Bald Helmpflicht für Fußgänger?

„Feuerwehr will kein Eis mehr beseitigen“ kündig- te jüngst ein Tagesspie- gel-Beitrag an. Tausende von Einsätzen habe die Berliner Feuerwehr im letz- ten Winter gefahren, um absturzbereite Dachlawi- nen und Eiszapfen zu be- seitigen; künftig, heißt es, werden dafür Privatfirmen zuständig sein.

Doch in mancher Straße in Neukölln sind es offensichtlich nicht nur saisonale Wetterbegleiterscheinungen, die auf Bürgersteige zu krachen drohen: Ein Hinweis- schild an der Fassade eines Hauses in der Kirchhofstraße warnt deshalb nun vor Fallgut, das ganzjährig Passanten gefährdet. Ob die Absturzfrequenz in erster Linie vom Fernsehprogramm oder von Anlässen abhängt, bei denen alte Geräte gerne durch neue substituiert werden, ist nicht bekannt.

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Da kennt der nix!

Seit Tagen schon sind die Männer von der Berliner Feuerwehr im Dauerstress. Doch es ist nicht nur das Element Feuer, das sie ausrücken lässt: Fast die Hälfte der Einsätze geht derzeit auf das Konto von gefrorenem Wasser, das an Dachkanten hängt und sich auf Fußgänger zu stürzen droht. Die Einschätzung, welche Eiszapfen es damit besonders eilig haben und welche sich noch eine Weile in feuerwehrabsperrung, eiszapfenabgang, neuköllnluftiger Höhe festhalten werden, obliegt den Experten der Feuerwehr. So kann es dann vorkommen, dass die zunächst nur ein Absperrband um das Bürgersteigstück zurren, die Eiszapfen-Bergung auf ihre To Do- Liste setzen und erstmal zu einem Einsatzort mit höherer Priorität eilen.

Was in Nebenstraßen meist zum gewünschten Effekt führt, hat jedoch in den Hauptstraßen Neuköllns manchmal nur einen zeitlich sehr begrenzten Erfolg. Mit Limbo-Einlagen auf dem Weg zum Pfannkuchenkauf oder Friseur will sich der gemeine Neuköllner im Jahreswechsel- stress nicht aufhalten. Also wird das Ab- sperrband kurzerhand so weit an den Laternenpfählen empor geschoben, dass alle ohne sportlich-tänzerische Darbietungen ans Ziel kommen.

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Mit Blaulicht zur Ernte

Nach tagelanger knackiger Kälte sind nun in Berlin vorübergehend Tempera- turen um den Gefrierpunkt angesagt, die das Eine oder Andere in luftiger Höhe ins Rutschen und zum Absturz bringen könn- ten. Schön, wenn die Männer von der Feuerwehr schneller sind und Eis- zapfen wie diese von den Dachkanten pflücken, bevor sie  unbedarfte Passanten attackieren können.

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