Neuköllns ganze Pracht

Auf der Website des Kindl-Boulevards ist von „ausgezeichneten räumlichen Bedin-gungen“ die Rede, die „Qualitäten dieses seit 1996 etablierten Einkaufszentrums“ seien. Ferner wird die „Mischung aus Handels- und Dienstleistungs-unternehmen“ im „von Tageslicht durchfluteten Einkaufszentrum“ gepriesen.

Wer den an der Hermannstraße gelegenen Bou-levard bei oder nach Schauerwetter betritt, bekommt einen anderen Eindruck: Ganz sicher sind die räumlichen Bedingungen in der Fußgängerpassage nicht ausgezeichnet. Denn was schon vor Weiterlesen

Parkbuchten für Fahrräder: Neuköllner Pilotprojekt startet

Insgesamt 68 Fahrradbügel, teilt das Bezirksamt Neukölln mit, wurden an 10 Standorten im Neuköllner Norden installiert, 48 davon auf Parkstreifen und 20 auf Gehwegen. Die Positionen seien so gewählt worden, dass sie zusätzlich für „mehr Übersichtlichkeit an schwer einsehbaren Straßenüberquerungen sorgen, beispiels-weise vor Kitas oder Spielplätzen“.

Mit dem Pilotprojekt „Fahrradparken auf Fahrbahnen“, für das Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey heute Mittag in der Anzengruberstraße den offiziellen Start-schuss gibt, setzte der Bezirk einen im Juni letzten Jahres von SPD und Grünen initiierten BVV-Beschluss um, der „im Sinne eines groß-stadtfreundlichen integrierten Verkehrskonzepts“ zugleich bessere Weiterlesen

Immer wenn es regnet …

kindl boulevard_neukölln… wird die Passage des Kindl Boulevards nicht nur von Tageslicht durchflutet. Schon seit Jahren kapituliert das Glasdach bei starkem Regen oder auch schmelzenden Schneemassen. Infolgedessen wird das 1996 eröffnete „multifunktionale Gebäude“, das laut Eigenwerbung ebenso „Komfort, Modernität und Sicherheit“ wie auch „Raum zur wirtschaftlichen Entfaltung und Unter-haltung“ bietet, zur  urbanen Tropfsteinhöhle,

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in der ein stetig wachsender Eimer-Parcours das Entertainment-Bedürfnis der Pas- santen zusätzlich befriedigt. Von der Tema Group, die sich auf der Weiterlesen

Spurensuche in Berlins Kino- und Filmgeschichte

stefan zollhauser_stadtführung_museum neuköllnStefan Zollhauser kam mit seinem Fahrrad, das mit vielen Materialien bepackt war. Da sich zu Neukölln weniger historisches Material als zu Tempelhof mit dem Ufa-Gelände finde, kündigte der Historiker an, werde sich der Rundgang zum Thema „Vom Kintopp zum Lichtspiel-Palast“ schwerpunktmäßig dem Nachbar- bezirk widmen.

Am Treffpunkt auf der Neuköllner Seite des Tempelhofer Feldes gab er aber erst einmal einen sehr informativen Abriss über das Kinogeschehen in Berlin vor 100 Jahren und mehr. „Schon um 1910 hat es hier neben den sogenannten Ladenkinos, also Läden mit Kino- betrieb, auch schon riesige Kinopaläste gegeben“, erzählte er der leider sehr überschaubaren Gruppe Kino- und Film-Interessierter, die an der Führung des Museums Neukölln teilnahmen. „War im Ladenkino der Raum u-förmig“, veranschaulichte er, „wurden manchmal Spiegel aufgestellt, Weiterlesen

Neuköllner Absichten – vom Turm der Nikodemus-Kirche

nikodemus-kirche_neuköllnDie Kirche als Institution spielt heute im Bewusstsein der meisten Neuköllner eine eher untergeordnete Rolle, und auch die Bauwerke werden kaum wahrgenommen. Im besonderen Maße gilt das für die Nikodemus-Kirche. Als typische Straßenkirche bildet sie in straßenansicht_nikodemus-kirche_neuköllnder Nansenstraße mit den Nachbarhäusern eine Bauflucht. Teile des Zierrates – als sichtbare Unter- scheidungsmerkmale – sind darüber hinaus durch das Straßenbaumgrün verdeckt. Aber dann erkennt man sie doch: Überlebensgroße Figuren, Petrus petrus+paulus_nikodemus-kirche neuköllnund Paulus darstellend, ein Christusbild und die Halbreliefs der vier Evangelistensymbole (Engel, Löwe, Stier und Adler).

Auf den Namensgeber weist nichts als Fahne mit der Aufschrift „100 Jahre Nikodemus-Kirche im Reuterkiez“ hin. Ursprünglich, geht aus der Chronik hervor, sollte auf dem benachbarten Reuter- platz eine große Kirche für die sich seinerzeit sprunghaft vergrö- ßernde Gemeinde errichtet werden. Einen Namen Weiterlesen

Neuköllner Absichten – vom Haus der Volksbildung

haus der volksbildung_neukölln„Ich komm mit, ich war auch noch nie da oben!“, hat Bärbel Ruben beschlossen, als sie uns – begleitet vom Hausmeister – im Foyer des Hauses der Volks-bildung empfängt. Die Pressereferentin der Neuköll- ner Bezirksamts-Abteilung Bildung, Schule, Kultur und Sport arbeitet zwar in dem Gebäude in der Boddinstraße, aber was man von dessen Turm aus sieht, hatte sie sich vorher nie gefragt.

Per Aufzug geht es bis zur 3. Etage, und Weiterlesen

Rot gesehen

Rot dominierte gestern an der Hermannstraße auf dem Bürgersteig zwischen dem Eingang zum Kindl Boulevard und der Roll- bergstraße. Wer aus Rich- tung Hermannplatz kam, musste zuerst am SPD– Pavillon (weiße Schrift auf rotem Grund) vorbei: In ei- nem Atemzug mit der Fra- ge „Darf ich Ihnen unse- ren Kandidaten vorstel- len?“ erhielt man die Par- tei-Gazette „Berliner Stadtblatt“, einen Promo-Flyer des Kandidaten und eine Tüte mit einem Weißmehl-Brötchen in die Hand gedrückt. Erol Özkaraca, eben jener Kandidat, hätte sich auch höchstselbst vorstellen können, zog es aber vor, sich im Hintergrund zu halten und die rote Schrift auf der Tüte nebst der drögen Schrippe sprechen zu lassen.

Nur wenige Schritte weiter hatte Die Linke ein Tisch- chen samt Schirm mit identischer Farbkombination aufgebaut. Für das leibliche Wohl der Passanten hatten die beiden freundlich-zurückhaltenden Wahl- kämpfer nichts parat. Auch darauf, einen Kandidaten vorgestellt zu kriegen, musste man hier verzichten. Dafür kamen Papierfetischisten auf ihre Kosten.

Mit selbem farblichem Corporate Design aber einer vergleichsweise großen An- gebotspalette wartete dagegen KIK auf. Hier, an der Ecke Rollbergstraße, wurde der Schlusspunkt hinter die rote Dominanz gesetzt. Auf dem Wahlzettel wird man die drei Buchstaben links der Mitte des Alphabets aber vergeblich suchen.

=ensa=