Milchmädchen-Projekt lädt zum Spaziergang im Schlosspark Britz ein

milchmaedchen_perretteDas Schloss Britz präsentiert in den kommenden Monaten nacheinander vier künstlerische Interventionen von Jörg Lange, Claudia von Funcke, Frederik Foert und Aneh Ondare. Die zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstler setzen sich mit der Skulptur des Milchmädchens im Schlosspark auseinander und interpretieren ihre Geschichte neu.

Jörg Lange betrachtet die Skulptur als eine Figur der Gegenwart: „Ich stelle mir vor, wie sie als bekannte Influencerin ihre Projekte und merkantilen Strategien im eigenen Channel verbreitet oder als erfolgreiche Musikerin ihr Schicksal oder ihre soziale Herkunft besingt. Den imaginierten Wandel, vom gescheiterten Milchmädchen zum erfolgreichen It-Girl.“ Um Weiterlesen

Kunst, die bewegt

Wer von einer Wanderausstellung spricht, meint gewöhnlich eine Ausstellung, die von einem Ort zum nächsten bewegt und erst hier und dann dort gezeigt wird. Eine vitrine u-bf karl-marx-straße_neuköllnandere Art der Wanderausstellung ist „Melos – Zwischen Räumen“. Da bleiben die Exponate, wo sie sind, und alle, die sich die komplette Ausstel- lung ansehen wollen, müssen sich bewegen, über eine Distanz von 600 Metern durch Neukölln.

galerie im saalbau_neuköllnEin Teil der am letz- ten Freitag eröffneten Ausstellung ist näm- lich in der Galerie im Saalbau zu sehen, ein anderer im Kunst- kunstraum t27_neuköllnraum t27 und ein wei- terer auf dem Weg bzw. darunter: in der U7-Station Karl-Marx-Straße.

Da der Bahnhof nur über Treppen erreicht werden kann, ist es für Rollstuhlfahrer also unmöglich, „Melos – Zwi- schen Räumen“ als Ganzes anzuschauen. Es sei denn, sie finden kräftige Helfer oder nehmen den Umweg über die rollstuhlgerechteren U-Bahnhöfe am Rathaus oder S-Bahn-Knotenpunkt Neukölln in Kauf, um sich Frederik Foerts Installation „Stand-bein/Spielbein“ ansehen zu können. Eine Vitrine, in der Tische gestapelt wurden, auf denen ein Paar Schuhe und eine Whisky-Flasche stehen. Was es damit auf sich hat, konnte zumindest gestern Nachmittag nur erlesen statt erlebt werden: Die „müßig entspannte Tanzbewegung eines animierten Schuhpaares, das trotz der offen- sichtlichen Abwesenheit seines Besitzers mit den Gästen der BVG zu kommunizieren scheint“ kündigt die Beschreibung des Kunstwerks an. Bewegung herrschte aller- dings nur um die Vitrine herum, die Schuhe in ihr verharrten im Stillstand.

=ensa=