Ab heute bebeutelt?

Über 616.000 Plastiktüten müssten nicht produziert werden, wenn alle in Berlin nur einen Tag lang, z. B. heute am Internationalen Plastiktütenfreien Tag, auf den Gebrauch verzichten würden und mit eigenen Stoffbeuteln allzeit bereit für Spontan-einkäufe wären. In den kommende Tagen lässt sich dann bei der vom LIFE e. V. orga-

plastiktütenfreier tag berlin

nisierten Aktionswoche „Plastikfrei leben“ ein wenig Routine in den neuen Lifestyle bringen. Unter den vielen Veranstaltungen in Berlin ist auch eine in Neukölln dabei: Am  7. Juli  wird beim  Landwehrkanal-Ufer Clean-Up  Plastikmüll  eingesammelt.

Mehr Wege als Einweg: Stofftaschen vs. Plastiktüten

life e.v. mehr wege statt einweg, bolu markt neukölln, stofftaschen-aktion„Es ist schwierig“, sind sich die drei Umweltbotschafterinnen des Life e. V. einig. Den ganzen Vormittag standen sie vor dem Bolu Markt, um ihre blauen Stofftaschen gegen eine klei- ne Spende an die Frau oder den Mann zu bringen. Sonderlich groß war das Interesse an den vom Designer- Label aluc ausgetüftelten Beuteln aber nicht, die in Handarbeit aus recycelten aluc design, life e.v.-stofftaschen-aktion, bolu markt hermannstraße neuköllnStoffen entstanden, in sechs Sprachen daran erinnern, dass sie zum Einkaufen mitgenommen werden wollen und für das Motto „Mehr Wege als Einweg!“ stehen.

Seit Februar und noch bis Ende April läuft die Aktion, die für die Probleme bei der Nutzung von Plastiktüten sensibi- lisieren soll, in elf von Migranten geführten Geschäften in den Berliner Bezirken Wedding und Neukölln. Meist sind es türkische Supermärkte oder arabische Läden – solche, in denen die Kassiererinnen Plastiktüten gratis mit dem Wechselgeld überreichen. „Zwischen 2 und 7 Cent“, wissen die Umweltbotschafterinnen, „kostet das den Ladeninhaber pro Tüte.“ Da kämen pro Woche leicht 400 € zusammen, und die würde natürlich jeder gerne bolu markt hermannstraße neukölln, life e.v.-stofftaschen-aktioneinsparen. Entsprechend positiv hätten die Geschäftsleute auf das Angebot reagiert, Aktionstage in und vor ihren Läden durch- zuführen, die die Kundschaft zum Benutzen von Stofftaschen animieren sollen.

Die Erfahrungen mit dem Bolu Markt in der Neuköllner Hermannstraße zeigen jedoch, dass ein Umdenken nicht nur beim Verbraucher, sondern auch bei den Be- schäftigten einsetzen muss: „Wenn die noch während unserer Stofftaschen-Aktion weiter automatisch Plastiktüten rausgeben, ist es für uns doppelt schwierig. Aber das ist in großen Supermärkten normal.“ Wesentlich leichter sei es jedenfalls letzte Woche bei Pyza, einem kleinen polnischen Lebens- mittelgeschäft, gewe- sen. Manche dieser kleinen Läden würden inzwischen sogar von sich aus plastiktütenfreie Tage ausrufen: „Wobei wir nicht mal sagen wollen, dass die Tüten grundsätzlich schlecht sind. Auch die kann man ja mehrfach verwenden.“ Doch das würden eben leider nur wenige tun. Noch besser sei es aber zweifellos, wenn man einen „Mehr Wege als Einweg!“-Stoffbeutel mit zum Einkaufen nimmt, da der ob dazugehöriger Bonuskarte außer der Umwelt auch das eigene Portemonnaie schone.

Die nächsten Aktionen der Life e. V.-Umweltbotschafterinnen in Neukölln sind am 4. April im Gizem-Market in der Hermannstr. 222 und am 18. April im Elfi-Markt in der Karl-Marx-Straße 163.

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