Kein Schubladenprojekt: Architekturstudenten denken eine städtebaulich schwierige Ecke Neuköllns neu

flughafenstraße_hermannstraße_neukölln„Broadway Neukölln“ steht nicht nur auf einem Image-Magazin, das die [Aktion! Karl-Marx-Straße] jährlich herausgibt. Es steht auch in großen Lettern und unter Zugabe eines Pfeils, der in Richtung Karl-Marx-Straße weist, auf der Fassade eines Hau- ses in der Flughafenstraße. Alles andere als schil- lernd wirkt dagegen die Umgebung, die von einer fleckigen, beschmierten Brandmauer und Imbiss- Buden dominiert wird.

Das könnte sich nun in mehr oder weniger ab- sehbarer Zeit ändern. Seitens des Landes Berlin, zu dessen Liegenschaftsfonds das Eckgrundstück vor der Giebelwand sowie das verwilderte Areal mit der Adresse Flughafenstraße 41 gehören, werde derzeit die Vergabe von letzterem vorbereitet, weiß Weiterlesen

Cool, hip und trendy

Mit diesen Adjektiven wird der Norden von Neukölln gern beschrieben – wenn nicht gerade Attribute mit Negativtouch angebrach- ter erscheinen.

Auch Neuköllns hauptigste Hauptstraße, die Karl-Marx-Straße, soll durch generöse finanzielle Injektionen für Baumaßnahmen und ein Citymanagement den Quantensprung in Sachen Imagewechsel hinkriegen: vom rummeligen Eldorado für 1 Euro-Shopper zum „Broadway Neukölln“. Nicht nur die Schnäppchenjäger sollen sich dort künftig wohlfühlen, sondern auch für alle anderen soll die Magistrale zum angesagten Aufenthaltsort werden. Davon ist sie allerdings nach über zwei Jahren Citymanagement noch so weit entfernt wie Neukölln von New York.

Neulich auf der Karl-Marx-Straße: Eine mit großen, vollen Plastiktüten vom  Karstadt-Schnäppchen-Center bestückte Frau – optisch zur Kategorie derer gehörend, bei denen Gentrifizierungsphobiker von heftigen Adrenalinschüben geschüttelt werden – zieht ihr Smartphone aus der Jackentasche: „Hättest du mir das vorher gesagt, wäre ich gerne mitgekommen, Babette“, sagt sie in einer Lautstärke, die das Mithören leichter als das Weghören macht. „Jetzt geht’s leider nicht“, beschwindelt sie die Anruferin, „weil ich gerade zum Shoppen am Kudamm bin.“

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