Ein neuer Neuköllner Park kommt, drei Namensvorschläge sind schon da

nachbarschaftspreis goldener schiller_neukoellnWenn Preise verliehen sind, ist normalerweise die Spannung raus. Die Gewinner stehen fest, haben Glückwünsche, Urkunden und Präsente erhalten, und das Büffet lockt. Beim Nachbarschaftspreis „Goldener olga-benario-park_anita-berber-park_schillerpark_neukoellnSchiller“ ist die Situation diesmal eine andere.

Bereits zum sechsten Mal wurde die Auszeichnung des Quartiersmanage-ments Schillerpromenade gestern auf dem Areal der Kinderwelt am Feld ver-liehen. In den Vorjahren habe man die nettesten Nachbarn, schönsten Balkone und die besten Koch-rezepte, Fotos und Geschichten aus dem Kiez gewürdigt, zählt Quartiersmanager Gunnar Zerowsky auf: „Beim ‚Goldenen Schiller 2016‘ geht es um etwas, das zu einer dauerhaften Auswirkung führt.“ Das jedenfalls ist erwünscht, ob es letztlich dazu kommen wird, hängt Weiterlesen

Kiehl, der Baumeister

Das Neuköllner Rathaus, das Stadtbad, die Carl-Legien-Oberschule, das alte Krankenhaus Neukölln, die Albrecht-Dürer-Schule, die Orangerie im Körnerpark, die Albert-Schweitzer-Schule, das ehemalige Kraftwerk am Weigandufer, die Friedhofs-albert-schweitzer-gymnasium_st. jakobi kirchhof neuköllnkapelle nebst Verwaltungsge- bäude des St. Jacobi-Kirchhofs: Überall in Neukölln sieht man sich Bauwerken gegenüber, die nach Reinhold Kiehls Plänen oder durch sein Mitwirken ent- standen.

Auf den Tag genau vor 100 Jah- ren starb Kiehl, der von 1905 bis 1912 erster Stadtbaurat von Rix- dorf war, gerade mal 38-jährig an einem Herzinfarkt. Am 14. März 1913 wurde er hinter der Albert-Schweitzer-Schule auf dem St. Jacobi-Kirchhof (Foto) beigesetzt. Über 20 Jahre nach Reinhold Kiehls Tod, 1934, wurde das östliche Ufer des Neuköllner Schiffahrtskanals zu Ehren des ehemaligen Stadtbaurats in Kiehlufer umbenannt.

Heute um 16 Uhr werden Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky, Neu- köllns Baustadtrat Thomas Blesing und Prof. Dr. Jörg Haspel, der Leiter des Landesdenkmalamtes Berlin, anlässlich des 100. Todestags an Reinhold Kiehls Grabstätte einen Kranz niederlegen.

Neukölln ist spitze … unter Berlins Wein-Anbaugebieten

schulgarten carl-legien-schule,neukölln,weinlese,rixdorfer weinmeisterAm Neuköllner Dammweg im Schat- ten der Hochhäuser der Weißen Sied- lung vermutet man ja so manches, einen riesigen Schulgarten mit rund weintrauben,schulgarten carl-legien-schule,neukölln,weinlese400 Rebstöcken aber eher nicht. Dabei gibt es ihn schon seit 1973.

Vorgestern wur- de mit der Wein- lese des Jahrgangs 2010 begonnen.  „So spät waren wir noch nie dran“, stellte Nicola Groth fest. Sie ist die Direktorin der Carl-Legien-Oberschule, zu der der Schulgarten gehört; die Winzerei obliegt etwa 20 Schülerinnen und Schülern des Fachbereichs Agrartechnik. Trauben der Rebsorten Müller-Thurgau, Ortega, Huxel und Phönix wachsen am Dammweg. In diesem Jahr haben ihnen die vier Feinde der Landwirtschaft, die Jahreszeiten, kräftig zugesetzt: Erst der lange eisige Winter, dann ein nicht eben optimaler Frühling, dem ein zu kurzer heißer Sommer folgte, und schließlich der Herbst mit seinem Überangebot an Regen. „Mit um etwa 30 Prozent reduzierten Erträgen muss man schon rechnen“, sagte Frank Pietsch, der Vorsitzende des Fördervereins vom Weingarten Berlin, der ebenfalls zum Auftakt der Weinlese nach Neukölln gekommen war. Doch was für gewerbliche Winzer ein Fiasko wäre, ist für Berliner Weinbauern bestenfalls äußerst bedauerlich. „Denn“, so Pietsch, „obwohl es hier eine lange Weinbautradition gibt und Berlin im Mittelalter ein wichtiger Weinstandort war, hat die Stadt keine Rebrechte. Daher darf mit Berliner Weinen kein Handel betrieben werden.“

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v. l.: Hermann Rosenberger, Viktoria I., Frank Pietsch, Franziska Giffey, Nicola Groth

So sucht man auch den Rixdorfer Weinmeister aus dem Carl-Legien-Schulgarten in Weinlä- den und Supermarktre- galen vergeblich. „15 bis 20 Flaschen werden je- des Jahr auf dem Rix- dorfer Weihnachtsmarkt versteigert, der Rest wird bei offiziellen Anlässen ausgeschenkt“, erklärt Schulleiterin Groth. Auf bis zu 100 Flaschen brachten es die Ernten der letzten Jahre regelmäßig. „Und die Schüler sind beim gesamten Prozess dabei, ernten, pressen, keltern, füllen den Wein in Fässer und später in Flaschen, an deren Etiketten sie auch mitgearbeitet haben.“

schulgarten carl-legien-schule,neukölln,weinlese,rixdorfer weinmeisterDas sei einzigartig, sagt Hermann Rosenberger, schulgarten carl-legien-schule,neukölln,weinleseder lange an der Carl-Legien-Schule arbeitete und dem Projekt Weinanbau nach wie vor sehr verbunden ist. Der Schulgarten zählt zu den drei Weinlagen auf dem Territorium Neuköllns. „Damit“, so Rosenberger, „stellt schulgarten carl-legien-schule,neukölln,weinleseNeukölln ein Drittel der rixdorfer weinmeister,schulgarten carl-legien-schule,neukölln,weinanbau berlinWeinanbaugebiete in Berlin und ist eindeutig Spitzen- reiter.“ Vergleichs- weise verhalten fällt dagen die Begeiste- rung des Wein-Ex- perten aus, wenn man ihn auf die zu erwartende Qualität des 2010er-Jahr- gangs anspricht. „80 bis 100 Grad Oechsle haben wir gemessen“, sagt er, „das ist schulgarten carl-legien-schule,neukölln,weinlese,weinkönigin viktoria Igut.“ Mehr sei bei dem Wetter nicht drin gewesen.

Als die Neuköllner Bezirksstadträtin Franziska Giffey die Carl-Legien-Schule-Absolventin Viktoria zur Wein- königin Viktoria I. kürte, zeigte es sich dann aber doch noch von seiner guten Seite.

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