Zehlendorf und Neukölln, Liebermann und Hessel

Dass der Maler Max Liebermann, der 1847 in Berlin geboren wurde und 1935 am selben Ort starb, je eine besondere Beziehung zu Neukölln gehabt hätte, ist nicht überliefert. Und die Möglichkeit einer Revision der Lokalgeschichte ist äußerst gering. garten_liebermann-villa_berlin-wannseeFranz Hessel, ebenfalls Kind einer großbürger-lichen jüdischen Familie wie Liebermann, notierte vielmehr in seinem 1929 veröffentlichten Buch „Spazieren in Berlin“: „Um seiner selbst willen Neukölln aufzusuchen, dazu kann man eigentlich niemandem raten. (…) Ich bin immer nur rasch mit der Tram durch Neukölln gefahren, um wo anders hinzukommen.“

Am Wannsee in Zehlendorf ließ sich Max Liebermann im Jahr 1909 ein Sommerhaus mit einem fast 7.000 Quadratmeter großen Garten bauen, das er Weiterlesen

Mit „Schalom Rollberg!“ gegen Berührungsängste

skulptur sonne_rollbergviertel neuköllnFranz Hessel, Kind einer großbürgerlichen jüdi- schen Familie und aufgewachsen im alten Wes- ten Berlins, erkundete die Stadt in den 1920er Jahren zu Fuß. Zwischen Hermannstraße und Bergstraße, wie damals die Karl-Marx-Straße hieß, fand der Schriftsteller einen Ort, wo das Elend sichtbarer wird, das sogenannte Bullenvier- tel: „Eine traurige Gegend“, notierte er kurz.

In diesem Quartier, das heute Rollbergkiez heißt, ist seit  2003 der Verein  Morus 14  mit  Projekten für soziale Integration durch Bildung und Gewalt- prävention engagiert. Er stellte gestern beim Jah- jahresempfang morus14_neuköllnresempfang seine Arbeit und insbe- sondere das neue Projekt „Schalom Rollberg!“ vor.

„Vor gar nicht allzu langer Zeit sind die Beziehungen zwischen Deutschen, Franzosen und Juden längst nicht so gut gewesen“, sagte Morus 14-Geschäfts- führer Gilles Duhem (2. v. r.), der seit gut einem Vier- teljahrhundert in Deutschland lebt. Es sei ihm deshalb eine besondere Weiterlesen