Ab heute wird es ländlich …

… auf dem Tempelhofer Feld: Die jüngste Feldlerchen-Generation ist flügge und somit kann die alljährliche Wiesenmahd beginnen. Wenn das Wetter mitspielt, wird das mehrfach zum Trocknen gewendete Gras schon in ein paar Tagen zu großen Heuballen gepresst, die  für Wochen zum Besetzen, Beklettern und Bespielen  blei-

Tempelhofer Feld-Mahd_(c) Holger Koppatsch

ben. Anschließend werde das Heu verfüttert, teilt Parkmanager Dr. Michael Krebs von der Grün Berlin GmbH mit: „Meist an Pferde, die im Gegensatz zu Rindern mit der relativ schlechten Heuqualität des Tempelhofer Feldes noch gut Weiterlesen

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Buckower Strohballenfest macht sich vom Acker

5_18. buckower strohballenfest_bauer mette_neuköllnAuf den ersten Blick sieht alles wie in den Vorjahren aus. Marktstände und Verkaufswagen reihen sich auf dem abgemähten Acker im 4_18. buckower strohballenfest_bauer mette_neuköllnäußersten Süden Neuköllns anein- ander, das Kin- derriesenrad ragt über die Buden hinaus. So sind es die Besucher des Buckower Strohballen- festes gewöhnt, das in diesem Weiterlesen

Landpartie in den Neuköllner Süden

Knapp 10 Kilometer sind es vom Maybachufer am nördlichsten Zipfel Neuköllns bis zum südlichsten Ende von Buckow. Dort, wo Berlin auf Brandenburg trifft, ist man immer noch in Neukölln, aber hier zeigt sich der Bezirk ländlich statt urban. Eine Facette, die viele Nord- Neuköllner nie sehen, einige aber wenigstens einmal im Jahr – wenn Bauer Mette auf seinem Feld an der Kreuzung Buckower Damm/Gerlinger Straße zum Buckower Strohballen- fest einlädt.

An diesem Wochenende ist es wieder soweit. Noch heute (ab 13 Uhr) und morgen (ab 10 Uhr) präsentiert sich die 16. Auflage des Strohballenfestes mit einer Mischung aus Rummel, musikalischem Bühnenprogramm und bäuerlichem Ambiente mit Kutsch- und Treckerfahrten, Westernreiten und Lassokünstlern. Gestern Nachmittag nach der Eröffnung des Festes war von letzte- rem allerdings noch nicht allzu viel zu se- hen: ein paar wenige Stände mit landwirt- schaftlichen Erzeug- nissen, Strohballen in Rollen und Quadern auf Anhängern, einige Ziegen zum Streicheln und vom strammen Westwind, der über das Feld blies, zerzauste Hühner.

Mehr als den Tieren machte die steife Brise jedoch denen zu schaffen, die Stellplätze für Marktstände und Zelte gemietet hatten, um dort  ihre Produkte zu verkaufen, Speis‘

und Trank anzubieten oder bei kleineren Verletzungen und Unpässlichkeiten Erste Hilfe leisten zu können. „Wir hatten gerade alles dekoriert, als ein paar kräftige Böe kamen und alles wieder wegrissen“, erzählt eine Frau, die vor dem Gerippe ihres Marktstandes steht, an dem Silberschmuck verkauft werden sollte. Die Nachbarstände, die dem Wind ebenfalls zuviel Angriffsfläche geboten hatten, sehen nicht anders aus. „Wenn die uns keinen anderen Platz geben“, sagt sie enttäuscht, „können wir das hier total vergessen. Alles wieder aufzubauen, hat bei den Windverhältnissen überhaupt keinen Sinn.“ Ein paar Meter weiter versuchen einige Leute verzweifelt, ein stabiles Zelt am Abheben zu hindern. Die aufblasbare Rutsche schräg gegenüber liegt aus Sicherheitsgründen platt am Boden, die auf den Tischen ausgelegten Getränkekarten flattern über den stoppeligen Acker, die Sitze des Kettenkarussells rumpeln gegeneinander, wenn es nicht gerade seine Runden dreht.

Der Besucher- strom hält sich am ersten Nachmittag des diesjährigen Stroh- ballenfestes (nicht zu verwechseln mit Popráci, dem Rixdorfer Strohballenrollen!) in Grenzen. „Viel Spaß macht’s ja auch nicht, wenn man immer Angst haben muss, dass einem was um die Ohren fliegt“, bedauert ein Fried- richshainer, der samt Familie zum x-ten Mal das Fest besucht. Bleibt die Hoffnung, dass heute und morgen mehr Menschen den Weg nach Buckow aufs Feld von Werner Mette finden – und dass der Wind nachlässt.

=ensa=