Zum Niederknien

Bei einer Wetterprognose, die 20° C und viel Sonne verspricht, kann man schon mal – selbst mit schwerem Gepäck – auf  die Knie gehen, um Hoch Ostra zu huldigen. Es könnte natürlich auch sein, dass die in einer Neuköllner Grünanlage praktizierte Posi-

britzer garten

tion einer Vorliebe für die Makrofotografie geschuldet ist. Ein Gebet gen Mekka kann es jedenfalls nicht sein: falsche Himmelsrichtung.

Vorübergehend abgeblasen

Weit über 1.000 bunte Ostereier und etliche Ostergedichte sollten gestern und heute in die Apfelbäume auf der Obstbaumwiese des Britzer Gartens gehängt werden. „Das machen wir  schon seit  10 Jahren zusammen mit  den Hortkindern der  Grundschule

bäume_neukölln

am Sandsteinweg„, sagt Rosemarie Jung vom Freunde des Britzer Gartens e. V.. Weder Regen noch Schnee konnten bisher verhindern, dass die Aktion am Montag nach dem Palmsonntag beginnt. Anders in diesem Jahr, schuld ist Weiterlesen

„Gegen Neukölln ist kein Kraut gewachsen“

tulipan im britzer garten_berlin-neukoellnTulpen, überall Tulpen. Hunderttausende, in allen möglichen Farben und mit Namen wie Black Hero und Weißer Berliner oder Bulldog, Jan Reuss und Miranda. Wer die Frühlingsboten tulpenzwiebel-skulptur_britzer garten neukoellnnicht mag, sollte zurzeit andere Wege als die durch den Britzer Garten ein- schlagen, denn dort hat zum inzwischen neunten Mal die Tulpensonderschau Tulipan begonnen: so früh wie noch nie,  wegen des milden Win- ters, und schon jetzt mit rekordverdächtigen Besucherzahlen. Etwa 95.000 Menschen seien es am Osterwochenende gewe- sen, die die Eingänge zum Gelände der Bundesgartenschau 1985 passierten, konnte Grün Berlin-Geschäftsführer Christoph Schmidt (l.) stolz verkünden, als er Freitag zu- sammen mit Heinz Buschkowsky (r., neben Parkmanagerin Gabriele Weiterlesen

Unvergrünt

Zu den Fragen, mit denen sich selbst Neukölln-Insider gehörig ins Schleudern bringen lassen, gehört die nach dem Gartenkulturpfad des Bezirks. Dabei ist der absolut keine neue gartenkulturpfad neukölln_route 1_richardplatzEinrichtung: Schon seit 2007 gibt es den Gartenkulturpfad Neukölln mit seinen fünf Routen durch Parks, Gartenanlagen sowie weitere grüne Sehenswürdigkeiten zwi- schen Hermannplatz und Rudow.

Nun ist momentan zugegebener- maßen noch wenig Grünes zu sehen, das hat aber auch unge- heure Vorteile: Architektonische Besonderheiten, auf die der  Flyer und das 62-seitige Booklet des Gartenkulturpfads Neukölln eben- falls aufmerksam machen, sind nicht hinter saftigem Blattwerk versteckt und ungehindert zu be- trachten oder zu fotografieren. Die Erkundung botanischer Highlights Neuköllns kann dann bei einer späteren Begehung des Gartenkulturpfads nachgeholt werden.

Schön für die Neuköllner, teuer für den Bezirk

Sechs Monate lang lag der Körnerpark im Winterschlaf. Damit ist es nun vorbei. Die Beete der denkmalgeschützten Neuköllner Gartenanlage sind neu bepflanzt, die brunnenanlage körnerpark neuköllnBäume und Sträucher gestutzt, die Grünflächen ohne Herbstlaub und kleine Schönheitsreparaturen erle- digt. Seit gestern Mittag ist auch erneut in Betrieb, was als ultimatives Indiz für den Beginn der Sommer- saison gesehen werden darf: der Brunnen vis-à-vis der Orangerie.

Bis Oktober können sich die Besu- cher des Körnerparks wieder an den Wasserspielen erfreuen, die täglich von 12 bis 20 Uhr geschaltet sind. Im alternierenden Dreier-Rhythmus, wie Stadtrat Thomas Blesing nach seinem „Wasser marsch!“-Kommando erklärte. Eine Stunde wasser marsch, auftakt brunnensaison 2012, stadtrat thomas blesing, körnerpark neuköllnlang seien die Wassersäulen der Hauptfontäne zu sehen, danach sprudeln für jeweils eine Dreiviertelstunde die Kas- kaden in den terrassenartig an- gelegten Becken und die Quelle.

Rund 20.000 Euro investiert der Bezirk Neukölln in das nasse Vergnügen – pro Saison und Brunnen. „Und das sind nur die normalen Betriebskosten“, sagt der Stadtrat für Bauen, Natur und Bürgerdienste. „Bei Reparaturen“, ergänzt Bernd Kanert, Leiter des Neuköllner Natur- und Grünflä- chenamts, „kommt leicht noch mal der gleiche Betrag dazu.“ Die mit normalem Stadtwasser gespeisten Wasserspiele im Körnerpark führen ob ihrer Übernutzung und Zweckentfremdung die Hitliste der unkalkulierbaren Zusatzkosten der bezirks- finanzierten Brunnen konkurrenzlos an. Die filigrane Technik mit Düsen und Pumpen sei vor allem im Hochsommer, wenn der Park von vielen als Freibadersatz genutzt wird, förmlich einem Dauerbelastungstest ausgesetzt, sagt Kanert: „Was meine hauptfontäne körnerpark neuköllnMitarbeiter dann alles aus dem Wasser holen müssen, ist unglaublich.“ Spielzeug, Zeitun- gen, Flaschen, Socken. Es gäbe kaum etwas, was noch nicht die Siebe verstopfte. Verhin- dern ließe sich das nur, indem man die Ordnungsamt-Patrouillen verstärke, meint Tho- mas Blesing, aber „die haben Wichtigeres zu tun als erholungsbedürftige Neuköllner aus Grünanlagen zu verscheuchen.“ Und die rund 60 Mitarbeiter im operativen Bereich des Natur- und Grünflächenamts könnten auch nicht überall sein, da sie bezirksweit für die Pflege der Straßenbäume, Spielplätze und anderer Gartendenkmäler zuständig seien.

Selbstverständlich, sagt Blesing, hätte es auch für Neukölln die Option gegeben, wie andere Bezirke die Betriebskosten für die Wasser- anlagen durch ein Brunnensponsoring der Wall AG einzusparen: „Der Preis dafür wäre aber ein Mehr an Wall-Straßenwerbung gewesen und dagegen gab es einen parteiübergreifenden Konsens.“ In monetärer Hinsicht sei es also durchaus von Vorteil, dass nur noch sechs der ursprünglich neun Brunnen im Bezirk in Betrieb sind: Die im Körnerpark, vor dem Neuköllner Rathaus und im Von-der-Schulen- burg-Park sprudeln zulasten der Bezirkskasse, die im Britzer Garten, vor dem Schloss Britz und auf dem Parkfriedhof auf Kosten anderer.

=ensa=

Neukölln-Gewinnspiel: Die Bescherung geht weiter (4)

Mit der aktuellen vierten Rätselfrage geht es in die zweite Halbzeit unseres Zwischen-den-Jahren-Gewinnspiels, das am 1. Weihnachtstag begann und am 31. Dezember endet. Zu gewinnen gibt es heute ein Werk aus dem in Neukölln beheima- teten Dagyeli Verlag. Folgende Frage ist dafür zu beantworten:

Am ersten Sonntag im August dieses Jahres präsentierten sich in Neukölln zwanzig Musiker mit Swing und Big-Band-Sound ganz im Stil des Glenn-Miller-Orchestras? Wo genau traten sie auf?

650 jahre neukölln,neukölln-comic,anna faroqhi,dagyeli verlagZum runden Geburtstag Neuköllns, der im vergangenen Jahr gefeiert wurde, erschien im Dagyeli Verlag Anna Faroqhis Comic „Welt- reiche erblühten und fielen – 650 Jahre Geschichte Neuköllns“. Der/die Gewinner/in der heutigen Ausgabe unseres Rätsels erhält das Buch, das mit liebevollen Illustrationen die Historie des Bezirks führt und durch die Dialoge der Protagonisten, eine multikulturelle Neu- köllner Familie, den Bezug der Geschichte zur Gegenwart veranschaulicht.

Wer den Neukölln-Comic gewinnen möchte, schreibe den gesuchten Ort sowie (4) in die Betreffzeile einer E-Mail und schicke sie bis morgen (29. 12.) um 12 Uhr an: Der/die Gewinnerin wird direkt benachrichtigt. Gehen mehrere richtige Lösungen ein, entscheidet das Los. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Wir wünschen viel Glück!

Update (29.12., 13:50 Uhr): Die richtige Antwort auf diese vierte Frage war Britzer Garten. Dort trat das 20-köpfige Orchester namens Siemens Big Band am 7. August auf.

Auch beim Neukölln-Comic von Anna Faroqhi musste wieder das Los entscheiden. Die Gewinnerin, die zur richtigen Antwort auch Glück hatte, ist informiert.