Je mehr, desto besser

Heiterkeit und ein sonniges Gemüt kann man heute in Berlin nicht nur beim Blick aus dem Fenster gut gebrauchen. Auch Autofahrer, die am Vormittag durch die Innenstadt müssen, tun gut daran, einen Beutel Humor griffbereit zu haben. Denn weil den ange-

humor bitte_ahoj souvenirmanufaktur_neukölln

stellten Lehrern an öffentlichen Schulen der Hauptstadt das Lachen längst ver- gangen ist, hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) heute erneut zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen: Um 9.30 Uhr sind die Lehrer-Demonstra- tionen im Sternmarsch am Hansaplatz, Kleistpark und vor dem Haus der Senats- verwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft in Richtung Potsdamer Platz ge- startet, wo ab 11 Uhr die Abschlusskundgebung stattfinden soll.

Kunst, die bewegt

Wer von einer Wanderausstellung spricht, meint gewöhnlich eine Ausstellung, die von einem Ort zum nächsten bewegt und erst hier und dann dort gezeigt wird. Eine vitrine u-bf karl-marx-straße_neuköllnandere Art der Wanderausstellung ist „Melos – Zwischen Räumen“. Da bleiben die Exponate, wo sie sind, und alle, die sich die komplette Ausstel- lung ansehen wollen, müssen sich bewegen, über eine Distanz von 600 Metern durch Neukölln.

galerie im saalbau_neuköllnEin Teil der am letz- ten Freitag eröffneten Ausstellung ist näm- lich in der Galerie im Saalbau zu sehen, ein anderer im Kunst- kunstraum t27_neuköllnraum t27 und ein wei- terer auf dem Weg bzw. darunter: in der U7-Station Karl-Marx-Straße.

Da der Bahnhof nur über Treppen erreicht werden kann, ist es für Rollstuhlfahrer also unmöglich, „Melos – Zwi- schen Räumen“ als Ganzes anzuschauen. Es sei denn, sie finden kräftige Helfer oder nehmen den Umweg über die rollstuhlgerechteren U-Bahnhöfe am Rathaus oder S-Bahn-Knotenpunkt Neukölln in Kauf, um sich Frederik Foerts Installation „Stand-bein/Spielbein“ ansehen zu können. Eine Vitrine, in der Tische gestapelt wurden, auf denen ein Paar Schuhe und eine Whisky-Flasche stehen. Was es damit auf sich hat, konnte zumindest gestern Nachmittag nur erlesen statt erlebt werden: Die „müßig entspannte Tanzbewegung eines animierten Schuhpaares, das trotz der offen- sichtlichen Abwesenheit seines Besitzers mit den Gästen der BVG zu kommunizieren scheint“ kündigt die Beschreibung des Kunstwerks an. Bewegung herrschte aller- dings nur um die Vitrine herum, die Schuhe in ihr verharrten im Stillstand.

=ensa=