Fit für die Straße in Neukölln – 12 Jahre Alkoholprävention für Schulklassen

„Eigentlich ist es ganz einfach: Alkohol und Drogen haben hinter dem Steuer nichts verloren. Die Aufklärung über die Risiken von Drogen und Alkohol im Straßenverkehr muss so früh wie möglich ansetzen“, wiederholte eindringlich Jugend- und Gesundheitsstadtrat Falko Liecke anlässlich der für Schulklassen konzipierten Präventionsveranstaltung „Fit für die Straße- Seit 12 Jahren wird sie in Kooperation mit der Selbsthilfevereinigung der Guttempler in Berlin-Brandenburg e. V. ausgerichtet wird, und von Dienstag bis gestern fand sie im Guttemplerhaus in der Wildenbruchstraße statt.

Drei Tage lang informierten sich Schülerinnen und Schüler aus Weiterlesen

Unvereinbar: Suchtmittel und Straßenverkehr

Alkohol war 2016 in Berlin bei 1.327 Unfallbeteiligten ursächlich für Verkehrsunfälle – drei Tote und 113 Schwerverletzte waren die Folge. Mit 150 jungen Erwachsenen unter den Unfallverursachern, 80 Prozent davon männlich, waren es in dieser Altersgruppe fast 32 Prozent mehr als im Vorjahr. „Angesichts dieser Zahlen ist kompetente Aufklärung für junge Menschen über die Risiken des Konsums von Suchtmitteln im Straßenverkehr frühzeitig erforderlich“, sagt Neuköllns Jugend- und Gesundheitsstadtrat Falko Liecke.

In Neukölln findet vom 6. bis 8. März im Guttempler-haus zum elften Mal die Präventionsveranstaltung „Fit für die Straße“ statt. Jedes Jahr werden an diesen Tagen Schulklassen aus Neukölln und Weiterlesen

Guttempler feiern in Neukölln ihr 125-jähriges Bestehen

Im ehemaligen Pumpwerk der Wasserbetriebe an der Wildenbruchstraße sind sie zwar noch nicht mal 20 Jahre, aber die Guttempler gibt es schon mehr als ein fit fuer die strasse_guttempler-haus neukoellnJahrhundert länger: Heute lädt mit dem Guttempler-Orden, der sich dem bewusst suchtfreien Leben verschrieben hat, eine der ältesten Selbsthilfeorgani-sationen Deutschlands anlässlich ihres 125-jährigen Bestehens zum Haus- und Hoffest im Berliner Haupt-sitz ein.

Jugendliche kennen das denkmalgeschützte Gebäude, das für den politisch und religiös ungebunden Orden umgebaut und am 26. Juli 1997 eröffnet wurde, in erster Linie durch die Neuköllner Präventionskampagne „Fit für die Straße“. Anderen ist das Haus bekannt, weil sich hier günstig Mittagessen lässt. Für die etwa 520 Mitglieder der Berliner Guttempler ist es indes der Ort, an dem ihr suchtfreies Leben Halt in einer Gemeinschaft bekommt.

Traditionsverein mit Vision: Neuköllns Städtepartnerschaften „als kommunale Außenpolitik“ weiterentwickeln

staedtewappen rathaus neukoelln_jahresempfang freunde neuköllnsBunte Wappen, die den Rathausvorplatz direkt vor der Treppe schmücken, erinnern an die 13 inter-nationalen Partnerstädte Neuköllns. Neben dem Eingang des Amtsgebäudes weist ein rundes Schild auf den Europapreis des Europarates hin, den der Bezirk 1987 für seine aktive Städtepartnerschafts-europa-preisträger neukoelln_jahresempfang freunde neuköllnsarbeit erhielt. Dieses bezirkliche Engagement ist heute weitgehend Geschichte. Die Res- sourcen der Verwaltung sind seit der Jahrtau- sendwende immer knapper geworden; Bürgerinnen und Bürger werden von Politikern zur privaten Initiative ermuntert. Der Freunde Neuköllns e. V. unterstützt in diesem Sinn die vom Bezirk geschlossenen Städteverbindungen seit vielen Jahren. Letzten Weiterlesen

Neuköllner Aktionstage verhelfen zu Selbsterfahrung mit Rauschbrille, Gurtschlitten und Fahrsimulatoren

klaus-peter doetloff_falko liecke_guttemplerhaus neuköllnAlkohol und Drogen verändern oft unbemerkt die Wahrnehmung und das Reaktionsver- mögen. Welche Gefahren im Straßenverkehr daraus entstehen, konnten mehr als 600 Schülerinnen und Schüler ab der 10. Jahrgangsstufe erfahren, die im Guttempler- haus in der Wildenbruchstraße an den heute endenden Neuköllner Aktionstagen „Fit für die Straße!“ teilnahmen. Falko Liecke (r., neben Klaus-Peter Doettloff), stellvertretender Bezirksbürgermeister und als Stadtrat für die Ressorts Jugend und Gesundheit zuständig, erklärte gestern bei der Veranstaltung: „Es ist wichtig, dass den jungen Menschen deutlich gemacht wird, welche fatalen Folgen schon geringe Mengen Alkohol am Steuer nicht nur für sie selbst, sondern auch für Weiterlesen

Mannomann!

Australien, Dänemark, Ghana, Indien, Irland, Jamaika, Kanada, Malta, Singapur, Südafrika, Tobago, Trinidad, Ungarn und USA – überall dort wird immer am 19. No- vember und so auch heute der Internationale Männertag begangen. Er wurde 1999 eingeführt, um auf die Benachteiligung von Jungen und Männern in vielerlei Be- reichen aufmerksam zu machen. Aus der Tatsache, dass es ihn in Deutschland nicht gibt, abzuleiten, dass hier auch keine  Nachteile für sie gibt, wäre allerdings ein  detlef pech, 3. berliner fachtag jungenarbeitTrugschluss.

Schon in der Schule wür- den für Jungen die fal- schen Wegweiser aufge- stellt werden, kritisierte der Erziehungs- und Sozial- wissenschaftler Prof. Dr. Detlef Pech beim 3. Ber- liner Fachtag Jungen- arbeit im Guttempler-Haus Neukölln vor Pädagogen aus Kitas, Schulen und Projekten. „Sehen Sie sich doch nur mal die Illustrationen in aktuellen Unterrichtsmaterialien für Grundschulklassen an!“, mahnte er. Wie eh und je würden dort „stereotype Vorstellungen, wie Jungen und Mädchen sich zu verhalten haben“, dargestellt werden.  Jungen seien einem Naturgesetz gleich diejenigen, die Regeln brechen, Mädchen die, die nicht auffallen. Pechs Zwischenfazit: „Die Jungen-Bilder, denen Jungen begegnen, führen geradewegs in eine verbarrikadierte Identitätsfindung.“

Und das setze sich beim Schulsport fort. Immer wieder sei Schulsport für Jungen gleichbedeutend mit Fußball. „Aber“, so der bekennende Werder Bremen-Fan Detlef Pech, „Fußball ist Schwachsinn.“ Nach einem Beispiel, das die Hartnäckigkeit von Geschlechterstereotypen ähnlich eindrucksvoll untermauert, müsse man lange suchen. Während die Erfolge kickender Frauen in der Sportwelt zusehends Anerkennung finden, heiße es im Alltag von Kindern nach wie vor „Aber die ist ja auch kein richtiges Mädchen!“, wenn eine Sophie,  Nele oder Ayse Talent beim Umgang mit dem runden Leder offenbart.

Um die Verfestigung von Klischees auszubremsen, Jungen aus dem „Dilemma zwischen Selbstinszenierung und Pädagogisierung“ zu holen und ihnen neue Perspektiven aufzuzeigen, bedürfe es eines verstärkten Engagements im bislang weitestgehend unerforschten Feld der Jungenarbeit, forderte Detlef Pech in seinem Vortrag. Alles andere führe dazu, dass sich die auch durch die PISA-Studie belegte Benachteiligung von Jungs tradiert: „Dabei sind schlechtere schulische Leistungen de facto nichts Neues. Bildungsverlierer sind aber nicht die Jungen per se, sondern es ist eine bestimmte Gruppe von Jungen.“ Die Krux sei jedoch, dass die sich ob ihrer Orientierung an herrschenden Bilder nicht als Verlierer fühlen (dürfen), und das führe wiederum zu anderen Problemen. „Würden Jungen eine größere Viel- schichtigkeit von Männlichkeit erfahren und individueller auf dem Weg zum eigenen Leben gefördert werden, gäbe es die nicht“, ist der Wissenschaftler überzeugt.

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