Die Suche nach dem Glück im Neuköllner Leuchtturm

bürgerstiftung neukölln, n+fotowettbewerb 2012, vernissage neuköllner leuchtturmEin sich küssendes Brautpaar, spielende Kinder, Sonnenauf- und -untergänge, ein Fuchs, Blumen, Straßenzüge unter blauem Himmel, ein Scheck über 3.000 Euro, feiernde Afrikaner, tanzende Karnevalisten, bürgerstiftung neukölln, n+fotowettbewerb 2012, vernissage neuköllner leuchtturmlächelnde Frauen: 149 Fotos  erzählen nun im Neuköllner Leuchtturm vom Glück in Neukölln. Denn so hieß das Thema des diesjährigen Fotowettbewerbs bertil wewer, bürgerstiftung neukölln, n+fotowettbewerb 2012, neuköllner leuchtturmder Bürger- stiftung Neu- kölln. Gestern Abend wur- den von Bertil Wewer (r.) im Namen des Vorstands der Bürgerstiftung die sechs Sieger bekanntgegeben und mit Geld- und Sachpreisen beglückt.

Als Gewinner dürfen sich, wie er betonte, aber auch sieben weitere Teilnehmer fühlen, weil es beim Wettbewerb schließlich nicht nur bürgerstiftung neukölln, n+fotowettbewerb 2012, vernissage neuköllner leuchtturmdarum gehe, die schönsten Fotos zu prämieren: „13 Bilder kommen in unseren  N+Kalender für 2013.“ Zum neunten Mal wird der erscheinen. Im Laufe der Jahre, so Wewer, habe sich der Wandkalender voller Neukölln-Impressionen zu einem wahren Markenzeichen der Stiftung entwickelt, zu- gleich sei er aber auch für deren Admi- nistration wichtig: Mit dem Verkauf des Kalenders würden die Kosten für die Geschäftsstelle finanziert, in der das – nicht nur mit Glück – inzwischen auf 128.000 Euro angewachsene Stiftungskapital verwaltet wird und die Fäden der einzelnen  N+Projekte  zusammenlaufen. Eines davon ist die Kalender-AG, die die Fotos für den Kalender aussucht. Über die Gewinner des Wettbewerbs entscheide hingegen eine überwiegend mit Fotografen besetzte Jury, bertil wewer, ulrike eickers, gottfried günther, angelika kolbe, bürgerstiftung neukölln, n+fotowettbewerb 2012, vernissage neuköllner leuchtturmerklärte Bertil Wewer den Gästen der gut besuchten Vernissage.

„Die Entscheidung ist uns wirklich nicht leicht gefallen“, gab die Künstlerin Angelika Kolbe (r.) als Jurysprecherin zu, nachdem mit Ulrike Eickers (2. v. l.) die Sechstplat-6. preis: ulrike eickers, n+fotowettbewerb 2012, bürgerstiftung neuköllnzierte fest- stand. Glück sei eben ei- ne sehr indi- viduelle Sache. Da das Thema „Glück in Neukölln“ hieß, habe folglich auf den Bildern neben dem Glücksmoment auch der Neukölln-Bezug deutlich werden müssen. Außer bei Eickers‘ Foto, das beim  Rixdorfer Strohballenrollen entstand,  sahen die Juroren die Kombination auch bei den Impressionen von Bodo Czypionka (l., 5. Platz), Marc Vorwerk (M., 4. Platz) und  Sabine Schreiber (r., 3. Platz)

5. preis: bodo czypionka, n+fotowettbewerb 2012, bürgerstiftung neukölln 4. preis: marc vorwerk, n+fotowettbewerb 2012, bürgerstiftung neukölln 3. preis: sabine schreiber, n+fotowettbewerb 2012, bürgerstiftung neukölln

2. preis: martina rosenthal-schöne, n+fotowettbewerb 2012, bürgerstiftung neukölln 1. preis: rebecca rodenwald, n+fotowettbewerb 2012, bürgerstiftung neukölln

als erfüllt an. Martina Rosenthal-Schöne  beteiligte sich mit dem Bild eines Gartens im Böhmischen Dorf am Wettbewerb und landete auf dem 2. Platz. Als Beste der 56 Teilnehmer, fand die Jury, habe jedoch  Rebecca Rodenwald  das Thema im Foto festgehalten. Ob Glück in Neukölln ihrer Meinung nach durch nicht ganz legale Handlungen an Intensität gewinnt, ließ sich von der Gewinnerin leider nicht erfahren. Sie war als einzige der Prämierten nicht zur Eröffnung der Ausstellung gekommen und weiß vermutlich noch nicht mal, dass sie durch ihr Siegerbild um 300 Euro paul rapp, bertil wewer, bürgerstiftung neukölln, n+fotowettbewerb 2012, vernissage neuköllner leuchtturmreicher ist.

Für ein Novum beim N+Fotowettbewerb sorgte da- gegen  Paul Rapp. Sein Foto eines Pflanzentriebs, sonderpreis: paul rapp, n+fotowettbewerb 2012, bürgerstiftung neuköllnder aus dem Ausguss eines Spülbeckens sprießt, be- geisterte die Jury so sehr, dass sie Rapp ei- nen Sonderpreis verlieh. Hätte sich in der Spüle noch der Rathausturm gespiegelt und den Bezug zum Bezirk hergestellt, wäre für den Fotografen sicher mehr drin gewesen.

Was die Ausstellung einerseits beweist, ist die große Bandbreite des Glücks, die sich in Neukölln bei genauem oder auch nur flüchtigem Hinsehen erkennen lässt. Andererseits zeigt sie aber auch, dass die von den Fotografen empfundenen Glücksmomente nicht immer selbsterklärend  und in der Lage sind, beim Be- trachter selbiges auslösen. Oft sind es auch nur Fragen. Immerhin eine Teilnehmerin erkannte die Gefahr und sorgte vor, indem sie zusammen mit ihren Fotos die Entstehungsgeschichte einreichte.

Die „Glück in Neukölln“-Ausstellung ist noch bis zum 27. Juli im Neu- köllner Leuchtturm zu sehen. Geöffnet ist mittwochs, donnerstags und freitags von 14 – 19 Uhr und  heute von 14 – 17 Uhr.

Schon jetzt steht das Thema des nächsten Fotowettbewerbs der Bürgerstiftung Neukölln fest: Es heißt „Augenblick Neukölln“. Einsende- schluss ist der 16. Juni 2013; die Gewinner werden am 5. Juli be- kanntgegeben.

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„Neukölln anders“ in 163 Varianten

Manfred Elter hat in seinem Leben schon vieles erlebt. Nun ist der Neuköllner Schuhmachermeister, der mit seinem Laden in der Mareschstraße seit Jahrzehnten  zu den festen Größen des Kiezes gehört, auf seine alten Tage auch n+fotowettbewerb neukölln anders, gewinnerin charlotte schmitz, bürgerstiftung neuköllnnoch Fotomodell geworden. Zu verdanken ist das Charlotte Schmitz, die neben 57 anderen Fo- tografinnen und -grafen am Fotowettbewerb der Bürgerstiftung Neukölln teilnahm und diesen mit einer Szene aus Elters Werkstatt gewann. Ein- stimmig entschied die Ju- ry, dass Charlotte Schmitz‘ Visualisierung des Wett- bewerbsthemas „Neukölln anders“ die gelungenste der insgesamt 163 Einsen- dungen ist.

Bereits zum sechsten Mal hatte die Bürgerstiftung Neukölln Hobby- und Profi- fotografen zu ihrem Wettbewerb aufgerufen, der nicht nur mit Geld- und Sachpreisen lockt, sondern auch sämtliche Werke in einer Ausstellung im Neuköllner Leuchtturm und 13 Fotos im alljährlich n+fotowettbewerb neukölln anders, bürgerstiftung neukölln, neuköllner leuchtturmerscheinenden N+Kalender präsentiert. Auf dessen 2012- Ausgabe darf man schon jetzt gespannt sein. Fest steht, dass er der Vitalität und dem Facettenreichtum Neuköllns wesent- lich gerechter wird als das derzeit noch aktuelle Exemplar. „Mit dem Thema ‚Neu- kölln anders‘ haben wir uns wirklich einen großen Gefallen getan“, sagt auch Bern- hard Thieß, der Leiter der N+Foto-AG. Einerseits spiegelt sich das in der Teilnehmerzahl wider, die im letzten Jahr durch das behäbige, denkmallastige Thema „650 Jahre Neukölln“ auf magere 36 ab- gesackt war. Andererseits in der Spannbreite des Spielraums und der Vielfalt der Perspektiven und Herangehensweisen.

„Neukölln anders“ – dazu fällt jedem etwas ein und fast jedem etwas anderes. Die Palette reicht von der ländlichen Idylle am südlichen Stadtrand bis zum winterlichen Britzer Oberhafen, mit dem Marc Vorwerk den 2. Platz eroberte. Von zwei wartenden Hunden an der U-Bahnstation Leinestraße, die von   Michaela Behrens (3. Platz) foto-

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grafiert und mit dem originellen Titel „Und ich sag noch, lass uns da lieber nicht aussteigen“ versehen wurde, über an der Waltersdorfer Chaussee abgestellte Skier n+fotowettbewerb neukölln anders, bürgerstiftung neukölln, neuköllner leuchtturmund Snowboards bis hin interkulturellen Zwiegesprächen. Menschen, Jahreszeiten, Architektur, Tiere, Stillleben – kaum etwas, das nicht zum Sinnbild für das Thema „Neukölln anders“ taugt. Heraus kam eine spannende Ausstellung über das, was Neukölln an Alltäglichem, Skurrilem, Lebendigem, Vertrautem und mehr oder weniger Unentdecktem zu bieten hat: viel!

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Die Ausstellung mit allen Beiträgen für den diesjährigen Fotowettbewerb der Bürgerstiftung Neukölln ist noch bis zum 29. Juli im Creativ-Centrum Neu- köllner Leuchtturm (Emser Straße 117) zu sehen. Geöffnet ist von mitt- wochs bis freitags zwischen 14 und 19 Uhr sowie heute von 14 bis 17 Uhr; der Eintritt ist frei.

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