Zwei neue Haflinger auf dem Gutshof Schloss Britz

„Endlich können wir wieder das Kinderreiten anbieten“, freute sich Sonja Kramer, Geschäftsführerin der Kulturstiftung Schloss Britz am Donnerstagmittag als Frank Bielka, Vorsitzender vom Förderverein des Schloss Britz, an Bezirksbürgermeister Martin Hikel, der in seiner Funktion auch Vorstand der Kulturstiftung Schloss Britz ist, die Haflinger Harina und Nilo offiziell übergab. Bielka, der zwischen 1989 und 1991 Bezirksbürgermeister in Neukölln war, und sein Parteigenosse Dr. Hermann Borghorst, der zwischen 1991 und 2001 als Neuköllner SPD-Abgeordneter im Landesparlament war, hatten erfahren, dass die Kulturstiftung einen Ersatz für die Reitpferde Mausi und Wuschel suchte, die vor einiger Zeit aufs Altenteil geschickt werden mussten. Borghorst und Bielka Weiterlesen

Erinnerungsprojekt „Brundibár“ zu Gast im Kulturstall auf dem Gutshof Britz

Als Gemeinschaftswerk schrieben der Librettist Adolf Hoffmeister und der Komponisten Hans Krása 1938 in Prag die Kinderoper „Brundibár“, die 1941 das erste Mal im jüdischen Kinderheim in Prag aufgeführt wurde. Nach Krásas Deportation 1942 ins KZ Theresienstadt schrieb er die Partitur nach, die er im Original nicht mitnehmen konnte. In Theresienstadt wurde die Oper 55 Mal aufgeführt. Viele der mitwirkenden Kinder wurden wie der Komponist 1944 in Auschwitz ermordet. Nach dem Krieg geriet die Kinderoper zunächst in Vergessenheit. Sie wurde in Schwerin 1997 aber wieder aufgeführt, wo sie bis heute die Arbeit zur Erinnerung an Holocaust prägt. Beim Weiterlesen

Der Weihnachtsmarkt auf dem Richardplatz ist vorbei, der auf dem Gutshof Britz fängt erst an

Ab Freitag wird es am Schloss Britz wieder märchenhaft. Wie schon in den vergangenen Jahren verwandelt das Wandertheater Cocolorus Budenzauber den Gutshof an den letzten beiden Adventswochenenden erneut in einen historischen Weihnachtsmarkt mit nordischem Flair.
Über 50 weihnachtliche Stände und viele Aktionen sowie Märchen- und Theaterstücke, Tanz, Akrobatik und Live-Musik tragen zu einem „niveauvollen herzerwärmenden und liebevoll handgemachten Programm“ bei, das jeden Abend mit einer eindrucksvollen Feuershow endet und, so die Veranstalter, in den letzten sieben Jahren bereits von über 200.000 begeisterten Besucherinnen und Weiterlesen

Märchenweihnacht geht in die Verlängerung

Vielerorts ist die diesjährige Weihnachtsmarkt-Saison seit gestern oder spätestens heute Abend Geschichte. Auf dem Gutshof Schloss Britz geht sie indes über den Heiligabend hinaus: Schon seit einigen Jahren lädt dort das Wandertheater Cocolorus Budenzauber zur Nordischen Märchenweihnacht ein. Auf dem „märchenhaften historischen Weihnachtsmarkt mit nordischem Flair“ wartet neben über 50 Ständen und vielen Aktionen für Jung und Alt ein handgemachtes Programm mit Theater, Tanz und Live-Musik. Die Feuershow „Araga Mysteria“ beendet das Weihnachtsspektakel jeden Abend.

Der Märchenweihnachtsmarkt auf dem Gutshof Britz hat heute sowie am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag von 11 bis 21 Uhr geöffnet.

Ein Stück vom Sommer im Kulturstall in Britz

Seit nunmehr 11 Jahren schon gibt es ein professionelles Musikfestival auf dem ehemaligen Gutshof in Britz. Die Musikschule Paul Hindemith, 1927 als Musikschule Neukölln gegründet, brachte in diesem Jahr in Kooperation mit dem Werkstatt Musik Berlin e. V. die Oper „Die lustigen Weiber aus Windsor“ auf die Bühne des Kulturstalls.

Geläufiger als die Fassung des Komponisten Carl Ditters von Dittersdorf sind die Opernfassungen von Verdi und Nicolai. Aber gerade dies ist ein Kennzeichen des Festivals in Britz, hat es sich doch eben auf die Wiederentdeckung und Wiederaufführung von Werken spezialisiert, die heutzutage fast in Vergessenheit geraten sind. Bei diesem Werk machte sogar erst die Rekonstruktion des Ursprungsmaterial durch Weiterlesen

80 Museen und 800 Veranstaltungen in einer Nacht

Vor 20 Jahren, im Februar 1997, wurde die Lange Nacht der Museen in Berlin erfunden und etablierte sich anschließend als Vorbild aller langen Nächte. 18 Museen aus der ganzen Stadt, darunter auch das Museum Neukölln, öffneten damals zum ersten Mal bis tief in die Nacht ihre Türen. „Die Lange Nacht ist mit ihrer besonderen Atmosphäre und den engagierten Aktionen und Angeboten der teilnehmenden Museen fester und wichtiger Bestandteil des kulturellen Angebotes der Stadt“, erklärte Kultursenator Dr. Klaus Lederer (l.) vergangenen Mittwoch im Museum für Kommunikation auf der Pressekonferenz zur diesjährigen Jubiläumsnacht unter dem Motto „Made in Berlin“. Am Weiterlesen

Märchenhaft nordisch

maerchen_weihnachtsmarkt-gutshof-britz_neukoellnÜber 50 Stände, viele Attraktionen, Live-Musik sowie Theater- und Bühnenstücke der Wanderbühne Cocolorus Budenzauber: Nach dem Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt öffnet alljährlich für zwei Wochen-enden die Nordische Märchenweihnacht auf dem feuerschale_weihnachtsmarkt-gutshof-britz_neukoellnGutshof des Britzer Schlos-ses. Mit der Feuershow „Araga Mysteria“ klingt jeder Abend aus.

„Das Wetter ist genau richtig: Nicht zu kalt und nicht zu warm“, begrüßte Dr. Franziska Giffey, die als Bezirksbürgermeisterin auch der Kulturstiftung Schloss Britz vorsteht und mit der SPD-Abgeordneten Derya Caglar auf den Gutshof gekommen war, Weiterlesen

Vorübergehend zu dritt

Lady ist da, Princess ebenfalls und auch Wuschel, der ergraute Wallach, steht auf der Weide des Gutshofs hinter dem Britzer Schloss. Nur:  Wo ist die rheinisch-deutsche Kaltblutstute  Mausi, die Nummer  vier des wiehernden Quartetts? Sollte die betagte

kutschpferde princess und lady_gutshof britz_neukölln kaltblut wuschel_gutshof britz_neukölln

Pferdedame womöglich …? Eine Mitarbeiterin des Schlosses kann alle beruhigen, die sich Sorgen gemacht hatten: Mausi, erklärt sie, hatte einen Abszess am Bein, sei deshalb noch meist im Stall, befinde sich nun aber auf dem Weg der Besserung.

Alles wacht, einer schläft

Es weihnachtsmarktelt vor sich hin in Neukölln: Letztes Wochenende der Rixdorfer Weihnachtsmarkt, dieses und auch noch nächstes die Nordische Märchenweihnacht auf  dem Gutshof  Britz. Dazu kamen gestern der  1. Weihnachtsmarkt  in  der  August-

weihnachtsmarkt körnerpark neukölln

Heyn-Gartenarbeitsschule und das von Neuköllns Sozialstadtrat Bernd Weiterlesen

Gaukler am Schloss Britz

Stelzenläufer_cocomedivale_gutshof britz neukoellnWen es am Wochenende zum Britzer Gutshof zog, wurde erinnert an die „Nordische Märchenweihnacht“ am vierten Adventswochenende letzten Jahres. An jenen Tagen war jedoch Schmuddelwetter, die Wiese plakat cocomedivale_gutshof britz neukoellnaufgeweicht. Gestern und vorgestern war es wenigs- tens trocken wenn auch recht kühl. Wiederum war die Wanderbühne Cocolo- rus-Budenzauber Gastge- berin, dieses Mal mit dem historischen Musik- und Gauklerfest „Cocomedi- vale“.

Personifizierter Dreh- und Angelpunkt ist Dietmar Frick, Vereinsvorsitzender und Inten- dant. Ein Tausendsassa, wenn es ums Generieren von Ideen und Weiterlesen

„Wenn die Leute das Auto sehen, strahlen sie“: Schloss Britz nimmt Oldtimer-Touren ins Programm auf

ford a_schloss britz„Meine Idee war es gar nicht, sondern die von meiner inzwischen verstorbe- nen Frau“, das will Klaus-Peter Mahlo doch festgehalten wissen. Vor Jahren, als beide gemeinsam eine Veranstal- tung auf dem Gutshof am Schloss Britz besuchten, bemerkte Karin Mahlo, dass der Ford A aus der kleinen Oldtimer-Sammlung ihres Mannes perfekt zum Ambiente des Anwesens passen wür- de. „Seitdem“, sagt der 72-Jährige, „war es ihr Wunsch, das Auto einmal der Stiftung zu vermachen.“ Ende März wurde er wahr und der Schenkungsvertrag Weiterlesen

Für Yvonne: Kühe in einem ehemaligen Pferdestall

2_kühe in europa_museum neuköllnSie heißen Pohjoissuomenkarja, Rod Dansk Malkerace, Katerini, Česka cer- vinka, Rotes Höhenvieh, Bulgarian Ro- dopi, Highland, Dølafe und Polnische Schwarzbunte und leben in Finnland, Dänemark, Griechenland, der Tschechi- schen Republik, Deutschland, Bulga- rien, Schottland, Norwegen und Polen. Sie muhen statt zu grunzen oder wie- hern, geben Milch, sind wiederkäuen- de Paarhufer, gehören demzufolge allesamt zur Gattung Rind und haben es einzig deshalb zu Protagonisten der neuen Sonderausstellung „All Ladies. Kühe in Europa“ gebracht, die Freitag im Museum Neukölln eröffnet Weiterlesen

Märchenhaftes Neukölln

eingangstor_weihnachtsmarkt gutshof britz_neuköllnNeukölln scheint weit entfernt zu sein, dabei ist man hier auf dem Gutshof am Schloss Britz doch mittendrin. Es duftet nach gebrannten Mandeln, Glühwein, gegrilltem Herzhaftem, 2_weihnachtsmarkt gutshof britz_neuköllnfrisch gebacke- nem Brot und in Handarbeit her- gestellten Seifen. Das Heulen von Schlittenhunden, das Wiehern von Pferden und Ponys und das Schnattern von Gänsen und Enten mischt sich in die weihnachtlichen Klänge, die vom Band eingespielt werden, um Weiterlesen

Pflicht, Kür und ein Geschenk für den Weihnachtsmann

weihnachtsbaum_adventsbasar körnerpark_neuköllnAuf den ersten Blick gibt es nur wenig Gemeinsames zwischen dem Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt auf dem Richardplatz und dem Weihnachtsbasar im aufbau_adventsbasar körnerpark_neuköllnKörnerpark: Ersterer dauert drei Tage, hat eine lange Tradition und ist ein Besucher-Magnet. Letzterer ist nach drei Stunden vorbei, eher familiär und gemütlich, und gestern fand er erst zum 7. Mal statt. Was jedoch beide eint, ist, dass kommerzielle Anbieter keine Chance haben, einen der Marktstände zu ergattern, wobei die des Weihnachtsbasars im Körnerpark fast durchweg sozialen oder Weiterlesen

Mit 2 PS durch Britz

andreas schmidt_vorbereitung kutschfahrt hufeisensiedlung_gutshof schloss britzBisher hatte Andreas Schmidt mit Pferden nur wenig am Hut. Dass er mal beruflich mit ihnen zu tun haben würde, hätte er nie gedacht. „Eigentlich bin ich als Haustech- niker für das Schloss Britz zuständig“, erzählt Schmidt. Nun ist er außerdem Kut- scher – ebenso wie Sonja Kramer, die eigentlich Geschäftsführerin der Kulturstif- mario maser_andreas schmidt_vorbereitung kutschfahrt hufeisensiedlung_gutshof schloss britztung Schloss Britz ist.

Lady und Princess, die beiden schweren Thüringischen Warmblüter, stehen entspannt im Schatten der Stallun- gen des Gutshofs hinter dem Schloss und lassen sich geduldig das Zaumzeug und Weiterlesen

Ein Samstagabend mit den Sonntags

Plakat_FrancoFeel_Gutshof Britz_Neukölln„FrancoFeel brennt mit dem Zirkus durch“ heißt das mittlerweile zweite Programm der Berliner Live-Band um Sängerin Anja Sonntag, und so war es stimmig, dass FrancoFeel am Samstagabend das Britzer Schlosskonzert mit dem Titel „Circus“ aus dem Chaplin-Film „The Circus“ begann. Zum Zirkusthema passend waren die vier Musiker auch gekleidet: Dagmar Hilbricht Weiterlesen

Was nicht passt, wird passend gemacht

Die älteste, noch bestehende Partei Deutschlands ist die SPD unbestritten. Damit, dass sie in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen feiert, dürften aber Pedanten ihre ausstellungsplakat spd rixdorf-neuköllnProbleme haben. Denn die Partei konsti- tuierte sich erst 1875 durch den Zusam- menschluss des 1863 gegründeten Allge- meinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV) und der 1869 ins Leben gerufenen Sozial- demokratischen Arbeiterpartei (SDAP) als Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD). SPD, also Sozialdemokratische Par- tei Deutschlands, heißt sie sogar erst seit dem Herbst 1890. Aber wer will es schon so genau nehmen, wenn das Jubiläumsjahr passgenau in das Jahr einer Bundestags- wahl fällt, die gewonnen werden will?

Auch die Neuköllner Sozialdemokraten fei- ern kräftig mit: Vorgestern wurde im Kultur- stall auf dem Gutshof Britz die Ausstellung „Der Kampf um Einheit und Freiheit. Ge- schichte der Sozialdemokratie in Rixdorf und Neukölln“ eröffnet. Auf 16 Text-/Bild-tafeln wird hier die lokalhistorische Bedeutung der SPD skizziert, die im Februar 1874,

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zur Zeit von Kaiser Wilhelm I., mit der Gründung des ersten sozialdemokratischen Agitationsvereins begann. 40 Jahre später hatte der fast 18.000 Mitglieder. Imposante Wahlerfolge und Massenversammlungen verbanden Rixdorf jahrzehntelang mit der Farbe rot.  Nach dem Ende der NS-Zeit, in der die SPD verboten war, konnte Neukölln seinen Ruf als Hochburg der Sozialdemokratie schnell zurück erobern. 1981 war es damit vorbei: Der CDU-Mann Arnulf Kriedner wurde für acht Jahre Bezirks- bürgermeister; von 1992 bis 2001 waren es mit Hans-Dieter Mey und Bodo Manegold ebenfalls CDU-Politiker, die im Rathaus den Ton angaben. Erst 2001 war die SPD wieder am Zug, den Posten des Bezirksbürgermeister besetzen zu können. Am Anhängerschwund konnte aber auch das nichts ändern: 2007, informiert die Aus- stellung, war die Zahl der Mitglieder der SPD Neukölln von knapp 5.000 in 1980 auf 1.240 geschrumpft.

Viele von ihnen feierten gestern auf dem Karl-Marx-Platz den Abschluss der Woche der Neuköllner SPD, sich selber und ihren Genossen  Fritz Felgentreu (2. v. r.), der  für

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5_jubiläumsfest spd neuköllndie Partei nach der Wahl am 22. Septem- ber in den Bundestag einziehen soll. Falls das nicht gelingen sollte und das Buhlen um Wählerkreuze durch Kinder- bespaßung, ein Bühnenprogramm, Ge- grilltes und Informationsstände nicht greift, dann ja vielleicht 2025: Dann kann die SPD wieder ihr 150-jähriges Jubi- läum feiern und wird wieder Bundestags- wahl sein. Fritz Felgentreu wäre mit 57 Jahren immer noch im besten Politikeralter.

Die Ausstellung „Der Kampf um Einheit und Freiheit. Geschichte der Sozialdemokratie in Rixdorf und Neukölln“ ist noch bis zum 7. Juli im Kulturstall Gutshof Britz  zu sehen; Öffnungszeiten: Di. – So. 10 – 18 Uhr.

=ensa=

Zurück ins Mittelalter

weihnachtsmarkt2Nun ist der letzte Tag der diesjäh- rigen Neuköllner Weihnachtsmarkt- Saison angebrochen: Noch bis 21 Uhr hat der Historische Weihnachts- markt mit Mittelalter-Flair auf dem Gutshof am Schloss Britz  geöffnet. Allerdings nur für diejenigen, die 3,50 Euro (erm. 2 €) Eintritt  zu zahlen bereit sind. Die Zeit des freien Ein- tritts ist dort längst vorbei: Sie galt nur an Werktagen.

Außergewöhnliche Töne

Was haben der Sänger und Komponist Udo Jürgens und der Neuköllner Musiker Jürgen Heidemann gemeinsam? Zunächst sind es selbstverständlich die nament- lichen Übereinstimmungen, die ins Auge fallen. Aber die Künstler verbindet noch mehr: Beide sind nach ihren Konzerten oft klatschnass.

Bei Jürgen Heidemann ist es allerdings kein Schweiß, der sein Hemd durchtränkt. Er rackert sich nicht am Piano ab, singt nicht bis zur Erschöpfung oder tobt über die Bühne. Nein, es ist vor allem die Nähe zum Instrument und die Art und Weise, wie ihm Töne entlockt werden, die den 34-Jährigen nass macht. Denn Jürgen Heidemann gehört zu denen, die die alte Kunst des Musizierens mit Klangsteinen für sich entdeckt haben und meisterhaft beherrschen.

Ohne eine Schüssel mit Wasser geht bei den Instrumenten gar nichts. Heidemanns Hände müssen nass sein,  will er Granitsteine zum Klingen bringen, die ob ihrer Formen- und Farbenvielfalt auch als Deko- Elemente fürs Wohnzimmer geeignet wären oder als Skulpturen in Galerien durchgingen. Ihre akustischen Qualitäten werden erst durch einen wie Jürgen Heidemann offenbar. Streicht er sanft mit flachen Händen über die Steine, steigen imposante Klangwolken aus satten Basstönen, melodischen Mitten und intensiven hohen Tönen zwischen den La- mellen auf.

Noch eindrucksvoller und facet- tenreicher wird das Hörerlebnis, wenn der Klangsteinmusiker  Jürgen Heidemann zusammen mit seiner Partnerin, der Vio- linistin Hoshiko Yamane, auftritt: Am 3. Dezember sind die bei- den Künstler mit ihrem musika- lischen Dialog der Elemente Holz (=Ki) und Stein (=Seki) als Duo KiSeki im Museum Neukölln auf dem Gutshof Schloss Britz zu Gast.

Heidemann geht es jedoch längst nicht nur um Klangkunst und Konzertantes. 2009 gründete der examinierte Lehrer die private Musikschule Klangwolke, in der Kinder das Musizieren mit Steinen und verschiedenen anderen Instrument erlernen können. Sehr spezielle Kurse wird es dagegen im Vorfeld des KiSeki-Konzerts im Museum Neu- kölln geben: „Ende November starten dort Workshops zum Musizieren mit Kiesel- steinen“, kündigt Jürgen Heidemann an. Er demonstriert mit zwei Exemplaren, dass die bei gekonnter Handhabung nicht nur einen Takt anschlagen, sondern auch höchst unter- schiedliche Töne von sich geben können. In erster Linie seien die Workshops jedoch ein Projekt zur Gewaltprävention, bei dem Kinder erfahren, dass Steine zu mehr als zu Wurfgeschossen taugen.

=ensa=

Vom Kuhstall zum Neuköllner Kulturstall

Draußen stehen noch allerlei Gerätschaften herum. Der hohe Bauzaun muss auch noch weg. Und die Freilichtbühne ist am Tag drei vor ihrer Inbetriebnahme vom Stadium der Fertigstellung noch ein ganzes Stück entfernt. Aber  übermorgen soll auf dem  Gutshof  Schloss  Britz  alles  bereit sein  für das große Hoffest  (ab 12 Uhr)  mit

kulturstall gutshof schloss britz, neuköllnfreilichtbühne, kulturstall gutshof schloss britz, neukölln

Handwerkerständen, Mitmachangeboten und  Kutschfahrten  und die feierliche Er- öffnung des Kulturstalls für geladene Gäste am Abend.

Im Kulturstall, der früher ein Kuhstall war und nun ein Konzert- und Theatersaal ist, sind die Bauarbeiten abgeschlossen. Reinhard Mürau hat sich an den nagelneuen, reinhard mürau, kulturstall gutshof schloss britz, neuköllnschwarz glänzenden Flügel gesetzt, der auf der Bühne steht. „Wunderbar! Das ist traumhaft!“, schwärmt der Pianist schon nach wenigen Takten. Seine Begeisterung gilt einerseits der Akustik im Kulturstall und andererseits dem Instrument aus dem Hause C. Bechstein, dem Modell D282. Herrlich ausgeglichen sei es, sagt Mürau, ein Flügel, der das tut, was man will. Sonnabend wird er auf ihm eine Klaviersonate von Ludwig van Beethoven spielen. Dann werden sich nicht nur einige reinhard mürau, kulturstall gutshof schloss britz, neuköllnPresseleute im Saal aufhalten, sondern sämtliche Sitzplätze, von denen es rund 280 gibt, besetzt sein.

Reinhard Mürau, dem bereits früh eine „außergewöhnliche musikalische und pia- nistische Begabung“ bescheinigt wurde, kann es kaum noch erwarten. Auch auf den einen oder anderen Klavierabend, den er im Kulturstall geben wird, freut er sich schon jetzt. Überragende Bedingun- gen biete der neue Konzertsaal in Neukölln, findet der Musiker. Er nennt die Berliner Philharmonie, das Konzerthaus am Gendarmenmarkt und den Meistersaal am Potsdamer Platz – gleich danach, so Reinhard Müraus Resümee, komme der Kulturstall: „Hier zu spielen ist wirklich das pure Vergnügen.“

=ensa=