Gedenkveranstaltung zum 5. Jahrestag des Mordes an Luke Holland

Das Bündnis Neukölln und die Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş rufen am morgigen Sonntag um 16 Uhr in der Ringbahn-/Walterstraße zum gemeinsamen Gedenken auf. Luke Holland wurde am frühen Morgen des 20. September 2015 vor der damaligen Bar Del Rex, einer Szene-Kneipe mit internationalem Publikum, erschossen. Die Eltern von Luke Holland, Rita und Phil, erklärten in der Öffentlichkeit wiederholt, dass ihr Sohn noch am Leben sein könne, wenn der Mord an Burak Bektaş ernsthaft untersucht worden wäre.

Als Rolf Zielezinski, der Mörder von Luke Holland, kurz nach der Weiterlesen

Solidaritäts-Demo für die Konditorei Damaskus

Sieben Anschläge, zu denen Brandstiftungen, Sachbeschädigungen und Nazi-Schmierereien gehören, wurden seit vergangenem Sommer auf die Konditorei Damaskus in der Neuköllner Sonnenallee verübt. Zuletzt brannte in der Nacht vom 18. auf den 19. Juni vor der Konditorei ein Lieferwagen vollständig aus. Zudem wurde das Haus mit SS-Runen beschmiert. Unter dem Motto „Stoppt den rechten Terror“ rief deshalb gestern Nachmittag das Bündnis Neukölln zu einer Demonstration vom Hermannplatz durch die Sonnenallee bis Weiterlesen

„Neukölln ist kein Ort des Hasses“

Bei strömendem Regen wurde gestern Nachmittag das diesjährige Festival Offenes Neukölln (ONK) auf dem Alfred-Scholz-Platz eröffnet. Anlass für das Festival ist die seit 2016 anhaltende unglaubliche Gewaltwelle mutmaßlich rechtsextremer Täter im Bezirk:

Neben Brandstiftungen, bei denen die Täter den Tod von Menschen bewusst in Kauf nahmen, verübten Unbekannte symbolträchtige Propaganda-Taten: Rund um den 79. Jahrestag der Pogrom-nacht wurden im November letzten Jahres 16 Stolpersteine, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern, aus dem Boden gerissen und Weiterlesen

Tag der Offenen Tür in der Gemeinschaftsunterkunft Haarlemer Straße

Gut besucht war gestern Mittag ein Tag der Offenen Tür in der neuen Gemeinschafts-unterkunft für Geflüchtete in der Haarlemer Straße / Neue Späthstraße. Anwohnerin-nen und Anwohner konnten sich selbst ein Bild davon machen, wie ihre neuen Nachbarn untergebracht sind, die ab Montag schrittweise einziehen werden.

Die Kapazität der Einrichtung im Neuköllner Ortsteil Britz beträgt zunächst 600 Plätze in 175 Wohnein-heiten zwischen 40 bis 60 Quadratmetern mit jeweils drei bis fünf Betten. Die Appartments, die teilweise rollstuhlgerecht ausgestattet sind, haben alle eine Küchenzeile sowie einen eigenen Sanitärbereich und sind für Familien sehr geeignet. Die seit 2014 Weiterlesen

Erstes Info- und Vernetzungstreffen für das zweite „Offenes Neukölln“-Festival

Nach der erfolgreichen Premiere im letzten Sommer, soll es das Festival „Offenes Neukölln“ auch in diesem Jahr wieder geben: Vom 1. bis 3. Juni lädt das Bündnis Neukölln alle Neuköllner*innen ein, gemeinsam zu feiern und zu diskutieren; zahlreiche Initiativen und Vereine beteiligen sich mit spannenden Veranstal-tungen an dem Festival.

2017 verübten Rechtsradikale in Neukölln zahlreiche Übergriffe. Menschen wurden bedroht und angegriffen, Autos angezündet. 16 Stolpersteine, die an Opfer des Nationalsozialismus erinnern, wurden aus dem Boden gerissen. Auch in Neukölln gewannen Weiterlesen

„Der Raub der Stolpersteine hat deutlich gemacht, wie aktuell der Gedenktag an die Pogromnacht vom 9. November 1938 ist“

„Diese Tat ist an Dummheit, Geschichtsvergessenheit und Menschenverachtung kaum zu überbieten“, verurteilte Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey den Diebstahl von über einem Dutzend Stolpersteinen in der Nacht von Sonntag zu Montag in Neukölln. Die Bürgermeisterin sprach am Donnerstagabend vor der ehemaligen Albrecht-Dürer-Apotheke in der Britzer Buschkrugallee 179 bei einer Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Reichspogromnacht.

In der Nacht zum 10. November 1938 zerschlugen Neuköllner Nationalsozialisten die Schaufensterschei-ben sowie die Einrichtung des Geschäftes und verprügelten den jüdischen Apotheker Adolf Mockrauer. Ein Terror-Überfall unter unzähligen, der veranschaulicht wie – beginnend mit der Weiterlesen

Neukölln feiert Vielfalt und Offenheit und setzt Zeichen gegen Ausgrenzung und Rassismus

Bis zur offiziellen Eröffnung des Festivals Offenes Neukölln waren es noch acht Stunden, da begann im Ortsteil Neubritz bereits die erste von rund 100 Veran-staltungen: Auf dem Kranoldplatz hatten die Mitglieder des Kranold-Weder-Netzes alles für ihr interkultu-relles Frühstück aufgebaut, das inzwischen traditionell einmal jährlich Anwohner zum so nahrhaften wie kommunikativen Miteinander in entspannter Atmosphäre einlädt.

Eigentlich war auch bei der offiziellen Eröffnung des Festivals vor dem Neuköllner Rathaus alles ganz entspannt: Idil Efe von der Bürgerstiftung Weiterlesen

Vorbild May-Ayim-Ufer: „Wir werden weitere Namensvorschläge machen, bis Wissmann weg ist“

„Es gibt keinen Zusammenhang zwischen diesen Kannibalen und Erdogan. Was soll das? Das ist tiefsitzender Rassismus!“ Moctar Kamara ist sichtlich empört über eine großformatige Karikatur in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 19. März. „Ich habe Anzeige gegen die FAZ wegen Verun-glimpfung erstattet. Mal sehen, wie die Frankfurter Staatsanwaltschaft darauf reagiert“, erklärt der Vorsitzende des Zentralrats Afrikanischer Gemeinden in Deutschland weiter und verweist auf seine Veröf-fentlichung bei Facebook. Kamara erhält bei den Umstehenden viel Verständnis und Zustimmung für seine Empörung: Anlässlich des internationalen Tages gegen Rassismus ist er auf Einladung der Grüne-Abgeordneten Dr. Susanna Kahlefeld Weiterlesen

Nicht nur gegen Migranten, sondern gegen eine offene, solidarische Gesellschaft

antirassismus-kundgebung rudow_neukoelln„Heute ist der 21. März: Der internationale Tag gegen rassistische Diskriminierung.“ Unablässig macht der graubärtige Mann in der roten Jacke seine Laut-sprecherdurchsage am U-Bahnhof antirassismus-kundgebung rudow-neukoellnRudow, während zwei Dutzend Menschen mit Fahnen und Trans-parenten über die Fuß-gängerüberwege rund um den Platz an der Rudower Spinne ziehen.

„Es ist 5 vor 12! Seit Monaten steigt die Zahl der rechtsextremen Straftaten“, warnt ein Bündnis für 100 Prozent Menschenwürde in einem gemeinsamen Aufruf, der begleitend zur Kundgebung an Weiterlesen

Mit einfachen Mitteln zum größtmöglichen Komfort für die neuen Bewohner des alten C&A-Hauses in Neukölln

fluechtlings-uku ehem c&a-haus neukoellnWann seine Gäste ankommen, weiß Matthias Nowak noch nicht. Vielleicht heute, vielleicht morgen oder übermorgen, vielleicht aber auch erst nach Weihnachten. Er weiß nur, dass es maximal 200 sein werden, und dass er die Männer, Frauen und Kinder, deren Flucht in Berlin zimmer fluechtlings-uku_ehem c+a neukoellnendete, im 1. Obergeschoss des ehemaligen C&A-Gebäudes an der Karl-Marx-Straße unterbringen wird. Nowak, der als Presse-sprecher beim Malteser Hilfsdienst anfing, bezeichnet sich jetzt selber als „Herbergsvater von 6.000 Gästen“, denn er leitet außer der neuen Neuköllner Flüchtlings-Unterkunft noch weitere in der Stadt. Dass die Malteser auch die Träger-schaft für den einstigen Konsumtempel erhalten und er die Weiterlesen

Flüchtlinge als Herausforderung für den Berliner Senat und das Neuköllner Bezirksamt

spd-ag migration neukölln_schulte_demir_szczepanski„Die Zivilgesellschaft funktioniert – der Staat nicht“ – das war nicht nur der Titel einer Veranstaltung, zu der die AG Migration der SPD Neukölln vorgestern eingeladen hatte. Zugleich beschreiben die sechs Wörter die Realität, unter der Flüchtlinge, ehrenamt-liche Helfer, Betreiber von Notunterkünften aber auch Bezirkspolitiker wie Bernd Szcze-panski (r., neben Moderator Hakan Demir) zu leiden haben. „Der Senat ist in keinster Weise auf den Ansturm vorbereitet gewesen und hinkt immer hinterher, weil er sich auf Prognosen einstellt, die dann von der Realität weit übertroffen werden“, skizziert der Neuköllner Sozialstadtrat das Grundübel, dessen Auswirkungen Weiterlesen

Wünsche von Flüchtlingen für Kunstinstallation gesammelt

hadmut bittiger_sommerfest bündnis neuköllnWer 1.000 Kraniche faltet, bekommt einen Wunsch erfüllt. Zumindest nach einer Legende in Japan, wo der Kranich als Symbol des Glückes und der Langlebigkeit gilt. Die Objektkünstlerin Hadmut  Bittiger, die über Mo-nate in der Moabiter Notaufnahme der Berliner Stadt-mission arbeitete, bat dort zahlreiche Flüchtlinge, ihre Wünsche auf Papier zu zeichnen oder zu schreiben. Anschließend wurde das quadratische Blatt in japa-nischer Origami-Technik zu einem Kranich gefaltet.

Um die asiatische Papierfalttechnik, die viel Geduld erfordert, noch mehr Menschen nahezubringen, kam Bittiger am letzten Sonntag mit Papier und Stiften zum Sommerfest „Say hello to your neighbours“ des Bündnis Neukölln, bei dem sich Flüchtlinge aus Weiterlesen

Neuköllner Initiativen schlagen Alarm

Man muss nicht nach Moabit zum LAGeSo gucken, um die Auswirkungen der schein-baren Konzeptlosigkeit des Berliner Senats bei der Behandlung und Unterbringung von Flüchtlingen zu erkennen. Auch in Neukölln macht sie sich bemerkbar: Als „Spie-gelbild der katastrophalen Flüchtlingspolitik“ bezeichnet die Britzer  Initiative die bis-
flüchtlings-notunterkunft mariendorfer weg_neukölln
herige Geschichte der Unterkunft in der Haarlemer Straße, die so enden könnte, dass die für 8,2 Millionen Euro gebaute Einrichtung zum Jahresende abgerissen wird. Der Notunterkunft im Mariendorfer Weg attestiert indes das Bündnis Neukölln „unhaltba-re Bedingungen“ und fordert, dass diese kein dauerhaftes Provisorium werden darf.

„Willkommen heißen statt ablehnen“

Nicht nur Post und Werbung hatten Samstag rund 1.000 Leute in ihren Briefkästen, die in der Nachbarschaft der geplanten zweiten Flüchtlingsunterkunft in Neukölln wohnen.  „Neue Nachbar*innen“  steht groß auf  der ersten Seite des Flyers, den das

bündnis neukölln-flyer_2. flüchtlingsunterkunft

Bündnis Neukölln dort verteilte, um über die Planungen des Senats für den ehe- maligen Bewag-Sportplatz zu informieren, mit Klischees aufzuräumen und schon jetzt zur ersten Infoveranstaltung Anfang 2015 sowie zur Unterstützung einer gelebten Willkommenskultur einzuladen.

Über den Versuch, einen verdienten Neuköllner Bürger zu ehren – und Bürgerbeteiligung auszuhebeln

wappen stadt hof_platz der stadt hof_neuköllnFünf  Vorschläge, wie der Platz der Stadt Hof nach seiner Erweiterung umbenannt werden könnte, unterbreitete die [Aktion! Karl-Marx-Straße] als zivilgesellschaftliche Initiative im Sommer der Öffentlichkeit. Die Vorschläge, die aus insgesamt 160  Bei- trägen ausgewählt wurden, lauteten: Platz der Vielfalt, Platz der Kulturen, Platz der Toleranz, Neuköllner Stern und Rio Reiser Platz. Der Namenswettbewerb war als krö- nender Abschluss einer partizipativen Bürgerbeteiligung für die Neugestaltung des Platzes angekündigt. Gemeinsam mit Bewohnern Neuköllns hatten Weiterlesen

Für jeden etwas

Voll war es am Wochenende auf dem Tempelhofer Feld – und das lag nicht nur am schönen Wetter, sondern auch an den Veranstaltungen, die dort stattfanden: Am Eingang Columbiadamm zog der 22. Tag der Erinnerung und Mahnung mit Aus- stellungen, Diskussionen, Bühnenprogramm, Kinderfest und etwa 70 Infoständen von  Initiativen und  Institutionen, die  das  Erinnern an  Opfer des  NS-Regimes wach

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22. tag der erinnerung und mahnung, tempelhofer feld berlin, bündnis neukölln22. tag der erinnerung und mahnung, tempelhofer feld berlin,22. tag der erinnerung und mahnung, tempelhofer feld berlin, podiumsdiskussion "das problem heißt rassismus"

halten und sich gegen Rassismus und Neonazimus engagieren, scharenweise Besucher an. Thematischer Schwerpunkt waren das KZ Columbia-Haus und das Zwangsarbeiterlager auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens. Im Mittelpunkt der Diskussionsrunden im Zelt stand dagegen vor allem der gegenwärtige Ras- sismus, den u. a. Mouctar Bah von der Oury Jalloh-Gedenkinitiative so eindringlich schilderte, dass dem Publikum der Atem stockte.

Zum Kontrastprogramm waren es nur wenige Schritte: Gegenüber vom Aktionstag-Gelände wurde – begleitet von Jubel, Anfeuerungsrufen, Applaus und dem Gebrüll der Teams – die  15. Deutsche Jugger-Meisterschaft ausgetragen. Sie war  zugleich

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die dritte Auflage der German Open der noch jungen Sportart Jugger, die mar- tialischer aussieht als sie ist und sich überdies dadurch von anderen unterscheidet, dass Frauen und Männer zusammen in gemischten Teams gepolsterte Keulen und Kugeln schwingen, um die Gegner am Torerfolg zu hindern.

Weniger lautstark, aber nicht minder lebhaft, ging es bereits am Vortag beim  1. Bau- ernmarkt des Allmende-Kontors zu. Obwohl die Zahl der Stände noch sehr über- schaubar  war, strömten  reichlich  Besucher in  den  Nachbarschaftsgarten. Ob  aus

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dem Testballon  etwas Regelmäßiges wird, ist  noch ungewiss. Das müsse man erst mit  den Anbietern diskutieren, erklärten die Veranstalter. Sicher ist aber, dass es kein Ganzjahres-Event werden soll, denn dafür sei das Tempelhofer Feld als Standort denkbar ungeeignet.