„Wählen Sie nach Verstand und nicht nach Gefühl!“: Vier von vielen, die für Neukölln ins Abgeordnetenhaus wollen

Der Bürgerverein Berlin-Britz besteht bereits seit 1890. Dagegen ist dessen Idee, vor Wahlen zu einem Mehrparteiengespräch einzuladen, noch jung. „Aber auch diese Veranstaltung britzer buergerverein neukoellnhat schon Tradition“, sagte Jürgen Rose. Am vergangenen Mittwoch konnte er erneut Neuköllner Kandidaten für die Abgeordneten-hauswahl und reichlich interessiertes Publikum begrüßen. „Die AFD haben wir bewusst nicht eingeladen, und so bleibt es auch“, positionierte sich der Vereinsvorsitzende gleich zu Anfang.

Vertreter anderer Parteien sind durchaus eingeladen und wären willkommen gewesen, doch: Einerseits haben die Sommerferien begonnen und Weiterlesen

Von Grünau nach Neukölln: Auf zwei Rädern durch Berlins Siedlungsgeschichte

s-bahnhof berlin-grünauDer Wettervorhersage trotzend, die starke Gewitter angekündigt hatte, fanden sich letzten Sonntag am S-Bahnhof Grünau 10 Frauen und Männer ein, um an einer Radwanderung der Freizeitsport-Abtei- lung des TiB 1848 e. V. teilzunehmen. „Von Taut von taut zum tib_steffen adamzum TiB“ stand als Motto über der unge- fähr 20 Kilometer lan- gen Tour, die von Steffen Adam, TiB- Mitglied und Berliner Architekt, geplant und begleitet wurde und vom Stadtteil Bohnsdorf im Bezirk Treptow-Köpenick, nahe der S-Bahnstation Grünau, bis nach Neukölln führte. Den inhaltlichen Fokus hatte Adam dabei natürlich auf architektonische Gesichts- punkte gelegt, die Bewegung in frischer Luf auf dem Fahrrad sei nur ein Weiterlesen

Mit Zeitzeugen durch Neukölln- und Weltgeschichte

hufeisensiedlung-ausstellung_museum neuköllnUnd jetzt? Das fragen sich wohl viele, die aus der Ausstellung  „Das Ende der Idylle?“ kommen und nun vor dem Museum Neu- museum neuköllnkölln stehen.  Wer sich den 400-seiti- gen Katalog zur Ausstellung zuge- legt hat, will viel- leicht umgehend in dem schmökern, um die noch frischen Eindrücke vom Wandel, der in der Britzer Großsiedlung mit der Machtübernahme der Nazis einherging, zu vertiefen. Andere werden eher das Bedürfnis verspüren, sich sofort in der Hufeisen- und Krugpfuhlsiedlung Weiterlesen

Tür an Tür: Einprägsame Einsichten in das Leben in der Großsiedlung Britz vor und nach 1933

„Das Ende der Idylle?“ heißt die neue Ausstellung im Museum Neukölln, und wenig idyllisch war auch deren Eröffnung am Freitagabend. das ende der idylle_großsiedlung britz-ausstellung_museum neukölln„Für so viele Leute ist die Aus- stellungsarchitektur wirklich nicht ge- macht“, entschuldigte sich Museums- leiter Dr. Udo Gößwald bei allen, die keinen Sitzplatz mehr fanden oder das Geschehen innerhalb der auf Stoff ge- druckten Nachbildung der Hufeisen- siedlung nur akustisch verfolgen konn- 3_großsiedlung britz-ausstellung_museum neuköllnten. Künftig wird es im ehemali- gen Ochsenstall, in dem das Mu- seum Neukölln seit dem Umzug nach Britz seine Sonder-ausstellungen zeigt, weniger Gedränge und viel Zeit geben, sich mit den beeindruckenden Exponaten zu beschäftigen.

Im Mittelpunkt der Ausstellung, die Neuköllns Beitrag zum Berliner Themenjahr „Zer- störte Vielfalt“ ist, stehen die Hufeisen- und Krugpfuhlsiedlung, die als Pionierprojekt des sozialen Wohnungsbaus für Arbeiter und Angestellte geplant und zwischen 1925 und 1933 als Großsiedlung  Britz errichtet  wurden. Dass die ursprüngliche  Intention,

zeitstrahl ab 1918_großsiedlung britz_neukölln zeitstrahl ab 1933_großsiedlung britz_neukölln

komfortablen Wohnraum für kleinere Haushaltskassen anbieten zu können, schon an der Weltwirtschaftskrise über weite Strecken scheiterte, ist eine Sache. Weitaus größere Auswirkungen auf das Leben in der Siedlung hatte jedoch die Machtüber- peter lösche_museum neuköllnnahme der Nazis, und speziell dieser Aspekt wird durch „Das Ende der Idylle?“ in den Fokus gerückt.

Einer, der in der Großsiedlung Britz geboren wurde, ist Prof. Dr. Peter Lösche, der als Parteien- und Wahlforscher bundesweit be- kannt wurde. 1935 waren seine Eltern, die SPD-Politiker Dora und Bruno Lösche, in die Fritz-Reuter-Allee 83 gezogen, 1945 zogen sie in eine Wohnung am Rande der Siedlung um. „Eine Idylle“, so Lösche, „herrschte in der Hufeisensiedlung aber auch vor 1933 nicht.“ Realistisch betrachtet könne man die Atmosphäre innerhalb der Solidargemeinschaft von Künstlern, SPD- und KPD-Anhängern bestensfalls als brüchige Idylle bezeichnen: „Die Anarchos hatten für die sozialdemokratischen Spießer nur Hohn und Spott übrig und umgekehrt war es nicht anders.“ Dennoch habe er beim „Rückspüren in der eigenen Biographie“ sehr positive Erinnerungen an die Siedlung, franziska giffey_museum neuköllnmit seinem Buddelkastenfreund Wolfgang Hempel sei er sogar nach wie vor befreundet. „Ich bin ein Brit- zer!“, konstatierte Lösche, und als solcher freue er sich über den Fortschritt in der regionalhistorischen Forschung, den die Ausstellung bedeutet und doku- mentiert.

Den Wert der neuen Erkenntnisse hob auch Dr. Franziska Giffey in ihrer Begrüßungsansprache her- vor: „Die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit hat eine lange Tradition in unserem Bezirk, mit der Forschung im Vorfeld der Ausstellung konnte die Geschichtsaufarbeitung entscheidend fortgeführt werden.“ Aufgrund der guten Quellenlage sei es inzwischen möglich, die Alltagswirklichkeit und Handlungs- optionen der Menschen während des Nazi-Regimes viel differenzierter 1_großsiedlung britz-ausstellung_museum neuköllnals noch vor ein paar Jahren darstellen zu können.

Rund 80 Familien jüdischer Herkunft und 130 Künstler lebten vor 1933 in der Groß- siedlung Britz. 18 Bewohner, so die Neu- köllner Kulturstadträtin, wurden Opfer des Regimes, andere zogen weg, bevor Schlim- meres passieren konnte. Parallel dazu nahm der Zuzug von Nazis verheerende Ausmaße an: Waren es 1928 noch 128 NSDAP-Mitglieder, die in der Hufeisen- und Krugpfuhlsiedlung wohnten, hatte sich ihre Zahl 12 Jahre später fast verzehnfacht. Auch Adolf Eichmann, einer der Hauptorganisatoren des Holocaust, gehörte drei Jahre lang zu den Mietern: 1945 zog einer der wenigen Auschwitz-Überlebenden in statue die deutsche familie_museum neuköllnsein ehemaliges Haus in der Onkel-Herse-Straße 34.

„Das Bezirksamt Neukölln“, hielt Giffey fest, „sieht es als eine seiner wichtigsten Aufgaben an, Erkenntnisse der Geschichtsforschung für die Gegenwart und Zukunft zu nutzen.“ Niemand solle die Gewalt unterschätzen, die von den Feinden der Demokratie ausgeht, mahnte sie mit Hinweis auf „das fatale Versagen rechtsstaatlicher Struktur“ in Sachen NSU.

Dass es in Neukölln mit der Pflege eines aufmerksamen Umgangs mit der deutschen Vergangenheit nicht immer furchtbar genau genommen wurde, beweist das Standbild „Die deutsche Familie“, 2_großsiedlung britz-ausstellung_museum neuköllndas ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist. Im Mai 1935 wurde die Statue des Bildhauers Bernhard Butzke im Akazien- wäldchen an der Fritz-Reuter-Allee einge- weiht, erst 2001 wurde sie dort abgebaut und eingelagert. Der Kopf des Vaters sei irgendwann abhanden gekommen.

Dafür, dass die Erinnerung an Menschen, die in der Krugpfuhl- und Hufeisensiedlung wohnten, nicht abhanden kommt, sorgt die Ausstellung „Das Ende der Idylle?“. Der udo gößwald_museum neuköllnWorpsweder Maler Heinrich Vogeler lebte hier, ebenso der Künstler Stanislaw Kubicki, der Anarchist und Dichter Erich Mühsam, der Leichtathlet Rudolf Lewy sowie zahlreiche SPD- und KPD-Parteigrößen. „Mit Beginn der Nazi-Herrschaft unterlagen sie als nichtkonforme Bewohner einer sehr ausgeprägten soziale Kontrolle und nahmen große Risiken in Kauf“, unterstrich Museumsleiter Dr. Udo Gößwald.

Es sind bedrückende Details und schier unvor-stellbare Lebensgeschichten, die von nun an durch die 2 1/2-jährige Arbeit seines Teams ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden. „Dieses mikrohisto- rische Projekt macht deutlich, wie wichtig heute die Forschung regionaler Museen ist“, sagte Gößwald, und er sei sehr stolz auf das Ergebnis.

Seit der Vernissage ist die Sammlung des Museums um einige Schätze reicher. „Ich habe Ihnen etwas aus dem Konvolut meines Vaters als Geschenk franziska giffey+udo gößwald+peter lösche_museum neuköllnmitgebracht“, kündigte Prof. Dr. Peter Lösche an und überreichte Gößwald eine Map- pe. Die Ebert-Stiftung habe viel zu viele von diesen Akten, meinte der Britzer: „Sie sollten gefördert werden.“ Dass Lösche – zu Gößwalds sicht- licher Irritation – ständig vom Heimat- museum gesprochen hatte, obwohl das Museum Neukölln bereits seit neun Jahren auf den zweisilbigen Zusatz verzichtet, war in diesem Moment verziehen.

Die Sonderausstellung „Das Ende der Idylle? Hufeisen- und Krugpfuhl- siedlung vor und nach 1933“ wird noch bis zum 29. Dezember im Museum Neukölln gezeigt.

Zur Ausstellung ist ein 400-seitiger Katalog (18 Euro), der die Forschungs- ergebnisse detailliert dokumentiert, sowie die Begleitbroschüre „50 Türen in die NS-Zeit“ (5 Euro) erschienen.

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Wider das Vergessen: Heute beginnt das Berliner Themenjahr „Zerstörte Vielfalt“

80 Jahre ist es heute her, dass die Nazis für mehr als eine Dekade die Macht in Deutschland übernahmen. Knapp sechs Jahre später, am 9. November 2013_LOGO_300X_www1938, schlug der Antisemitismus des Regimes in staatlich organisierte Gewalt um. Diese Eckdaten, der  80. Jahrestag der Machtergreifung der National-sozialisten und der 75. Jahrestag der Novemberpogrome, sind Anlass für das Berliner Themenjahr 2013. Unter dem Motto „Zerstörte Vielfalt“  wird ab heute stadtweit mit  über 500 Veranstaltungen insbesondere an Menschen erinnert, die zur Vielfalt Berlins beigetragen hatten und nach 1933 bedroht, verfolgt, deportiert und ermordet wurden.

gedenkstätte, ausstellung, ns-zwangsarbeiterlager friedhof hermannstraße, neuköllnAuch in Neukölln bereitet man sich auf die Teilnahme am Berliner Themenjahr 2013 vor: „Verschleppt. Ge- treten. Beschimpft. Bedroht“ steht als Titel über der Führung, die am 14. April um 14 Uhr von der Evan- gelischen Kirche Berlin-Brandenburg angeboten wird und über NS-Zwangsarbeiter im kirchlichen Lager auf dem Neuköllner St. Thomas-Friedhof informiert.

„Ende einer Idylle? – Hufeisen- und Krugpfuhlsiedlung in Britz vor und nach 1933“ heißt eine Ausstellung, die hufeisensiedlung britz, unesco welterbe, neukölln, hüsungdas Museum Neukölln ab 16. Mai zeigt. Zur Einstimmung hat das Museum in seinem Blog den Themenschwerpunkt „50 Türen in die NS-Zeit“ gesetzt und schildert in ihm Schicksale von Britzern street view neukölln, lilienthalstraße, neukölln, friedhof lilienthalstraßeim Nationalsozialismus.

Schon seit einem Vierteljahr und noch bis zum 30. April ist in der Feierhalle des ehemaligen Militärfriedhofs in Neukölln immer dienstags bis sonntags (10 – 17 Uhr) die Wanderausstellung „Die polnische Minderheit im KZ“ zu sehen, bei der es um Mitglieder polnischer Verbände im Deutschen Reich in den Konzentrations- lagern Sachsenhausen und Ravensbrück geht.

Des Themas „Die politischen Häftlinge des Konzen- trationslagers Columbia-Haus 1933 – 1936“ nimmt denkmal columbia-haus_columbiadamm neuköllnsich die GDW – Gedenk- stätte Deutscher Wider- stand ab 19. Juli an. Heute erinnert nur ein Denkmal am Columbiadamm, wenige Schritte von der Neuköll- ner Bezirksgrenze entfernt, an das KZ, dem eine besondere Bedeutung unter den Berliner Konzentra- tionslagern beigemessen wird. „Es ist das einzige Lager“, so GDW-Leiter Prof. Dr. Johannes Tuchel, „das von Beginn an unter Aufsicht der SS steht und zum Ausbildungszentrum für viele spätere KZ-Komman- danten wird.“ Im November 1936 wurde das Lager geschlossen, 1938 das Gebäude abgerissen. In der Ausstellung stehen die Häftlinge im Vordergrund. Ihr Alltag wird durch ausgewählte Biographien veranschaulicht und so ein individueller Zugang zu den Schicksalen der Menschen sowie den Haftbedingungen, denen sie ausgesetzt waren, infotafeln zur geschichte des tempelhofer felds, zwangsarbeiterlager, berliner forum für geschichte und gegenwartermöglicht.

Auf dem Tempelhofer Feld wird anlässlich des The- menjahrs „Zerstörte Vielfalt“ ein Open-Air-Geschichts- pfad zur NS-Historie des Flughafengeländes angelegt: Dazu werden zunächst  im Frühjahr zu den drei bereits bestehenden Infotafeln zehn weitere installiert. Insge- samt soll der vom Berliner Forum für Geschichte und Gegenwart (BFGG) e. V. erarbeitete Infopfad einmal 27 Tafeln umfassen und so den Beschluss des Berliner Abgeordnetenhauses umsetzen, am Columbiadamm einen Gedenk- und Informationsort einzurichten.

stolpersteine für berlin 8.10.2011, gunter demnigIn das Internetportal des Themenjahres, das über alle „Zerstörte Viel- falt“-Veranstaltungen informiert, wurde auch der Datenpool des Projektes „Stolpersteine“ einge- bunden, der nun mittels einer interaktiven Stadtkarte die über 1.500 Stolpersteine in Berlin darstellt. Seit Oktober letzten Jahres liegen 123 davon vor Häu- sern in Neukölln.

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Erinnerungen für die Zukunft

Eigentlich sind sie zu zwölft, doch diesmal sind nur neun Frauen und Männer ge- kommen. Nun ja, es ist Fußball-EM, da mischen viele vorübergehend ihre Prioritäten neu. Gut möglich, dass die drei Fehlenden nach den Sommerferien auch wieder am workshop-reihe "geteilte erinnerungen", hufeisensiedlung britz, museum neuköllngroßen Tisch unter dem Dach des Museums Neukölln sitzen und mit dem  Workshop „Ge- teilte Erinnerungen“  weitermachen.

Noch bis Oktober läuft er. Zweimal pro Monat trifft sich die Gruppe, die von der Ethnologin Barbara Lenz und der Künstlerin Roos Versteeg geleitet wird. Zentrales Thema der Gesprächs- und Erin- nerungswerkstatt ist die aus Hufeisensiedlung und Krugpfuhlsiedlung bestehende  Großsied- lung Britz. Um ihre Architekturgeschichte und um zeitgeschichtliche Ereignisse geht es, aber auch um die Menschen, die früher dort gelebt haben und heute dort wohnen. Auf eine Frau aus der Gruppe trifft beides zu; sie ist vor vielen Jahrzehnten in diesen Kiez im Ortsteil Britz gezogen. Andere nehmen an dem Workshop teil, weil sie eine Beziehung zu Britz haben und/oder ihr bezirkshis- torisches Wissen erweitern wollen.

Alte Fotos, Literatur über die Hufeisensiedlung und Arbeitsbögen, die die Aspekte ankündigen, die an diesem Abend diskutiert werden sollen, liegen auf dem Tisch: Gemeinschaft und Gesellschaft. Für welchen dieser Begriffe ist die von Bruno Taut nach dem Alle-wohnen-gleich-Prinzip entworfene Siedlung Beispiel? Führt(e) die geschlossen anmutende Bauweise dazu, dass die Bewohner workshop-reihe "geteilte erinnerungen", hufeisensiedlung britz, museum neuköllnsich als Teil einer Gemeinschaft  fühl(t)en? Nein, ist ein Mann überzeugt, die Bauweise an sich spiele für das Gemeinschafts- gefühl keine Rolle, das werde eher durch die Mietwirtschaft bzw. bei- spielsweise Genossenschaftswoh- nungen initiiert. Die Rentnerin aus der Hufeisensiedlung stimmt ihm zu. Sie habe den Gemeinschaftsgedanken dort zumindest nicht erlebt, sagt sie. Wohl aber habe es  Orte gegeben, an denen Gemeinschaft im Sinne von Kommunikation entstand: Die Männer aus der Siedlung hätten sich am Kiosk Berta getroffen, die Frauen am Bolle-Milchwagen, beim Teppichklopfen in den Höfen oder auch in den Waschküchen, die jedes Mehrfamilienhaus hatte. Eine Frau, die vor einigen Jahren aus Polen nach Berlin kam, erzählt, dass sich solche gemeinsamen Waschküchen in ihrer Heimat eben- falls durchgesetzt hätten und es sie noch heute oft dort gebe.

Die  Brücke von der Historie in die Gegenwart ist geschlagen. Auch das gehört zu  den An- liegen von Barbara Lenz und Roos Versteeg, die dem Erzählen durch ihren Input einen roten Faden geben und es moderieren. Eines der Ergebnisse des „Geteilte Erinnerungen“-Work- shops soll  Audio-Material für einen Hörspa- ziergang  durch die Großsiedlung Britz sein. Doch, ja, ein bisschen von Tauts Ambition, Raum für gemeinschaftliches Wohnen zu schaf- fen, sei schon umgesetzt worden: Für mehr als den kleinsten gemeinsamen Nenner reicht es nach Meinung der Workshop-Teilnehmer nicht. Die Siedlung sei ja ob der Aus- stattung ihrer Wohnungen schnell auch für Mieter attraktiv geworden, die mehr als all jene verdienten, für die sie ursprünglich konzipiert worden war. Vor allem an den Gärten sei das deutlich geworden: „Die Mieter der ersten Stunde haben sie als Nutzgärten angelegt, später wurden sie immer öfter als Ziergärten zweckenfremdet.“ Inzwi- schen, berichtet einer aus der Gruppe, werde die Rückkehr zur Anlage eines klassischen Gartens sogar vom Landesdenkmalamt gefördert.

Auch nach den Sommerferien ist für Interessierte noch ein Einstieg in den  Workshop „Geteilte Erinnerungen“  möglich; weitere Infos hier.

=ensa=