Dem Namen (fast) alle Ehre gemacht

Einen Sonntag mit viel Sonne – den gab es, ohne Schnee und Frost, lange nicht mehr in  Berlin. Bis gestern, was die Menschen in Scharen aufs Tempelhofer  Feld strömen

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ließ, um die Freiheit zwischen Himmel und Erde zu genießen oder auf Asphalt und zartem Grün zu tun, worauf seit  Monaten verzichtet  werden musste. Auch für die Feld-

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lerchen ist inzwischen alles fürs Brüten hergerichtet. Vis-á-vis der abgesperrten Flä- chen, auf dem Gelände des Allmende-Kontors, wurden Sämereien verkauft, und Max

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von Grafenstein vom Bauerngarten gab Hobbygärtnern in einem Workshop Profi- Tipps für die  Aussaat, die Jungpflanzen-Anzucht und eine spätere erfolgreiche Ernte.

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So konnte mancher mehr als den ersten dezenten Sonnenbrand der Saison mit nach Hause nehmen.

Getrennte Wege

Mit dem Wind ist das ja so ’ne Sache auf dem Tempelhofer Feld: Nirgendwo anders in Berlin hat er so viel Platz, sich ungehindert auszutoben und seine ganze Kraft zu ent- falten. Kaum etwas stellt sich ihm auf der etwa 400 Hektar großen Fläche in den Weg – wenn man mal von Spaziergängern, Rad- fahrern, Skatern und anderen Besuchern des Grüns zwischen Neukölln, Tempelhof und Kreuzberg absieht.

Besonders willkommen dürften dem Wind dabei alle Erwachsenen und Kinder sein, die ihm etwas zum Spielen mit aufs Tempelhofer Feld bringen: Drachen in allen möglichen Farben, Formen und Größen, die mal mehr und mal we- niger unter Kontrolle zu bringen sind. Denn wenn der Wind launische Böen übers Feld jagt, kommen vor allem Kitesurfer ins Schwitzen und Trudeln. Da kann’s dann schon leicht passie- ren, dass der Drachen und das Rollbrett getrennte Wege einschlagen und vor der Weiterfahrt erstmal die ein- zelnen Bestand- teile der Ausrüs- tung wieder ein- gesammelt und sortiert werden müssen. Meist bleibt es da nur bei wenigen Augenblicken der Trennung.

Auf alles andere als ein Miteinander verschiedener Interessen scheint es dagegen der Berliner Senat in Sachen Tempelhofer Feld abzusehen: Insbesondere auf der Neuköllner Seite entlang der Oderstraße sei die zu bebauende Fläche ausgeweitet worden, heißt es. Damit bekommen der Kommunikationswissenschaftler Dr. Lothar Köster und seine Initiative „100 Prozent Tempelhofer Feld“ eine steife Brise Rü- ckenwind: Sie planen ein Volksbegehren gegen die Bebauung des Geländes.

=ensa=