Neues zwischen Gründerzeitlichem und Spätmodernem

1128_Perspektive_KienitzerDer Bauplatz ist vorhanden und seit knapp einer Woche steht auch fest, wie aussehen wird, was im Rollbergviertel zwischen Briese- und Kienitzer Straße entstehen soll: Sofern die finanziellen Voraussetzungen vorliegen, sei geplant, die Baumaßnahme der Stadt und Land Wohnbauten GmbH bis zum Jahr 2017/2018 zu realisieren, heißt es seitens Modellfoto_1128der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

Nach dem Entwurf der Züricher EM2N Archi-tekten AG werden auf dem L-förmigen, 3.700 Quadratmeter großen Grundstück für ca. 12,5 Millionen Euro 1- bis 4-Zimmer-Wohnungen, Wohnungen mit zusätzlichen Gemeinschafts-flächen für Wohngruppen und  Weiterlesen

Aus Alt mach Neu mit der Weisheit der Vielen

kinder- und jugendhaus lessinghöhe_neuköllnWenn zwei Neuköllner über die Lessing- höhe reden, kann es sein, dass sie von sehr unterschiedlichen Dingen sprechen. Einer könnte die auf Trümmern des Zweiten Weltkriegs entstandene Grünan- lage zwischen Mittelweg und Kopfstraße meinen, der andere das 1950/51 erbaute Kinder- und Jugendzentrum, in dem vor einem guten halben Jahrhundert Frank Zander seine Musiker-Karriere als Sänger und Gitarrist der Band Gloomys startete. Insofern steckte in der Presseinladung zum ersten Spatenstich für den Umbau der Lessinghöhe gleich eine doppelte Doppel- blesing+liecke_bauschild-enthüllung_lessinghöhe neuköllndeutigkeit: Denn mit Spaten wäre vorgestern dem von Frost durchzogenen Boden nicht beizukom- men gewesen. Also machten sich Neuköllns Jugendstadtrat Falko Liecke (r.) und Baustadtrat Thomas Blesing (l.) daran, das Bauschild vor der bauschild_lessinghöhe neuköllnältesten Kinder- und Ju- gendfreizeiteinrichtung des Bezirks zu enthüllen, um den symbolischen Start- schuss für den Umbau und die Grundsanierung des Haupthauses des zweiteili- gen Gebäude-Ensembles zu geben. „Im November 2014“, schätzt Jürgen Schmeichler, der das Zentrum seit sechs Jahren leitet, „sollte alles abgeschlossen sein.“

1,2 Millionen Euro stellt das Quartiersmanagement Rollberg aus dem Soziale Stadt- Fonds für die Arbeiten zur Verfügung, die nach den Plänen der Architektin Gabriele fink+schmeichler_lessinghöhe neuköllnFink (r., mit Jürgen Schmeichler) erfolgen und auf einer engen Einbindung der Kinder und Jugendlichen sowie der Angestellten bei der Neukonzeptionierung basieren. raumplanung_lessinghöhe neuköllnWelche Räu- me werden für welche Ange- bote benötigt? Wo sollten sie strategisch günstig liegen? Derartige Fragen wurden zuvor in einem moderierten Prozess erörtert und durchgespielt. „Die Weisheit der Vielen zu nutzen, war für uns der wichtigste Ansatz“, beschreibt Kristina Nauditt vom Argo-Team die „nicht immer ganz einfache“ Par- tizipation der Nutzer. Bilder und Filmdokumente aus den 1950er-Jahren, die das seinerzeit von der amerikanischen Regierung finanzierte Gebäude zeigen, waren es schließlich, die Gabriele vergangenheit+zukunft_lessinghöhe neuköllnFink auf die Idee eines architektonischen Spagats brachten:  Das neu gestaltete Kinder- und Jugendfreizeitzentrum Lessing- höhe wird eine Kombination aus modernster energetischer Sanie- rung und einer Rekonstruktion des Zustands von 1951 sein, der von großen Fenstern und Türen und lichtdurchfluteten Räumen geprägt war. „Aus Sicherheitsgründen wurden viele der Glasflächen einfach zugemauert“, vermutet die Architektin, die die Düsternis ebenso aus dem Gebäude verbannen wird wie Sanitäranlagen aus der Nach- entwurf_sanierung lessinghöhe neuköllnkriegszeit, alte Stromleitungen und Hei- zungsrohre, die sich unverputzt durch alle Räume des Erd- und Kellergeschosses ziehen. Zusätzliche Eingänge und WCs sollen außerdem die Nutzung des Hauses für externe Veranstaltungen erleichtern.

Dass die Zeit bis zur Wiedereröffnung mit Schwierigkeiten einhergehen wird, liegt für Jürgen Schmeichler in der Natur der Sache: „Bei einem  Umbau bei laufenden Be- trieb geht das nun mal nicht anders.“ Die vorübergehende Schließung des Hauses wäre jedenfalls für ihn keine Option gewesen. Da nehmen er, seine Mitarbeiter und auch die Kinder und Jugendlichen lieber Einschränkungen in Kauf: „Während zuerst der Keller umgebaut wird, muss sich eben alles im Erdgeschoss abgspielen. Danach zieht der Betrieb in den Keller um und der Umbau geht im Erdgeschoss liecke_lessinghöhe neuköllnweiter.“

Doch die Umgestaltung werde sich nicht nur auf bauliche Maßnahmen beschrän- ken. „Auch das inhaltliche Profil des Kin- der- und Jugendzentrums Lessinghöhe soll“, so Jugendstadtrat Falko Liecke, „an die Bedürfnisse der Anwohner angepasst werden.“ Lose Konzepte für eine Ergän- zung durch Angebote für Familien mit Kleinkinder gebe es bereits, kündigt er an, bevor er sein Mitbringsel in die Schatzkiste stellt. Alles was der anvertraut wird, werde in Kunstharz gegossen und bei der Eröffnungsfeier der alten-neuen Lessinghöhe blesing_lessinghöhe neuköllnpräsentiert. Mit dem Dinosaurier wolle er an ein Klettergerüst erinnern, das lange auf dem Spielplatz der Freizeitzentrums stand, erklärt Liecke.

Sein Kollege Thomas Blesing ist mit klei- nerem Gepäck gekommen. Eine 1 $-Note, findet er, sei genau das richtige Souvenir für die Schatzkiste. Schon deshalb, weil sie ein Andenken an die Amerikaner ist, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Neukölln für den Wiederaufbau gesorgt haben.

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Probier’s mal mit Gemütlichkeit

lessinghöhe neuköllnlessinghöhe neuköllnschillerpromenade neukölln

Nicht nur diverse Neuköllner Bürgersteige befinden sich in einem desolaten Zustand, auch etliche Bänke in den Grünanlagen des Bezirks lassen Nutzen und Komfort ver- missen. Wer dem Balu-Motto folgen will, legt sich dann lieber gleich auf den Rasen.

Verrückte Welt

Da staunt der Fachmann und … der Reiher wundert sich: Es ist Oktober, das Laub entweder noch grün oder schon bunt, der Himmel strahlendblau und die Menschen sitzen stundenlang in luftiger Sommerkleidung auf Wiesen herum, statt in Woll- pullovern vor den Heizungen. In Berlin ist endlich die kostbare Fracht namens Sommer an- gekommen – zwar ein bisschen spät, aber immerhin. Vergessen ist das Gemaule über den vor 20 Jahren als Feiertag gestrichenen 17. Juni und den als Ersatz in die Bresche gesprungenen  3. Oktober: In diesem Jahr ist das schier Unglaubliche passiert, und der längst nicht mehr neue Tag der Deutschen Einheit dem alten Tag der  deutschen  Einheit  temperatur-  und wettermäßig  in nichts  nach.

   

So hängt sich an den verspäteten Sommer gleich noch die Erkenntnis, dass der gesetzlich verordnete Feiertagstausch  auch für Berliner mit „Nüscht wie raus zum Wannsee“- oder Grill-Ambitionen nicht zwingend einen Nachteil bedeuten muss.

=ensa=