Für Neukölln nach Weißensee

Als der Regisseur Bernhard Sallmann im Mai 2001 seinen Dokumentarfilm „Berlin-Neukölln“ drehte, war die Alte Post an der Karl-Marx-Straße zwar auch schon alt, aber sie wurde noch als Postamt genutzt. Im Gebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite war noch eine C & A-Filiale, vis-à-vis ein Hertie-Kauf-haus, Bodo Manegold noch Bezirksbürgermeister, der Wohnungsmarkt entspannt, und über Neukölln dröhnten die in Tempelhof startenden und landen-den Flugzeuge.

Im Mai 2002 wurde die von Hanfgarn & Ufer produ-zierte Dokumentation im Neues Off uraufgeführt, kurz danach lief sie einmal im ZDF-Nachtprogramm. „Seit gut einem Jahrzehnt war sie kaum mehr zu Weiterlesen

marXity

ehemaliges hertie-haus neukölln,karl-marx-straßeDas soll – wie gestern bekannt wurde – der offizielle Name des ehemaligen Hertie-Hauses in der Karl- Marx-Straße werden, wenn es nach dem Willen der Jury geht.

209 Vorschläge waren auf den Aufruf zum Namens- wettbewerb hin eingegangen, darunter beispiels- weise „MarxKlops“, „Kar.ma“ oder „Haus der 7 Türen“. Mehr als eine Empfehlung ist der für am besten befundene Name „marXity“ jedoch auch nicht, denn wie das Haus heißen soll, das entscheiden letzten Endes die Eigentümer.

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Besser spät als nie

„Watt soll’n ditt?“ Etwas verwundert waren die schon, die gestern Vormittag ihren Einkauf in der Aldi- oder der Rewe-Filiale im ehemaligen ehemaliges hertie-haus neukölln,karl-marx-straßeHertie-Haus an der Karl-Marx-Straße erledigen wollten: Vor dem Eingang stand Neuköllns Baustadt- rat Thomas Blesing, um- ringt von Männern in An- zügen und Fotografen. Ne- ben den Rolltreppen war ein Büffet aufgebaut, dazu wurde Sekt ausgeschenkt. Wie das eben so üblich ist, bei der offiziellen  Eröff- nung einer nicht gerade unwichtigen Gewerbe-Im- mobilie. Und zu der hat sich das Geschäftshaus wahrlich entwickelt, seit im September letzten Jahres die ersten Mieter einzogen.

Inzwischen werden 12 Mieteinheiten bespielt: von zwei  Lebensmittelmärkten, Klamottenläden, einem Fitness-Center mit separatem Frauen-Bereich, einem SB-Lagerraumanbieter und einer Drogerie. Demnächst kommt noch ein Reisebüro dazu. Die Nachfrage sei von Anfang an enorm gewesen, erklärt Heiko Vahjen, der als Architekt für den Umbau des einstigen Hertie-Hauses zuständig war: „Ein Café oder ähnliches wäre unsererseits im EG-Bereich durchaus erwünscht gewesen, doch es gab einfach mehr Bewerber als Fläche.“

Frank Schnitzler (l.), Thomas Blesing (r.)

Die Resonanz der Mieter, so Frank Schnitzler vom Center-Management, sei durchweg positiv – sowohl was die Um- sätze betrifft als auch hinsichtlich der Räumlichkeiten. Das kürzlich eröffnete komfortable,  helle Parkhaus in der Roll- bergstraße, das direkt über einen unter- irdischen Zugang mit dem Shoppingcenter verbunden ist, soll die Zufriedenheit weiter steigern. Noch bis zum Ende des Monats kann dort kostenlos geparkt werden, verrät Schnitzler, „weil erst im Oktober eine Betreiberfirma das Parkhaus übernimmt.“

Etwa dann wird das Geschäftshaus auch eigenen Namen erhalten. „Es kann ja nicht sein“, findet Thomas Blesing, „dass es auf immer und ewig ehemaliges Hertie-Haus heißt.“ Derzeit läuft ein mit Geld- und Sach- preisen dotierter Wettbewerb, bei dem der passendste Name gesucht wird; Vorschläge können noch bis zum 13. September eingereicht werden.

Einige Platten der Hertie-Haus-Fassade können übrigens momentan in Amsterdam besichtigt werden: Sie wurden von einem Künstler zu einer  Installation verarbeitet und sind nun Teil einer temporären Ausstellung. Es ist also bei weitem nicht so, dass die Kunst nur nach Neukölln kommt.

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