M wie März und Mode in Neukölln

Heute ist Halbzeit bei der Berlin Fashion Week, die aber diesmal einen Bogen um die Designer-Hochburg Neukölln machen würde, wenn nicht mit Berlinburger Inter-national und dem Klunkerkranich format_showfloor berlin_huxleys neuköllnzwei Locations im Bezirk auf der Liste der Places to be stünden. Das Neuköllner Modenetz-werk Nemona könne „leider keine Veran-staltungen zur Fashion Week anbieten“, teilt Koordinatorin Sabine Hülsebus auf Anfrage mit. Mehrere Events und eine Modepräsen-tation würden erst wieder für den nächsten Pop Up Shop organisiert werden, der am 3. März in den Neukölln Arcaden eröffnet.

Neukölln war vorne: ESMOD-Fashion der Zukunft im Vollgutlager der ehemaligen Kindl-Brauerei

rollbergstraße neuköllnDie Rollbergstraße steht wahrlich nicht im Verdacht, das Epizentrum von Glamour, Kreativität und Mode zu sein. Allerdings gilt das für alle andere Neuköllner Straßen auch. Was die Rollbergstraße denen aber voraus hat, kindl-vollgutlager_schwuz berlin_neuköllnist, dass in ihr vorgestern ein Fashion-Event der Extraklasse stattfand: Im ehemaligen Vollgutlager der Kindl-Brauerei zeig- ten Absolventinnen des Bachelor of Arts-Stu- diengangs Modedesign der ESMOD Berlin ihre Ab- schlusskollektionen. „Independence“ stand als Thema über der Graduate Show, die abends vor einer internationalen Expertenjury präsentiert wurde. Bereits am Nach- mittag bekamen die Familien und Freunde der Nachwuchs-Designer Weiterlesen

Mode aus Neukölln als Teil eines Gesamtkunstwerks

8_3d-anaglyph fashionshow_heimathafen neuköllnHeute endet nicht nur die Fußball-WM, auch die Fashion-Szene packt ihre Sachen und pfeift die Sommeredition 2014 der Berlin Fashion Week ab. Aus Neukölln, wo im Vergleich zu manchem der Vorjahre sehr wenig vom Moderum- mel mitzukriegen war, verabschiedete sie sich bereits gestern, aber umso spekta- 1_3d-anaglyph fashionshow_heimathafen neuköllnkulärer.

Das erst im letz- ten Jahr gegründete, interkulturelle Künstlerkollektiv Ana- glyph hatte zur Fashionshow in den Heimathafen Neukölln eingeladen – und zur Verschiebung der Tiefenwahrneh- mung. Dass es sich um eine außergewöhnliche Art, Mode zu präsentieren, handeln würde, wurde auch denen, die die Einladung nicht so genau gelesen Weiterlesen

Mode mit Herzblut im Heimathafen Neukölln

heimathafen neuköllnHerzblut-Messe, das klingt nicht gerade nach Mode und Accessoires. Doch es ist genau das, was Fachbesucher seit gestern bei der Herzblut-Messe im Heimathafen Neuherzblut-messe berlin_heimathafen neuköllnkölln zu sehen bekom- men.

Knapp zwei Dut- zend Labels ha- ben ihre Stände im Theatersaal an der Karl-Marx-Straße bestückt. „Weiberstyle hat kurzfristig absagen müssen, an dem Stand ist nun Redcat 7. Außerdem haben wir noch zwei Last-Minute-Stände an Taschendesigner vergeben können“, informiert Joachim Scheffler, der zusammen mit Manuela Moik die Fachmesse für Marken mit Herzblut veranstaltet. Bei der letzten Berlin Fashion Week hatte sie ihre Premiere – in einer Kirche Weiterlesen

Abseits des Trubels

Wer meint, dass Mode, Ellbogen und Fachbesucherdünkel in diesen Tagen der Berlin Fashion Week zusammengehören, wird im Nemona Showroom eines Besseren belehrt: Ohne vorheriges Akkreditieren, Einlasskontrollen und in entspannter Atmo- sphäre können im Ladenbüro des Netzwerks Mode und Nähen Arbeiten von sechs Neuköllner Designern angesehen, -gefasst oder auch -probiert Weiterlesen

Paris – Mailand – Neukölln

huxleys neukölln„Neue Welt“ steht über dem Huxley’s, und momentan ist auch in die Kon- zert-Location an Neuköllns Hasen- heide eine neue Welt eingezogen: die der Mode. Noch bis übermorgen bringt dort der Showfloor Berlin, seit Jahren feste Größe des Eco Fashion-Segments der Berlin Fashion Week, Designer-Mode und den Catwalk auch für die ganz nah, die weder VIPs noch Medienvertreter sind oder zum Umfeld der Textil-Industrie und Sponsoren gehören.

Gestern Abend bei der Auftaktshow, die mit der Premiere des Kurzfilms „Fashion fashion goes neukölln_showfloor berlin_huxleysgoes Neukölln“ eingeläutet wurde, stand Design aus dem Gastgeberbezirk im Mittel- buschkowsky_showfloor berlin_huxleys neuköllnpunkt. Vorher kam je- doch Bezirksbürger- meister Heinz Busch- kowsky, der auch im Film in einer kleinen Nebenrolle sich selber gespielt hatte, zu Wort: Paris – Mailand – Neukölln. In einer Reihe mit anderen Mode- metropolen müsse man den Bezirk nennen, stellte er in launigem Tonfall fest. Wer es bis dato noch nicht wusste, erfuhr alsdann, dass die Zukunft der Mode in Neukölln liege. „Unsere Neuköllner Labels inspirieren alles, was Sie auf den Schauen der Berlin Fashion Week sehen“, schwadronierte Buschkowsky in Alleinunterhalter-2_format_showfloor berlin_huxleys neuköllnManier weiter, bevor er sein Loblied auf Neukölln beendete und die Eröffnung des Showfloors durch Mareike Ulmans Label  format  ankündigte.

Die Designerin, die in Klein-Serien aus biozertifizierten Materialien alltagstaugliche Mode für Frauen und format_showfloor berlin_huxleys neuköllnMänner herstellt, gehörte zu den Gewinnern eines De- signercastings, bei dem es um die Möglichkeit der kostenlosen Prä- sentation beim Show- floor gegangen war. Ein Dutzend Models führten nun die von lässig bis klassisch-elegant changierende Prêt-à-porter vor, deren Zeitlosigkeit Ulmans Interpretation von Nachhaltigkeit unterstreicht. Starre Kollektionen sind nicht ihre Sache, vielmehr geht es der 1_format_showfloor berlin_huxleys neuköllndiplomierten Designerin ums stetige Ergänzen durch Teile in 3_format_showfloor berlin_huxleys neuköllnneuen Materialien und Farben.

„Die Show“, hatte Busch- kowsky dem Publikum im Huxley’s zuvor prognosti- ziert, „wird Sie wegfegen!“ Und spätestens dann, meinte er, seien auch die- jenigen, die dachten, er habe Quatsch erzählt, überzeugt: „Das ist ein sehr realistischer Mann, der da vorhin ge- sprochen hat.“ Quatsch zu erzählen, merkte er noch an, sei ohnehin nicht seine Art. Weggefegt hat die Show allerdings auch niemanden.

Heute präsentiert der Showfloor ab 21.30 Uhr niederländische Avantgarde, vorher  (ab 18 Uhr) ist u. a.  das Berliner Label NIX auf dem Catwalk. Morgen wird der letzte Showfloor-Tag um 18 Uhr durch das Neuköllner Label P|AGE Fashion eröffnet. Kartenreservierung für alle Shows: hier.

format-schaufenster_karstadt hermannplatzAuch gegenüber vom Huxley’s, bei Karstadt am Her- mannplatz, setzt die Berlin Fashion Week showfloor berlin_karstadt hermannplatzunüber- sehbare Zeichen: Zwei Schaufenster zeigen bis morgen Stücke der Show- floor-Labels und auf einer Sonderfläche in der 3. Etage gibt es nachhaltig produzierte Kreationen zum Angucken und Anfassen von Benu Berlin, zuit, 1979, Berlin My Inspiration, Lotta und Johanna Riplinger.

=ensa=

Machen Kleider Leute?

galerie im saalbau neukölln_ping qiu„Welcome to Berlin Fashion Week“: Überall in der Stadt weisen Plakate auf das morgen beginnende Mega-Event der Mode- und Lifestyle-Szene hin.

Passend zum Thema, zumindest vordergründig, wurde in der Galerie im Saalbau nun die Aus- stellung „Kleider machen Leute?“ eröffnet. Sieben Künstler haben den Umgang mit Kleidung und ping qiu_galerie im saalbau neuköllnVerkleidung als Aufhänger ge- nommen und geben mit Fotos, Skulpturen, Videos, Installatio- nen und Mixed-Media-Arbeiten Einblicke in ihre Experimente zu Rollenbildern in der Gesell-schaft.

Mit „Kleider machen Leute?“ christian mayrock_galerie im saalbau neuköllnbeginne eine Ausstellungsrei- he, die einen Fokus auf die Schaufenster der Galerie lenkt, kündigt Kuratorin Dorothee Bienert an. Und in der Tat: Ping Qius Rote-Hände-Kleid sowie Christian Mayrocks genähter Papieranzug ziehen die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich. Gleichwohl hat das auch Tücken, weil die Eye- catcher nicht ohne Auswirkungen auf die kleider machen leute_galerie im saalbau neuköllnErwar-tungshaltung sind, die jedoch beim Be- such der Ausstellung rasch erlahmt. Die Hoffnung, in der Ga- lerie weitere Kreatio- nen der Kategorie „untragbar, aber künstlerisch originell“ präsentiert zu bekommen, sollte man besser draußen lassen.

Sie zu erfüllen, ist nicht Ambition der Künstler: Christian Mayrock setzt sich mit seinem Fotoprojekt „City Gents“ (l.) mit dem Anzug auseinander und hat sich dafür in London umgesehen. „Sisters of the Garden“ (M.) heißen die Stoffreliefs der ira- nischen, seit 2001 in Berlin lebenden Künstlerin Farkhondeh Shahroudi. Die Expo- nate vereinen Elemente  unterschiedlicher  Kleidertraditionen, haben jeweils nur eine

galerie im saalbau neukölln_christian mayrockfarkhondeh shahroudi_galerie im saalbau neuköllnbettina allamoda_galerie im saalbau neukölln

Öffnung und überlassen dem Betrachter die Frage, wo und wie man wohl hineinschlüpfen kann. Indes geht es der in Chicago geborenen Künstlerin Bettina Allamoda mit ihren Collagen, Videosequenzen und auch der Skulptur „Streetwear“ (r.) um das Verhältnis von Mode, esra ersen_galerie im saalbau neuköllnPolitik und Urbanität.

Das behandelt auch Esra Ersens Projekt „Rehabilitation“, dessen Ergebnis vier Le- derjacken mit Statements zur Gesellschaft in portugiesischer Sprache sind. Die tür- kische Künstlerin stellte sie 2006 mit delinquenten Jugendlichen in Sao Paulo her. Bereits ein Jahr zuvor war das Projekt in Utrecht mit straffälligen Jugendlichen durchgeführt worden. Davon ist nur noch eine Foto-Dokumentation übrig: Die Leder- jacken wurden nach der Vernissage geklaut.

„Davon hatte ich mir mehr versprochen“, bemerkt ein Mann, der sich durch die Schaufenster-Dekoration spontan zum Besuch der Ausstellung verleiten ließ. Nicht mal eine Viertelstunde dauerte der. Seine Antwort auf die Frage, ob Kleider Leute machen, habe schon vorher festgestanden: Ja!

Die Ausstellung „Kleider machen Leute?“ ist  noch bis zum 24. Februar in der Galerie im Saalbau zu sehen. Öffnungszeiten: Di. – So. 10 – 20 Uhr

=ensa=