Neue Straßenbäume für Neukölln

Bizarr ragen in diesen kalten und grauen Januar-Tagen an Neuköllner Straßen die kahlen Äste der Bäume in die Höhe. Fast könnte man vergessen, dass Berlin trotz seiner Straßenschluchten zwischen Frühjahr und Herbst eine der grünsten Metropolen der Welt ist. Knapp 433.000 Straßenbäume gab es Ende 2017 in der gesamten Stadt, wie kürzlich die CDU-Abgeordnete Katrin Vogel in der Antwort auf ihre Schriftliche Anfrage „Stadtbäume in Berlin“ erfuhr. Nur 20.521 Bäume -unter 5 Prozent des Berliner Bestandes – wurden in Neukölln gezählt; weniger Stadtbäume hat nur der Nachbarbezirk Friedrichshain-Kreuzberg.

Viele Straßenbäume, die in den vergangenen Jahren gefällt  Weiterlesen

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Günstige Bedingungen für mehr Straßengrün in Neukölln

„Wie viele Straßenbäume wurden 2015 und 2016 in Berlin gefällt, wie viele wurden neugepflanzt ?“, fragte kürzlich der Abgeordnete Dr. Turgut Altug (Grüne) den Senat in einer Schriftlichen Anfrage. Ernüchternde Bilanz aus Neuköllner Sicht: Nicht einmal jeder zweite Baum, der in beiden Jahren gefällt wurde, ist wieder ersetzt worden. Konkret wurden im Abfragezeitraum 443 Straßenbäume gefällt, aber nur 216 neugepflanzt.

Dabei gab es 2016 in Neukölln ohnehin nur 20.216 schattenspendende Sauerstoffproduzenten an den Straßenrändern. Weniger Bäume zählte mit 16.230 nur der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Dagegen begrün-ten 61.473 Bäume das öffentliche Straßenland in Steglitz-Zehlendorf. Im breiten Mittelfeld liegen die Bezirke Pankow, Charlottenburg-Wilmersdorf, Weiterlesen

Auftakt einer Diskussion auf lokaler Ebene über Klimawandel, Sozialstruktur und Lebensqualität in Neukölln

podi umweltgerechtigkeit_st.clara neukoelln„Um das Thema Umweltgerechtigkeit kümmert sich niemand ernsthaft“, ist Danny Freymark, Sprecher für Umweltschutz der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, vor Beginn der Veranstaltung überzeugt. Das Kommunalpoli-tische Bildungswerk Berlin e.V. und der BUND Berlin haben vorgestern gemeinsam zum Podiumsgespräch „Geringere Mieten – höhere Belastungen? Der Zusammenhang zwischen Klimawandel, Sozialstruktur und Lebensqualität in Neukölln“ ins Gemeindehaus von St. Clara in der Briesestraße eingeladen. Der Umweltpolitiker Freymark aus Lichtenberg hat auf Wunsch der Weiterlesen

151 neue Bäume für Neukölln

stadtbaum-aktion berlin_neukoellnVon A wie Allerstraße bis Z wie Zwiestädter Straße ist alles dabei. Bis Ende April sollen auf etlichen Neuköllner Bürgersteigen neue Bäume gepflanzt werden, 151 insgesamt. Viele Winterlinden des Typs Rancho und säulenförmige Schnurbäume sind dabei, aber auch einige Unikate: Die Kanner Straße bekommt dank der Stadtbaum-Kampag-ne des Berliner Senats und der Standort- und Baum-Auswahl des Bezirks Neukölln eine Hain-buche, die Kirchgasse eine Kobushi-Magnolie und der Sasarsteig eine Esskastanie.

Weitere 450 Bäume sollen bei der aktuellen Früh-jahrspflanzung in den Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und Tempelhof-Schöneberg Wur-zeln schlagen, um die Stadt zu verschönern und Beiträge zum Klimaschutz zu leisten.

ZukunftsBaum für Neukölln

zürgelbaum_fontanestr 26_neukölln„Das macht dem nichts aus“, beruhigt Jürgen Detering alle, die zweifeln, ob es denn wirklich angebracht ist, bei Minustemperaturen einen jungen Baum anzupflanzen. Strenge Kälte, heiße Sommer, Trockenperioden im Wechsel mit sintflutartigen Regenfällen: Der Zürgelbaum trotze allen Auswirkungen des Klimawandels, weiß der Gartenbau-Ingenieur der Firma Sievers garten & land- schaft, die das Exemplar lieferte und setzte – in ein hervorragendes Substrat und eine Baumscheibe mit Idealmaßen von 2 x 4 Metern, wie Detering betont.

Schließlich ist der Baum, der nun vor dem Haus in der Fontanestraße 26 steht und dort zu einer Endhöhe von über 15 Metern heranwachsen soll, nicht irgendein stadtbaumkampagne_fontanestraße neuköllnBaum. Er ist einerseits Pro- tagonist der neuen Stadt-baumkampagne des Berli- ner Senats und anderer- seits der erste Zukunfts- Baum, der von der Umwelt- Initiative Zukunft Stadt & Na- tur des Deutschen Fran- chise-Verbandes (DFV) ge- pflanzt wurde. Den Standort in Neukölln habe man ganz bewusst ausgewählt, weil hier Straßenbäume rarer als in anderen Bezirken seien, erklärt DFV-Geschäftsführer Torben L. Brodersen (r.),  bevor er gemeinsam mit Staats- gaebler+blesing+brodersen_stadtbaumkampagne neuköllnsekretär Christian Gaebler (l.) und Neuköllns Baustadtrat Thomas Ble- sing (M.) zur Schippe greift.

Er würde sich wünschen, dass sich andere Institutionen und Unterneh- men den DFV als Vorbild nehmen und das Programm Stadtbäume für Berlin tatkräftig unterstützen, sagt Gaebler. Rund 1.600 neue Bäume sollen im nächsten Jahr in den Straßen der Hauptstadt gepflanzt werden: Die An- schaffungskosten von 1.000 Euro pro Baum teilen sich die Spender und die Senats- verwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, die finanziellen Aufwendungen für die stadtbaumkampagne berlin_fontanestraße neuköllnPflege übernimmt der jeweilige Bezirk.

Der Zürgelbaum in der Fontanestraße ist der erste von etwa 200 jungen Bäumen, die Neu- kölln im Rahmen der Stadtbaumkampagne bekommen soll. „Die Standorte und die dort zu pflanzenden Baumarten“, so Thomas Blesing, „wurden schon vom Bezirksamt ausgewählt und sind in einer interaktiven Karte eingetragen.“ Was noch fehlt, sind Spender. Das könnten – außer Einzelpersonen und Firmen – durchaus auch Hausgemeinschaften sein, die die erfor- derlichen 500 Euro zusammenlegen, um endlich einen eigenen Baum vor der Haustür oder in deren Nähe zu haben.

=ensa=