Prominente Schnippelhilfen im Neuköllner Ricam Hospiz

rettig_becker_brueckner_giffey_ricam-hospiz neukoellnAn Neuköllns Bezirksbürgermeisterin lag es nicht, dass am Johannistag das Mittagessen im Ricam Hospiz verspätet auf den Tisch kam. Und Thomas Brückner (2. v. r., neben Ricam-Chefin Dorothea Becker) war ebenfalls unschuldig daran. Auch Frank Winkler und Klaus Rettig, die Köche des Hauses, waren zunächst im Plan, um pünktlich um halb 1 auftischen zu können. Doch dann mussten sie erfahren, dass ein Pressetermin die gewohnten Arbeitsabläufe gehörig ins Wanken bringen kann.

Insofern lieferten Dr. Franziska Giffey und der Estrel-Direktor also schon die Ursache für die Verzögerung. Denn sie hatten bei der letzten Hospizgala verabredet, an diesem Tag gemeinsam für Ricam-Patienten und die Sponsoren der Hospizküche Weiterlesen

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Ein Netz und Nest für unheilbar Kranke: Vivantes Klinikum Neukölln eröffnet eine Palliativstation

haupteingang vivantes klinikum neuköllnKeine Station ist weiter vom Haupteingang entfernt. Zwischen dem Entree zum Vivantes Klinikum Neukölln an der Rudower Straße und dem Pavillon 12, wo am 5. Januar die ersten Palliativpatienten aufgenommen werden, liegt gelände vivantes neukölln_städt kliniken neuköllnein Spaziergang über das parkartige Ge- lände, das vor über 100 Jahren für das Krankenhaus Rixdorf angelegt wurde. Pal- liativpatienten, d. h. Menschen mit der Diagnose einer schweren, unheilbaren Krankheit, bräuchten ein „abgerundetes Angebot, das nicht durch den Notfall nebenan unterbrochen wird“, sagt Christian Dreißigacker. Wunderschön sei die Station geworden, eine völlig andere Atmosphäre als alle anderen Weiterlesen

Ausgezeichnet: Neukölln hat sechs neue Ehrennadel-Träger

137 Träger der Neuköllner Ehrennadel gab es bis gestern. Seit gestern sind es sechs mehr: Bei einer Feierstunde im Schloss Britz verliehen Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky und Bezirksverordnetenvorsteher Jürgen Koglin die höchste neuköllner ehrennadel-verleihung 2012Auszeichnung für Menschen, die sich um den Bezirk verdient gemacht haben, an Soran Ahmed, Beate Hau- ke, Christian Korb, Lam-Thanh Ly, Brigitte Merten und Peter Renkl.

Aber wie kommt man überhaupt an diese Ehrung, wenn man sie denn will? „Geehrt werden besonders Per- sonen, die langjährig auf dem Gebiet des kulturellen, sozialen, religiösen, wirtschaftlichen, sportlichen, gesell- schaftspolitischen und partnerschaftlichen Bereichs im Sinne Neuköllns tätig gewesen sind“, erklärt Andrea Liedmann aus dem Büro des Bezirksbürgermeisters. Politische Funktionen und Mandate seien für eine Ehrung nicht hinreichend.

Vorschläge für Auszuzeichnende, die samt einer kurze Begründung sowie einer Biographie der betreffenden Person an das Bezirksbürgermeister-Büro zu richten sind, könnten von Vereinen, Vereinigungen oder anderen Organisationen gemacht neuköllner ehrennadelwerden. Wer letztlich die Neuköllner Ehrennadel bekommt, werde dann von einem Gremium entschieden, das sich aus dem Bezirksverordne-tenvorsteher, der stellvertretenden Bezirksver-ordnetenvorsteherin, dem Bezirksbürgermeister und dem stellvertretenden Bezirksbürgermeister zusammensetzt.

Begünstigungen sind mit der Mini-Trophäe fürs Revers, die seit 1984 einmal jährlich verliehen wird, nicht verbunden. Allein mit der Ehrennadel und einer feierlichen Zeremonie müssen sich die Ausgezeichneten aber auch nicht begnügen: Sie erhalten zusätzlich eine Urkunde, werden ins Ehrennadelbuch eingetragen und im Foyer der 2. Etage des Neuköllner Rathauses namentlich auf einer Messingtafel verewigt. So wie vor ihnen bereits Wolf Henri, der Schmied vom Richardplatz, der heute 100 Jahre alt geworden wäre, Victor Kopp, der Eigentümer der Neuköllner Passage, die ehemaligen SG Neukölln-Schwimmerinnen Cathleen Rund und Britta Steffen, der Ex-Profiboxer Oktay Urkal, die Ricam Hospiz-Gründerin Dorothea Becker, der Schriftsteller Horst Bosetzky, Konrad Tack, der ehemalige Geschäftsführer des JobCenters Neukölln, der Sprach- woche-Initiator Kazim Erdogan und Christina Rau, die Schirmherrin des Campus Rütli – um nur einige zu nennen.

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Die letzte Adresse

ricam-hospiz, neukölln, tag der offenen türBerlin-Neukölln, Delbrückstraße 22. Für alle, die in der 5. Etage des Hauses ein Zimmer beziehen, ist diese Adresse die letzte. Denn hier, über den Dä- chern des Ortsteils Neubritz, hat vor 13 Jahren das Ricam Hospiz eröffnet. Damals war es das erste Hospiz in Berlin, inzwischen gibt es neun Ein- richtungen im Stadtgebiet, die auf die medizini- sche Versorgung, Betreuung und ricam-hospiz, neuköllnPflege Todkranker spezialisiert sind.

Alle haben, wie es gesetzlich für Hos- pize vorgeschrie- ben ist, 12 bis 16 Zimmer. Das Ricam Hospiz hat 15; jedes ist ein Einzelzimmer. An die meisten schließt sich ein ricam hospiz, neukölln, dachterrasseeigenes Stück Dachterrasse an, vor allen Türen hängt ein kleiner Stern aus Papier. Wer will, kann so- gar sein Haustier mitbringen, um es auf der letzten Etappe des Lebens bei sich zu haben.

Fünf Frauen und zehn Männer im Alter zwischen 46 und 82 Jahren gehen ihren finalen Weg derzeit im Ricam Hospiz. „Dieses Zahlenverhältnis hab ich vorher noch nie erlebt“, sagt Karen Marsollier, die stellvertretende Pflegedienstlerin. Woran es liegt, dass die Verhältnisse momentan auf den Kopf gestellt sind, kann sie sich nicht erklären. Aber eigentlich spiele es auch keine Rolle. Größere  Effekte auf die Pa- tienten habe ohnehin die Altersspanne. Die tut allen gut, stellt sie immer wieder fest.

Gelegenheiten das Miteinander der Menschen zu beobachten, die die Diagnose „austherapiert“ eint, haben die Mitarbeiter und rund 35 ehrenamtlichen Helfer ricam-hospiz, neukölln, dachterrasse, neubritzreichlich. Die Mahlzeiten können in den Zimmern, aber auch in der Wohnküche mit Blick auf das Wirbeln des Kochs eingenommen werden, der den Speiseplan weitgehend nach Anregungen der Patienten gestaltet. Im Sommer ist der große Dachgarten ein zusätzlicher, gerne genutzter Gemeinschaftsraum, der ein Stück Normalität bietet und Leben in die Prozesse des Sterbens holt.  Sel- biges schaffen auch Schülergruppen, die häufig im Ricam Hospiz anzutreffen sind, um den Patienten Gesellschaft zu leisten, mit ihnen zu backen, zu spielen, zu lesen ricam-hospiz, neuköllnoder einfach nur zu reden. „Gleichzeitig tragen die jungen Leute aber durch ihr Engagement auch das Thema Sterben in ihren Alltag und die Welt“, weiß Karen Marsollier.

Im Ricam Hospiz ist das Sterben Alltag. Fast alle Patienten haben Krebs im Endstadium und den Tod in Sichtweite. Die Geschwindigkeit, mit der sie sich ihm nähern, variiert, kann nur wenige Tage aber auch Wochen dauern. Viele Kranke haben sich schon lange vor ihrem Einzug angemeldet. Ob der nicht eben kurzen Warteliste  muss meist die Dringlichkeitsstufe über die Aufnahme entscheiden.

Eine brennende Kerze und ein Blumenstrauß vor der Tür zeigen an, welches Zimmer als nächstes frei wird. Wer das, so Hospizleiterin Dorothea Becker, „außerordentlich beschwerdereiche letzte Ende“ hinter sich ge- bracht hat. Was bleibt, sind Erinnerungen und der namentlich gekennzeichnete Papierstern, der vor der Zimmertür hing.

=ensa=

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