Spurensuche in Berlins Kino- und Filmgeschichte

stefan zollhauser_stadtführung_museum neuköllnStefan Zollhauser kam mit seinem Fahrrad, das mit vielen Materialien bepackt war. Da sich zu Neukölln weniger historisches Material als zu Tempelhof mit dem Ufa-Gelände finde, kündigte der Historiker an, werde sich der Rundgang zum Thema „Vom Kintopp zum Lichtspiel-Palast“ schwerpunktmäßig dem Nachbar- bezirk widmen.

Am Treffpunkt auf der Neuköllner Seite des Tempelhofer Feldes gab er aber erst einmal einen sehr informativen Abriss über das Kinogeschehen in Berlin vor 100 Jahren und mehr. „Schon um 1910 hat es hier neben den sogenannten Ladenkinos, also Läden mit Kino- betrieb, auch schon riesige Kinopaläste gegeben“, erzählte er der leider sehr überschaubaren Gruppe Kino- und Film-Interessierter, die an der Führung des Museums Neukölln teilnahmen. „War im Ladenkino der Raum u-förmig“, veranschaulichte er, „wurden manchmal Spiegel aufgestellt, Weiterlesen

Problem erkannt, Problem gebannt

Wenn in Neukölln öffentliche Plätze zu Treffpunkten Trinkfreudiger zu werden drohen oder es bereits geworden sind, ist es dort mit der Gemütlichkeit zuweilen schnell vorbei: Durch das Entfernen von Tischen oder auch Bänken werden unmiss- verständliche Signale gesetzt. Den angestrebten Effekt der Vertreibung erreichen diese drakonischen Maßnahmen jedoch – dank der Kreativität und Genügsamkeit der Betroffenen – jedoch nicht  zwangsläufig. Oft gesellt sich noch der Unmut derer hinzu, die Bänke auf Plätzen oder in Grünanlagen gemein- hin unalkoholisiert nutzen und sich ihrer Rast- stätten beraubt fühlen.

In der Oberlandstraße in Tempelhof, zwischen der Neuköllner Bezirksgrenze, den Studios der Berliner Union-Film und dem Bahlsen-Fabrik- verkauf, sah und sieht die Situation trotz ähn- licher Problemlage anders aus. Auch hier, auf dem Bürgersteig vor dem Parkplatz eines Super- und Getränkemarkts, kommt man gerne zum kleinen Umtrunk und  zu geselligem Palavern zusammen. Auf Komfort in Form von Sitzplätzen muss dabei seit jeher verzichtet werden. Es ist eher wie in einer Open Air-Kneipe, mit der kalten Betonmauer des Parkplatzes als Theke. Der Beliebtheit des Treffpunkts kann das nichts anhaben.

„Vor einiger Zeit haben die mal ’nen Anpfiff wegen ihres Mülls bekommen“, erinnert sich ein Mitarbeiter des FRISTO Getränkemarkts. Ein weiterer hätte den Platzverweis bedeutet. Doch statt den zu riskieren, sorgte die Clique selber für Abhilfe: mit simplen Müllsäcken, die regelmäßig entsorgt und substituiert werden. „Das funktioniert erstaunlich gut. Vermüllungsprobleme gibt’s seitdem nicht mehr.“

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Ausverkauf bei „Eine wie keine“

Die SAT1-Serie „Eine wie keine“ läuft zwar noch bis Mitte September, aber gedreht wird nicht mehr. 212 Folgen der Daily Soap, die hinter den Quotenerwartungen des Senders zurück blieb, wurden seit September letzten Jahres produziert und nun ist Schluss mit den Episoden rund um Manu, Mark und das Hotel „Aden“, das im rich- tigen Leben „The Westin Grand“ heißt.

eine wie keine, requisitenverkauf, berliner union-filmFolglich können auch die Studios auf dem Gelände der legendären Berliner Union-Film in der Oberlandstraße vom EWK-Krempel befreit werden. Noch bis zum 13. August ge- schieht das durch einen öffentlichen Requi- sitenverkauf.

Eingefleischten „Eine wie keine“- Fan dürfte beim Stöbern im Set des Studio 1 allerdings eine gewisse Wehmut beschleichen – trotz der Aussicht darauf, zu Schleuderpreisen erstehen zu können, was man momentan noch im Fernsehen angucken kann und bis- lang zum Alltag der Darsteller gehörte. Aber auch für Nicht-Fans, die noch das eine oder andere Möbelstück oder Accessoire fürs traute Heim brauchen könnten, oder passio- nierte Schnäppchenjäger ist die Alles-muss- raus-Aktion nicht uninteressant und irgendwie abgefahren.

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Aktenordner oder Handtücher eines fiktiven Hotels – wer hat die schon? Ein paar Klamotten gibt’s auch noch und Unmengen an Dekozeugs, Lampen, Vorhängen, Teppichen, Bildern und sonstigem Schnickschnack.

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eine wie keine, requisitenverkauf, berliner union-film,  berlin-tempelhofeine wie keine, requisitenverkauf, berliner union-film, berlin-tempelhof

eine wie keine, requisitenverkauf, berliner union-film, berlin-tempelhofIn Anbetracht der Tatsache, dass ich nun nie wieder in Neukölln durch EWK-Drehar- beiten am Vorwärtskommen gehindert werde und dann gleich mal jemanden vom Filmteam fragen kann: In wessen Küche hingen denn diese drei Bilder?

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