Jacky Spelter – Erinnerung an eine Neuköllner Kiezgröße

jacky spelter-filminterkulturelles seniorenprojekt reuterkiez_neukoellnIm Rahmen des Interkulturellen Seniorenprojekts im Reuterkiez hatte die Projektleiterin und Politologin Ursula Bach gestern interessierte Senioren und Seniorinnen zu einer vormittäglichen Filmvorführung im Kiosk am Reuterplatz eingeladen. Um die 20 Gäste sorgten dafür, dass der kleine Raum zur jacky spelter-gedenktafel, sanderstraße neuköllnGänze gefüllt war. Gezeigt wurden zwei Filme über Jacky Spelter, der – bis zu seinem Tod am 12. Mai 2004 – jahrzehntelang in der Sanderstraße im Reuterkiez gelebt hat, wo heute eine Gedenktafel an ihn erinnert.

Jakob Spelter, von allen Jacky genannt, war Deutschlands ältester Rock’n’Roller. Er hat Elvis Presley während dessen Militärzeit in Deutschland Weiterlesen

Die Legende aus der Sanderstraße

jacky spelter, sanderstraße neuköllnManche nannten ihn den „King von Neukölln“, andere „Rock’n’Roll-Opa“ und für wiederum andere war er der „Nachbar mit dem großen Herz“. Auf den Tag genau vor acht Jahren, am 12. Mai 2004, hörte das auf zu schlagen, und Neukölln war um eine Berühmtheit ärmer.

Heute erinnert nur noch eine Gedenktafel an jacky spelter-gedenktafel, sanderstraße neuköllnJacky Spelter. Freun- de haben sie finanziert und am Haus in der Sanderstraße, wo der gebürtige Wiesbade- ner über drei Jahr- zehnte lang gelebt hatte, anbringen lassen. Aus ihrem Plan, das mit vergilbten Plakaten und Erinnerungsfotos zugepflasterte Wohn- büro des Rock’n’Roll-Urgesteins zu einem kleinen Privatmuseum zu machen, wurde leider nichts, weil die Erben des Verstorbenen die Bleibe kurzum in einer Hauruck-Aktion auflösten. Hätte Jacky Spelter ihnen mehr als ideelle Reichtümer hinterlassen, wäre es möglicherweise anders ausgegangen. Seinen 75. Geburtstag hatte der leidenschaftliche Musiker, Hobby-Koch, Schachspieler und Angler noch mit einem großen Konzert seiner Band „Jacky & his Strangers“ gefeiert. Danach wurde es – gesundheitlich bedingt – immer ruhiger um den, der seinen Fans bis dahin vor allem eines gegeben hatte: den Spaß, den sie wollten.

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