Eine von weiteren Forderungen: Mehr Bänke im Reuterkiez!

kofbinger_szczepanski_reuterplatz neukoellnEntwurzelte Menschen, überwiegend alkoholisierte Männer, für die im Rathaus Neukölln spöttische Begriffe wie „Brigade-Sorgenlos“ und „Internationale Trinker-Gruppe“ geprägt wurden, bevölkern nicht nur fehlende bank_reuterkiez neukoellnam Reuterplatz auf Parkbänken den öffentlichen Raum. Ihre Anwesenheit ist überall ein Grund, weshalb verrottete Bänke an öffentlichen Plätzen oft nicht erneuert und gelegentlich sogar gezielt entfernt werden. Ein interkulturelles Seniorenprojekt im Reuterkiez trug unter Leitung der Politologin Ursula Bach dagegen zusammen, welche Bedürfnisse und Erwartungen ältere Menschen im Reuterkiez an ihr Wohnumfeld Weiterlesen

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Wenn die gewohnte Umgebung fremd geworden ist

the bread station neuköllnWie lebt es sich in einem Kiez, dessen Bewohner-struktur sich binnen weniger Jahre rapide verjüngt hat, während man selber stetig älter wurde? Der Heimat ist, sich aber nicht mehr so anfühlt. In dem Bäckereien hope-seniorenzentrum neukoellneröffnen, die The Bread Station heißen, hippe Läden und Cafés in ehemalige Eckkneipen ziehen, und viel englisch, spanisch und italienisch gesprochen statt ber-linert wird.

Sie habe nie woanders als im Reuterkiez gelebt, erzählt eine Rentnerin. Nun wohnt sie am Maybachufer, vorher in anderen Straßen, die zwar noch heißen, wie sie immer hießen, ansonsten aber ihre Gesichter verändert haben: „Durch die Entwicklung der letzten Jahre hab ich den Eindruck, in einen anderen Kiez umgezogen zu sein.“ Für das seit Oktober 2012 laufende Weiterlesen

Unter Hipstern: Mit Uli Hannemann zu den Kreuzköllnern

Ich hatte ja ein bisschen gehofft, denjenigen bei der Buchpräsentation von Uli Hannemanns erstem Roman „Hipster wird’s nicht“ zu treffen, der mich Neuköllnerin uli hannemann_heimathafen neuköllnauf diesen Autor gebracht hat: ein Kreuz- berger mit Geschmack und der gleichen Vorliebe für Hipster-Lästereien. Das Publi- kum vorgestern Abend im Heimathafen Neukölln sah auch irgendwie nach Kreuz- berg aus – ab 30 aufwärts und mehr oder weni- ger intellektuell wirkend. Nicht ein Hipster in Sicht. Für mich ein guter Start in den Abend.

Es wurde so voll im Saal, dass den begeisterten Zuhörern sogar die Ränge geöffnet wurden. Immer wieder lachend und klatschend, lauschten wir alle der Weiterlesen

„Man darf nur nicht den Geigerzähler dranhalten“

Juliane Beer_Kreuzkölln Superprovisorium„Just in dem Moment rief aus Paderborn die Groß- mutter an, bei der Sam aufgewachsen war. Die Versorgerin, wie Sam sie nannte, seit sie dem Standquartier ihrer Kindheit und Jugend entkom- men war. Als könnte die alte Dame die Szene durchs Telefon mit ansehen, beschwor sie ihre Enkelin, sie möge zur Vernunft kommen und endlich aufhören, sich die Welt in Fehlfarben aus- zumalen. Andernfalls würde es böse mit ihr enden, bevor überhaupt irgendetwas begonnen hatte. Wäre es nicht vielmehr an der Zeit, Marlon, den Freund aus großbürgerlichem Hamburger Haus, zu heiraten? Eine gut bezahlte Stelle würde der bald antreten, was das anging, war die Versorgerin zu- versichtlich.“

Nicht nur, was letzteres betrifft, lag Sams Großmut- ter mit ihren Visionen weit daneben: Die Beziehung zwischen Samanta Wellner, der Enkelin, und Marlon hielt nicht mal zwei Jahre. Gut zwei Jahrzehnte später beginnt die eigentliche Handlung von Juliane Weiterlesen

Auch der Neukölln-Hype braucht mal Urlaub

Arme Berlin-Touristen. Da reisen sie zum Jahreswechsel in die Hauptstadt, besu- chen bei der Gelegenheit auch den zuvor gemiedenen Bezirk Neukölln, um dessen medial weithin kolportierten Boom nebst der blühenden Gastronomie- und Kreativ-Landschaft selber zu erleben – und dann das: Überall geschlossene Türen und Roll-

weihnachtsferien_neukölln

läden, egal durch welches Viertel man sich bewegt. Im Richardkiez herrscht dörfliche Ruhe. In den Straßen des Schiller- und Körnerkiezes sind wesentlich Weiterlesen

Wie Teile eines Puzzles: Ältere bringen Jüngeren die Geschichte des Neuköllner Reuterkiezes näher

senioren-erzählwerkstatt reuterkiez_neukölln„Donnerwetter, die ist ja sehr schön geworden! Und was für eine wunderbare Qualität.“ Auch im Neuköllner Reuterkiez war erst vorgestern Heiligabend, doch für die Teilnehmer des inter- kulturellen Senioren-Kiezprojekts gab es schon in der letzten Woche mit dem Erscheinen der broschüren-präsentation_galerie r31 neuköllnBroschüre ihrer Erzählwerkstatt eine vorgezoge- ne Bescherung: In der Galerie R31 konnten die 55- bis 84-Jährigen erstmals in dem Buch „Stimmen aus dem Reuterkiez – Seniorinnen und Senioren berichten von früher und heute“ mit ihren eigenen Weiterlesen

Schatten des schönen Scheins

Cool, angesagt, trendy, durchgentrifiziert, teuer, hip, aufgewertet: Dem Reuterkiez – von manchen Kreuzkölln, von einigen Kotzkölln genannt – werden diverse Attribute an-

vermüllung manitiusstraße nansenstraße_neukölln

gehängt, die nie in einem Atemzug mit anderen Neuköllner Kiezen genannt würden. Dabei unterscheidet sich das Viertel stellenweise gar nicht von denen. Das ähnelt Urlaubsregionen, bei denen davon abzuraten ist, von touristischen Trampelpfaden abzuweichen und einmal um die nächste Ecke zu gucken.