Neukölln funkt S.O.S.

Rund 60.000 Besucher zählten die knapp 300 Veranstaltungsorte im letzten Jahr bei der 16. Auflage von 48 Stunden Neukölln. Seitdem hat das Kunstfestival abgespeckt: Diesmal sind es nur noch 220 Locations mit 385 Events, die am Wochenende die Potenziale der Kreativszene zeigen – und deren Sicht auf das Thema „S.O.S. – Kunst rettet die Welt“. Die zentrale Ausstellung ist abermals in den Neukölln Arcaden: Dort

48 stunden neukölln

sind Werke von 24 Künstlern zu sehen und wird morgen um 19 Uhr das Festival- programm von Bezirksbürgermeisterin Giffey und Kulturstadtrat Rämer eröffnet. Dann liegt das Opening des Ablegers Junge Kunst NK  bereits acht Stunden zurück, und an dessen Festivalbeitrag  „Es ist eine Wand“  wird schon ab 9 Uhr morgens gearbeitet.

Coaching für den Weg ins und die Zeit im Rampenlicht

hardy kistner_theaterschule rixdorf_neuköllnVor drei Jahren wurde am Neuköllner Richardplatz die Theaterschule Rixdorf eröffnet. Hardy Kistner, ihr Betreiber, bietet seitdem in den Räumen Schau-spielkurse mit verschiedenen Themenstellungen und Improtheaterkurse an, letztere einmal monatlich als Schnupperworkshop für nur 10 Euro. Zudem gibt es Coachingangebote für Führungskräfte.

Der Berliner und Anfangvierziger Kistner hat 1994 eine dreijährige Ausbildung an der privaten Fritz-Kirchhoff-Schule für Schauspiel in Berlin abgeschlossen und arbeitet seitdem im Theaterbereich. Die Berufswahl stand für ihn schon früh fest: „Ich wollte schon immer Schauspieler werden. Schon in der Schule habe ich viele Theatersachen gemacht.“ Nach der Ausbildung spielte er an verschiedenen Orten in Weiterlesen

Auf eigene Faust

„Mit dem Chauffeur durch die Neuköllner Kulturszene“ – das war jahrelang der Slogan des Kunstfestivals NACHTUNDNEBEL. Nun hat er ausgedient. Bei der heutigen 11. Auflage des Events, die ob „des Rückzugs der öffentlichen Hand aus der Finanzierung von Kunst und Kultur“ von den Organisatoren unter unkomfortab- leren Bedingungen denn je gestemmt werden muss- te, müssen auch die Besucher umdenken. Großraum-taxen, die auf verschiedenen Routen zwischen den Veranstaltungsorten unterwegs sind, um Kultur-Expe- ditionsteilnehmer kostenlos von A nach N und Z zu bringen, gibt es nicht mehr. Wer heute die NACHTUNDNEBEL-Lo- cations erkunden will, muss sich erstmals selber überlegen, wie er sie anläuft oder -fährt – oder an einer der angebotenen Führungen teilnehmen.

Welche Auswirkungen der Wegfall der Chauffeure und damit eines Alleinstellungsmerkmals hat, das bisher sicher nicht unmaßgeblich zur Attraktivität des Festivals beitrugen,  wird sich zeigen. Dass sich die Zahl der Veranstaltungsorte im Vergleich mit dem Vorjahr um ein Zehntel reduziert hat, dürfte hingegen kaum jemandem auffallen, denn es sind immer noch rund 100.

Das Festival wird um 18 Uhr von Neuköllns Bezirksstadträtin Franziska Gif- fey und Katharina Smaldino, der Beauftragten für Menschen mit Be- hinderung, im  Schillerpalais  eröffnet.

=ensa=