Vor und wieder zurück: Selbstversuch im SEV im Neuköllner Süden

Weil die Berliner Verkehrsbetriebe bis einschließlich 17. September 2017 die Tunneldecke zwischen den U-Bahnhöfen Grenzallee und Britz Süd sanieren, ist auf dem Streckenabschnitt seit Montagmorgen der U-Bahnverkehr unterbrochen. Eine sechsmonatige Vollsperrung des U-Bahnhofs Parchimer Allee, die ursprünglich direkt anschließend ab dem 18. September geplant war, um die Station mit einem Fahrstuhl barrierefrei auszubauen, ist erfreulicher-weise hinfällig.

„Die BVG hat ihre Planungen für den Einbau eines Aufzugs am Bahnhof Parchimer Allee optimiert“, teilte das Verkehrsunternehmen am 31. August in einer Pressemeldung mit der Überschrift „Kein Weiterlesen

Nadel, wem Ehre gebührt

neukoellner ehrennadelIn Neukölln wohnen muss man nicht. Entscheidend ist, dass man sich langjährig um den Bezirk verdient gemacht hat: im kulturellen, sportlichen, wirtschaftlichen, religiösen, sozialen oder gesellschaftlichen Bereich, ehrenamtlich oder im Beruf. Dann kann es passieren, blumen+urkunde_neuköllner ehrennadeldass man – so man sie denn haben will – bei einem Festakt im Schloss Britz die Neuköllner Ehrennadel ver-liehen bekommt.

Heute ist es wieder soweit. Am Abend zeichnen Dr. Franziska Giffey und der Bezirks-verordnetenvorsteher Jürgen Koglin drei Frauen und drei Männer mit dieser höchsten Ehrung des Bezirks aus. Überreichen Blumen, stecken die Weiterlesen

„Ich will als erste Frau an der Spitze Neuköllns eine pragmatische, ehrliche und aufrechte Bürgermeisterin sein“

bzbm-ernennungsurkunde_rathaus neuköllnWie wacht man an einem Tag auf, den man als jüngste Bezirksbürgermeisterin Berlins beenden wird? „Ohne Wecker!“, sagt Franziska Giffey strah- lend und wohl wissend, dass es künftig noch weniger Tage als bisher geben wird, die mit diesem mor- gendlichen Luxus beginnen. Und der erste Gedanke danach? „Heute isses endlich soweit!“ Eine irre Anspannung sei das gewesen. „Aber“, findet sie, „wenn man die nicht hat, sollte man es gar nicht erst machen.“

Die Anspannung war der 36-jährigen Verwaltungs- und Politikwissenschaftlerin deutlich anzusehen, als sie zum letzten Mal als Bezirksstadträtin für Bildung, Schule, Kultur und Sport den BVV-Saal im Neuköllner Rathaus betrat und Weiterlesen

Flüchtlingsunterkünfte, Milieuschutz, Einbürgerungsfeiern, Masern und eine Zweckentfremdung, die keine war: Szenen einer Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung

rathaus neuköllnDie ersten Punkte der Tagesordnung der 38. Sitzung der Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung am vergangenen Mittwoch konnten, nachdem den Opfern des Germanwings-Absturzes gedacht worden war, schnell abgehandelt werden: Die Einwohnerfrage- stunde fiel mangels eingereichter Fragen aus – und der Passus „Der Bürgermeister hat das Wort“ mangels Bürgermeister, denn der heißt zwar noch bis Ende März Heinz Buschkowsky, war aber nicht anwesend.

Länger hielten sich die Bezirksverordneten dagegen mit der Vorlage zur Beschlussfassung auf, die den Einwohnerantrag zum Milieuschutz in ganz Nord- Neukölln betrifft. Dieser war vom Mietenbündnis Neukölln initiiert worden, dessen Sprecher Michael Anker zunächst ans Rednerpult trat, um zu berichten, wie leicht es war, die erfor- derliche Unterstützerzahl von 1.000 um mehr als das Dreifache zu übertreffen. Über 76 Prozent der gesammelten Unterschriften seien gültig gewesen, Weiterlesen

Mietenbündnis Neukölln übergibt Unterschriften für Einwohnerantrag zum Milieuschutz im gesamten Norden des Bezirks

Tausend Unterstützer hätte es gebraucht, 3.500 sind es geworden. Heute Nach- mittag übergibt das Bündnis für bezahlbare Mieten Neukölln die Unterschriften der Befürworter eines Einwohnerantrags zum Milieuschutz in ganz Nord-Neukölln, die seit Ende August letzten Jahres gesammelt BBMN-Milieuschutz-NK-webwurden, an Jürgen Koglin, den Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Bin- nen zwei Monaten muss die sich nun mit dem Antrag befassen, den die Initiatoren „als notwendigen Schritt für den effektiven Schutz von Mietern_innen“ sehen. Mit der Einführung des Milieuschutzes habe die „Neuköllner BVV jetzt die historische Handlungsoption, die Vertreibung einkommensschwacher Miete- r_innen zu verhindern.“ Zwar prüfe das SPD-geführte Bezirksamt inzwischen die Einrichtung von Milieuschutzgebieten für den Reuter- und Schillerkiez. „Aber nicht sofort und zudem nacheinander. Auf jeden Fall reichen die zwei Gebiete nicht aus“, konstatiert das Mietenbündnis Neukölln.

Nicht allein Geld und Integrationsprojekte sind gefragt

(v. l: Bezirksverordnetenvorsteher Jürgen Koglin, Kulturmittlerin Elvira Ajvazi, Ausstellungs-Kuratorin Gordana Herold, Bezirksstadträtin Dr. Franziska Giffey)

(v. l: Bezirksverordnetenvorsteher Jürgen Koglin, Kulturmittlerin Elvira Ajvazi, Ausstellungs-Kuratorin Gordana Herold, Bezirksstadträtin Dr. Franziska Giffey)

Eine beachtenswerte Ausstellung der Initiative Romane Romnja (Sinti- und Roma-Frauen) ist bis Januar 2015 im Rathaus Neukölln zu sehen: Bezirks-verordnetenvorsteher Jürgen Koglin und Bildungsstadträtin Dr. Franziska Giffey baten Mittwochnachmittag im Rathaus Neukölln vor Beginn der monatlichen Bezirksverordnetenver- sammlung die Kommunalpolitiker aller Parteien ins Foyer im zweiten Stock, um die Wanderausstellung „Die Viel- falt der Sinti und Roma in Deutsch- land“ zu eröffnen.

Wie wichtig und unverzichtbar positive Aufklärungsarbeit ist, um vor dem Hintergrund der dunklen deutschen Geschichte gegenseitige Missverständnisse Weiterlesen

Aus aller Welt gekommen, als Deutsche gegangen: Etwa 1.000 Menschen werden jährlich in Neukölln eingebürgert

deutschland-fahne_bezirkswappen_rathaus neukölln„In meinem Alltag ändert sich bestimmt nichts. Ich werde ja durch den deutschen Pass kein anderer Mensch“, ist sie überzeugt, als sie den BVV-Saal des Neuköllner Rathauses betritt. In ihrer Hand: die italienische Carta d’Identita, ein DIN A4-Bogen mit den Noten und dem Text der deutschen Nationalhymne sowie der Pro- grammzettel für den  „Festakt anlässlich der Übergabe von Einbürgerungsurkunden“.  An- dere, die ebenfalls an diesem Nachmittag zu Deutschen ernannt werden, sehen es ähnlich. Das Reisen und formelle Ange- legenheiten würden mit dem neuen Pass leichter, und dass er künftig bei Wahlen seine Stimme abgeben dürfe, sei auch ein Privileg, meint ein Weiterlesen