Finsteres Erbe von Berliner Gemeinden in Neukölln freigelegt

st. thomas friedhof_neuköllnRechts neben dem ehemaligen Blumenladen in der Hermannstraße durch das Portal, vorbei an der neo-gotischen Kirche, die seit inzwischen 10 Jahren von der Bulgarischen Orthodoxen Ge- meinde bulgarische orthodoxe gemeinde_jerusalem-kirchhof neuköllngenutzt wird, und dann über 300 Me- ter immer geradeaus. Wer diesen Weg hinter sich hat, steht dort, wo 39 evangelische und drei katholische Gemeinden während der NS- Zeit das einzige kirchliche Zwangsarbeiter- lager betrieben.

Für über 100 aus der damaligen Weiterlesen

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Leben in und mit dem Denkmal: Neuer Glanz nach alten Plänen für die Hufeisensiedlung

hufeisensiedlung_neuköllnEs ist fast geschafft. Knapp drei Jahre lang wurde in Neuköllns Hufeisensied- lung gebaut, um die öffentlichen Bereiche des Ensembles, das seit 2008 zum UNESCO Welterbe zählt, für 3,2 Mio. Euro aus dem Investitionsprogramm „Nationale UNESCO-Welterbestätten“ wieder in ei- nen vorzeigbaren Zustand zu bringen. „Nun sind wir dem Ziel einer tollen Gesamtanlage sehr nah, die den histori- schen Vorlagen gerecht wird und  nach heutigen Standards saniert ist“,  stellte der blesing_lingenauber_pinnig_hufeisensiedlung neuköllnNeuköllner Baustadtrat Thomas Blesing (l.) am vergan- genen Freitag fest, als er zusammen mit Klaus Lin- genauber, stellvertretender Leiter des Landesdenkmal- amts, und Julian Pinnig (r.) von der Deutsche Wohnen AG die Anwohner der Siedlung beim Eröffnungsfest samt offizieller Treppeneinweihung begrüßte.

Es sei auch als kleine Entschädigung für die Unan- nehmlichkeiten während der Bauphase gedacht, betonte Blesing. Den Ärger, den es mit einer Anwohner-Initiative vor allem gegeben hatte, als auf dem Vorplatz des Hufeisenteichs eröffnung hufeisentreppe_hufeisensiedlung neuköllnjahrzehntelang gewachsene Bäu- me gefällt und durch geometrisch angeordnete neue ersetzt wurden, klammerte er aus. „Durch die garten-denkmalpflegerische Umgestaltung ist nun eine nutz- bare öffentliche Grünanlage mit hoher Aufent- haltsqualität entstanden.“ Zudem sei es gelungen, so der Baustadtrat, aus der maroden Treppenanlage, an deren historisches bild_hufeisensiedlung neuköllnSanierung sich schon viele versucht hätten, ein echtes Schmuckstück geworden. „Dabei sind wir sogar fast im Zeit- plan geblieben, was ja bei Bauprojekten in Berlin nicht selbstverständlich ist“, frotzelte Klaus Lin- genauber. Das Hufeisen sei jetzt wieder erleb- bar, die Proportionen von Gebäuden und Frei- räumen seien wieder stimmig und auch hin- umgestaltung hufeisensiedlung_neuköllnsichtlich der Far- bigkeit entspre- che das Ensemble wieder dem, was die Architekten einst angelegt haben: „Nun können wir uns nur noch eine pflegliche Behandlung der Hufeisensiedlung seitens des Bezirks, der Anwohner und nicht zuletzt der Deutsche Wohnen AG wünschen.“ Zumindest bei letzterer ist davon auszugehen. Die Siedlung habe schon deshalb eine besondere Stellung im Portfolio der Wohnungsgesellschaft, weil ihre Erbauung sehr eng mit der Gründung der Gehag vorplatz hufeisensiedlung neuköllnverbunden sei, versprach Julian Pinnig. „Wir fühlen uns dem historischen Erbe verpflichtet und freuen uns, dass es jetzt in neuem Glanz erstrahlt.“

Seit November 2010 wurden der Hufeisenteich, die Grünanlagen nebst Wegen, die Treppen-entwurf leberecht migge_jens henningsen_hufeisensiedlung neuköllnanlage und der Vorplatz saniert; auch die Mittelinsel des Hüsung wurde in die Umge- staltung einbezogen. Verantwortlich für die Ausführung der Maßnahme ist das Büro des Landschaftsarchi- tekten Jens Henningsen (r.). „Ausgangspunkt für uns waren die historische Planung von Taut, Wagner und dem Gartenarchitekt Leberecht Migge sowie die Gut- achten von Katrin Lesser„, erklärt er. Bei der Umsetzung habe man vor allem das Motto „Leben in und mit dem detail hufeisensiedlung-treppe_neuköllnDenkmal“ verfolgt: „Schließlich wollten wir kein Museum aus der Siedlung machen.“

Die größte Herausforderung sei gewesen, dass man bei der Planung größtenteils auf Bildmaterial aus Schwarz-Weiß-Fotos zurückgreifen und Farbgebungen durch Hörensagen ermitteln musste. „Die Klinker der Treppe“, sagt Jens Henningsen, „sind extra nach historischem Vorbild gemustert worden.“ Dass einem beim führung jens henningsen_hufeisensiedlung_neuköllnausgiebigen Betrachten des Designs ein wenig schwindlig werden kann … Doch, ja, gibt er zu, das habe er auch von den Bauarbeitern gehört.

Ein anderer Kritikpunkt ist ihm ebenfalls bekannt: „Die Kantensteine entlang der Hecke, die um den Teich verläuft, sind größtenteils aus der Ursprungszeit und nur dort durch neue ersetzt worden,  wo das alte Material zerstört war.“ Das wirke für viele auf den ersten Blick ein bisschen unschön, sei aber unter dem Denkmalschutz-führung jens henningsen_hufeisensiedlung neuköllnAspekt nicht anders möglich gewesen. Bei den Leuchten indes habe man sich auf einen Kompromiss aus Historie, Bestand und dem Kostenfaktor einigen müssen. Die Leuchtköpfe sind nachempfunden, bei der Lackierung diente ein Stück Original-Treppengeländer als Farbvorlage und die Lichtquellen entsprechen aktuellen ener- teich hufeisensiedlung neuköllngetischen Stan- dards. Eine deut- liche Aufwertung erfuhr auch das Herzstück der Siedlung, der Hufeisenteich. „Er wurde mit Plastikfolie gedichtet, ist an einen eigenen Brunnen angeschlossen, mit einer Umwälzanlage versehen und reguliert den rampe hüsung-hufeisensiedlung_neuköllnWasserstand nun durch ein Schwimmersystem selber.“ So würde das Ärgernis eines stinkenden, zwischen Hoch- und Niedrigwasser schwankenden Tümpels fortan der Vergangenheit ange- hören, weiß Henningsen. Nicht realisieren ließ sich dagegen der Aspekt der Barrierefreiheit rund um das Teich-Areal. Auch bei der Rampe, die gegenüber der Freitreppe zum Hüsung hinaus führt, sei es nicht ohne Kompromiss gegangen: Handläufe, die Rollstuhlfahrern und Gehbehinderten die Nutzung erleichtern, und in Abständen in den Asphalt gesetzte Klinkerstreifen, die Sehbehinderten zu mehr Orientierung verhelfen – mehr sei leider nicht möglich gewesen.

Keine Zugeständnisse waren bei der Umgestaltung des nach einem Fritz Reu- ter-Werk  benannten  Hüsung  erforderlich. Die zwischen ochsenblutrotfarbenen  Rei-

hüsung_hufeisensiedlung neukölln jens henningsen_führung hufeisensiedlung_neukölln

henhäusern gelegene Mittelinsel der Straße werde nun wieder ihrer eigentlichen Funktion als Dorfanger gerecht, findet Jens Henningsen. Außerdem beweise sich hier, wie reizvoll das vor fast 100 Jahren in Britz entstandene Ensemble aus Gartenstadt und Großsiedlung noch heute zusammenwirkt.

=ensa=

Das Erbe unter unseren Füßen

Rostige Nägel, eine Rasiercreme-Tube, Flaschen,  Scherben von Tellern mit dem Aufdruck „Schönheit der Arbeit“, ein Schaltplan, Identitätsmarken grabungen 2012, lufthansa-zwangsarbeiterlager, tempelhofer feld berlinamerikanischer Soldaten, Emaille-Töpfe, Grabstellen und Sarg- griffe, Tuben mit Salben gegen Geschlechts- krankheiten, Gabeln, Reste von Stahlhelmen, Kämme, ein Souvenir für Ursula, Flugzeugteile:  Die vor einem Vierteljahr begonnene Spuren- suche auf dem Tempelhofer Feld (wir berich- teten)  hat ein so skurriles wie makaberes Sam- melsurium zutage gefördert. Gestern stellten die an den Grabungen beteiligten Institutionen einige der knapp 10.000 Fundstücke vor, die innerhalb weniger Wochen auf der Fläche des Lilienthal-Zwangsarbeiterlagers der Lufthansa geborgen wer- grabungsfunde 2012, lufthansa-zwangsarbeiterlager, tempelhofer feld berlinden konnten.

„Es ist besonders die Menge, die uns überrascht hat“, sagt Landes- konservator Prof. Dr. Jörg Haspel (2. v. l.), „und die Tatsache, dass vieles so dicht unter der Grasnarbe lag.“ Schon in 30 Zentimetern Tiefe wurde aus dem Suchen ein Finden. Den- noch seien es extrem schwere Gra- bungen gewesen, betont Dr. Karin Wagner (r.), die im Landesdenkmalamt Berlin den Fachbereich Archäologie leitet. grabungsfunde 2012, lufthansa-zwangsarbeiterlager, tempelhofer feld berlin, jan trenner (grabungsleitung)Schließlich hätten die Wissenschaftler in belasteten, womöglich noch mit Kampfmitteln kontaminierten Bö- den nach dem „Erbe unter unseren Füßen“ gesucht. Was das praktisch bedeutete, veranschaulicht Gra- bungsleiter Jan Trenner mit einem kniehohen Metall- gefäß, das beim Auffinden für Adrenalinschübe sorgte. Dass es sich bei dem Exponat um einen Behälter handelt, in dem Nahrungsmittel aufbewahrt wurden, sei erst durch Untersuchungen festgestellt worden.

Bei anderen Dingen war es trotz der Komplexität der Nutzung des Gebiets leichter, ihnen ihre Geschichten zu entlocken. Die Toilettenartikel sind Zeugnisse der Besatzungszeit. Die Sarggriffe gehen auf die Zeit vor dem 1. Weltkrieg zurück, als der Friedhof am Columbia- damm, der heute durch eine Backsteinmauer vom Tempelhofer Feld getrennt ist, weit bis in das ehemalige Flughafenareal hineinragte. „Die Flugzeugteile stammen von Kampfmaschinen, die  während des 2. Weltkriegs hier in den Werkshallen der Lufthansa von Zwangsarbeitern montiert und repariert wurden“, erklärt Prof. Dr. Reinhard Bernbeck (M.) vom Institut für Vorderasiatische Archäologie der FU Berlin. „Die  vielen gefundenen Nägel,  die alle  bei  7  Zentimetern umgebogen sind, lassen

grabungsfunde 2012, lufthansa-zwangsarbeiterlager, tempelhofer feld berlingrabungsfunde 2012, lufthansa-zwangsarbeiterlager, tempelhofer feld berlin

grabungsfunde 2012, lufthansa-zwangsarbeiterlager, tempelhofer feld berlingrabungsfunde 2012, lufthansa-zwangsarbeiterlager, tempelhofer feld berlin

grabungsfunde 2012, lufthansa-zwangsarbeiterlager, tempelhofer feld berlinauf die Dicke der Holzwände der 12 Meter langen Baracken des Lagers schließen.“ Etwa 4.000 Männer und Frauen aus Frankreich, Belgien und Osteuropa wur- den hier von der Lufthansa als Zwangs-arbeiter für die Rüstungsindustrie einge-setzt, schätzt man. Konkretes, so Bern- beck, gehe aus einem Forschungsbe- richt hervor, der allerdings vom Luftfahrt-Konzern  nicht zugänglich  gemacht wer- de. Der Dokumentarfilm „Fliegen heißt Siegen: Die verdrängte Geschichte der Deutschen Lufthansa“ sei diesbezüglich aber auch sehr aufschlussreich, bemerkt Professor Haspel. Durch die Grabungen auf dem Tempelhofer Feld kommt grabungsfunde 2012, lufthansa-zwangsarbeiterlager, tempelhofer feld berlinweiteres Licht in das abgedunkelte Kapitel der Vergangenheit der Kranich-Airline.

Zudem leisten die Funde einen wertvollen Beitrag zur Stadtgeschichte. Inwieweit die haptischen Relikte der Nazi-Zeit Einfluss auf die Konzepte für die künftige Nutzung des Tempelhofer Felds haben werden, ist noch unklar. Fakt ist, dass die Wissen- schaftler im kommenden Jahr gerne ihre archäologischen Grabungen im Bereich des KZ Columbiahaus und des Richthofen-Lagers fortsetzen würden. Derzeit werde grabungsfunde 2012, lufthansa-zwangsarbeiterlager, tempelhofer feld berlinmit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung an der Verlängerung der Kooperationsvereinbarung gearbeitet, sagt Landeskonservator Haspel. Auch sei eine Experten-gruppe unter Andreas Nachama, dem Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, eingerichtet worden, die ein Gedenkstättenkonzept für das Tempelhofer Feld entwi- ckeln werde.

„Wir begreifen die Ausgrabung und die Würdigung der Funde aber auch als Vorbereitung auf das Berliner The- menjahr 2013 und grabung 2012, lufthansa-zwangsarbeiterlager, tempelhofer feld berlin, jan trennerden Tag des offenen Denkmals im nächsten Tag“, sagt Jörg Haspel. Ersteres werde unter dem Motto „Zerstörte Vielfalt – Berlin in der Zeit des Nationalsozia- lismus“ stehen, letzter beschäftigt sich mit dem Aspekt „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?“. Das seien doch geeignete Anlässe, sich in- tensiv mit der eminent wichtigen Frage zu beschäftigen, wie man nationalsozialis- tische Großanlagen erhalten, erschließen und für nachfolgende Generationen entwickeln kann, findet er.

=ensa=

Ins Gedächtnis Neuköllns abgetaucht

Es wäre schon eine bodenlose Gemeinheit, unter normalen Umständen im Hochsommer einen Besuch des Neuköllner Geschichtsspeichers zu empfehlen. Denn bei Temperaturen um die 30° und hoher Luftfeuchtigkeit ist es dort schier unerträglich. Ebenso gut könnte man zu einem Saunabesuch in Wintermantel und Fellstiefeln raten. Doch dieser Sommer ist so weit von dem entfernt, was landläufig geschichtsspeicher museum neuköllnSommer genannt wird wie die Ber- liner Bäderbetriebe (BBB) von den erwarteten Einnahmen für die aktuelle Badesaison: Lediglich „gut 30 Prozent des Vorjahresumsatzes zur gleichen Zeit“ seien bis Mitte Juli in die Kassen geflossen, erklärte BBB-Chef Klaus Lipinsky kürzlich im Interview mit der Berliner Morgenpost. Verständlicher- weise hofft er auf einen heißen Au- gust. Für die Expedition ins (barriere- freie!) Gedächtnis Neuköllns unterm Dach des Museums sollte man aus genannten Gründen besser auf das Gegenteil hoffen.

Die Tickets für den Selbstversuch in Sachen Zeitreise sind gelöst: Sie sind gratis, kosten lediglich das vorherige Grübeln darüber, welche Aspekte aus der Historie des Bezirks erforscht werden sollen. Der Wunsch einfach mal gucken zu wollen, reicht nicht, um eine Eintrittskarte zu bekommen. „Wir würden gerne im Geschichtsspeicher zu folgenden Themen recherchieren: 1. Zwangsarbeit der in der Gradestraße ange- siedelten Firmen (z. B. Pintschöl, Kasika, Efha), 2. Stadtbad Neukölln (vorrangig Bild- hauerarbeiten/Skulpturen), 3. Architekt Rossa/Genezareth-Kirche“, stand in der Mail, geschichtsspeicher museum neuköllnmit der wir uns beim Geschichtsspei- cher anmeldeten. Danach passierte erstmal lange nichts. Aus personellen Gründen, so Projektleiterin Barbara Hoffmann, sei das historische Archiv des Bezirks über Wochen geschlos- sen gewesen. Erst Ende Mai öffnete die im Oktober letzten Jahres in Be- trieb genommene Einrichtung wieder.

„Über Rossa hab ich nur wenig ge- funden“, kündigt Barbara Hoffmann mit Blick auf den großen Tisch an. Der Stapel mit Informationen über das Stadtbad Neukölln ist ein ganzes Stück höher, die bedrückenden Zeitzeugnisse über Zwangs- geschichtsspeicher museum neukölln, stadtbad neuköllnarbeit bei Neuköllner Firmen füllen mehrere Ordner.

Nach einigen Stunden des Stöberns in jahrzehntealten Dokumenten, Fo- tos, Zeitungsartikeln, Schriftverkehr und Aktennotizen sind wir um vieles schlauer, was unweigerlich zur Ge- schichte Neuköllns gehört. Wir wis- sen sogar, was sowohl bei den Ber- liner Bäderbetrieben als auch beim Berliner Landesdenkmalamt nicht be- kannt ist: Dass die Bronze-Skulpturen im Stadtbad Neukölln Arbeiten des Malers und Bildhauers Richard Guhr sind, dass sie 10 Zentner wiegen und in den 1960er Jahren im Hof des Bades statt in der Schwimmhalle standen.

=ensa=

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Ein Fall für „Wer wird Millionär?“

Es begann mit einem schnöden Foto aus dem Stadtbad Neukölln, das hier im FACETTEN-Magazin unter dem Titel „Nasses Element“ erschien. Von wem denn die Skulpturen seien, wollte ein Leser daraufhin wissen. Eine so verständliche wie berechtigte Frage – und zugleich eine, die es offenbar in sich hat.

Das Gespräch mit einem lokalhistorisch versierten Telefonjoker erbrachte keine Antwort, ebenso die Konsultation eines Neu- köllner Denkmalpflegers. Nächste Recherche-Station: die Berliner Bäderbetriebe. Als Betreiber des Stadtbades in Neukölln müssten die es ja eigentlich wissen, doch … „Auch bei uns liegen dazu keine Erkenntnisse vor“, teilte Presse- sprecher Matthias Oloew mit und riet, die Abtei- lung Denkmalschutz des Neuköllner Bezirks- amts zu befragen.

Angesichts der Antwort des  Berliner Landes- denkmalamtes scheint das nun – so sich nicht Günther Jauch der Frage annimmt – nötig zu werden. „Über die Bildkünstler und Bildhauer, die am Bau des Stadtbades Neukölln mitgewirkt haben, liegen uns nur sehr spärliche Informa- tionen vor“,  teilte LDA-Mitarbeiter Hubert Sta- roste mit. „So werden als Schöpfer der prachtvollen Mosaiken (die Ausführung lag bei der Neuköllner Traditionsfirma Puhl & Wagner) u. a. Ambrosius und Wünschmann genannt. Als Schöpfer des (inzwischen verschwundenen) Brunnens im Atriumhof findet Schulz Erwähnung“, führt er aus und schließt mit der bedauernden Erkenntnis: „Um hier weiter zu kommen, muss wohl gezielt in den Primärquellen (u. a. in den Bauakten) recherchiert werden. Das können wir aber aus Kapazitäts- gründen nicht leisten.“

Klingt nach Stoff für die 1 Million Euro-Frage.

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