Lautstarker Protest vor dem Hort der Zürich Grundschule

Rund 120 Kinder aus vielen Herkunftsländern, unter ihnen auch acht Mädchen und Jungen aus einer Flüchtlingsunterkunft in der Nachbarschaft, betreut der Träger Kleiner Fratz im Hort der Zürich Grundschule in Britz. Zehn Jahre lang arbeitete die Einrichtung zuverlässig und zu aller Zufriedenheit. Doch seitdem die Rektorin Heike Esterle vor einem halben Jahr ihr Amt angetreten hat, ist die Atmosphäre zwischen den Beschäftigten des Trägers und der neuen Schulleiterin sichtlich Weiterlesen

F wie Fastenbrechen – und Fußball

5_fastenbrechen kranoldplatz berlin-neukoellnEinen Grund zum Feiern hatten letzten Freitag nicht nur die deutschen und brasilianischen WM-Fußballer samt ih- ren Fans. Auch auf dem Kranoldplatz in Neukölln wurde gefeiert: Erstmals hat- ten ein halbes Dutzend Mitglieder des Kranold-Weder-Netzes zum gemeinsa- iftar_feuerschale_kranoldplatz neuköllnmen Iftar unter freiem Himmel eingeladen.

Rund um eine lodernde Feuerschale sollten Menschen aus dem Neubritzer Kiez die Gelegenheit haben, zusammen die Zeremonie des Fastenbrechens zu be- gehen, die derzeit – d. h. während des Ramadan – allabendlich von Weiterlesen

Eigentlich ein Notstand: Bezirkliches Forum diskutiert über die Mieten- und Wohnungspolitik in Neukölln

pdsh_wahlkampf_20110831Ein Thema, das momentan viele bewegt, stand über der Einladung zum ersten bezirklichen Forum des DGB Kreisver- bands Neukölln: Über die Mieten- und Wohnungspolitik im Bezirk diskutierten gestern Abend Vertreter von der Berliner Mietergemeinschaft und vom Bündnis Bezahlbare Mieten Neukölln sowie Ber- liner Mieterverein, Jochen Biedermann als Vorsitzender im Ausschuss für Stadt- entwicklung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) und Peter Keibel von der Branchengewerkschaft IG BAU bei einer – trotz Schnee und Eis – gut besuchten Veranstaltung im Haus der Familie/Kleiner Fratz in Neubritz.

Wohnungsbau hat in Berlin seit mehr als 10 Jahren nicht stattgefunden und die for- cierte Privatisierung von Wohnungen – auch solchen, die vormals im Weiterlesen

Unsichtbar durch Neuköllns Untergrund

respekt in sicht, unsichtbares theater für toleranz, lokaler aktionsplan nord-neuköllnDie Leute der TheaterZoneNeukölln sind auf das Schlimmste vorbereitet: Beson- ders viele, fürchten sie, werden es wohl nicht sein, die  morgen Abend der Einla- dung zur Abschlusspräsentation ihres Projekts  „Respekt in Sicht“  folgen wol- len. Gar übermächtig erscheint die Kon- kurrenz durch die 9. Sitzung der Neuköll- ner Bezirksverordnetenversammlung EM- Begegnung zwischen Deutschland und den Niederlanden. Ob die  spannend und sehenswert  wird, bleibt abzuwarten – auf die „Respekt in Sicht“-Präsentation wer- den beide Attribute aber definitiv  zutreffen.

Vor allem in den U-Bahnlinien 7 und 8, also tief im Neuköllner Untergrund, waren die Schauspieler in letzten Monaten unterwegs – in so geheimer wie öffentlicher Mission. Ihre Ziele: die  Förderung des Zusammenlebens der Kulturen und der Kommuni- kation. Ihr Mittel: das vom Brasilianer Augusto Boal entwickelte  unsichtbare Theater, bei dem inmitten ahnungsloser Passanten Szenen gespielt werden, die das Pu- respekt in sicht, unsichtbares theater für toleranz, lokaler aktionsplan nord-neuköllnblikum zum Mit-, Nach- oder Um- denken anregen. „Der Trick ist“, sagt Regisseurin Signe Ibbeken (l.), „dass die Leute Theater nicht als Theater sondern als Realität erleben und so – ohne es zu merken – zu aktiven oder passiven Akteuren werden.“

Vorrangig um Fragen wie  „Wie wol- len wir leben? Was wünschen wir uns? Wie sähe ein Miteinander mit Respekt und ohne Vorurteile aus?“ sei es bei den Szenen der bisherigen acht Touren gegangen, erklärt Schauspieler Simon Mayer (r.). Keinesfalls wollten sie durch ihre Impulse jedoch Diskussionen auf  Stammtisch-Niveau auslösen: „Der Ansatz vom Unsichtbaren Theater für Toleranz ist, Sympathie für die Figuren und ihre Themen zu erreichen und die Neugier aufeinander  zu wecken.“ Wunderbare Erlebnisse hätten sie dabei gehabt, schwär- men der Schauspieler und die Regisseurin.

Von denen erzählen sie morgen ab 19 Uhr bei ihrer Projekt- und Video-Präsentation im Familienzentrum Kleiner Fratz in der Glasower Straße 54.

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Große Investitionen für eine große Bildungsoffensive

eröffnung young arts nk, jugendkunstschule neukölln, werkstatt kinder eltern bildung neukölln, heinz buschkowsky, falko liecke, bernd müller, franziska giffey, wolf schulgenNun hat auch Neukölln eine Jugend- kunstschule: die Young Arts NK. Vor- gestern wurde sie eröffnet. Aber nicht nur sie, denn zusammen mit ihr wurde die Werkstatt Kinder Eltern Bildung ins Leben gerufen, und die gibt das inhaltliche Dach, das wie- derum dazu führt, dass eine goldene Schleife um das Projektpaket ge- schlungen werden kann. Es sei alles in allem „ein gesellschaftlicher Auf- eröffnung young arts nk, jugendkunstschule neukölln, werkstatt kinder eltern bildung neuköllntrag, der sich in die Zukunft richtet“, betonte Be- zirksbürgermeister Heinz Buschkowsky bei der Er- öffnungszeremonie. Es zeige Prioritäten für den weiteren Weg des Bezirks auf und verbinde sie in beispielhafter Art ressortübergreifend, ergänzte Wolf Schulgen von der Senatsverwaltung für Stadtent- wicklung, die das  bildungsorientierte Modellvor- haben  bis 2014 mit über 1,3 Millionen Euro aus dem Aktionsräume plus-Programm finanziert. „Ein Erfolg ist es aber erst“, so Schulgen, „wenn sich feststellen lässt, dass die Neuköllner das Projekt annehmen.“

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v. l.: Bernd Müller (Leiter des Amtes für Weiterbildung und Kultur im BA Neukölln), Dr. Franziska Giffey (Bezirksstadträtin für Bildung, Schule, Kultur und Sport) und Falko Liecke (Bezirksstadtrat für Jugend und Gesundheit)

Wie das geschehen soll, erläuterten Franziska Giffey, Falko Liecke und Bernd Müller im Vorfeld der Eröffnung vor Pres- severtretern. Grundlage sei, wie Liecke es formulierte, eine „konzertierte Aktion“ zwischen seiner und Giffeys Abteilung. Vereinfacht ausgedrückt stellt die Werk- statt Kinder Eltern Bildung (Homepage ist noch nicht freigeschaltet) eine inter- disziplinäre Vernetzung zwischen fünf Modulen bezirklicher Bildungs- und Kultureinrichtungen dar:  Die Neuköllner Stadtbibliothek bringt ihr Lesemobil ein, der Jugendhilfe-Träger Kleiner Fratz sein Interkulturelles Begegnungszentrum Haus der Familie, die Musikschule Paul Hineröffnung young arts nk, jugendkunstschule neukölln, werkstatt kinder eltern bildung neukölln, lesemobil stadtbibliothek neuköllndemith ihr musikpädagogisches Angebot namens Musik-Spra- che-Bewegung, die Volkshochschule die Erziehungs- hilfe-Offerte Elternkompass und das Kulturnetzwerk Neukölln die neu gegründete Jugenderöffnung young arts nk, jugendkunstschule neukölln, werkstatt kinder eltern bildung neuköllnkunstschule Young Arts NK. Durch die enge Kooperation der Institutionen habe man nun die Möglichkeit bei der Begleitung von Familien früh anzusetzen und die Offenheit innerhalb der Familien  auf eine gesundheitliche wie auch kul- turelle Bildung zu lenken, prognostiziert Liecke.

Indes skizzierte Bernd Müller den Idealfall: Eltern, die über Kitas oder Schulen mit dem im Neuköllner Ortsteil Britz angesiedelten Haus der Familie in Berührung kommen, lernen dort auch die anderen Projektmodule kennen, nehmen selber am Elternkompass teil und schicken Kind A in die Musikschule, besuchen mit Kind B das Lesemobil und begeistern Kind C für die Jugendkunstschule Neukölln. Das Einbeziehen der Eltern und die Verbesserung ihrer Kompetenzen, betonte auch Franziska Giffey, sei ein äußerst wichtiges Anliegen des Projekts: „Das Ziel ist, dass Eltern den Spaß ihrer Kinder an Bildung unterstützen.“ Vielleicht ließe sich durch die Erfahrungen mit den innovativen außerschulischen Lernangeboten sogar das Neukölln vorherrschende Ausmaß an eröffnung young arts nk, jugendkunstschule neukölln, werkstatt kinder eltern bildung neuköllnSchuldistanz eindämmen.

„Schon als ich vor 10 Jahren nach Neukölln kam, dachte ich, dass es toll wäre, wenn Neukölln eine Jugendkunstschule hätte“, erzählte Giffey. Jetzt ist sie da und setzt mit Workshops und Seminaren für kreative oder künstlerisch ambitionierte Grund- schüler und Jugendliche auf das Angebot des benachbarten KinderKünsteZentrums auf. Die Trä- gerschaft der Young Arts NK hat das Bezirksamt dem Kulturnetzwerk Neukölln, vielen vor al- lem als Ausrichter des Kunst- und Kulturfes-tivals 48 Stunden Neukölln bekannt, übertragen.

Bereits im letzten Jahr, berichtete Geschäftsführerin Ilka Normann, hätten erste Projekte mit Jugendlichen im neuen, 380 Quadratmeter großen Young Arts NK- Standort stattgefunden – nach umfangreichen Renovie-rungsarbeiten, die das düstere einstige Fernmeldeamt in der Donaustraße dringend nötig hatte. Denn obwohl Neuköllns neuestes Leuchtturmprojekt im Kultur- und Bildungsbereich gerne  in einem Atemzug mit der Alten Post genannt wird: In eben dem Gebäude, das Neuköllner als „Alte Post“ bezeichnen, ist es nicht untergebracht. „Wir hoffen aber“, sagte Franziska Giffey auf Nachfrage, „dass bald ein potenter Nutzer kommt und dann auch ein Zugang durch die Alte Post zur Jugendkunstschule möglich wird.“ Vielleicht erfüllt sich diese Hoffnung ja 2013 zum 10-jährigen Leerstandsjubiläum.

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