Abschied von Berlins Pionierin für Alphabetisierung

Mit über 50 Bündnispartnern trägt das Alpha-Bündnis Neukölln die Themen Alphabetisierung und Grundbildung in die Öffent-lichkeit, denn noch immer ist An-Alphabetismus ein großes Tabu-Thema. Schätzungsweise 28.000 Menschen in Neukölln haben – obwohl sie Deutsch sprechen – Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben. Sie können nicht gut genug lesen und schreiben, um am gesellschaftlichen Leben in angemessener Weise teilzuhaben und im Beruf zurecht zu kommen. Viele besitzen zudem keine ausreichende Grundbildung. Ihnen fehlen grundlegende Kenntnisse in Mathematik, PC-Kompetenz Weiterlesen

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Wie Parteien die Tore zu ihren Wahlprogrammen öffnen

Jedes Jahr am 8. September ist der Weltalphabetisierungs-Tag. Zwei Tage vorher, am lesen und schreiben e.v., neukölln,weltalphabetisierungstag, aktionsbündnis alphabetisierung und grundbildung neuköllnkommenden Mittwoch, wollen Aktive vom Bündnis für Alphabetisierung und Grundbildung auf dem Alfred-Scholz-Platz mit Passanten ins Gespräch kommen. Vielleicht wird dabei auch über Politik und die bevorstehende Bundestagswahl gesprochen. Jedenfalls bieten fast alle großen Parteien seit der Bundestagswahl 2009 vereinfachte Zusammenfassungen ihrer offiziellen Wahlpro-gramme in „Leichter Sprache“ an. Leichte Sprache bedeutet: Kurze Sätze, keine Fremdwörter, viele Verben, wenig Substantive und möglichst Weiterlesen

40 finanzierte Lernerplätze für etwa 28.000 Neuköllner Analphabeten

Lange stand das Alpha-Bündnis Neukölln, das durch seine Netzwerkarbeit für Alphabetisierung und Grundbildung ganz praktisch Menschen hilft, die Schwierigkeiten mitwehinger dem Lesen und Schreiben haben, selbst vor einer ungewissen Zukunft, doch seit September hat das Helferbündnis eine neue Projektkoordinatorin, und im Oktober fand wieder ein Netzwerktreffen statt.

„Ich wünsche mir, dass hier alle Fäden zusammen laufen“, sagt Ida Wehinger (r.), die an ihrem Computer im Büro der GesBiT mbH in der Karl-Marx-Straße 122 sitzt. Die Pädagogin und Erziehungswissenschaftlerin arbeitet als Netzwerkkoordinatorin für das Alpha-Bündnis Neukölln mit Weiterlesen

Alpha-Bündnis Neukölln vor einer ungewissen Zukunft

plenum_alpha-bündnis neuköllnZum vielleicht letzten Mal traf sich das Plenum vom Alpha-Bündnis Neukölln am vergangenen Freitag. Es war diesmal beim Quartiersmanagement Ganghofer- straße zu Gast. Um weiter arbeiten zu können, braucht das Bündnis für Alphabetisierung und Grundbildung einen Träger, der die Projektverwaltung vom jetzigen übernimmt. Noch ist niemand gefunden.

Trotzdem ließen sich rund 40 anwesenden Bünd- nispartner ihre gute Stimmung nicht verderben: 280 Mitarbeiter aus Bürgeramt, Jugendamt, Berufsbil- dungs- und Jugendeinrichtungen sowie Stadtteil- mütter und Quartiersmanager haben inzwischen eine Alpha-Kompetenz-Schulung bzw. eine Sensibilisierungs-Schulung besucht. Bei nunmehr 15 Weiterlesen

ABC oje, oje: Hilfe für die, die helfen sollen

ingan küstermann_alpha-kompetenz-schulung_LuS berlin-neuköllnMehrere Berater und Beraterinnen von drei sozialen Einrichtungen in Neukölln trafen sich am vergangenen Dienstag zu einer kostenlosen Schulung für den Alpha-Kompetenz-Aufkleber: Sie wollten lernen, was sie beachten müssen, wenn sie Menschen beraten, die nicht so gut lesen und schreiben können. Die Idee der Schulung kommt vom Alpha-Bündnis Neukölln.

Denn allein in Neukölln leben schätzungsweise 28.000 Menschen, die Hilfe beim Lesen und Schreiben brauchen, um im Leben zurecht zu kommen. Sie können keinen Wahlzettel lesen und kein Kochrezept. Sie verstehen oft nicht einmal die Fernsehzeitschrift mit vielen Bildern. Fachleute nennen diese Menschen funktionale Analphabeten. Obwohl funktionale Analphabeten vielleicht Weiterlesen

Lob für die Grundbildungs- und Alphabetisierungsarbeit in Neukölln

werkstatt_lesen und schreiben ev neuköllnJedes Jahr am 8. September ist der Weltalphabetisierungs-Tag. Der Verein Lesen und Schreiben (LuS) lud letzten Freitag zum Tag der offenen Tür ein, um daran zu erinnern. In der LuS-Werkstatt hängt ein gelb lackiertes Fahrrad unter der Decke. Am Rad ist ein Schild an- gebracht. Darauf steht, dass es 28.000 An-Alphabeten in Neukölln gibt. Auf dem Hof gab es Bratwurst, Hamburger, Salate und Kuchen zu essen. Und es gab Säfte, Brause sowie Kaffee zu trinken. Die Besucher sprachen viel miteinander darüber, wie alle Menschen Weiterlesen

Hilfe anbieten, ohne Scham zu bewirken

aktion alpha-kompetenz_berlin-neuköllnMeist reichen schon Kleinigkeiten, damit  Unbehagen in Angst umschlägt: mit Schriftstücken übersäte Schau- fenster oder Kugelschreiber und Formulare direkt neben der Eingangstür. Es sind Signale, die abschreckend wirken – auf alle, die nicht oder nur unzureichend lesen und schreiben können. Also auf etwa 28.000 Men- schen, die in Neukölln leben, oder mehr als 300.000 Berliner. Gedanken über die Wirkung solcher Alltäg- lichkeiten macht sich aber kaum jemand, weil das Thema Analphabetismus im Bewusstsein derer, die lesen und schreiben können, häufig die Relevanz einer Marginalie hat. Zu unvorstellbar ist ein Leben in einer Parallelwelt ohne diese Fertigkeiten.

So ergeht es zum Leidwesen der Betroffenen auch vielen, die bei ihrer Arbeit in sozialen oder kulturellen Einrichtungen, Ämtern, Arztpraxen und medizinischen Bera- tungsstellen häufig mit funktionalen An-Alphabeten zu tun haben. Insoweit unter- scheidet Neukölln sich nicht von anderen Berliner Bezirken – und Weiterlesen