Was macht eigentlich … 101 Neukölln?

Eigentlich gibt es das Karstadt-Schnäppchencenter am Alfred-Scholz-Platz schon seit Mitte vorletzten Jahres nicht mehr. So hatten es jedenfalls die Projektentwickler der S IMMO AG geplant. Im Herbst 2015 hatte das österreichische Unternehmen das sechsstöckige Gebäude samt des angeschlossenen Parkhauses erworben, um es für „mindestens 30 Millionen Euro“ umzubauen und „Anfang 2019“ als 101 Neukölln wiederzueröffnen.

Doch wie man sieht, sieht man nichts, was auf Neues am und im ehemaligen Sinn-Leffers-Kaufhaus hindeutet, und dort Weiterlesen

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Mit Schwaben rechnen

schwabylon-berlin-neukoellnUns Schwaben wird ja gemeinhin eine große Sparsamkeit bis hin zum Geiz und ein unermüdliches Arbeiten nachgesagt. Dies ist auch in Sätzen wie „Schaffe, schaffe, Häusle baue und nicht nach den Mädle schaue“ versinnbildlicht. Dass wir Schwaben uns aber auch selbst tischspruch_schwabylon-neukoellnauf die Schippe nehmen können, beweisen die Sprüche auf den Tischen des Schwabylon in der Pannierstraße.

Während Dominik Eiseles kulina-rischer Schwaben-Hotspot, in dem nicht zuletzt am Einbau eines Klos gespart wurde, noch relativ neu ist, geht in Neukölln eine Institution für Pfennigfuchser ihrem Ende entgegen: Mit großen Plakaten bewirbt derzeit das Karstadt Schnäppchen-Center seine Weiterlesen

Aus einem „perfekten Objekt, um Fantasien ausleben zu können“ wird 101 Neukölln

karstadt-schnaeppchencenter neukoellnFür die Schnäppchenjagd hat das Revier am Alfred-Scholz-Platz spätestens Mitte nächsten Jahres ausge-dient. Dann macht das Karstadt-Outlet dicht, weil der Umbau der Schlüsselimmobilie an der Karl-Marx-Straße beginnt, die – wie vorgestern bei einer Pressekonferenz karstadt-schnaeppchencenter_neukoellnmitgeteilt – Anfang 2019 als „101 Neukölln“ wiedereröff-net werden soll.

Im September letzten Jahres kaufte die S IMMO AG das fünfstöckige Gebäude samt des angeschlossenen Parkhauses. „Es war nicht nur die Lage des Objekts, die uns begeistert hat, sondern auch der morbide Charme des Kaufhauses und die Größe des Parkhauses“, sagt Robert Neumüller. Doch erhalten Weiterlesen

Gedenktafel und künstlerischer Clou für Neuköllns neuen Platz

einweihung alfred-scholz-platz_berlin-neuköllnGestern, 12 Uhr, strahlender Sonnenschein zur Einweihung des Alfred-Scholz-Platzes an der Karl-Marx-Straße. „Früher hätte man dazu Kai- serwetter gesagt“, bemerkt Neuköllns Baustadt- rat Thomas Blesing (SPD) in seiner Anmodera- tion gutgelaunt. Er lenkt damit – absichtlich oder nicht – schon auf den erste Programmpunkt des Tages hin: Die Ehrung des ersten sozial-demokratischen Bezirksbürgermeisters durch die Umbenennung des bisherigen Platzes der Stadt Hof.

Zum Geburtstag Kaiser Wilhelm II. am 27. Janu- ar 1898 lernten sich nämlich die späteren Ehe- leute Alfred und Gertrud Scholz kennen: Gertrud, die bis zum Beginn der Weimarer Republik Alfreds politische Weggefährtin war, vermerkte die heute vielleicht befremdlich erscheinende Erinnerung an den denk- würdigen Tag in ihrer kleinen Autobiographie „Leben und Wirken“. Nun Weiterlesen

Hier dezent, da opulent: Vorweihnachts-Spagat in Neukölln

Die Zeiten, als die Karl-Marx-Straße in der Adventszeit noch weihnachtlich geschmückt und beleuchtet war, sind lange vorbei. Auch Weihnachtsmarkt-Buden zwischen Ganghoferstraße und Rathaus, an denen gegessen, getrunken oder Nippes gekauft werden konnte, gehören der Vergangenheit an. Heute erinnern nur die Auslagen und Dekorationen der Geschäfte an das bevorstehende Fest, Neuköllns Magistrale selber präsentiert sich im Business as usual-Look.

Ganz anders: die Neukölln Arcaden. Schon die Fassade des Shoppingcenters hat sich in ein Lichtermeer verwandelt, in der Einkaufspassage setzt sich die atmosphärische Opulenz fort – über eine Viertelmillion Lämpchen wurden hier verbaut. Die Balustraden aller Etagen sind in funkelnde Lich- tervorhänge gehüllt, Weihnachtsbäume festlich gül- den geschmückt, und über den Rolltreppen hängen mächtige Weihnachtssterne, die halbstündlich im Takt von Weihnachtsliedern in verschiedenen Far- ben aufleuchten.

Ungleich bescheidener fällt die Inszenierung ein paar hundert Meter weiter südlich auf dem Platz der Stadt Hof aus. Das Bunteste ist hier – absehen von dem, was Passanten an und mit sich tragen – das lieblos mit Asphalt ge- flickte Wappenmosaik der Stadt Hof. Dass der lange vernachlässigte Platz seit dem 1. Advent abends etwas heller anmutet, ist dem zu verdanken, was von Fromlowitz + Schilling, den Öffentlichkeitsarbeitern der [Aktion! Karl-Marx-Straße], als „außergewöhnliche Ak- tion“ bezeichnet wird: Drei Lichtkünstler bestückten die Platane auf dem Platz mit etlichen weißen Einkaufstüten, die noch bis Anfang Januar bei Einsetzen der Dämmerung durch ein Strom-Sponsoring des Karstadt Schnäppchenmark- tes beleuchtet werden und so dem Ort ein wenig stimmungsvoller machen sollen. Dem Citymanage- ment  geht es jedoch auch noch um etwas anderes. Von einer „Doppelgleisigkeit“ spricht Sabine Slapa. Einerseits solle mit dem Projekt Weihnachts- platane zum Shoppen in den Geschäften der Karl- Marx-Straße und ihren Nebenstraßen anregt, an- dererseits aber durch die Wahl des Ortes und eine entsprechende Fokussierung auch signalisiert wer- den, „dass auf dem Platz der Stadt Hof jetzt wirklich etwas passiert“. Schon im nächsten Jahr werde die Umgestaltung angegangen, so Citymanagerin Sabi- ne Slapa, und die soll Neuköllns städtebauliches Stiefkind endlich zum Zentrum der Karl-Marx-Straße machen.

=ensa=