Vom Winde verweht

Etwa 439.000 Straßenbäume stehen in Berlin, knapp 21.000 davon in Neukölln. Mo- mentan halten sie die Berliner Stadtreinigung gewaltig auf Trab, die in der Hauptstadt für die Laubbeseitigung und somit rutschfreie Straßen und Gehwege zuständig ist. An

laubhaufen neukölln

die 95.000 Kubikmeter Blätter fegen die BSR-Teams in jedem Herbst zusammen, um sie in Brandenburger Großkompostieranlagen zu chauffieren. Bestenfalls gelingt das in wenigen Arbeitsschritten, schlechtestenfalls schalten sich Windböen ein, die die Laubberge noch vor dem Abtransport wieder durcheinander wirbeln.

Irritierend

Auch wenn sich die Treptower Brücke zuweilen viel Mühe gibt, den Anschein zu er- wecken:  Dass sie nicht  nur über den  Neuköllner Schiffahrtskanal  hinweg führt, son-

treptower brücke_neuköllner schiffahrtskanal

dern auch unter ihn hindurch das Weigand– mit dem Kiehlufer verbindet, glaubt nie- mand. Häufig kommt aber vor, dass Ortsunkundige sie in Neuköllns Nachbarbezirk Treptow vermuten und fälschlicherweise von der „Treptower Brücke“ reden, wenn sie die über die Spree führende Elsenbrücke meinen. Der Elsensteg wiederum, ist in Neukölln zu finden – in Sichtweite der Treptower Brücke.

Neukölln leuchtet

Kreative Ideen, ein hoher logistischer Aufwand, modernste Technik und etwa 25.000 Meter Stromkabel – das sind nur einige der Zutaten, die zum Gelingen von Berlin leuchtet  beitragen. An diesem Wochenende hat  das Lichterfest, das allabendlich be-

neukölln leuchtet

kannte Gebäude und Wahrzeichen der Hauptstadt illuminiert in Szene setzt, Halbzeit. Neukölln macht bei dem Spektakel nicht mit, leuchtet aber trotzdem in prachtvollsten Farben: tagsüber, klimaneutral und ökologisch korrekt.

Fiese Sache!

Eichen, Fichten, Weiden und Buchen – von Baumarten, vor denen der Volksmund bei Gewitter warnt bzw. die er, wie letztere, fälschlicherweise empfiehlt, geht aktuell kaum eine Gefahr aus. Zum echten Vabanquespiel wird dagegen jetzt  im Herbst der Aufent-

kastanien_neukölln

halt unter Kastanien. Von ihrer heimtückischsten Seite zeigen sich die Exemplare der Gattung Castanea. Autos, arglose Spaziergänger, Radfahrer und Leute, die die Sep- tembersonne genießen wollen: Nichts und niemand ist vor den hinterlistigen Bäu- men sicher, die ihre schweren Früchte mit mehr oder weniger großer Treffsicherheit abwerfen und derzeit den Autsch-Faktor bei Herbstspaziergängen gehörig erhöhen.

Kommt er oder kommt er nicht?

Haufenweise

statt

Das hatte sich die Rentnerin, die vor sechs Jahren mit ihrem Mann von Neukölln auf die Kanareninsel Lanzarote zog, anders erhofft. „Vor zwei Jahren“, erinnert sie sich strahlend, „ist genau am Tag, als wir hier zum Heimatbesuch gelandet sind, der erste Schnee gefallen.“ Früher, sagt sie, mochte sie den Winter gar nicht. Jetzt kommt das Rentnerehepaar einmal im Jahr für drei Wochen mit der Hoffnung nach Berlin, ihn zu treffen: „Unserer Familie und Freunden erzählen wir natürlich, dass wir ihretwegen und wegen des Weihnachtsmarkts auf dem Richardplatz hier sind.“ Für die Sehn- sucht nach Schnee und Frost hätten die kein Verständnis.

Blasen, fegen, saugen

Täglich lassen sich momentan in Neukölln Szenen wie diese beobachten: Erst werden den  Straßen von emsigen  Frauen und Männern in  Orange akkurate  Seiten-

scheitel gefegt und geblasen, dann kommt der große Laubsammelwagen, verleibt sich die Spur aus Blättern und Verpackungsmüll saugend ein, und ruckzuck sieht alles wie geleckt aus. Vorübergehend.

Umnebelt

Den meisten Grillern ist es draußen längst zu kalt, die Raucher sind da unverzagter – nicht zuletzt durch das vor knapp fünf Jahren beschlossene Berliner Nichtraucher- schutzgesetz.