Bald mehr Photovoltaik-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden in Neukölln?

Auf dem Dach der Heinrich-Mann-Oberschule in Buckow wurde vor vier Jahren eine kleine Photovoltaik-Anlage in Betrieb genommen. Sie ist die erste und bislang einzige Anlage ihrer Art auf einem öffentlichen Gebäude in Neukölln. Nun stehen die Chancen gut, dass dem Modellprojekt der Oberschule, die sich seit einem Jahrzehnt für den Klimaschutz einsetzt in Neukölln weitere Anlagen folgen, die umweltfreundlichen Solarstrom auf den Dächern öffentlicher Gebäude erzeugen.

Eine rot-grün-rote Mehrheit im Ausschuss für Haushalt, Wirtschaft, Verwaltung und Gleichstellung empfahl am Weiterlesen

Drei Neuköllner Schulen als „Berliner Klima Schulen“ ausgezeichnet

Um kreative Ideen und Aktionen rund um den Klimaschutz zu fördern, wurde vom Senat und der Gasag der Wettbewerb „Berliner Klima Schulen“ initiiert. In diesem Jahr haben sich 60 Schulen um die Auszeichnung beworben: 12 von ihnen wurde letzten Donnerstag der Titel verliehen, darunter drei aus Neukölln. „Einmal mehr ein Beweis dafür, wie innovativ Neuköllner Schulen sind und daran mitwirken Neukölln lebenswert und nachhaltig zu gestalten“, attestierte Bezirksbürgermeister Martin Hikel.

Weil über 5.000 Menschen für ihr Klimaprojekt „Grün statt Grau“ Weiterlesen

Oben hui: Photovoltaik-Anlage auf der Neuköllner Heinrich-Mann-Schule eingeweiht

franziska giffey_heinrich-mann-schule neuköllnTrotz vieler neuer Termine ließ es sich die designierte Bezirksbürgermeisterin und schei- dende Schulstadträtin Dr. Franziska Giffey am Donnerstag nicht nehmen, zusammen mit Schulleiter Rudolf Kemmer die Photovoltaik-Anlage der Heinrich-Mann-Oberschule einzu- weihen. Auch die Bezirksverordneten Cordula Klein und Wolfgang Hecht, beide SPD, waren zur Feier in den Physikraum gekommen.

Verstecken muss sich die Sekundarschule im Süden Neuköllns, nahe an der Stadtgrenze zu Großziethen, sicher nicht: Sie ist die einzige Schule des Bezirkes, die bereits vier Mal mit dem Gütesiegel „Berliner Klima Schule“ ausgezeichnet wurde. Bei mehreren Wettbewerben für Umwelt- und Klimaschutz gewann sie in den letzten Jahren insgesamt 18.000 Weiterlesen

Neuköllner Schüler in Neuköllner Unternehmen (Teil 1)

Erkundungsbogen_tischlerei thieß neuköllnFür über 700 Jugendliche von fünf Neuköllner Schulen fiel der Unterricht am letzten Donnerstag aus. Statt Deutsch, Englisch oder Mathe zu büffeln, waren sie im Bezirk unterwegs, um sich in Neuköll- ner Betrieben umzusehen. Bereits zum dritten Mal hatte das Unternehmensnetzwerk Neukölln-Süd- ring e. V. einen Tag des offenen Unternehmens organisiert, an dem diesmal 25 Firmen verschie- denster Branchen teilnahmen.

Wir haben zwei Schülergruppen begleitet: Eine von ihnen besuchte die Tischlerei Thieß, die 1950 als Familienbetrieb gegründet wurde und es bis heute ist; die andere bekam die Gelegenheit, hinter die Kulissen des Mercure Hotels Berlin Tempelhof Air- port zu gucken.

In der Niemetzstraße ist in einem typischen Gewer- behof dieses Industriegebiets auch die Tischlerei Thieß angesiedelt. Drei Mädchen und zwei Jungen einer 9. Klasse der Alfred-Nobel-Schule haben sich überpünktlich vor der Werkstatt eingefunden und werden von Michael Thieß, dem Weiterlesen

„Challenge Neukölln“: Viele kleine Dinge besser verstehen

projektpräsentation challenge neukölln_sabine lemke_malik management_bürgerstiftung neuköllnNein, sagen sie, das Ergebnis habe sie nicht überrascht. „Fühlst du dich in Berlins U-Bahn- höfen unsicher?“ hatten Dominik Denkmann (l.), Sahiram Ravikumar (M.) und Ihab Basaleh (2. v. r.) über 50 Mitschüler gefragt. Fast 60 Prozent bejahten das und bestätigten damit das Gefühl, das auch die drei 15-Jährigen begleitet, wenn sie sich in den von den Berliner Verkehrsbe- trieben (BVG) erschlossenen Untergrund der Hauptstadt begeben. Dass ihre Schüler es nicht bei Kritik belassen, sondern nach einer praktikablen Lösung für das Pro- blem gesucht haben, sagt Klassenlehrerin Sabine Lemke (r.), das mache sie stolz – jean-philippe laville_bürgerstiftung neuköllnauch vor dem Hintergrund der Vorurteile, die Neu- köllns Jugendlichen gemeinhin vorauseilen.

Jean-Philippe Laville (l.) von der Bürgerstiftung Neu- kölln kennt die ebenfalls zur Genüge: „Deshalb füh- ren wir seit drei Jahren zusammen mit Malik Ma- nagement Projekte an Schulen des Bezirks durch, die die Schüler motivieren, neue Ideen für die Gesellschaft zu entwickeln und sie Firmen und Politik zu präsentieren.“ Für die Jugendlichen habe das den Effekt, dass sie mit der Logik von Zu- sammenhängen arbeiten und die Kommunikation mit Unternehmen und politischen Entscheidungsträgern trainieren. Für die Erwachsenen wiederum bedeute es eine Chance, die Potenziale von Neuköllner Schülern zu erkennen.  „Ziel ist, in dieser Konstellation die Herausforderungen der Zukunft zu denken und die Ideen einem vergleich hd-kamerasRealitätstest zu unterziehen“, so Lavilles Mitstreiter Henning Höhne, der die Projekt- reihe für die Bürgerstiftung koordiniert.

„Challenge Neukölln“ hieß das Motto in diesem Jahr. Dominik, Ihab und Sahiram, die drei Neuntklässler der Heinrich-Mann-Schule, griffen dafür mit der gefühlten und realen Unsicherheit in U-Bahn-Stationen ein berlinweites Dauerthema auf, stellten Nachforschungen an und brachen es schließlich auf Neukölln herunter. „Bist du für den Einsatz von HD-Kameras in U-Bahnhöfen?“ wollten sie ebenfalls von ihren projektpräsentation challenge neukölln_malik management_bürgerstiftung neuköllnMitschülern wissen: 57 Prozent von denen sprachen sich für die hochauflösenden 360 Grad-Winkel-Kameras aus, stellten das erhöhte Sicherheitsgefühl und die bessere Möglichkeit zur Aufklärung von Straftaten durch eine effektivere Überwa- chung vor datenschützerische Bedenken. „Das“, sagt Sahiram (r.), „sind auch in etwa die Werte, die die BVG ermittelt hatte.“

Wie die Überwachung der unterirdischen Stationen der Berliner Verkehrsbetriebe praktisch abläuft, durften sich die Jugendlichen ebenfalls ansehen. „Die Kontakt- aufnahme begann erstmal damit, dass der BVG-Mitarbeiter beim Stichwort Neuköllner Schule sofort negative Assoziationen hatte“, erzählt Alexander Ortner (l.), der alexander ortner_projektpräsentation challenge neukölln_malik management_bürgerstiftung neuköllndas Projekt für Malik Management begleitete. „Das hat sich aber nach dem Besuch in der Leitstelle für Sicherheit, wo die Schüler die Ergebnisse ihrer Nach- forschungen vorstellen durften, komplett gedreht.“ Mehr noch: Dominik, Ihab und Sahiram bekamen nicht nur Praktika angeboten, sondern seitens des Unter- nehmens auch die Information mit auf den Weg, dass bis zum Ende des Jahres alle Bahnhöfe entlang der U8 mit HD-Technik ausge- stattet werden sein. Das ist zwar nicht die Strecke, mit der sich die Jugendlichen vor- rangig beschäftigt hatten, beweist ihnen aber, „dass wir auf die gleiche Idee wie die Profis gekommen sind.“ projektpräsentation challenge neukölln_malik management_bürgerstiftung neukölln_joschka langenbrinckDass es mit der Umrüstung nicht zügiger gehe bzw. längst passiert ist, sei eine finanzielle Frage. Die Gelder, habe ihnen die BVG mitgeteilt, kämen vom Senat.

Mit Joschka Langenbrinck (r.), der 2011 für die SPD Neukölln ins Berliner Abgeordne-tenhaus gewählt wurde, ist auch die poli- tische Seite bei der Projektpräsentation im Neuköllner Leuchtturm vertreten. „Ich bin Joschka“, stellt er sich vor und erzählt zu- nächst, dass er mit 28 Jahren jüngster SPD-Abgeordneter im Roten Rathaus ist und dort in den Ausschüssen für Bildung, Familie und Jugend sowie Innere Sicherheit und Ort mitarbeite. „Mittelfristig wollen wir, dass alle U-Bahnhöfe auf die Über- wachung mit HD-Kameras umgestellt werden“, informiert er, weist aber auch auf die Wichtigkeit der Anwesenheit von Sicherheitspersonal in den Stationen hin: „Weil Bilder nur beim Identifizieren der Täter helfen, aber Straftaten nicht völlig verhindern können.“ Eindeutig belegt sei jedoch, so Joschka Langenbrinck, dass der ÖPNV in Berlin sicherer geworden und die Zahl der gefassten Täter – nicht zuletzt durch den Einsatz modernster Technik an inzwischen über 20 U-Bahn-Stationen – gestiegen ist.

Wie die funktioniert, muss Dominik Denkmann, Ihab Basaleh und Sahiram Ravi- kumar niemand mehr erklären. Und auch die Koexistenz von Politik und Wirtschaft ist für sie ein wenig durchschaubarer geworden. „Solche außerschulischen Projekte bringen den Schülern schon deshalb enorm viel, weil sie ihren Horizont erweitern“, ist die Erfahrung von Lehrerin Sabine Lemke. Die Jugendlichen würden zwar auch durch „Challenge Neukölln“ nicht die Welt retten, räumt Alexander Ortner ein, aber „sie können viele kleine Dinge und ihr Zusammenspiel besser verstehen.“

=ensa=

Neukölln-Gewinnspiel: Die Bescherung geht weiter (3)

Heute, am dritten von insgesamt sieben Tagen unseres Zwischen-den-Jahren-Gewinnspiels, geht es – wie schon vorgestern – um einen Preis, der nach Neukölln führt. Und durch Neukölln, denn er wird von Stadtführer Reinhold Steinle zur Verfügung gestellt. Hoffnungen auf den Gewinn darf sich machen, wer folgende Frage richtig beantwortet:

Mit ihrem Projekt zum Thema Energiesparen gewann eine Neuköllner Schule im März einen der mit 10.000 € dotierten Hauptpreise eines Schul- wettbewerbs, der 2009 erstmals ausgeschrieben wurde. Um welche Schule handelt es sich? 

Der/die Gewinner/in des heutigen Quiz-Tages wird von Stadtführer und Moderator Reinhold Steinle am 14. Ja- nuar 2012 nachmittags zur Erkundung des Richardkiezes eingeladen. Der geführte Spaziergang steht unter dem Motto „Damals und heute am Richard- platz“ und informiert unterhaltsam über die Geschichte Neuköllns sowie aktuelle Entwicklungen im Kiez.

Wer die Teilnahme am Kiez-Rundgang mit dem gebürtigen Schwaben und gefühlten Berliner gewinnen möchte, schreibe den Namen der gesuchten Schule sowie (3) in die Betreffzeile einer E-Mail und schicke sie bis morgen (28. Dezember) 12 Uhr an: Der/die Gewinnerin wird direkt benachrichtigt. Gehen mehrere richtige Lösungen ein, entscheidet das Los. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Wir wünschen viel Glück!

Update (28.12., 13:10 Uhr): Heinrich-Mann-Schule war die korrekte Antwort auf diese Quizfrage. Schülerinnen und Schüler der KG 10.5 wurden im Frühjahr für ihr Projekt „Energiesparen – Geht Dir ein Licht auf?“ mit dem Deutschen Klimapreis 2011 ausgezeichnet.

Der Gewinner des Richardkiez-Spaziergangs mit Reinhold Steinle wurde per Los ermittelt und über sein Glück informiert.