Wanderung zu Orten des Abschieds in Neukölln

gradwanderung neukoellnSchon über den Namen der Veranstaltung stolperten manche: „Gradwanderung“. Es hätten einige Leute angerufen, um  darauf hinzuweisen, dass zwischen a und w ein t und kein d  gehöre, sagt Sophia Trier vom Fachbereich Kultur des Bezirksamts Neu- kölln, der den „Spaziergang zu Orten des neuer luisenstädtischer friedhof neuköllnAbschieds“ veran-staltet. Eigentlich war ihre Telefonnummer nur angegeben worden, um Anmeldungen für die Tour zentral sammeln zu können. Nun ist bei ihr nicht nur zu erfahren, dass man ein BVG-Ticket bzw. Kleingeld dafür mitbringen sollte, sondern auch, dass der vermeintliche Schreibfehler keiner ist: Weiterlesen

Friedhof und Ausschnitt der wechselvollen deutsch-türkischen Geschichte bis zur Gegenwart zugleich

ender cetin_kulturhaus sehitlik-moschee neuköllnVon Juni 1797 bis zu seinem Tod im Herbst 1798, also nur etwas länger als ein Jahr, war Ali Aziz Efendi osmanischer Botschaf- ter in Preußens Hauptstadt Berlin. Warum die Erinnerung an den Staatsmann, Dichter und Mystiker dennoch bis heute in der tür- kischen Gemeinschaft Berlins gegenwärtig ist, berichtete Ender Cetin gestern im neu eröffneten Kulturhaus der Sehitlik Moschee bei seinem Vortrag über die Geschichte des Türkischen Friedhofs.

„Wer kann sich noch erinnern, wieviele Grenzkontrollen es früher gab, wenn man von West-Berlin mit dem Auto in die Türkei fuhr?“, fragte Ender Cetin, der als Kind tür- kischer Gastarbeiter im Neukölln der Vor-Wendezeit aufwuchs und Weiterlesen

Viele Fragen, noch mehr Antworten

sarglager_markaz islamische bestattungen_neuköllnRund 10.000 Interessierte besuchten am letzten Wochenende bei der 3. Langen Nacht der Reli- gionen die 97 Veranstaltungsorte. Das Bestat-tungsunternehmen von  Isikali Karayel in Neu- kölln war einer davon, und für manche der etwa 30 Gäste die erste Adresse ihres religiösen Abendprogramms. Es passe ihnen gut, dass die markaz islamische bestattungen_neuköllnNacht hier schon am Nachmittag stattfin- det, bekannte ein Ehepaar aus Tegel schmunzelnd, denn sie hätten noch viel vor. Über den Islam wüssten sie recht wenig – und über muslimische Bestattungszeremonien noch weniger. Mohammed Herzog (r.) von der Islamischen Gemeinschaft deutschsprachiger Muslime Berlin (IGDMB) und Isikali Karayel (l.), der 2013 in der Silbersteinstraße die Firma Markaz Weiterlesen

Morgens um halb 10 in Neukölln

tib 1848-gruppe_tempelhofer feld_neuköllnEs waren nur etwa 20 der insgesamt über 4.000 Vereinsmitglieder und wenige Gäste, die letzten Sonntag der Einladung der Turn- gemeinde in Berlin (TiB) zu einem Spazier- gang auf dem Tempelhofer Feld und zum Denkmal des Turnvaters Jahn in der Hasen- heide folgen wollten. Vielleicht schreckte der frühe Beginn (um 9.30 Uhr) einige Interes- sierte ab. Das wäre schade, denn – um das Resümee gleich an den Anfang zu stellen – die von Vereinsmitglied Frank-Dieter Zielke organisierte Führung hat sich in vielerlei Hinsicht gelohnt. Der Weiterlesen

Senat erteilt Absage zur Erweiterung des islamischen Friedhofs Neukölln

sehitlik-moschee neuköllnSeit neun Jahren gibt es auf dem städtischen Friedhof Columbiadamm an der Sehitlik-Moschee ein Areal, auf dem Bestattungen nach den Be- stimmungen des Koran durchgeführt werden. Um die 200 Muslime fanden dort bislang Jahr für Jahr ihre letzte Ruhestätte. Nun stehen nur noch rund 50 Grabstellen zur Verfügung – und zugleich zerschlu- gen sich die Hoffnungen des Neuköllner Bezirks- amts, den islamischen Friedhof durch eine 5 Hektar große Fläche des Tempelhofer Felds erweitern zu können. Heute musste Neuköllns Baustadtrat Thomas Blesing bekanntgeben, dass der Senat den Forderungen eine Absage erteilt habe: „Unsere jahrelangen  Bemühungen für eine Zukunft der muslimischen Bestattungskultur an zentraler Stelle sind damit buchstäblich zu Grabe getragen worden!“ Andere Flächen könnten in Neukölln nicht angeboten werden.  „Insbesondere die Neuköllner und Kreuzberger Muslime sind“, so Blesing, die Leidtragenden dieser Entscheidung – und das im doppelten Sinne.“ Die Absage des Senats, erklärt der Baustadtrat, wird mit der seit Öffnung der Tempelhofer Freiheit gewachsenen Nutzung des bean- städtischer friedhof columbiadamm, muslimische bestattungen, neuköllnspruchten Geländes als baumbe- standene Picknick-Area begründet. Eine Umwidmung der Fläche würde demzufolge zu Nutzungskonflikten führen.

Damit ist nun fakt, was Ender Cetin von der Sehitlik-Moschee bereits im Frühjahr befürchtete: Dass Muslime in Berlin bald nicht mehr entspre- chend ihrem Glauben bestattet wer- den können. Zwar gibt es auf dem Landschaftsfriedhof Gatow im Bezirk Spandau ebenfalls einen islamischen Teil, doch auch auf dem sind nur noch Restplätze vorhanden, und eine Erweiterung ist – wie es heißt – nicht möglich, weil dem Bezirk die finanziellen Mittel zur Erschließung des vorhandenen Platzes fehlen.

=ensa=