Sprengstoff auf umstrittenem Neuköllner Baugrundstück

Chemnitz, Passau, Bremen oder Osnabrück: Auch mehr als 70 Jahre nach Kriegs-ende halten allein seit Ende Oktober Fliegerbomben aus dem 2. Weltkrieg in kampfmittelraeumdienst_bombenentschaerfung-heidelberger-str_neukoellnunterschiedlichen Regionen Deutschlands immer wieder das öffentliche Leben in Atem. Die verrosteten Bomben, die oft bei Bauarbeiten im Boden gefunden bombe_bombenentschaerfung-heidelberger-str_neukoellnwerden, sind im Erdreich kaum zu erkennen. Und hat man die großen bau-chigen Bombenbehälter in der Erde bemerkt, sehen sie eher wie antike Fundstücke als wie todbringende Waffen aus.

Montag stießen Bauarbeiter nun in Neukölln an der Bezirksgrenze zu Treptow-Köpenick wieder einmal auf eine alte Fliegerbombe. Nach ihrer Entdeckung auf dem Grundstück Heidelberger Sraße 17 wurde Weiterlesen

Die Mauer in Neukölln

„Wo stand denn die Mauer?“ Das fragen sich vor allem Berlin-Touristen, aber auch viele Berliner, die zu jung sind, um sie miterlebt zu haben, oder erst nach dem Fall der innerstädtischen Grenze zu Berlinern wurden. Diejenigen hingegen, die vis-à-vis mit der Berliner Mauer gelebt haben, tragen ihren Anblick im Gedächtnis mit sich herum wie die Erinnerung an die erste Liebe, den Tod enger Familienangehöriger, 9/11 oder das erste eigene Auto. „Hier stand das Monstrum, direkt vor unserer Nase!“, sagt ein Neuköllner, der seit eh und je in der Hei- delberger Straße wohnt.

Eine doppelte Pflastersteinreihe erinnert an den Wall, der die Straße von 1961 bis 1989 in West und Ost teilte. An der Ecke wur- de eine Gedenktafel für Heinz Jercha aufgestellt, der 25 Menschen durch einen der vielen Fluchttunnel unter der Sektorengrenze in der Heidelberger Straße in die Freiheit führte und am 27. März 1962 an dieser Stelle erschossen wurde. Insgesamt mindestens 136 Menschen Weiterlesen

Unten durch

Wenn im Zusammenhang mit Neukölln von der Berliner Mauer die Rede ist, geht es heidelberger straße, neukölln, treptow, berliner mauermeistens um die Sonnenallee. Die Ge- schehnisse in der Heidelberger Straße, einer Nahtstelle zwischen Neukölln und Treptow, stehen etwas hintenan.

Mehr als 30 Tunnel wurden nach dem Mauerbau auf dem Teilstück zwischen Elsen- und Treptower Straße unter der Heidelberger Straße gegraben, um DDR-Bürgern die Flucht in den Westen zu ermöglichen. Einer dieser Tunnel wurde erst 2004 bei Bauarbeiten wie- derentdeckt.

Jetzt erinnert eine doppelte Kopfstein- pflasterreihe an den Verlauf der Mauer in der schmalen Straße. Was sich damals unter der Heidelberger Straße abspielte, beschreibt ein lesenswerter Text, der mit berliner mauer, heidelberger straße, neukölln, treptowdem Titel „Bergwerk Ber- lin“ anlässlich des 49. Jah- restags des Mauerbaus  in der Freitag erschienen ist.

Mit der Berliner Mauer in Neukölln beschäftigt sich auch ein von der Politolo- gin Ursula Bach geführter Stadtspaziergang, der morgen um 15 Uhr startet.

_ensa_