Schüler-Filmprojekt erkundet die Dauerbaustelle auf der Karl-Marx-Straße

Wundern Sie sich eigentlich noch über die Baustelle, die auf der Karl-Marx-Straße seit Dezember 2010 langsam von Süden nach Norden wandert?

Schülerinnen und Schüler einer 6. Klasse der Konrad-Agahd-Grundschule sowie einer 9. Klasse der Zuckmayer-Oberschule sahen sich von März bis November 2018 ausgerüstet mt Helmen, Warnwesten und Arbeitsschuhen die Dauerbau-stelle einmal genauer an, um die Entwicklung auf der Karl-Marx-Straße filmisch festzuhalten. Die Jugendlichen befragten mit Kamera und Mikrofon die Passanten und Anwohner ebenso wie Weiterlesen

Weit unten und weit oben: Neue Farbtupfer gegen die Tristesse der Kachelwand

„Zweiter Gang, den Wagen einfach rollen lassen, sechs Stundenkilometer!“ Dr. Christian Hoffmann, Sprecher des Quartiersrates Flughafenstraße und Bezirksverordneter der Grünen im Rathaus Neukölln wurde an diesem Vormit-tag nicht müde, Autofah-rerinnen und -fahrer in der Neckarstraße daran zu erinnern, welche Regeln seit acht Mona-ten in der Spielstraße gelten und wie sie fahrtechnisch einzuhalten sind. „Warum ich Ihnen das sage?“, antwortete er auf eine Frage verdutzt: „Damit die Kinder die Spielstraße endlich als Spielstraße erobern können!“ Kinder Weiterlesen

So vielfältig und bunt wie die Bevölkerung Neuköllns

schwingenschloegl_salonmusik-im-koernerpark_zitronencafe-neukoellnHerbsttage können bekanntlich trist sein. Jeden Sonntagabend gibt es zum Glück aber im Neuköllner Körnerpark bis einschließlich 18. Dezember einen musikalischen Lichtblick: Salonmusik im Zitro-nencafé heißt die Veranstaltungsreihe des Fachbe-reiches Kultur des Bezirksamtes, die bereits im dritten Jahr läuft.

Kulturamtsmitarbeiterin Bettina Busse sowie der Musiker  und Komponist Paul Schwingenschlögl (r.) haben für den Herbst ein Programm zusam-mengestellt, das so vielfältig und bunt wie die Bevölkerung Neuköllns ist. Die Musikerinnen und Musiker kommen aus Deutschland, Spanien, Südkorea, Neuseeland, Spanien, Griechenland, Bulgarien, Chile sowie den USA. Und: Sie Weiterlesen

Gesichter, die von langen Leben erzählen

kaffeetafel_ausstellungseroeffnung geb 1916_koernerpark neukoellnBernd Szczepanski hat durchaus öfter mit Hundert-jährigen zu tun. So sie oder ihre Angehörigen es wünschen, kommt der Sozialstadtrat von Neukölln mit Blumen und einem kleinen Präsent zum Gratulieren, wenn das Lebensalter vom zwei- in den dreistelligen Bereich rutscht. Doch so etwas wie letzten Freitag war auch für Szczepanski ein Novum: An einer Kaffeetafel konnte er zur Eröffnung einer Ausstellung zum 100-jährigen Bestehen des Körnerparks gleich sechs Neu-köllnerinnen begrüßen, die seit Januar 100 geworden sind oder es in den nächsten Monaten werden.

Als sie 1916 zur Welt kamen, waren Filtertüten, Panzer, der Teddybär, Eis am Stiel, elektrische Verkehrsampeln und Waschmaschinen bereits erfunden. Andere zivilisatorische Errungenschaften, die heute Weiterlesen

100 Tage für 100 Jahre: Neukölln feiert den Körnerpark

koernerpark neukoellnHätten sich alle zu einem Gruppenfoto aufgestellt, die an der Vorbereitung oder Durchführung des Festprogramms zum 100-jährigen Bestehen des Körnerparks beteiligt sind,gruppenbild_pk 100 jahre koernerpark_neukoelln wäre es auf der Terrasse vor der Galerie eng geworden. Deshalb traten Montag beim Pressetermin nur die Hauptverantwortlichen vor die Kameras.

„Das Interesse am Mitwirken seitens der Neuköllnerinnen und Neuköllner war überhaupt nicht einzuschätzen, als wir vor genau zwei Jahren angefangen haben, das Jubiläum zu planen“, sagt Kulturamtsleiterin Dr. Katharina Bieler (4. v. r.). Ihre Mitarbeiterin Bettina Busse (l.) hat seitdem regelmäßig zu einem Stamm-tisch eingeladen, der mit dem Input „Wir spinnen erstmal nur rum!“ Weiterlesen

Wer, wie, was, warum oder weshalb nicht? Antworten auf Fragen zur Nutzung der kulturellen Angebote im Körnerpark

koernerpark neukoellnkörnerpark neuköllnDer Körnerpark ist beliebt. Nur: Warum und bei wem überhaupt? Weshalb und wie oft halten sich Anwohner in der grünen Oase zwi- schen Karl-Marx- und Hermann- straße auf? Was lockt Leute, die weiter entfernt wohnen, in den Park, der in einer ehemaligen Kiesgrube entstand? Ist der Kör- nerpark, dessen 100-jähriges Be- stehen im übernächsten Jahr mit einem Jubiläumsprogramm gefeiert werden soll, für die Besucher primär ein Nah- erholungsgebiet? Oder stellen Einrichtungen wie die in der Orangerie unterge- brachte Galerie und Konzertreihen wie „Sommer im Park“ einen Weiterlesen

Maria – zwischen Verehrung, Massenware und Event

6_kandl-vernissage_galerie im körnerpark_neuköllnVermutlich geht es vielen wie Bettina Busse, der kommissarischen Leiterin des Neuköllner Kultur- amts. Schließlich ist Berlin weit davon entfernt, eine Hochburg für Anhänger des christlichen Glau- bens – oder gar des Katholizismus – zu sein. „Ich finde das Thema zwar spannend, hab aber per- sönlich bettina busse_kandl-vernissage_galerie im körnerpark_neuköllndamit gar nichts zu tun“, be- kennt die Inte- rims-Nachfolgerin von Dorothea Kol- land (l.) vorgestern bei der Eröffnung einer neuen Ausstellung in der Ga- lerie im Körnerpark. „Maria breit den Mantel aus …“ heißt sie und zeigt Eindrücke und Reliquien, die das Künstlerehepaar Kandl von Reisen zu Marienwall- 3_kandl-vernissage_galerie im körnerpark_neuköllnfahrtsorten mitgebracht hat. In verschiedenen Regionen der Welt wa- ren Johanna und Helmut Kandl unterwegs: Das bay- rische Altötting wurde ebenso bereist wie Lourdes, das slowakische Levoča, Medjugorje in Bosnien-Herzegowi- na und Guadalupe, ein Vorort von Mexiko-City, um dem Wunderglauben und rätselhaften Erscheinungen 7_kandl-vernissage_galerie im körnerpark_neuköllnzu begegnen.

Es ist ein wahrer Madonnen-Flash, der die Besucher der Ausstellung umgibt. Maria auf Bildern in unter-schiedlichsten Darstellungen, als Statue in einer Bandbreite 4_kandl-vernissage_galerie im körnerpark_neuköllnvon skurril bis ehrerbietig, auf Collagen und Reliefs. In einer völ- kerübergreifend plau- siblen Bildersprache, so Bettina Busse, werde der Huldigung Marias Aus- druck verliehen. Alles in allem, erzählt sie dann noch, würde die Ausstellung sie sehr an eine Patentante erinnern: „Mit ihrer Marienverehrung konnte ich schon damals nichts anfangen, aber ich fand dorothee bienert_kandl-vernissage_galerie im körnerpark_neuköllnimmer, wenn das für sie gut und wichtig ist, dann ist es auch gut, es zu respektieren.“

Distanz und Respekt, die Herangehensweisen, mit denen religiöse Themen gemeinhin künstlerisch be- arbeitet werden, ersetzen Johanna und Helmut Kandl in ihrer Ausstellung weitgehend durch Humor und Ironie. „Ihnen ging es vor allem um das kulturhis-torische Phänomen der Marienverehrung, um Ein- blicke in verschiedene Kulturkreise und die mediale Inszenierung von Wallfahrten„, erklärt Kura2_kandl-vernissage_galerie im körnerpark_neuköllntorin Doro- thee Bienert (l.). Die hohe Zahl der Kir- chenaustritte sei ein Aspekt, dem gegen- über stehe jedoch ein wachsendes Inte- resse an Religion und Spiritualität: Der Jakobsweg ist europaweit ausgebaut worden, Pilger-Events zu heiligen Stätten haben Hochkonjunktur. Und jeder vierte Deutsche gibt an, auf- geschlossen für Wunder, Geistheilungen und die Wirkung spiritueller Objekte zu sein, die als 1_kandl-vernissage_galerie im körnerpark_neuköllnMassenware hergestellt werden.

Statt diese Phänomene zu kritisch zu hin- terfragen oder ihre Reiseerlebnisse zu be- werten, haben die Kandls sie dokumenta- risch für die Betrachter aufbereitet. Das Augenzwinkernde ergibt sich dabei im Grunde erst durch die Zusammenstellung der Exponate und ihre Menge. Die Quantität ist es auch, die in der Videobox im hinteren Bereich der Galerie herausfordert: Der musikalisch untermalte Kurzfilm „Pygmalion“ zeigt in einer Doppelprojektion ge- mächliche und rasantere Sequenzen. Um Maria geht es bei allen.

Die Ausstellung „Maria breit den Mantel aus …“ ist noch bis zum 28. Juli in der Galerie im Körnerpark zu sehen (Öffnungszeiten: Di. – So. 10 – 20 Uhr).

Am 15. Juni um 17 Uhr findet im Rahmen der 48 Stunden Neukölln ein Künstlergespräch zum Thema „Staunen: Geschichten über Wallfahrer, sechsfingrige Madonnen und fliegende Häuser“ statt.

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