Neue Klimaschutzvereinbarung zwischen Berlin und der BSR

130 Millionen Euro wird die Berliner Stadtreinigung (BSR) in den nächsten Jahren für den Klimaschutz investieren. Dr. Tanja Wielgoß (r., neben Stefan Tidow), Vorstandsvorsitzende des Unter-nehmens, erklärte gestern beim Abschluss der 3. Klimaschutzvereinbarung zwischen der BSR und dem Land Berlin: „Wir ruhen uns nicht auf den Erfolgen der letzten Jahre aus, sondern legen nochmal eine Schippe drauf. Das ist nicht einfach, nachdem schon zwei Klimaschutz-perioden hinter uns liegen. Wir müssen uns mittlerweile sehr strecken, um auch an die höher hängenden Früchte zu kommen.“ Die BSR will bis 2025 Weiterlesen

Zwischenstation auf dem Weg zur IGA 2017 in Neukölln

iga2017-ausstellung_rathaus neukoellnIm Rahmen einer Wanderausstellung sind derzeit im Neuköllner Rathaus „Berlins Grüne Orte – Auf dem Weg zur IGA 2017“ zu sehen. Drei der ingesamt 20 Aufsteller, die von der Senats-verwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt konzipiert wurden, präsentieren die Inhalte und den Planungsstand der Internationalen Garten-ausstellung in Marzahn-Hellersdorf.

Ein Dutzend weiterer Tafeln ist Gärten und Gartenanlagen, so genannten „heraus-ragenden grünen Premiumflächen“, in den Berliner Bezirken Weiterlesen

Im Sumpf der Entwicklungen stecken geblieben

Während sich andere in immer neuen Vermutungen und Wahrscheinlichkeiten hinsichtlich der Zukunft des Tempelhofer Felds  ergehen, übertreffen sich Grün Berlin und die Tempelhof Projekt GmbH als Projektverantwortliche in puncto „Informa- tionspolitik“ selber: Auf großformatigen Plakaten  beantworten sie an ihrem Info-Pa-

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villon am Eingang Columbiadamm  Fragen rund um die IGA 2017, die längst niemand mehr stellt und deren Antworten folglich niemanden mehr interessieren. Denn wenn etwas bezüglich der Zukunft des Tempelhofer Felds klar ist, dann: Dass die IGA 2017 ihren einst angedachten Schwerpunkt und Hauptstandort nicht dort, sondern in den Gärten der Welt im Bezirk Marzahn-Hellersdorf haben wird.

Die Welt auf dem Feld

„Was sind denn das für merkwürdige Bauten, die hier kreuz und quer verteilt sind?“ fragen sich viele, die momentan aufs Tempelhofer Feld kommen. Manche vermuten, dass es sich um neue  Pionierprojekte  handelt; andere glauben gar, dass sie bereits

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etwas mit der Internationalen Gartenausstellung (IGA) zu tun haben könnten. Dem ist aber nicht so: Die 15 Pavillons bilden den Parcours durch „Die große Welt- pavillon die große weltausstellung 2012, theater hebbel am ufer, tempelhofer feld berlinpavillon die große weltausstellung 2012, theater hebbel am ufer, tempelhofer feld berlinausstellung 2012″, die heute öffnet und sich unter dem Motto „The World is Not Fair“ künstlerisch, kritisch und ironisch der Tra- dition der Expos an- nimmt, die 1851 im Londoner Hyde Park begann, zuletzt vor 12 Jahren in Deutschland gastierte und derzeit im südkoreanischen Yeosu Station macht.

In der gemeinsamen Produktion vom Theater  Hebbel am Ufer (HAU)  und  raum- laborberlin  haben internationale bildende Künstler, Architekten und Theater-Regisseure  temporäre Bauten errichtet oder vorhandene Gebäude  künstlerisch be-

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arbeitet und so  „Orte eines höchst subjektiven Nachdenkens über die Welt mit den Mitteln der Kunst“ geschaffen. Gezeigt werde nicht die Welt, wie sie ist oder sein wird, sondern die mannigfaltigen Möglichkeiten, sie wahrzunehmen, zu interpretieren

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und zu verstehen. Es ist eine Einladung zur Auseinandersetzung mit Ideen, Systemen und Phänomenen, die sich durch den Besuch der Pavillons bietet. Dass sie auf dem pavillon die große weltausstellung 2012, theater hebbel am ufer, tempelhofer feld berlinTempelhofer Feld stehen, dessen Zukunft anhaltend leidenschaftlich diskutiert wird, bringt zudem eine regionale Facette in die Weltausstellung: Auch ein „Nachdenken über einen reflektierten Umgang mit öffentlichen Räumen und die Zukunft Berlins“ gehört zu den Intentionen der Ausstellungsmacher.

Empfohlen wird übrigens, den Parcours per Fahrrad zu absolvieren. Denn zu Fuß ist man bis zu einer halben Stunde von einem Pavillon zum nächsten unterwegs.

Die „The World is Not Fair – Die große Weltausstellung 2012“-Eröffnung findet heute um 16 Uhr statt. Die Pavillons sind  bis zum 24. Juni immer donnerstags und freitags  von 16 bis 22 Uhr  und an den Wochenenden  von 14 bis 22 Uhr geöffnet. Eintritt: 5 Euro (Aufpreis für Sonder-performances); die Kassen sind an den Haupteingängen Oderstraße, Columbiadamm und Tempelhofer Damm.

=ensa=

Ein weites Feld für Interessenkonflikte

Ob er dauerhaft wetterfest ist, das müsse noch getestet werden, sagt die Grün Berlin-berlin, eröffnung info-pavillon tempelhofer freiheit,Mitarbeiterin hinter der Empfangstheke des neu- en Info-Pavillons auf dem Tempelhofer Feld. Man gehe aber davon aus. Ans Gegenteil wollte am ges- trigen Tag der Eröffnung erstmal niemand denken. Da standen das Innen- leben des angemieteten Holz-Glas-Containers und  die Umgebung im Vordergrund.

berlin, eröffnung info-pavillon tempelhofer freiheit, staatssekretär christian gaeblerEtwa 1,5 Millionen Besucher nutzen das Gelände mit dem offiziellen Namen Tempelhofer Freiheit laut Staats- sekretär Christian Gaebler jährlich. „Mehr Männer als Frauen übrigens“, ergänzte er. Und 8,4 Prozent derer, die die Weite des ehemaligen Flughafens Tempelhof genie- ßen, seien Berlin-Touristen. Bemerkenswert außerdem, hob Gaebler hervor: „Unsere Befürchtungen vor stän- digen Vandalismus-Schäden haben sich nicht bewahr- heitet.“ Die Weitläufigkeit des Areals mit den nur wenigen uneinsehbaren Ecken sei offenbar nicht attraktiv für kriminelle Machenschaften. Doch genau diese Weitläu- berlin, eröffnung info-pavillon tempelhofer freiheit, gf grün berlin gmbh christoph schmidtfigkeit wird nun beschnitten. 2013 beginne die Umge- staltung des Areals, das Schauplatz der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2017  wird. „Im Info-Pavillon“, so Gaebler, „können sich die Besucher bis zum Oktober täglich ansehen, was genau passieren wird, und auch eigene info-pavillon tempelhofer freiheit, entwurf iga2017Ideen einbringen.“

Konkreter wurde Christian Schmidt. „Bei der ersten Baumaßnahme 2013 wird es sich um die Anpflanzung von etwa 2.000 Bäumen an den Rändern des Parks handeln“, kündigte der Geschäfts- führer der Grün Berlin GmbH an. Noch vorher werde man jedoch mit einem neu aufgestellten Team die Bürgergespräche wieder aufnehmen berlin, eröffnung info-pavillon tempelhofer freiheit, landschaftsarchitekturbüro gross.max, eelco hooftmanund sich bemühen, bezirkliche Initiativen, die sich mit der Zukunft der Tempelhofer Freiheit beschäftigen, als Partner zu gewinnen. „2012 wird für uns ein Meilensteinjahr“, ist Schmidt sicher, der seine Begrüßung – wie auch Vorredner Gaebler – ohne Proteste einiger Pavillon-Eröffnungsgäste info-pavillon tempelhofer freiheit, entwurf gross.maxdurchbringen konnte.

In diesen Genuss kam Eelco Hooftman nicht, der mit sei- nem Team des schottischen Landschaftsarchitekturbüros Gross.Max den Wettbewerb für die Gestaltung der Tempelhofer Freiheit gewann. Schon der Plan, dort etwas gestalten zu wollen, macht den Holländer zur Reizfigur. Dass er darüber hinaus etliche Schlüsselwörter benutzte, die nicht nur die Aktiven der Bürgerinitiative 100 % Tempelhof in Aufruhr versetzten, tat ein Übriges. „Der Park ist Prozess statt Objekt“, „Gestaltung bedeutet einen Mehrwert für die Besucher“, „Historie des Ortes wird respektiert“, „das Gestaltungskonzept beruht auf berlin, eröffnung info-pavillon tempelhofer freiheit, protest, bürgerinitiative 100 % tempelhofFreiheit“, „die Tempelhofer Freiheit wird zum Volks- park des 21. Jahrhun- derts“: Das sei, habe oder biete das Feld schon jetzt alles und brauche daher niemand, waren sich die spontanen und organisier- ten Protestler einig.

Letztere bereiten derzeit alles für ein Volksbegehren vor, das nicht nur das 61,5 Mil- lionen-Projekt IGA 2017 verhindern, sondern grundsätzlich den dauerhaften Erhalt von Berlins größter Wiese sichern soll.

=ensa=

Futuristisch

„Ja, ist denn schon IGA?“ Das fragt sich wohl so mancher, der dieser Tage durch den  Eingang Oder-/Herrfurthstraße auf  das  Tempelhofer Feld  kommt.  Absperrgitter hin-

dern noch bis morgen tagsüber (bis 19 Uhr) am Zugang zum gesamten nördlichen Bereich des Areals inklusive des Biergartens und der Hundeauslaufzone. Mit der Internationalen Gartenausstellung haben die jedoch nichts zu tun: Es ist die Michelin Challenge Bibendum, die einen kleinen Vorgeschmack auf 2017 liefert.

Erst die IGA, dann die IBA?

„‚Ne Bauausstellung? Ick dachte, die wolln ’ne Gartenausstellung uffm Tempelhofer Feld machen?!“ Eine Meinung, die exemplarisch für viele andere inhaltlich identische steht. Es herrscht ganz offensichtlich Aufklärungsbedarf, was die Planungen des tempelhofer feld, iga berlin, iba berlinBerliner Senats in puncto Zukunft des Tempelhofer Feldes betrifft.

Das zeigte sich auch bei der 2. Neukölln-Konferenz, zu der Bündnis 90/Die Grü- nen im November einge- laden hatten. Sie beschäftigte sich mit der Frage „Soziale Stadt im Klimawandel – eine IBA für Neukölln?“ und zählte 155 Teilnehmer, denen acht Stunden lang Podiumsdiskussionen und Foren geboten wurden, um Wissensdefizite abzubauen und die Meinungsbildung zu erleichtern.

Auch Michael Jespersen gehörte zu ihnen. Einerseits aus persönlichem Interesse, andererseits weil er Mitglied des Quartiersrats im Quartiersmanagement Schil- lerpromenade ist, der heute Abend zur Diskussion über die Zukunft des Tempelhofer Feldes lädt. „Viele Sachen“, bilanziert Jespersen nach der Schlussrunde der Neu- kölln-Konferenz, „haben sich jetzt geklärt, aber es gibt auch viele Fragen, die vorher nicht da waren.“ Er sehe die Sach- und Problemlage nun deutlich differenzierter, gibt er zu. Das vorher tendenziell kategorische Nein zu einer Bebauung sei gebröckelt, stattdessen gehe es ihm jetzt um die Frage: Was wird gebaut? „Ein Campus-Gelände mit Sport-Anlagen, die öffentlich genutzt werden können, würde ich absolut befürworten“, sagt Michael Jespersen. Das täte dem Schillerkiez und Neukölln gut, ist er überzeugt. Wichtig sei jedoch bei allem, dass Anwohner und Akteure in die Planungen einbezogen werden.

Das sieht Hermann Barges, der im Kiez zwischen Hermannstraße und Tempelhofer Feld lebt, genauso: „Ich schlage vor, dass aus der IBA eine IDA gemacht wird – eine Internationale Dialogausstellung.“ Er wünsche sich von den Entscheidern eine Offenheit für die Wahrnehmung der Bürger gepaart mit der Bereitschaft, ihnen zuzuhören und ihre Bedenken und Ideen ernst zu nehmen.

Das Signal, das seitens des Berliner Senats durch die Einberufung des PRAE-IBA- Teams gesetzt wurde, lässt jedoch andere Ambitionen vermuten. „Da gehört unbedingt jemand aus Neukölln rein!“, stellte auch Uli Hellweg, der Geschäftsführer der IBA Hamburg, beim abschließenden Podiumsgespräch der Neukölln-Konferenz fest. In der Hansestadt sei man dem Gentrifizierungs-Gespenst von Anfang an durch das Prägen des Begriffs „Aufwertung ohne Verdrängung“ und ein hohes Maß an Bürgerbeteiligungskultur begegnet. „Die Menschen müssen mitgenommen und beteiligt werden“, rät Hellweg den Berliner IBA-Verantwortlichen, „sonst scheitert das Projekt sehr früh.“

=ensa=