Aus für Karstadt in den Gropius Passagen zum 31. Oktober!

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller, Bürgermeisterin Ramona Pop und Bürgermeister Dr. Klaus Lederer stellten als Spitzen der Regierungskoalition gestern Mittag gemeinsam eine Vereinbarung über den Erhalt von Warenhausstandorten der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH sowie über die Investitionen der Signa-Gruppe in städtebauliche Projekte im Land Berlin vor. Die vier Warenhäuser im Ring Center, am Weiterlesen

Die Diskussion über die Zukunft von Karstadt am Hermannplatz geht weiter

„Nicht ohne Euch!“, verspricht ein meterhohes Transparent an der Fassade des Karstadt-Gebäudes. Es soll auf die Informationskampagne zur Zukunft des Traditions-Kaufhauses am Hermannplatz hinweisen, die die Signa-Gruppe des Unternehmers René Benko im Juni begann. „Unsere erklärten Ziele für das Projekt sind die nachhaltige Sicherung des Warenhausstandortes, die Sicherung der bestehenden und die Schaffung weiterer Arbeitsplätze, die Realisierung eines attraktiven Nutzungsmix sowie eine frühzeitige Beteiligung der Anwohner an den Plänen“, sagte Timo Herzberg, CEO von Signa Real Estate, anlässlich der Vorstellung Weiterlesen

Informativ-unterhaltsamer Rundgang führt in die Historie von Karstadt am Hermannplatz ein

Wer in der Hasenheide zur südwestlichen Ecke des Hermannplatzes blickt, sieht auf der linken Straßenseite einen unzerstörten Teil des alten Karstadt-Warenhauses. Er dokumentiert die Größe des Gebäudes, das einst vom Architekten Philipp Schaefer entworfen und im Juni 1929 als das modernste Kaufhaus Europas eröffnet wurde. 32 Meter in die Höhe erhob sich damals die Muschelkalkfassade des gewaltigen Baukörpers auf einer Länge von 256 Metern. Weitere 24 Meter ragten zwei Türme empor, auf denen jeweils eine 15 Meter hohen Lichtsäule stand. Unter bis heute nicht vollständig geklärten Umständen sprengte am 25. April 1945 vermutlich die Waffen-SS den größten Teil des monumentalen Gebäudes am Hermannplatz. Weiterlesen

Alle wollen Karstadt, aber jeder will es anders

Ohne ein greifbares Ergebnis endete gestern Nachmittag eine Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses der BVV Neukölln:  Auf ihr hatten der Projektmanager Thibault Chavanat und Timo Hertzberg, CEO von Signa Deutschland, ihre Pläne für den Karstadt-Neubau am Hermannplatz in einer siebenminütigen Power-Point-Präsentation vorgestellt und Weiterlesen

Neukölln diskutiert Investorenpläne für die Zukunft von Karstadt am Hermannplatz kontrovers

Dunkle Wolken zogen im Juli 2014 über dem Karstadt-Kaufhaus am Hermannplatz auf: Seinerzeit befürchteten altgediente Mitarbeiter den Verlust ihrer Arbeitsplätze, weil bekannt wurde, dass der damalige Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen mit dem österreichischen Unternehmer René Benko über den Verkauf der Warenhauskette verhandelt. Inzwischen ist unter der Regie von Benkos Signa-Holding, zu der die Sparten Retail (Einzelhandel) und Weiterlesen

Bio-Unterricht in der Feinkost-Abteilung

Was zu einem gesunden Frühstück gehört, hatten vormittags schon 24 Erst- bis Drittklässler der Karlsgarten-Grundschule von Ernährungsberaterin Urte Grauwinkel markus haxter_urte grauwinkel_bio erleben_karstadt hermannplatz_neukölln(r.) gelernt. Probiert wurden die neuen Snacks für den Start in den Tag anschlie- ßend selbstverständlich auch. Mittags waren dann Mädchen und Jungen der 4. bis 6. Klassen der Neuköllner Schule eingeladen, bio erleben_karstadt hermannplatz neuköllnvon Markus Hax- ter (l.) etwas über gute Nahrungs- mittel zu erfahren und mit dem Spitzenkoch ein leckeres Mittagessen zuzubereiten. Leicht nachzukochen ist es außerdem.

Letzteres sei auch ein wichtiges Anliegen der Bildungs- und Genusskampagne „Bio erleben!“, die der Karstadt-Konzern seit Jahren in seinen Feinkostabteilungen durchführt. „Wir wollen, dass die Kinder zuhause gemeinsam mit ihren Eltern ausprobieren, was sie Weiterlesen

Wo laufen sie denn?

Es sind nur knapp 200 Meter der insgesamt 42,195 Kilometer, die die Teilnehmer des 41. BMW-Berlin-Marathons auf Neuköllner Straßenland zu absolvieren haben: Sie füh- ren am Karstadt  entlang über  den Hermannplatz. Die Auswirkungen der  Sportveran-

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staltung betreffen aber mit der Hasenheide und dem Kottbusser Damm weitere Stra- ßen, die halbseitig zu Neukölln gehören: Beide sind bis etwa 13 Uhr gesperrt, damit die Zuschauer Platz und die über 40.000 Läufer freie Bahn haben.

Dunkle Wolken über dem Hermannplatz

Die verkaufsfördernde Maßnahme namens Lächeln verlangt dem Personal des einst modernsten Kaufhauses Deutschlands zusehends mehr Kraft ab: Kurz vor Weih- nachten die Nachricht, dass das Gebäude des Karstadt am Hermannplatz an einen niederländischen Investmentfonds verkauft wurde; Ende letzter Woche erfuhren die Mitarbeiter dann, dass die neue Karstadt-Chefin  Eva-Lotta Sjöstedt, die bei vielen als

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personifizierter Lichtblick gegolten hatte, nach nur fünf Monaten ihren Posten an der Konzernspitze aufgibt. Und gestern schließlich die Meldung, dass Weiterlesen

Temporäre Designermode-Insel am Hermannplatz

Im Erdgeschoss des Karstadt-Kaufhauses, zwischen Oster-Deko, Strümpfen, Hüten und Süßwaren, hat sich vorübergehend ein Shop mit Lokalkolorit eingenistet: 16 Modelabels, die dem Neuköllner  Designer-Netzwerk Nemona  angehören, präsentie-

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ren und verkaufen hier noch  bis Sonnabend von 10 – 20 Uhr ihre Weiterlesen

Neuköllner Absichten – vom Turm der Nikodemus-Kirche

nikodemus-kirche_neuköllnDie Kirche als Institution spielt heute im Bewusstsein der meisten Neuköllner eine eher untergeordnete Rolle, und auch die Bauwerke werden kaum wahrgenommen. Im besonderen Maße gilt das für die Nikodemus-Kirche. Als typische Straßenkirche bildet sie in straßenansicht_nikodemus-kirche_neuköllnder Nansenstraße mit den Nachbarhäusern eine Bauflucht. Teile des Zierrates – als sichtbare Unter- scheidungsmerkmale – sind darüber hinaus durch das Straßenbaumgrün verdeckt. Aber dann erkennt man sie doch: Überlebensgroße Figuren, Petrus petrus+paulus_nikodemus-kirche neuköllnund Paulus darstellend, ein Christusbild und die Halbreliefs der vier Evangelistensymbole (Engel, Löwe, Stier und Adler).

Auf den Namensgeber weist nichts als Fahne mit der Aufschrift „100 Jahre Nikodemus-Kirche im Reuterkiez“ hin. Ursprünglich, geht aus der Chronik hervor, sollte auf dem benachbarten Reuter- platz eine große Kirche für die sich seinerzeit sprunghaft vergrö- ßernde Gemeinde errichtet werden. Einen Namen Weiterlesen

Spuren jüdischer Unternehmen in Neukölln

Vielfalt ist ein Begriff, der schon immer mit Neukölln in Verbindung gebracht wird. Sind es heute Einwanderer aus arabischen Ländern, der Türkei oder südlichen EU- Nationen, die mit ihren Unternehmen das gewerbliche Angebot im Bezirk mitgestal- ten, waren es früher jüdische Geschäftsleute, die völlig selbstverständlich zu Neu- kölln gehörten.  An sie erinnert der neue Hörspaziergang „Auf dem Damm“, der in 13 Stationen zwischen Hermannplatz und Maybachufer kleine und mittelständische

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jüdische Unternehmen vorstellt, die bis zum Ende der 1930er Jahre im Kiez exis- tierten: Eierhandlungen, eine Likör- und eine Krepppapierfabrik, Weiterlesen

Der Spatz vom Hermannplatz

Höflichkeitsfloskeln sind nicht sein Ding. Er  fragt die Besucher des Restaurant-Cafés

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auf der Dachterrasse  vom Karstadt am Hermannplatz nicht, ob er sich dazu setzen darf, sondern macht es einfach. Auf Gesellschaft kommt es ihm dabei nicht an, oft stört die eher. Wichtiger ist ihm ein ordentlich vollgekrümelter Tisch. Mit der Frage, ob er sich bedienen darf, hält er sich selbstverständlich auch nicht auf. In einem Spat- zenleben ist Schnelligkeit entscheidender als Umgangsformen.

18 auf einen Streich

2_nemona pop up store_karstadt hermannplatz_neuköllnShops im Shop im Shop – mit die- sem System hat der Karstadt am Hermannplatz sein Sortiment erheb- lich erweitert: Auf einer Aktionsfläche im Erdgeschoss – zwischen Socken, Taschen und Koffern und Lillifee-Aller- lei – wurde vorgestern der Nemona Pop Up Shop  eröffnet, in dem wiede- rum 18 Designer ihre Produkte an- 3_nemona pop up store_karstadt hermannplatz_neuköllnbieten.

Alle ge- hören dem  Netzwerk Mode & Naehen Neukölln  an, haben sich dem Kreieren von Damen- oder Herren- bekleidung oder Accessoires verschrieben und wohnen oder arbeiten im Bezirk. Letzteres, sagt Clemens Mücke von der Wirtschaftsförderung des Neuköllner Bezirksamts, nehme man aber nicht so genau: „Wer in der direkten Nachbarschaft im Graefekiez in Kreuzberg lebt oder sein Atelier hat, konnte sich auch bewerben.“ Unabdingbar war jedoch, dass das Label 1_nemona pop up store_karstadt hermannplatz_neuköllnüber personelle und finanzielle Ressour- cen zur Beteiligung an den entstehenden Kosten und der Betreuung des Shops verfügt, die mit einer Verkaufsschulung vor- bereitet wurde.

Jeder der 18 Designer müsse während der 16 Tage, an denen der Nemona Pop Up Shop von 10 bis 20 Uhr geöffnet ist, vier Schichten übernehmen, wobei immer Mit- arbeiter von zwei Labels parallel vor Ort seien, erklärt Gabriele Prellwitz, die Chefin von  anyonion strickdesign (l.). „Außerdem“, sagt sie, „zahlen wir  Designer für Styling,

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Modenschau, Models, Bürokram und solche Dinge.“ Die Finanzierung der rund 7.000 Euro für die Verkaufsfläche, die, so Clemens Mücke, ob ihrer Lage zum Premium- bereich innerhalb des Karstadt-Warenhauses gehöre, erfolgt indes über das vom Bezirksamt und der Berlin Partner GmbH unterstützte Netzwerk. Dass sich auch für die Karstadt-Filiale Synergieeffekte aus der Vermietung ergeben, davon ist Mücke überzeugt: „Unsere Designer und Events ziehen ja doch ein anderes Publikum an.“

In erster Linie verfolgt der temporäre Shop der 18 Labels , dessen Eröffnung mit einer Modenschau gefeiert wurde, aber laut Sabine Hülsebus von Nemona das „Ziel, in der

1_eröffnung_nemona pop up store_karstadt hermannplatz_neukölln 5_eröffnung_nemona pop up store_karstadt hermannplatz_neukölln 4_eröffnung_nemona pop up store_karstadt hermannplatz_neukölln anyonion_eröffnung_nemona pop up store_karstadt hermannplatz_neukölln

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Zukunft ein permanentes Fashionkaufhaus zu entwickeln.“ Mit individueller Damen- und Herrenmode von elegant bis sportlich in limitierten, meist öko- und sozialfair produzierten Serien, Bademoden und Underwear, Taschen, Schmuck und Upcycling-Accessoires. Dass es auch Durststrecken zu überwinden gilt, lernen die Designer neben den organisatorischen Aspekten gleich mit. „Schon jetzt ist nicht viel los im Karstadt“, sagt Gabriele Prellwitz, „und ab Dienstag sind dann noch Ferien.“

Der Nemona Pop Up Shop gastiert noch bis zum 29. Juni bei Karstadt am Hermannplatz und wird durch folgende Events ergänzt:

Heute ab 18 Uhr: Fotostudio fürs Publikum mit dem Fotografen Steven Kohlstock / 22. Juni ab 17 Uhr: Live-Painting-Aktion auf Textilien mit Gabriel Bur vom Label Berlin-My-Inspiration® / 28. Juni ab 18 Uhr: Finissage, Sale und Auktion mit der Theatergruppe vom Fujiama Nightclub.

=ensa=

Paris – Mailand – Neukölln

huxleys neukölln„Neue Welt“ steht über dem Huxley’s, und momentan ist auch in die Kon- zert-Location an Neuköllns Hasen- heide eine neue Welt eingezogen: die der Mode. Noch bis übermorgen bringt dort der Showfloor Berlin, seit Jahren feste Größe des Eco Fashion-Segments der Berlin Fashion Week, Designer-Mode und den Catwalk auch für die ganz nah, die weder VIPs noch Medienvertreter sind oder zum Umfeld der Textil-Industrie und Sponsoren gehören.

Gestern Abend bei der Auftaktshow, die mit der Premiere des Kurzfilms „Fashion fashion goes neukölln_showfloor berlin_huxleysgoes Neukölln“ eingeläutet wurde, stand Design aus dem Gastgeberbezirk im Mittel- buschkowsky_showfloor berlin_huxleys neuköllnpunkt. Vorher kam je- doch Bezirksbürger- meister Heinz Busch- kowsky, der auch im Film in einer kleinen Nebenrolle sich selber gespielt hatte, zu Wort: Paris – Mailand – Neukölln. In einer Reihe mit anderen Mode- metropolen müsse man den Bezirk nennen, stellte er in launigem Tonfall fest. Wer es bis dato noch nicht wusste, erfuhr alsdann, dass die Zukunft der Mode in Neukölln liege. „Unsere Neuköllner Labels inspirieren alles, was Sie auf den Schauen der Berlin Fashion Week sehen“, schwadronierte Buschkowsky in Alleinunterhalter-2_format_showfloor berlin_huxleys neuköllnManier weiter, bevor er sein Loblied auf Neukölln beendete und die Eröffnung des Showfloors durch Mareike Ulmans Label  format  ankündigte.

Die Designerin, die in Klein-Serien aus biozertifizierten Materialien alltagstaugliche Mode für Frauen und format_showfloor berlin_huxleys neuköllnMänner herstellt, gehörte zu den Gewinnern eines De- signercastings, bei dem es um die Möglichkeit der kostenlosen Prä- sentation beim Show- floor gegangen war. Ein Dutzend Models führten nun die von lässig bis klassisch-elegant changierende Prêt-à-porter vor, deren Zeitlosigkeit Ulmans Interpretation von Nachhaltigkeit unterstreicht. Starre Kollektionen sind nicht ihre Sache, vielmehr geht es der 1_format_showfloor berlin_huxleys neuköllndiplomierten Designerin ums stetige Ergänzen durch Teile in 3_format_showfloor berlin_huxleys neuköllnneuen Materialien und Farben.

„Die Show“, hatte Busch- kowsky dem Publikum im Huxley’s zuvor prognosti- ziert, „wird Sie wegfegen!“ Und spätestens dann, meinte er, seien auch die- jenigen, die dachten, er habe Quatsch erzählt, überzeugt: „Das ist ein sehr realistischer Mann, der da vorhin ge- sprochen hat.“ Quatsch zu erzählen, merkte er noch an, sei ohnehin nicht seine Art. Weggefegt hat die Show allerdings auch niemanden.

Heute präsentiert der Showfloor ab 21.30 Uhr niederländische Avantgarde, vorher  (ab 18 Uhr) ist u. a.  das Berliner Label NIX auf dem Catwalk. Morgen wird der letzte Showfloor-Tag um 18 Uhr durch das Neuköllner Label P|AGE Fashion eröffnet. Kartenreservierung für alle Shows: hier.

format-schaufenster_karstadt hermannplatzAuch gegenüber vom Huxley’s, bei Karstadt am Her- mannplatz, setzt die Berlin Fashion Week showfloor berlin_karstadt hermannplatzunüber- sehbare Zeichen: Zwei Schaufenster zeigen bis morgen Stücke der Show- floor-Labels und auf einer Sonderfläche in der 3. Etage gibt es nachhaltig produzierte Kreationen zum Angucken und Anfassen von Benu Berlin, zuit, 1979, Berlin My Inspiration, Lotta und Johanna Riplinger.

=ensa=

Mit Alice durch’s Wunderland am Hermannplatz

Ich hatte keinerlei Vorstellung wie ein Theaterstück quer durch ein – von einkaufswütigen Menschen gefülltes – Kaufhaus funktionieren sollte. Deshalb war ich auch schon eine halbe Stunde vor Beginn der Aufführung da, und mit mir die Befürchtung, ewig nach Kartenkasse und Startpunkt im Karstadt am Hermannplatz alice im wunderland, ms schrittmacher, karstadt am hermannplatz, foto: andreas j. ettersuchen zu müssen. Aber an jedem Eingang steht ein freundliches Schild, das alle Interessierten in die U-Bahn-Station schickt. Dort tauscht man dann sein Geld oder eine Eintrittskarte gegen einen Zuschau- erausweis. Und wenn man wie ich zu früh ist, kann man noch in Ruhe ein bisschen shoppen gehen.

Pünktlich fand ich mich in einer Menge Wartender wieder, die alle zunächst irritiert auf eine recht laut telefonierende Dame blickten. Als dann aber plötz- lich ein Hase vor dieser auf und nieder hüpfte, war alles klar: Die Performance um „Alice im Wunder- land“ hatte begonnen. Von nun an folgten wir anderthalb Stunden lang den uns zuvor vorgestellten Guides. Zunächst an einen Ort, den der gemeine alice im wunderland, ms schrittmacher, karstadt am hermannplatz, foto: andreas j. etterKunde niemals kennen lernt: das Dekorations- lager im Keller.

Ich habe lange überlegt, wie ich das be- schreiben könnte, was ich mit den Schau- spielern und Tänzern des Künstlerkollektivs MS Schrittmacher erlebt habe. Ich kann es nur so sagen: Ich weiß jetzt, wo Weihnachten ist, wenn die ersten bunten Eier im Regal auftauchen, und dass man sich mit Alice in eine alice im wunderland, ms schrittmacher, karstadt am hermannplatz, foto: andreas j. etterwahrlich wundersame Welt verläuft.

Die Zeit vergeht wie im Flug während wir von Ort zu Ort eilen, um zu sehen, was Alice noch kaufen und wem sie dabei begegnen wird. Sei es sich selbst oder dem ausrangierten Alt-Schauspieler, der verzweifelt versucht sein tolles Buch an den Mann zu bringen. Dem gehetzten Hasen, der Alice zu allerlei Spontankäufen verleitet. Der modeberatenden Raupe oder der leicht herrschsüchtigen Frau König, die mit den Verkäuferinnen und Kunden durch den alice im wunderland, ms schrittmacher, karstadt am hermannplatz, foto: andreas j. etterKarstadt tanzt.

Alles ist äußerst wunderlich und komisch. Besonders wenn uneingeweihte Karstadt-Kunden unwissentlich mitwirken, und sei es nur dadurch, dass sie mit offenen Mündern staunend am Rand stehen. Oder aber in Erklärungsnot geraten – wie der Vater, der seinen zwei kleinen Töchtern verzweifelt zu verklickern versuchte, warum die Verkäuferinnen Hasenohren an alice im wunderland, karstadt am hermannplatz, ms schrittmacher, foto: andreas j. etterWeihnachtsmänner kleben, sich aber plötzlich in quiekende Ferkel verwandeln.

Alles in allem bietet „Alice im Wunderland“ eine perfekte Gelegenheit, den Karstadt am Her- mannplatz mal so richtig kennen zu lernen oder vielleicht auch einen kritischen Blick auf das eigene Kaufverhalten zu werfen und sich dabei noch bombig zu amüsieren.

Die morgige Premiere des Stückes „Alice im Wunderland“ der MS Schritt- macher bei Karstadt am Hermannplatz ist  bereits ausverkauft. Am 29. und 31. März, 2. – 5. April und 7. April (jeweils 15 und 18 Uhr) und am 30. März (11 und 15 Uhr) gibt es weitere Aufführungen. Die Tickets kosten 16 € bzw. ermäßigt 11 € und können über Showtime Tickets, (Veranstaltungsort „Treffpunkt: U-Bahn-Zugang Karstadt Hermannplatz“ anklicken), per Mail an tickets[at]dock11-berlin.de oder telefonisch unter 030 – 68 74 000 oder 030 – 351 20 312 reserviert werden.

=Anna Sinnlos=

Der Countdown für eine weitere Neuköllner Postfiliale läuft

„Die veräppeln uns doch nach Strich und Faden!“ Hannelore L. ist wütend, aber so richtig. Seit einiger Zeit hängt ein Plakat an der Eingangstür zur Postfiliale in der Hermannstraße 211. Finanzcenter geschlossen ab 29.12.2011 steht auf dem. Und: Die Postbank bleibt jedoch in Ihrer Nähe! Außerdem informiert es in kleiner Schrift darüber, wo ab Ende Dezember finanzielle Dinge erledigt werden können. Für die inte- ressiert sich die Frau aus dem Rollbergkiez aber nicht, entsprechend wenig kümmerte sie sich bisher um das Plakat.

Briefmarken oder frankierte Postkarten kau- fen, Päckchen aufgeben: Vor allem wegen solcher traditionellen Postdienstleistungen kommt  die Mittsechzigerin zum Eckhaus an der Kreuzung Hermann-/Werbellinstraße. Bis eben war Hannelore L. überzeugt, diese hier auch weiterhin zu erhalten. Sie dachte, der Katzentisch mit Sitzgelegenheiten neben den Schaltern würde im Postjargon Finanzcenter genannt und abgeschafft werden, der Rest aber bleibe. Doch dem ist nicht so, hat sie gerade durch Zufall erfahren. „Können die denn nicht aufs Plakat schreiben, dass diese Filiale schließt?“, fragt sich die Neuköllnerin. Dann wisse jeder sofort Bescheid. Die Frage hat sie auch der Frau hinter dem Schalter gestellt. Statt einer befriedigenden Antwort oder gar Zustimmung hieß es nur, dass die Ankündigungen von der Zentrale erstellt würden.

Die grassierende Ausdünnung des Post-Filialnetzes hatte bereits vor knapp zwei Monaten in Neukölln ein Opfer gefordert: Damals schloss zum Ärger der Anwohner die einzige Zweigstelle in der Gropiusstadt im Süden des Bezirks. Weder der medial lancierte Protest der Kunden, noch der von Bezirksstadtrat Falko Liecke (CDU) ha- ben es verhindern können.

„Die Gropiusstädter sind ja jetzt noch ärmer dran“, räumt Hannelore L. ein. Von der Hermannstraße bis zu den Postfilialen in den Neukölln Arcaden oder bei Karstadt am Hermannplatz sei es schließlich nicht wirklich weit. Insofern macht sich die Seniorin keine Hoffnungen auf ein Intervenieren von Bezirkspolitikern. „Die werden sich auch nicht in  den dann noch längeren Warteschlangen die Beine in den Bauch stehen müssen“, glaubt sie. Eine Frechheit sei das, was die Post ihren Kunden zumutet.

=ensa=

Im Konsum und im Grünen

200 jahre turnplatz hasenheide, karstadt am hermannplatz, mobiles museum neuköllnNoch drei Tage, dann jährt sich die Inbe- triebnahme des ersten deutschen Turn- platzes in der Hasenheide zum 200. Mal. Bereits heute wurde bei Karstadt am Her- mannplatz die Ausstellung „200 Jahre Turn- platz Hasenheide“ eröffnet.

14 Schautafeln skizzieren auf einer Sonder- fläche im Erdgeschoss – zwischen Hüten, Dessous und Süßwaren – die Entwicklung des Areals, der Turnbewegung und Sta- tionen aus dem Leben des Initiators. Fried- rich Ludwig Jahn, der mit seinen extremen politischen Positionen polarisierte, schuf mit dem Turnplatz in der Hasenheide die Möglichkeit zur standesübergreifenden Lei- besertüchtigung. „Er verfolgte“, so Bezirks- stadträtin Franziska Giffey bei der Vernissage, „schon damals das, was man heute 200 jahre turnplatz hasenheide, karstadt am hermannplatz, mobiles museum neuköllnals  ganzheitlichen  Ansatz  bezeichnen  würde.“

200 jahre turnplatz hasenheide, karstadt am hermannplatz, mobiles museum neuköllnNeukölln könne stolz sein, dass die deutsche Turnbewegung hier im Bezirk ihren Anfang ge- nommen habe. Einen Teil der Anerkennung stellt die bis zum 6. Juli dauernde Ausstellung des Mobilen Museums Neukölln dar, die den Turnvater ins Alltägliche integriert. Nur ein paar Hundert Meter entfernt, am Jahn-Denkmal in der Hasenheide, hat der Ehrung zweiter Teil deutliche Spuren hinterlassen.

Am Platz rund um die bronzene Statue von Friedrich Ludwig Jahn, der kürzlich noch einen vernachlässigten Anblick bot, wurde in den letzten Wochen gründlich Hand angelegt. Je- weils 15.000 Euro haben der Bezirk Neukölln und der Berliner Senat laut Franziska Giffey in die  Sanierung der Anlage in- vestiert: In eine Treppe, die hinauf zum Denkmal führt, in die Bepflanzung der Blumenbeete, vor allem aber  in die Reinigung der Ehrentafeln am  Sockel, die durch

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Schmiereien nahezu unkenntlich geworden waren. Nun sind die Inschriften – zu- mindest vorübergehend – wieder leserlich und die Steine neue gesetzt. „Der Ort ist Jahn wieder würdig und sieht so aus, dass man dem Turnvater dort gedenken kann“, jahn-denkmal, turnplatz hasenheide, neuköllnsagte die Bezirksstadträtin für Bildung, Schule, Kultur und Sport. Samstagnachmittag wer- de dort der Landesturnverband Sachsen-Anhalt eine Feier- stunde abhalten.

Viel Zeit ist also nicht mehr, um auch die Jacke des Turnvaters auf Vordermann zu bringen.

=ensa=