Wenn, dann

Wenn Straßenbäume samstags eine amtlich verordnete Bewässerung erhalten, es  in den Becken des Columbiabads  eng  wird und  in einer  Eisdiele – wie gestern bei

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Mos Eisley  geschehen – die  Eismaschine hitzefrei  nimmt, ist Sommer  in Neukölln.

Zur Nachahmung …

… keinesfalls empfohlen! Wer viel Neukölln-Aussicht haben will, wird mit der auch immer  mittwochs nach dem  Erklimmen des Rathausturms  belohnt. Und  einen Ner-

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venkitzel in luftiger Höhe kann man sich jetzt auch wieder auf dem 10 Meter-Brett im Columbiabad holen: Springen erwünscht, Erfrischung bei der Landung garantiert.

Schön wär’s schon

Nach etwas, das einmal eine Autobahn werden soll, sieht nicht aus, was derzeit östlich der Sonnenallee entsteht. Eher ergibt sich der Eindruck, als würde hier ein Schwimmbecken mit künstlicher Dünenlandschaft angelegt. Insbesondere Nord- Neuköllner dürften ob des angekündigten Hochsommer-Intermezzos davon träumen,

a100-bau_neukölln

dass die Illusion umgehend wahr wird. Denn die Sanierung des Columbiabads schreitet zwar nach Auskunft der Berliner Bäder Betriebe zügig voran, doch auf die Eröffnung der Freibadsaison  muss noch bis zum 20. 27. Juni gewartet werden.

26 Grad garantiert: Freibad-Saison in Neukölln eröffnet

Das Sommerbad Neukölln wird noch auf die Saison vorbereitet, das Sportbad Britz hat die Vorbereitungen jetzt hinter sich: Heute steht dort das Anbaden an. Damit die Schwimmer und Wasserballer der SG Neukölln in den Becken optimale Trainings- bedingungen  haben, ist  das  Wasser auf  26° C  geheizt. In den  Genuss, sich  unter

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freiem Himmel ins mollige Nass stürzen zu dürfen, kommen allerdings nur Vereins- mitglieder, Schulsport- und Kita-Gruppen sowie Nicht-SG Neukölln-Mitglieder, die an Schwimm- oder  Fitnesskursen  im Bad teilnehmen.

Vor verschlossener Tür

Ein Weg, den viele derzeit bestimmt gern einschlagen würden, sich aber noch bis zum Monatsende sparen können, ist  der zum  Sommerbad Neukölln: Erst  am 1. Juni

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um 8 Uhr beginnt hier – wie auch im Kombibad Gropiusstadt – die Weiterlesen

“Es geht um mehr als die perfekte Arschbombe”: Splashdiver-Elite trifft sich im Columbiabad Neukölln

1_training_splashdiving-dm 2013_ columbiabad neuköllnIm Columbiabad Neukölln dürften sich an diesem Wochenende jede Menge Leute, die nicht aufs Schwimmen aus sind, unter die Badegäste mischen. Denn dort bekommen Schaulustige ab heute viel zu sehen: Um 15 Uhr beginnt der Wettkampf um die Deutsche Splashdiving Meister- schaft, an dem sich 55 Jugendliche und Erwachsene mit waghalsig-artistischen Sprünge und krachend-spritzigen Lan- dungen beteiligen.

Auch acht Frauen sind dabei. Die Fun- Sportart, bei der es um das geht, was landläufig als Arschbombe bekannt ist, sei zwar eine Domäne junger Männer, aber “die Frauen sind klar im Aufwärts- trend”, sagt Christian Guth, der das Splashdiving-Event im Columbiabad or- ganisiert. “Obwohl sie durch ihr Unter- hautfettgewebe im Nachteil sind und wesentlich leichter blaue Weiterlesen

Zwischen Bademeister und Security: 35 neue Konfliktlotsen für zwei Berliner Freibäder

schwimmtraining_bleib cool am pool_columbiabad neuköllnDer Countdown läuft. Noch 10 Tage, dann ist es für Yüksel Sara vorbei mit Rollen- spielen, Erste Hilfe-Lektionen, Schwimm- training und Kommunikationsübungen: Ab 21. Juni wird der 52-Jährige als Konflikt- konfliktlotsen-strategie_bleib cool am pool_columbiabad neuköllnlotse des Projekts “Bleib cool am Pool” im Neuköll- ner Columbiabad oder im Prinzen- bad in Kreuzberg eingesetzt, um das während der Ausbildung Erlernte anzuwenden. Aber aufgeregt, nein, das war er nur in der letzten Woche, als Berlins Innensenator Frank Henkel mit einem Pressetross im Schlepptau vor Ort war, um sich über die Aufgaben und Arbeitsweise des Prä- konfliktlotsen-strategie_bleib cool am pool_sommerbad neuköllnventionsteams zu informieren. “Ich bin doch nur ein kleiner Ein-Euro-fünfzig-Jobber, der das hier ehrenamtlich macht, und nicht so ein hohes Tier wie Herr Henkel”, entschuldigt sich Yüksel Sara (2. v. l.) für den Fall, dass sascha benger+yüksel sara+bleib cool am pool-team_columbiabad neuköllnman ihm die Auf- regung zu sehr an- gemerkt haben sollte.

Dabei wirkt der Familienvater und dreifache Opa aus dem Rollbergkiez, als könne ihn so schnell nichts aus der Ruhe bringen. Das prädestiniert ihn für die Tätigkeit als Kon- fliktlotse. “Die Teilnehmer des Projekts sind kein Security- Ersatz, sondern eine Ergänzung zwischen Schwimmmeistern und Sicherheits- personal”, betont Michael Lisowski (M.). Er ist leitender Präventionsbeamter der Poli- zeidirektion 5, hartmuth kurzhals+michael lisowski+frank henkel_bleib cool am pool_columbiabad neuköllndie “Bleib cool am Pool” im dritten Jahr gemeinsam mit den Berliner Bäderbetrieben (BBB) und der Gesellschaft für Sport- und Jugendsozial- arbeit (gsj) durchführt: “Es geht darum, ganz banale Probleme auf kommunikativer Ebene zu lösen und den Anspruch der zahlenden Badegästen, dass sie sich hier wohlfühlen können, zu gewährleisten.”

Das schlechte Image haftet am Columbiabad wie Hundekacke am Schuh. Mit der Wirklichkeit, die seit dem Einsatz der Sicherheitsleute und Konfliktlotsen Alltag ist, habe es jedoch nur wenig zu tun, sagt Lisowski. Hartmuth Kurzhals (l.), Leiter des Projekts bei der gsj, bestätigt das: “In den letzten zwei Jahren hat es hier keinen einzigen Polizei- bleib cool am pool_sommerbad neuköllneinsatz gegeben.” Einsätze der Konfliktlot- sen gab es jedoch reichlich: Sei es, dass Kinder getröstet werden mussten, die ihre Eltern im Getümmel verloren hatten, oder kleinere Verletzungen zu verarzten waren. Hinweise darauf, dass Müll in die Müll- eimer gehört, seien ebenfalls an der Tagesordnung. Und wer dabei erwischt wird, dass er die Reste von Wassermelo- nen einfach auf dem Rasen liegen lässt, wird an das Risiko erinnert, dass sie Wespen anziehen, die wiederum eine Gefahr für nackte Füße bedeuten.

Manche Leute müssten eben immer wieder zum Nachdenken und empathischen Handeln aufgefordert werden, weiß Michael Lisowski. Wie das in der Praxis aussieht, demonstrieren die Konfliktlotsen dem Innensenator mit zwei Rollenspielen, die unter dem Oberbegriff Deeskalationsübungen stehen: Freundlich und ruhig sprechen Yüksel Sara und seine Kollegin die beiden Mädchen an, die es sich mit einer Wasserpfeife auf der Wiese gemütlich gemacht haben. Selbstverständlich erfahren deeskalations-übung_bleib cool am pool_columbiabad neuköllnsie unmissverständlich, dass das verboten und sofort zu unterlassen sei. Zur Strategie gehört jedoch auch immer der Hinweis auf die Gefahren, die vom Fehl- verhalten ausgehen könnten. Die Mädchen signalisieren zwar, dass sie keine Lust haben, ihre Shisha-Session abzubrechen, tun es aber doch – und Yüksel Sara hofft, frank henkel+bleib cool am pool-team_columbiabad neuköllndass er bei echten Einsätzen ebenso erfolgreich ist. Frank Henkel (M.) attestiert den Konfliktlotsen, dass ihre besonnene Art der Kommunikation gut in seinen Wertedialog zur Gewaltprävention passen.

Am Sprungturm, wo ein dezentes Gerangel ge- mimt wird, kommt der Aspekt der Möglichkeit zur interkulturellen Ansprache hinzu. “Das ist wichtig”, findet Yüksel Sara, “weil Migranten mehr zuhören, wenn sie in ihrer Muttersprache von Landsleuten ange- erste hilfe_bleib cool am pool_columbiadad neuköllnsprochen werden.” Es sei aber keinesfalls so, räumt der Präventionsbeamte Lisowski ein, dass per se von Störenfrieden mit Migrationshintergrund ausge-gangen werde und das Konfliktlotsen-Team entspre- chend besetzt wurde: “Bei den 35 Leuten, die die zweimonatige Ausbildung durchlaufen haben, ist alles vertreten, jung und alt, männlich und weiblich, Migranten und Bio-Deutsche.” So können man mit einem repräsentativen Querschnitt der Badegäste aufwarten.

Die Gründe, weshalb sich die Ehrenamtlichen für ein besseres Miteinander in Berliner Freibädern einset- annette siering+frank henkel+burkhard von walsleben+michael lisowski+hartmuth kurzhals_bleib cool am pool_columbiabad neuköllnzen, Konflikte bereinigen und Erste Hilfe leisten, sind vielfältig. Bei manchem ist es vielleicht die Motivation, wie Frank Henkel vermutet, das Ange- nehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Bei anderen lockt möglicherweise die Aufwandsent- schädigung, die im Rahmen der Übungsleiterpau-schale gezahlt wird. Eine Anerkennung von anderer Seite präsentiert Burkhard von Walsleben (M.) im Columbiabad: Die Volker-Reitz-Stiftung, deren Vorstandsvorsitzender er ist, spendet 500 Euro für das Projekt. Das Geld werde in die Ausstattung der Konfliktlotsen frank henkel+annette siering+falko liecke_bleib cool am pool_columbiabad neuköllnfließen, die in diesem Jahr außer der blauen Shirts zusätzlich Jacken und Hosen gestellt bekommen, sagt Hartmuth Kurz- hals. Auch das Bezirksamt Neukölln, vertreten durch Jugend- und Gesundheits- stadtrat Falko Liecke (2. v. l.) gehört zu den “Bleib cool am Pool”-Unterstützern und spendet im Beisein von Henkel und BBB- Vorständin Annette Siering Erste Hilfe-Kits für die Teilnehmer.

Yüksel Sara würde sich auch ohne diese Sach- und monetären Werte als Konfliktlotse engagieren. Seine Familie sei häufig im Columbiabad, erzählt er, das sei Grund genug, und es ärgere ihn, dass das Bad einen so schlechten Ruf hat. Das zu ändern, dabei will er mitwirken. Und An- sprechpartner für die Badegäste sein, die ein Problem haben, das nicht vom Schwimmmeister oder den Security-Leuten gelöst werden muss.

=ensa=

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