Ausgezeichnete Türöffner zur beruflichen Zukunft

Neuköllner Ausbildungspreis 2015 Gewinner_Foto unternehmensnetzwerk neukölln-südringEr wird nur alle zwei Jahre verliehen und zeichnet nicht die besten Auszubildenden aus, sondern würdigt Unternehmen im Bezirk, die besonders viel Engagement bei der Berufsausbildung Jugendlicher beweisen: der Neuköllner Ausbil-dungspreis. Gestern wurde er im Rathaus Neu- kölln an vier Firmen verliehen: In der Kategorie der Betriebe mit bis zu 20 Mitarbeitern  ließ die Tischlerei Thieß – wie bereits Weiterlesen

Sechs von 16: Neuköllner Biobäckereien präsentieren sich bei der „Woche der offenen Backstuben“

dirk biesenbach_biokonditorei tillmann neuköllnSo sehr es Dirk Biesenbach auch bedauert: Er könne bei seiner Führung leider nur eine leere Halle präsen-tieren, bereitet der Geschäftsführer der Biokonditorei Tillmann die etwa 20 Leute vor, die sich aus dem Programm der Woche der offenen Backstuben für eine Besichtigung seines Betriebs entschieden haben. Um biokonditorei tillmann_neuköllndort die Produktionsabläufe mitzu-erleben, müsse man sich nachts in die Bergiusstraße bemühen, denn: „Bis 10 Uhr vormittags haben wir alle Kunden zu beliefern, das heißt, dass die Waren bis 5 Uhr 30 fertig für den Versand sind.“

Seit nunmehr 27 Jahren gibt es die Biokonditorei Tillmann, die derzeit etwa 40 Mitarbeiter beschäftigt, von denen einige von Anfang an dabei sind. Etwa die Hälfte des Personals ist in der Produktion beschäftigt und stellt Torten, Blechkuchen, Fein- und Weiterlesen

Das große Schauen, Riechen, Fühlen und Schmecken in sechs Neuköllner Bio-Bäckereien

Was wäre wohl, wenn berlinweit eine Woche der offenen Döner-Buden, Kantinen oder Fleischereien auf die Beine gestellt werden sollte, um Kunden die Möglichkeit woche der offenen backstuben berlinzum Blick hinter die Kulissen zu geben? Würde Kon- kurrenzdenken die Idee zum Scheitern verurteilen? Würde sie an organisatorischen Hürden straucheln, die sich auftürmen, wenn Lebensmittelproduktion, Hy- gienevorschriften und Publikumsverkehr mehlwurm vollkornbäckerei neuköllnzur Einheit werden sollen?

Seit gestern und noch bis Sonntag beteiligen sich 12 Berliner und drei Bio- Bäckereien aus dem Um- land an einem solchen Experiment und laden zur Woche der offenen Back- stuben ein. Sechs der Betriebe, in denen die Sinnes- organe zum Einsatz gebeten werden, sind in Neukölln. Und vom Chef einer Neuköllner Firma ging auch der Im- puls aus, die Aktionswoche zu veranstalten: Joachim Weckmann, Weiterlesen

Viel Genuss und wenig Zeit

next organic berlin_flughafen tempelhofKaum war sie da, war sie auch schon wieder weg. Nur acht Stunden währte am vergangenen Sonntag die Next Organic Berlin (NOB) – und mit ihr die Ver- wandlung der Haupthalle des ehemaligen Flug- hafens Tempelhof in eine  kulinarische Erlebniswelt, bei der auch Neukölln beachtliche Akzente setzte. 

„Bereits um 12 Uhr, also zwei Stunden nach der Öffnung, konnten wir den 500. Besucher zählen“, verkündet Pressesprecherin Kati Drescher beim Rundgang für Medienvertreter, der zu 10 Ausstellern führt und das breite Spektrum der insgesamt 165 Unternehmen umreißen soll, die sich hier präsentieren. Ihr gemeinsamer Nenner 4_next organic berlinsind ökosozial innovative Bio-Produkte. Die stellen sie her, verarbeiten oder vermarkten sie – als Start Up- Betriebe oder als Firmen, die sich längst am Markt etabliert haben. „Wir möchten den Begriff Bio aufbrechen und die Schnitt- stelle zwischen kleinen Manufakturen, Unter- nehmen oder Innovatoren und Handel, Hotel- lerie oder Gastronomie neu managen“, fasst Michael Frühbis vom Le Schicken Verlag, NOB-Ko-Veranstalter und Kurator der Gas- tro-Lounge „Foodopisten“, das Konzept der Fachmesse zusammen. Fachmesse, erklärt er noch, wolle man aber eigentlich auch nicht genannt werden, denn die Next Organic Berlin verstehe sich eher als eine „Kombination aus interdisziplinärer Vernetzungs-Plattform, Marktplatz und Trendshow“.

Einer, der den Sprung von der Idee zum Produkt mit Erfolgskurs-Potenzial bereits geschafft hat, ist Nils Beierlein (l.). „Mein Gedanke war, den besten Eistee der Welt auf den Markt bringen zu wollen“, erzählt er. AiLaike heißt das Ergebnis, das auf einem über 100 Jahre alten  Rezept, richtigem  Tee, rein pflanzlicher  Süße und  hoch-

ailaike_next organic berlin 1_next organic berlin

wertigen Früchten basiert. „Saft kommt mir nicht in die Flasche“, versichert der Jung-Unternehmer aus Mainz, „denn der würde den Teegeschmack total verfälschen.“ Um ein besonderes Geschmackserlebnis geht es auch Domantas Uzpalis, der vor drei Jahren in seiner Heimat Litauen Chocolate Naive (l.) gründete. Ebenso wichtig ist dem Chocolatier jedoch, dass Schokolade wieder als Genussmittel in den Fokus des Verbrauchers rückt. Seine Produkte, so die Philosophie, sollen dabei helfen, eine Brücke zwischen den Bohnenbauern und den Kunden zu schlagen. Boris Grö- nemeyer (r.) hat sich dagegen ganz dem Herzhaften verschrieben. Mit King of Salt nutzt  er das Urmeersalz  der zuvor  lange brach  liegenden Quelle in Bad  Essen, ver-

chocolate naive_next organic berlin king of salt_next organic berlin

edelt es und kreiert in einem Spezialverfahren Salze zum Sprühen, um eine perfekt portionierbare Würzbasis zu schaffen.

Originell, innovativ und qualitativ hochwertig, das sind Begriffe, die auf der Next Organic Berlin allgegenwärtig sind und mit Leben erfüllt werden: Von den Foo- dopisten (l.), die bei ihren Live-Koch-Shows „unjerollten Rollmops“, „Fünf Elemente“, einen  „Keine-Eier-Salat“  oder  „Vertikales Schwein“  zum  Verkosten anbieten, in  den

gastro-lounge_next organic berlin 2_next organic berlin

montaniola_next organic berlin tres cabezas_next organic berlin

verschiedenen Themenbereichen wie auch an jedem einzelnen Stand. Speise- und Edelpilze, die nun dank chido’s auf Kaffeesatz gezogen werden können, veganes und laktosefreies Eis von Helador, das vor sechs Jahren in Berlin gegründete Ge- tränkekollektiv Gekko, Limonaden zum Selbermixen, Käse, Honig, Weine und hoch- prozentige Spirituosen. Wer der Verlockung nicht widerstehen kann und überall next organic berlin_kiez gourmet neuköllnprobieren möchte, braucht einen kernge- sunden Magen.

Wer die kulinarischen Facetten Neuköllns von hinten nach vorne aufrollen möchte, fängt in dem Bereich an, der früher Passa-gieren vorbehalten war. Hier hat das von dem Koch Johannes Kamprad gegründete Unternehmen Kiez Gourmet Neukoelln sei- ne NOB-Dependance, um Feinschmecker mit Wasserbüffel Filetpickfein neukölln_next organic berlinsandwiches, Ciabatta, Grün- kernbratlingen und schottischem Apple Pie auf eine lukullische Expedition zu schicken.

Um Entdeckungen geht es auch bei Pickfein: Die in der Richardstraße ansässige Start Up-Firma von De- nise Roosenboom und Max Kahls verbindet Ge- schmackserlebnisse mit räumlicher Orientierung, in- dem sie ihren kostbaren Stadtplan mit Leckereien Berliner Manufakturen im Probierformat kombiniert.

next organic berlin_rice up neuköllnLängst vom Ge- heimtipp zur be- gehrten Döner- oder Currywurst-Alternative haben sich die Oni- giris von Rice Up gemausert. Tausende der japanischen Reissnacks werden täglich herge- stellt und in der zwischen Neukölln und Kreuz- berg gelegenen U8-Station Schönleinstraße so- next organic berlin_feinschlicht neuköllnwie in allen Bio Company-Filialen verkauft.

Auch feinschlicht, Falko Schumanns Manu- faktur für gutes Fruchten, hat gleich meh- rere Standbeine für den Verkauf ihrer Obst- und Gemüseaufstriche, Senfe und Chut- neys. Seit fast einem Jahr gibt es einen Laden in der Sonnenallee, zusätzlich wer- den per Lastenfahrrad Wochenmärkte und next organic berlin_märkisches landbrot neuköllnFeste in ganz Berlin angesteuert, um Fein- schlichtes an den Gourmet zu bringen.

Besonders groß war die Neukölln-Präsenz bei der ersten Next Organic Berlin jedoch im Brot- Bereich. Mit Katharina Rottmanns Endorphina Backkunst und der Traditionsfirma Märkisches Landbrot frühlingsbrot_märkisches landbrot neuköllnwaren gleich zwei Bäckereibetriebe aus dem Bezirk vertreten, die mit hochwertigen Zutaten und einer gesunden Mischung zwischen Traditionsbewusstsein und Experimentierfreudigkeit immer neue Grund- lagen für variantenreiche Stullen schaffen.

Bezeichnenderweise war es auch eine Neuköllnerin, die die „Täglich Brot“-Area kuratiert hatte. Cathrin Brandes, die sich nicht nur in ihrem Foodblog Tidbits, sondern cathrin brandes+speisenclub neukölln_next organic berlinauch mit dem Speisenclub Neukölln dem Genuss des Essens widmet, rückte mit ihrem Marktplatz das Thema Brot in den Mittelpunkt des Interesses. „Berlin“, findet sie, „hat besseres Brot als man denkt.“ Bei verschiedenen Verkostungs-Aktionen konnte das gleich getestet werden.

„Einer Fortführung des Konzepts steht nichts im Wege“, resümierten die Veranstalter nach dem Ende der NOB-Premiere: Die Idee einer interdisziplinären Plattform mit Erlebnischarakter als Verbindung zwischen der Next Food Generation, etablierten Großhändlern und Einkäufern, wurde von etwa 2.500 Besuchern goutiert. Ob man im nächsten Jahr von der Fachbesucherregelung abrückt und vielleicht sogar länger als acht Stunden öffnet, sei aber noch nicht absehbar.

So innovativ wie die Next Organic Berlin sind auch die Nachwirkungen: Heute ab 18 Uhr laden die Veranstalter in Kooperation mit dem Projekt Umdenken und Slow Food Youth zum Reste-Essen in der Markthalle IX (Eisenbahnstraße 42/43, Berlin-Kreuzberg) ein.

=ensa=