Buckow mit anderen Augen sehen

Wie sich das märkische Angerdorf Buckow im Laufe der Jahrhunderte zum Ortsteil der Metropole Berlin ent-wickelte, beschreibt Hartmut Christians in seinem Buch „Alt-Buckower Geschichte(n) – Ein Ortsteil im Wandel der Zeit“.

Der Autor, der auf einem Hof im Dorfkern von Alt-Buckow aufwuchs und „seit 25 Jahren leidenschaftlich Heimatforschung betreibt“, verschafft mit seinem handlichen, 184 Seiten starken und reich bebilderten Buch dem „verträumten Dorf Buckow am Rande Berlins“ die nötige Aufmerksamkeit, die Buckow neben den anderen Neuköllner Weiterlesen

Schatzsuche mit Neuköllns Bezirksbürgermeisterin

giffey_steinle_neuköllner schätzeDie Frau, die Sonntagnachmittag mit Stadt-führer Reinhold Steinle und einer Gruppe von knapp 20 Leuten durch den Kiez rund um den Richardplatz spazierte, sah nicht nur aus wie Neuköllns Bezirksbürgermeisterin, nein, sie war es. Um Neuköllner Schätze vorzu-stellen, die es neben hinlänglich bekannten Problemen im Bezirk auch gebe, hatte Dr. Franziska Giffey zu einer Kiez-Expedition ein-geladen. Auf dem Programm standen die Be-sichtigungen des Böhmischen Gottesackers, des Familienunternehmens Kutschen-Schöne, der traditionsreichen Rixdorfer Schmiede, des vor 10 Jahren Weiterlesen

Sehnsüchtiges Warten auf eine Abfuhr

Komplett abgeschmückt ist er und auch – wie von der Berliner Stadtreinigung ge- wünscht – nicht in einen Müllsack gestopft worden. Die Voraussetzungen, von der BSR zusammen mit anderen Exemplaren seiner Art geschreddert und als Energie-lieferant  weiterverwertet  zu  werden, sind also perfekt. Das Einzige, was  man die-

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sem Neuköllner Weihnachtsbaum vorwerfen kann, ist Ungeduld: Denn die BSR lässt die abgetakelten Tannen  in Britz, Buckow, Gropiusstadt und Nord-Neukölln erst am 10. und 17. Januar in den Genuss einer Abfuhr kommen; im Ortsteil Rudow muss bis zum 14. bzw. 21. Januar darauf gewartet werden.

Gegen den Neukölln-Trend

Je näher am Feld, desto entschlossener für dessen unverbaute Zukunft? Weitenteils trifft das in Neukölln zu, wo der Gesetzentwurf der Initiative 100 % Tempelhofer Feld beim Volksentscheid eine Zustimmung von 74,4 Prozent erfuhr. Für den Gegenent- wurf des Senats stoppte der Befürwortungs-Zählerstand bezirksweit bei  29,4 Prozent.

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Damit liegt  Neukölln mehr als 10 Prozent über bzw. unter dem Berlin-Ergebnis. Doch man muss nicht tief in den Süden zum Ortsteil Buckow gucken, um Weiterlesen

Wer hat Burak Bektas ermordet?

mahnwache für burak bektas_rathaus neuköllnDas ist auch 16 Monate nach der Tat eine Frage, die das Leben der Fami- lie und Freunde des damals 22-Jähri- gen bestimmt und die Ermittler des LKA Berlin beschäftigt. Weder Plaka- te, auf denen um Mithilfe der Bevöl-kerung bei der Suche Weiterlesen

K wie Katze … oder Kuh

kuh-katzeWenn man das, was einem abhan- den gekommen ist, so konkret und allgemeinverständlich wie möglich beschreibt, steigen die Chancen, es wieder zu kriegen: Auch die Besitzer einer verlustigen Neuköllner Katze machten sich die Strategie zu eigen.

kuh_gutshof britz_neuköllnDass Kühe schwarz-weiß (oder braun), auf jeden Fall aber nicht lila-weiß wie die Milka-Kuh sind, setzten sie dabei offenbar als bekannt voraus; sonst würde die Erklärung schließlich hinter der Feststellung stehen. Wer sich in Neukölln davon überzeugen will, kann das auf dem Gutshof Britz oder noch weiter im Süden des Bezirks bei Bauer Mette und dem Milchhof Mendler tun.

Landpartie in den Neuköllner Süden

Knapp 10 Kilometer sind es vom Maybachufer am nördlichsten Zipfel Neuköllns bis zum südlichsten Ende von Buckow. Dort, wo Berlin auf Brandenburg trifft, ist man immer noch in Neukölln, aber hier zeigt sich der Bezirk ländlich statt urban. Eine Facette, die viele Nord- Neuköllner nie sehen, einige aber wenigstens einmal im Jahr – wenn Bauer Mette auf seinem Feld an der Kreuzung Buckower Damm/Gerlinger Straße zum Buckower Strohballen- fest einlädt.

An diesem Wochenende ist es wieder soweit. Noch heute (ab 13 Uhr) und morgen (ab 10 Uhr) präsentiert sich die 16. Auflage des Strohballenfestes mit einer Mischung aus Rummel, musikalischem Bühnenprogramm und bäuerlichem Ambiente mit Kutsch- und Treckerfahrten, Westernreiten und Lassokünstlern. Gestern Nachmittag nach der Eröffnung des Festes war von letzte- rem allerdings noch nicht allzu viel zu se- hen: ein paar wenige Stände mit landwirt- schaftlichen Erzeug- nissen, Strohballen in Rollen und Quadern auf Anhängern, einige Ziegen zum Streicheln und vom strammen Westwind, der über das Feld blies, zerzauste Hühner.

Mehr als den Tieren machte die steife Brise jedoch denen zu schaffen, die Stellplätze für Marktstände und Zelte gemietet hatten, um dort  ihre Produkte zu verkaufen, Speis‘

und Trank anzubieten oder bei kleineren Verletzungen und Unpässlichkeiten Erste Hilfe leisten zu können. „Wir hatten gerade alles dekoriert, als ein paar kräftige Böe kamen und alles wieder wegrissen“, erzählt eine Frau, die vor dem Gerippe ihres Marktstandes steht, an dem Silberschmuck verkauft werden sollte. Die Nachbarstände, die dem Wind ebenfalls zuviel Angriffsfläche geboten hatten, sehen nicht anders aus. „Wenn die uns keinen anderen Platz geben“, sagt sie enttäuscht, „können wir das hier total vergessen. Alles wieder aufzubauen, hat bei den Windverhältnissen überhaupt keinen Sinn.“ Ein paar Meter weiter versuchen einige Leute verzweifelt, ein stabiles Zelt am Abheben zu hindern. Die aufblasbare Rutsche schräg gegenüber liegt aus Sicherheitsgründen platt am Boden, die auf den Tischen ausgelegten Getränkekarten flattern über den stoppeligen Acker, die Sitze des Kettenkarussells rumpeln gegeneinander, wenn es nicht gerade seine Runden dreht.

Der Besucher- strom hält sich am ersten Nachmittag des diesjährigen Stroh- ballenfestes (nicht zu verwechseln mit Popráci, dem Rixdorfer Strohballenrollen!) in Grenzen. „Viel Spaß macht’s ja auch nicht, wenn man immer Angst haben muss, dass einem was um die Ohren fliegt“, bedauert ein Fried- richshainer, der samt Familie zum x-ten Mal das Fest besucht. Bleibt die Hoffnung, dass heute und morgen mehr Menschen den Weg nach Buckow aufs Feld von Werner Mette finden – und dass der Wind nachlässt.

=ensa=