„Wir wissen doch, dass wir Kopf und Kragen riskieren, wenn wir am Sonntag offen haben. Es geht um unsere Existenz!“

späti_neuköllnWoher sind die Schrippen auf Ihrem Frühstückstisch, der gestern beim Einkauf vergessene Liter Milch oder die Sonntagszeitung? Ebenso aus einem Späti in der Nachbarschaft wie der Coffee-to-go, der einen Kof- späti-dialog_grüne neuköllnfeinkick während der morgend- lichen Gassirunde bescherte?

Bis auf den letzten Klappstuhl war am vergangenen Donnerstag der Versammlungsraum im Büro der Neuköllner Grünen besetzt: Gut 50 Gäste – darunter Polizei, Ord- nungsamt und Gewerbetreibende – waren auf Einla- dung der beiden Grüne-Wahlkreisabgeordneten Anja Kofbinger und Dr. Susanna Kahlefeld zu einem ersten Späti-Dialog zusammengekommen. Der Anlass war, dass Polizei und Ordnungsamt im Bezirk seit rund 15 Monaten rigide Weiterlesen

Der Tante-Emma-Laden ist tot, es lebe der Späti

der späti_christian klierOffiziell heißen sie Spätverkaufsstellen. In Berlin aber, wo es über 900 von ihnen gibt, bleibt von dem sperrigen Begriff nur die erste Silbe und der wird ein Verniedlichungs-i angehängt – so dass am Ende  Späti  übrigbleibt.

Christian Kliers liebstes Exemplar dieser Einzel- handelsspezies mit Regalen voller Waren von Al- kohol bis Zwieback ist in Neukölln an der Kreuzung Flughafen-/Reuterstraße und heißt  Eck-Oase. Hier begann er auch als Student der Kunsthochschule Weißensee die Recherchen für seine Diplomarbeit im Fach „Visuelle Kommunikation“: Viele Monate lang hat der 29-Jährige hunderte der Läden be- sucht, ihre Inhaber und Kunden interviewt und die Sortimente sowie die Historie der Gattung Späti erforscht. Was Christian Klier dabei herausfand, ist nun auf 176 Seiten in dem Buch „Der Späti“ nach- zulesen, das letzte Woche in Hassans Eck-Oase vorgestellt wurde.