglichkeit der kostenlosen Prä- sentation beim Show- floor gegangen war. Ein Dutzend Models führten nun die von lässig bis klassisch-elegant changierende Prêt-à-porter vor, deren Zeitlosigkeit Ulmans Interpretation von Nachhaltigkeit unterstreicht. Starre Kollektionen sind nicht ihre Sache, vielmehr geht es der 1_format_showfloor berlin_huxleys neuköllndiplomierten Designerin ums stetige Ergänzen durch Teile in 3_format_showfloor berlin_huxleys neuköllnneuen Materialien und Farben.

„Die Show“, hatte Busch- kowsky dem Publikum im Huxley’s zuvor prognosti- ziert, „wird Sie wegfegen!“ Und spätestens dann, meinte er, seien auch die- jenigen, die dachten, er habe Quatsch erzählt, überzeugt: „Das ist ein sehr realistischer Mann, der da vorhin ge- sprochen hat.“ Quatsch zu erzählen, merkte er noch an, sei ohnehin nicht seine Art. Weggefegt hat die Show allerdings auch niemanden.

Heute präsentiert der Showfloor ab 21.30 Uhr niederländische Avantgarde, vorher  (ab 18 Uhr) ist u. a.  das Berliner Label NIX auf dem Catwalk. Morgen wird der letzte Showfloor-Tag um 18 Uhr durch das Neuköllner Label P|AGE Fashion eröffnet. Kartenreservierung für alle Shows: hier.

format-schaufenster_karstadt hermannplatzAuch gegenüber vom Huxley’s, bei Karstadt am Her- mannplatz, setzt die Berlin Fashion Week showfloor berlin_karstadt hermannplatzunüber- sehbare Zeichen: Zwei Schaufenster zeigen bis morgen Stücke der Show- floor-Labels und auf einer Sonderfläche in der 3. Etage gibt es nachhaltig produzierte Kreationen zum Angucken und Anfassen von Benu Berlin, zuit, 1979, Berlin My Inspiration, Lotta und Johanna Riplinger.

=ensa=